Die Berichte der sächsischen Truppen aus dem Feldzug 1806 (III): Brigade Dyherrn
Von Jörg Titze (Editor)
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Über dieses E-Book
Ergänzt werden die Berichte mit den zum besseren Gesamtverständnis notwendigen Ausführungen zur Ordre de Bataille, den Truppenorganisationen und -formationen.
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Die Berichte der sächsischen Truppen aus dem Feldzug 1806 (III) - Jörg Titze
Abb. 1 Unterschrift des Generalmajor von Dyherrn unter seinem Bericht vom 15.11.1806 (Bestand 11 339 Akte 257)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die sächsischen Truppen im Feldzug 1806
Die Organisation und Formierung
3.1 Ein mobiles Infanterie-Regiment
3.1.1 Die Infanterie
3.1.2 Die Regiments-Artillerie
3.2 Eine mobile 12pfd. Fuß-Batterie
3.3 Organisations- u. Formierungsvorschriften
3.3.1 Infanterie
3.3.2 Artillerie
Die Berichte
Teil I Generalmajor von Dyherrn
Teil II Infanterie-Regiment Bevilaqua
Teil III Infanterie-Regiment von Low
Teil IV Infanterie-Regiment von Niesemeuschel
Teil V schwere 12pfd. Batterie Bonniot
Quellen
1. Einleitung
Das Verhalten der Chursächsischen Truppen im Feldzug von 1806 ist im Werk Albert Montbés¹ ausführlich beschrieben.
Eine Hauptquelle Montbés waren die von höchster Stelle für den Zeitraum vom 08. Oktober bis zur Wiedereinrückung in die Standquartiere angeforderten Berichte² der jeweiligen Einheiten.
Die Berichte wurden fast ausschließlich noch im Jahre 1806 verfasst und stellen somit die Niederschriften sehr frischer Erinnerungen dar.
Erfreulicherweise ist ein großer Teil dieser Berichte im Hauptstaatsarchiv in Dresden noch vorhanden³.
Eine weitere Quelle Montbés waren wahrscheinlich die Tagebücher der Regimenter, die neben verschiedenen Berichten – die zum Teil von der Endversion abwichen – der zur Berichterstattung aufgeforderten Offiziere auch die Schreiben an die anfordernde Stelle und weitere Details (u.a. die ausführlichen Verlustlisten der Kompanien) enthalten. Von diesen Tagebüchern hat sich im Bestand des HStA Dresden bisher nur das des Regiments Churfürst auffinden lassen.
In diesem und den weiteren Heften sollen die von Montbé genutzten Quellen zugänglich gemacht werden, enthalten sie doch eine Fülle von Details, die in einem Gesamtwerk – wie z.B. dem Montbé'schen – keine Berücksichtigung finden können.
Ergänzt werden diese Quellen mit den zum besseren Gesamtverständnis notwendigen Ausführungen zur Ordre de Bataille, den Truppenorganisationen und -formationen.
Dem interessierten Leser wünsche ich eine spannende Lektüre.
Leipzig im Mai 2020
Jörg Titze
¹A. von Montbé Die Chursächsischen Truppen im Feldzuge 1806
² Nach dem Befehl des kommandierenden Generalleutnants von Zezschwitz vom 04.11.1806 hatte jeder Offizier, der ein eigenes Kommando in diesem Feldzug geführt hatte, einen Bericht über seine und seines unterhabenden Kommandos Tätigkeiten in diesem Feldzug einzureichen. Form- und Inhaltsvorgaben scheinen nicht gemacht worden zu sein.
³ Aktenbestand 11 339 Feldzug 1806
2. Die sächsischen Truppen im Feldzug von 1806
Zum besseren Verständnis ist nachfolgend die Zuteilung sächsischer Truppen zu den preußischen Großverbänden aufgeführt:
Kombiniertes preußisch-sächsischen Korps Preuß. Generalltn. Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen
Division der Avantgarde preuß. Generalleutnant Prinz Ludwig von Preußen
Allerdings ist diese Ordre de Bataille nicht mehr als eine organisatorische Momentaufnahme und keine festgefügte und erprobte Einteilung. Es trafen noch am 09.10. – als Folge der permanenten Direktionsveränderungen – Truppen bei ihren Verbänden ein, auch waren – als ein weiteres Beispiel – bei der Division Niesemeuschel alle drei Brigade–Generäle am 09.10. noch nicht eingeteilt, auch erhielt z.B. der Generalmajor von Dyherrn nicht die für ihn vorgesehene Brigade sondern die des Generalmajor Bevilaqua nach dessen erfolgter Gefangennahme.
Der sächsische Quartiermeisterstab⁴ fungierte auch genau nur als solcher (er fertigte Marschrouten aus, kümmerte sich um Quartiere und Verpflegung) und überließ sämtliche Operationsplanungen dem preußischen Generalstab.
Jeder preußische Korpskommandeur hielt sich für befugt über sächsische Truppen zu verfügen, ohne die zwingend gebotene Rücksprache mit dem kommandierenden sächsischen General zu nehmen⁵.
In den höheren preußischen Kommandoeinrichtungen sah man die sächsischen Truppen als Hilfsvölker, die man – unbekümmert der zwangsläufig eintretenden Folgen – von der Versorgung abschneiden, von den Mobilmachungsplätzen vertreiben und bei jeder Gelegenheit gegenüber den preußischen Truppen zurücksetzten konnte. Dies hinderte die preußischen Oberkommandierenden jedoch nicht daran, die Folgen dieses Verhaltens den Sachsen anzulasten.
Die inneren Zustände in der sächsischen Armee waren von denen in der preußischen nicht sonderlich verschieden.
⁴ Quartiermeister Major v.Egidy, Quartiermeister-Leutnant Ltn. Lehmann, Generalstabs-Wagenmeister Hptm. v.Bosse, 8 Ingenieure (Hptm. Henry; Leutnants Obenaus, Ulrich und Aster; Tranchee-Sergeanten Fischer, Kohler, Horrer, v.Brauchitzsch); Verpflegung Geheimer Kriegsrat v.Watzdorf; Medizin Generalstabs-Medicus Dr. Raschig.
⁵ z.B. zog der General Rüchel das 2.Bataillon des Regiments Clemens ohne Rücksprache zum Garnisonsdienst nach Erfurt, ein
