Tagebücher aus dem Feldzug 1809 (II): Carl Kändler und George von Bose
Von Jörg Titze (Editor)
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Tagebücher aus dem Feldzug 1809 (II) - Jörg Titze
Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1815
Heft 51
Abb. 01 Gegend um Linz
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Carl Kändler - Journal der Campagne von Österreich
und Ungarn in den Jahren 1809 bis 1810
George von Bose – Tagebuch während des Feldzugs
an der Donau 1809
Verzeichnis der im Text genannten
sächsischen Offiziere
Quellen
Abb. 02 Gegend um Wien
Vorwort
Im Nachfolgenden wiedergegeben werden die Tagebücher zweier sächsischer Infanterie-Offiziere:
Carl Kändler „Journal der Campagne von Österreich und Ungarn in den Jahren 1809 bis 1810" und
George von Bose „Tagebuch während des Feldzuges an der Donau 1809"
Carl Traugott Kändler stand 1809 als Fähndrich (Patent vom 24.09.1808; 04.10.1809 Sousleutnant) im Regiment Cerrini, wurde am 11.06.1809 ins Schützen-Bataillon v.Egidy versetzt und kam damit 1810 in das 1. leichte Infanterie-Regiment.
1815 steht er als Premier-Leutnant (Patent vom 09.09.1813) beim 1. leichten Infanterie-Bataillon.
George Carl von Bose stand als Kapitän (Patent vom 06.05.1803; seit 23.04.1809 Major) beim mobilen Bataillon der Leib-Grenadier-Garde¹. 1812 zum Oberstleutnant befördert, kommandierte er im Feldzug 1812 das Regiment Niesemeuschel, mit dessen Resten er Anfang 1813 in die Festung Modlin einrückte.
1815 ist er in der Stamm- und Rangliste nicht mehr verzeichnet.
Beide Tagebücher scheinen durchgeschrieben zu sein und sind frei von Korrekturen, so dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Ab- bzw. Reinschriften der eigentlichen Tagebücher handelt.
Das Tagebuch Kändler’s geht noch bis in Mai 1812, wobei die Eintragungen zu 1810 und 1811 sehr sporadisch sind.
Das Bose’sche Tagebuch enthält noch ein Duplikat zu dem Ereignissen vom 13.07. – 13.11.1809, welches stellenweise textlich abweicht. Insofern dieses Duplikat weitergehende Informationen gegenüber dem Original enthielt, sind diese aufgenommen.
Der Text selbst ist so originalgetreu wie möglich, der heutigen Rechtschreibung angepasst, wiedergegeben.
Bedanken möchte ich mich beim Team des Hauptstaatsarchives in Dresden für die wie immer problemlose Bereitstellung der Akten.
Natürlich möchte ich mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, dafür bedanken, dass Sie sich zum Kauf dieses Buches entschlossen haben. Insofern Sie Anregungen und Kritiken haben, über den Inhalt diskutieren oder mir einfach nur mitteilen wollen, ob Ihnen das Buch gefallen hat, so können Sie mich via email unter
sachsen-titze@t-online.de erreichen.
Ihr Jörg Titze
¹ Der im Text öfter erwähnte ältere Bruder scheint der Major (Patent vom 20.03.1809) Carl August Joseph Friedrich von Bose zu sein. Dieser Bruder wurde am 12.05.1811 Oberst und Generaladjutant, erhielt im März 1813 das Kommando des 2. Leichten Infanterie Regiments und wurde am 21.09.1813 zum Generalmajor befördert.
Carl Kändler
Journal der Campagne von Österreich und Ungarn in
den Jahren 1809 bis 1810
Abb. 03 Eintragungen vom 25. – 30.04.1809
Monat Februar 1809
Stand-Quartier Guben
d. 28ten – brach das Regiment der eingegangenen Ordre gemäß schleunigst auf. Das 1ste Bataillon marschierte bis Timmersdorf über Forst.
Monat März 1809
d. 1sten – bis nach Witgenau
d. 2ten – bis nach Königsbrück
d. 3ten – rückten wir, nachdem sich das 2te Bataillon mit und vereinigt hatte, in die Kantonierung bei Dresden. Hier trafen wir fast schon alle Regimenter an, welche in marschfertigen Stand gesetzt werden sollten. Das Regiment bekam 6 Dörfer in der Gegend von Loschwitz angewiesen.
d. 25ten – hatte, von den in 2 Divisionen und 4 Brigaden eingeteilten und im Ganzen 14.000 Mann starken mobilen Truppen-Korps unter Kommando des General-Leutnants v.Zezschwitz, die 2te Division vor Sr. Durchlaucht den Prinzen von Ponto-Corvo, Revue.
Monat April 1809
d. 13ten – bezog die Brigade Lecoq ein Lager zwischen Moritzburg und Reichenbach, und 2 bis 3 Regimenter der 1sten Division bezogen die von uns bisher inne gehabten Kantonierungsquartiere.
d. 15ten – wurde das Lager wieder abgebrochen und beide Divisionen sowie auch die Kavallerie und Artillerie marschierten in die Gegend von Meißen.
d. 16ten Rast – die 1ste Division setzte sich einen Marsch vorwärts
d. 17ten – gingen wir bis über Döbeln
d. 18ten – über Waldheim, Geringswalde, Rochlitz bis über Geithain
d. 19ten – passierten wir Frohburg, mussten jedoch vor
