Die kurfürstlich und königlich sächsische Infanterie (I): Die Linien-Regimenter und die Grenadier-Bataillone 1805 - 1810
Von Jörg Titze
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Über dieses E-Book
Jörg Titze
Baujahr 1961, diplomierter Elektrotechniker. Beschäftigung mit Zinnfiguren seit 1976, Mitglied des Vereins *Zinnfigurenfreunde Leipzig* und der Zinnfigurengruppe *Frundsberg*, dabei u.a. Mitwirkung am Großdiorama *Völkerschlacht bei Leipzig 18.10.1813, südliches Schlachtfeld* (Torhaus Leipzig-Dölitz) und *Sächsische reitende Artillerie 1812/13* (Militärhistorisches Museum Wolkenstein). Mitglied in verschiedenen Darstellungsgruppen der Napoleonischen Epoche (experimentelle Archäologie) seit 1980, seit 1989 in der Gruppe *kgl. sächs. I.Regiment leichter Infanterie / Regiment Churfürst Infanterie*. Seit 1987 Herausgabe von Heften zu verschiedenen Militärthemen und speziell der sächsischen Armee.
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Rezensionen für Die kurfürstlich und königlich sächsische Infanterie (I)
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Buchvorschau
Die kurfürstlich und königlich sächsische Infanterie (I) - Jörg Titze
1. Einleitung
Die Aktenlage im Hauptstaatsarchiv Dresden ist als gut zu bezeichnen, wobei sich die vielen Archiv-Verluste während des Feldzuges von 1806 selbstverständlich bemerkbar machen. Vielfach haben sich die ursprünglichen Ordres¹ in Bezug auf die Uniformierung und Ausrüstung nicht auffinden lassen, da diese vor dem betrachteten Zeitraum erlassen wurden und ohne die Kenntnis des Erlaß-Datums keine Ansätze für eine Suche gegeben waren.
Die Wiederausrüstung der Infanterie - nach den im Feldzug von 1806 erlittenen empfindlichen Verlusten an Material - prägte die Aktivitäten in den Jahren 1807 und 1808. Erschwert wurde dieses notwendige Vorhaben durch die räumliche Verteilung der Regimenter in Sachsen, Schlesien und Polen. Dies führte zu Unterschieden im Erscheinungsbild, die heute im Detail nicht mehr umfänglich nachvollzogen werden können², da sich in den Akten keine Befehle hierzu finden lassen.
Hinsichtlich der Fahnen sowie der Berichte und Tagebücher aus den Feldzügen möchte ich auf die entsprechenden Hefte dieser Reihe verweisen.
Bedanken möchte ich mich beim Team des Hauptstaatsarchives Dresden für die wiederum problemlose Bereitstellung der Akten. Mein besonderer Dank gilt den Herren Andre Brauch, Jörg Hensel, Frank Hartmann und Istvan Vörös für ihren Beitrag zum Gelingen des Heftes. Ich möchte mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, für den Kauf dieses Buches bedanken. Insofern Sie Anregungen haben oder über den Inhalt diskutieren wollen, so können Sie mich via email unter
sachsen-titze@t-online.de
erreichen.
Eilenburg im Januar 2024
Ihr
Jörg Titze
Abb. 03 Das II.Bataillon Regiment Churfürst im Gefecht bei Saalfeld am 10.10.1806 (Gemälde von A. Brauch)Abb. 03 Das II.Bataillon Regiment Churfürst im Gefecht bei Saalfeld am 10.10.1806 (Gemälde von A. Brauch)
¹ Die in den genutzten Akten enthaltenen Ordres gaben lapidar „nach bisheriger Facon" an und führten - soweit notwendig - nur die eingetretenen Änderungen an. Ausnahmen - wie bei den Abmessungen des Tornisters - bestätigen die Regel.
² Hierzu folgende Beispiele: Vollborn (Regiment v.Oebschelwitz) gibt bereits für 1808: „Man fing auch an, sich, wie die Franzosen, in leichte Pantelons zu kleiden und hing sogar das Kuppel... lang aufgeschnallt über die rechte Schulter. Weil nun aber die Franzosen den Tornister an zwei Riemen und über beide Schultern gehangen trugen, so ahmte man auch diese Tragart nach, schnitt eigenmächtig den breiten Tragriemen der Länge nach durch und nähte nun die... beiden Riemen auf der Mitte der oberen Seite des Tornisters auf Der Capot wurde langgewickelt und über die rechte Schulter gehangen getragen."// Mandelsloh (Grenadiere Regiment Prinz Clemens) gibt für April 1809: „Die Bekleidung war mangelhaft,... die Capots, waren infolge des polnischen Feldzugs in dem erbärmlichsten Zustande; die Zierde der Grenadiere, die Bärmütze, war abgelegt worden und an deren Stelle kleine dreieckige Hüte mit einem weißen Federstützchen getreten und Ende Mai 1809: „... für jeden Mann meines Detachements Leinwand zu ein paar Pantalons reguirierte...
.
2. Organisation
Die sächsische Linien-Infanterie bestand 1806 aus 12 Regimentern. Diese Regimenter waren in zwei Generalinspektoraten wie folgt eingeteilt:
Generalinspekteur Generalmajor von Oebschelwitz für die Regimenter:
Generalinspekteur Generalmajor von Cerrini (ab 1808 von Dyherrn) für die Regimenter:
Die Generalinspektoren hatten die Gleichförmigkeit in der Uniformierung, Ausrüstung und Ausbildung sicherzustellen sowie die richtige Verwendung der ausgereichten staatlichen Mittel zu überwachen.
2.1 Der Etat eines Linien-Infanterie-Regiments
Das Regiment war die höchste feste Organisationsebene und setzte sich nach dem Militär-Verpflegungs-Reglement von 1805 (welches bis zum 01.05.1810 gültig war) wie folgt zusammen:
Beim Stab
Bei 10 Kompanien
Der Gesamtbestand eines Regimentes betrug 1.754 Mann.
Im Krieg und bei Revuen formierten die 24 Grenadier-Kompanien 6 Grenadier-Bataillone unter den Befehlen eines dazu ernannten Stabsoffiziers⁴.
Die bei den Regimentern noch angestellten Stabsfouriere, Büchsenmacher und -schäfter zählten auf den Etat der Kompanien und sind daher nicht gesondert ausgewiesen.
Die Pfeiffer⁵ stellten die eigentliche Regimentsmusik dar und waren in der Lage, verschiedene Instrumente zu spielen.
Nach den Verfügungen des Exerzierreglements von 1804⁶ und dem Unterricht der Scharfschützen von 1804⁷ stellte jede Kompanie 1 Unteroffizier und 10 Mann als Schützen ab. Der Etat der Regimentsschützen je Bataillon betrug:
Die Scharfschützen blieben in den Listen ihrer Kompanien als Gemeine stehen und hatten bei Musterungen etc. bei ihren Kompanien einzutreten.
Bereits für 1808 werden 12 Schützen (wohl 10 Schützen und 2 Reserveschützen) zzgl. des Schützenunteroffiziers beschrieben⁹ .
Von den Kompanien verblieben - in Abhängigkeit von den zu stellenden Wachen - rund 30 Mann im Dienst. Bei den Regimentern, die im turnusmäßigen Wechsel die Garnison von Dresden stellte, war die Zahl der Diensttuer weitaus höher, was mit Ausgleichszahlungen an die Kompanieinhaber ausgeglichen wurde. Bei der Beurlaubung wurden in erster Linie diejenigen berücksichtigt, die in der Lage waren, sich am Ort ihrer Beurlaubung zu ernähren.
2.2 Die mobilen Etats vom 01.09.1806
2.2.1 Der Etat eines mobilen Infanterie-Regiments
Der Feldetat für ein Linien-Infanterie-Regiment zu 2 Musketier-Bataillonen wurde bestimmt mit:
Bei 8 Kompanien
Das Regiment hatte eine Gesamtstärke von 1.293 Mann und 129 Pferden.
2.2.2 Der Etat eines mobilen Musketier-Bataillons
Bei 4 Kompanien
Das Bataillon hatte eine Gesamtstärke von 660 Mann und 61 Pferden.
2.2.3 Der Etat eines mobilen Grenadier-Bataillons
Bei zwei mobilen Grenadier-Kompanien eines Regiments
Dazu kamen bei den Grenadier-Kompanien des einen Regiments noch
bei den Kompanien des andern Regiment noch
Die Gesamtstärke eines Grenadier-Bataillons betrug 661 Mann und 61 Pferde.
2.3 Die mobilen Etats vom 01.04.1809
2.3.1 Der Etat eines mobilen Infanterie-Regiments
Der Feldetat für ein Linien-Infanterie-Regiment zu 2 Musketier-Bataillonen wurde bestimmt mit:
