Die Cousine aus Amerika: Dr. Norden Bestseller 323 – Arztroman
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Über dieses E-Book
Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration.
Dr. Daniel Norden kam mal wieder mit Verspätung nach Hause, aber damit hatte seine Frau Fee schon gerechnet. Das Wetter spielte verrückt. Frühlingshafte Temperaturen und dazu noch starker Föhn machten nicht nur den ohnehin schon Grippekranken zu schaffen, sondern riefen auch starke Kreislaufbeschwerden hervor. Man sah es Dr. Norden aber nicht an, daß er einen anstrengenden Tag hinter sich hatte, und Fee ahnte, daß etwas passiert war, das jede Müdigkeit vertrieben hatte. Er beschäftigte sich erst mit den Kindern, die ihre Erkältung gut überstanden hatten und einen guten Appetit zeigten. »Es soll kälter werden, und schneien soll es endlich auch«, sagte Danny mit deutlichem Mißtrauen. »Aber wenn dann wirklich richtiger Winter ist und schöner Schnee, müssen wir in die Schule gehen, und in den Ferien war Mistwetter.« Man nahm ihm den harten Ausdruck nicht übel, denn es stimmte ja. »Im Sommer ist es dann wieder genauso«, schloß sich auch Felix mürrisch an. »Wenn Ferien sind, regnet's, und wenn wir wieder in die Schule müssen, ist eine Bullenhitze.« »Bis zum Sommer dauert es noch lange«, sagte Anneka, »da brauchen wir uns nicht jetzt schon aufzuregen.« Die Zwillinge Jan und Désiree sagten nichts. Sie waren müde und wollten vom Papi zu Bett gebracht werden. Das ließ er sich auch nicht nehmen, denn leider wuchsen auch die beiden schnell heran, zu schnell, als daß er es richtig genießen konnte, wie sie sich von Tag zu Tag mehr entwickelten, wie sich ihr Wortschatz immer mehr vergrößerte und wie sie sich den drei Älteren gegenüber schon zu behaupten verstanden. Die »Großen«
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Die Cousine aus Amerika - Patricia Vandenberg
Dr. Norden Bestseller
– 323 –
Die Cousine aus Amerika
Patricia Vandenberg
Dr. Daniel Norden kam mal wieder mit Verspätung nach Hause, aber damit hatte seine Frau Fee schon gerechnet.
Das Wetter spielte verrückt. Frühlingshafte Temperaturen und dazu noch starker Föhn machten nicht nur den ohnehin schon Grippekranken zu schaffen, sondern riefen auch starke Kreislaufbeschwerden hervor.
Man sah es Dr. Norden aber nicht an, daß er einen anstrengenden Tag hinter sich hatte, und Fee ahnte, daß etwas passiert war, das jede Müdigkeit vertrieben hatte.
Er beschäftigte sich erst mit den Kindern, die ihre Erkältung gut überstanden hatten und einen guten Appetit zeigten.
»Es soll kälter werden, und schneien soll es endlich auch«, sagte Danny mit deutlichem Mißtrauen. »Aber wenn dann wirklich richtiger Winter ist und schöner Schnee, müssen wir in die Schule gehen, und in den Ferien war Mistwetter.«
Man nahm ihm den harten Ausdruck nicht übel, denn es stimmte ja.
»Im Sommer ist es dann wieder genauso«, schloß sich auch Felix mürrisch an. »Wenn Ferien sind, regnet’s, und wenn wir wieder in die Schule müssen, ist eine Bullenhitze.«
»Bis zum Sommer dauert es noch lange«, sagte Anneka, »da brauchen wir uns nicht jetzt schon aufzuregen.«
Die Zwillinge Jan und Désiree sagten nichts. Sie waren müde und wollten vom Papi zu Bett gebracht werden. Das ließ er sich auch nicht nehmen, denn leider wuchsen auch die beiden schnell heran, zu schnell, als daß er es richtig genießen konnte, wie sie sich von Tag zu Tag mehr entwickelten, wie sich ihr Wortschatz immer mehr vergrößerte und wie sie sich den drei Älteren gegenüber schon zu behaupten verstanden.
Die »Großen« waren rücksichtsvoll und gönnten ihren Eltern das Beisammensein. Sie gingen zu Lenni in die Küche, bekamen noch ihren Schlaftrunk und von den guten Plätzchen, die sie immer in Reserve hatte und gingen dann ganz brav in ihre Zimmer.
Lenni machte ihren Rundgang, schaute, ob alle Fenster geschlossen waren und stellte seufzend fest, daß es auch am Abend noch unnatürlich lau war.
Daniel konnte inzwischen seiner Frau schon berichten, was ihn so rege beschäftigte, daß er gar nicht müde wurde.
»Sabrina ist von der Hochzeitsreise zurück«, begann er.
Fee warf ihm einen skeptischen Blick zu. »Glücklich?« fragte sie.
»Gut, daß du sitzt, mein Schatz, da gibt es Neuigkeiten. Heute erschien nämlich Mater Donata bei mir.«
»Wer?« fragte Fee staunend.
»Henrietta von der Heiden, aber sie will nur noch Mater Donata genannt werden.«
»Sie war ja wohl schon immer eigenartig. Also wird sie ihr Leben im Kloster beschließen. Doch was wollte sie bei dir?«
»Meine Vermittlung in einer sehr delikaten Angelegenheit in Anspruch nehmen. Ich soll nämlich die Heirat von Mattern und Sabrina verhindern.«
»Da ist sie aber spät dran.«
»Sie war lange krank, lag im Koma, aber das weiß ich ja von Elena von der Heiden.«
»Und warum will sie die Heirat verhindert wissen?«
»Weil Dieter Mattern ein voreheliches Kind ihres Sohnes Gregor ist. Jedenfalls ist sie davon überzeugt, und Sabrina hat es mir bestätigt.«
Nun sah Fee ihn entsetzt an. »Sie weiß es und hat ihn geheiratet? Guter Gott…«
»Keine Sorge, mein Schatz, es ist keine Blutschande, da die Ehe nur auf dem Papier besteht, aber anscheinend verstehen sie sich geschwisterlich ausgezeichnet, und der Familienfrieden scheint nicht zu leiden. Aber wir werden morgen persönlich ganz ausführlich darüber sprechen, denn Sabrina und Dieter von der Heiden können noch mit anderen Neuigkeiten aufwarten. Sie haben in Amerika nämlich bisher unbekannte Verwandte entdeckt, beziehungsweise zufällig kennengelernt. So klein ist die Welt, Feelein.«
»Das wissen wir ja. Wir haben es doch schon öfter erlebt. Aber da bin ich nun wirklich gespannt, wie das weitergehen soll. Hast du der alten Dame gesagt, daß die Heirat schon stattgefunden hat?«
»Nein, sie sah sehr elend aus, und ich wollte nicht, daß sie in meiner Praxis der Herzschlag trifft.«
»Hat sie ihre Familie nicht aufgesucht?«
»Nein, sie ist doch schon ganz entfremdet, Mater Donata, aber vielleicht hat sie wirklich ein großes Unrecht begangen, das sie abbüßen will.«
»Wie meinst du das?«
»Sie sagte es, und ich glaube nicht, daß sie eine Schuld bekennen würde, die sie nicht zu verantworten hat.«
»Und was für eine Schuld ist das?«
»Das hat sie nicht gesagt, das weiß wohl nur ihr Beichtvater.«
»Immerhin wollte sie verhindern, daß Sabrina unglücklich wird.«
»Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergehen wird. Aber morgen werden wir es ja bestimmt erfahren.«
»Wir?«
»Ja, wir sind eingeladen zu einer kleinen Familienfeier im engsten Kreis. Die Kinder auch.«
»O Gott, das wird ein Auftrieb werden, da kann man doch gar keine ernsthaften Gespräche führen.«
»Lenni und Josefa werden sich um die Kinder kümmern, und das Haus ist groß genug. Jedenfalls sagt das Frau von der Heiden.«
Die Spannung war da, und neugierig durfte man in so einem Fall schon sein, aber das waren die von der Heidens auch, was diese amerikanische Verwandtschaft anbetraf.
»Du solltest doch mal mit Großmutter sprechen, Mama«, sagte Sabrina.
»Mir genügt noch der Schock vom letzten Mal, als ich ihr sagte, daß du Dieter heiraten wirst«, erwiderte Elena mit einem schweren Seufzer.
»Sie hat gewußt, daß wir denselben Vater haben«, meinte Sabrina sinnend, »sie hat es gewußt und geschwiegen. Wer weiß, was sie noch verschweigt. Und wenn wir uns nicht so gut mit Dieter verstehen würden, wäre durch das Schweigen ein großes Unheil verursacht worden.«
Florence setzte wieder ihre trotzige Miene auf. »Ihr seid offiziell verheiratet, wie wollt ihr da wieder herauskommen?« fragte sie heftig. »Ich finde es peinlich.«
»Überlaß es ruhig uns, Florri«, erwiderte Sabrina nachsichtig.
»Dieter hätte aber gleich sagen können, was wirklich los ist«, begehrte Florence auf.
»Du hast ja recht, Florri«, sagte Dieter ruhig, »aber es hätte Kurzschlußhandlungen geben können, so kurz nach Gregors Tod. Vielleicht hättet ihr mir sogar zum Vorwurf gemacht, ich hätte ihn so unter Druck gesetzt, daß ich letztlich schuld war an dem Infarkt. Und wie hätte Mama reagiert? Ich darf doch Mama sagen?«
»Natürlich darfst du«, erwiderte Elena. »Nehmen wir es doch so wie es ist, ohne Für und Wider. Das Leben kann reich an Überraschungen sein, und vielleicht stehen uns noch welche bevor, die viel gravierender sind, als Papas Jugendsünde.«
»Du nimmst es aber sehr gelassen, Mama«, sagte Dominic.
»Es kann sein Andenken für mich nicht schmälern. Wir waren sehr glücklich, und er war euch ein sehr guter Vater.«
»Was ich nicht sagen kann von meinem sogenannten Vater«, bemerkte Dieter bedächtig. »Vielleicht hätte ich es anders anfangen sollen, mit euch klarzukommen, aber wir verstehen uns doch, da täusche ich mich wohl nicht, wenn Florri auch einiges an mir auszusetzen hat.«
»Wir stünden vor dem Nichts, wenn du nicht gewesen wärest, Dieter«, erklärte Dominic. »Und schließlich ist es Matterns Geld, das uns vor dem Ruin bewahrt hat.«
»Du denkst immer nur an Geld und Erfolg«, warf ihm Florence vor. »Du hast wirklich große Ähnlichkeit mit Dieter.«
»Jetzt hörst du aber auf«, wies Sabrina die Jüngere zurecht. »Dieter ist ein großzügiger, selbstloser Mensch.«
»Übertreib nicht, Sabrina«, warf Dieter sofort ein.
»Ich habe dich so kennengelernt, und ich würde auch der Familie gern erzählen, wofür ich dich so bewundere. Aber wenn du es nicht willst, behalte ich es
