Warum die Sachsen-Anhalter nackt wandern und ihre "Tote Oma" lieben: Satirischer Wegweiser durch das Land der Frühaufsteher
Von Edith Jürgens
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Über dieses E-Book
Sachsen-Anhalt von innen nach außen kennenlernen, sich köstlich amüsieren und die Geschichte nebst Kultur aufnehmen.
Wie fühlt sich die Autorin Edith Jürgens mit nordischem Migrationshintergrund in Sachsen-Anhalt? Gewissenhaft studierte sie die liebevollen Einheimischen, entlarvte Marotten und Sonderbares. Mit Humor und Mutterwitz wurden die Erkenntnisse zu Papier gebracht. Augenzwinkernd sind Landschaften, die sich wie ein buntes Puzzles aus verschiedenen Revieren zusammenfügen, beschrieben. Nachdem die stattliche „Mauer“ von Bodo mit dem Bagger eingeschoben wurde, kam die große Harmonie über die Wiege der Kultur. Wie setzt sich das Konglomerat der Heimatberechtigten zusammen? Egal! Hauptsache ist es, das sich während der Verständigung mit der multikulturellen Bevölkerung keine Missverständnisse ergeben. Tatsache ist, dass es einige Bananenschalen von hiesigen Ausrutschern gibt.
„Pfiffige Storys mit Suchtfaktor und geballter Information für wissbegierige Touristen und neugierige Inländer“.
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Warum die Sachsen-Anhalter nackt wandern und ihre "Tote Oma" lieben - Edith Jürgens
Edith Jürgens
Warum die Sachsen-Anhalter nackt wandern und ihre tote Oma
lieben
Machtwortverlag
Impressum
Warum die Sachsen-Anhalter nackt
wandern und ihre Tote Oma
lieben
Copyright © 2015 Edith Jürgens
Alle Rechte vorbehalten
Edith Jürgens Kontakt:
www.rucksackbuch.de
ISBN: 978-3-96931-439-5
Verlag GD Publishing Ltd. & Co KG, Berlin
E-Book Distribution: XinXii
www.xinxii.com
logo_xinxiiDieser E-Book, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne Zustimmung des Autors nicht vervielfältigt, wieder verkauft oder weitergegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachsen-Anhalt. Wo der Wecker früher klingelt
2. Die Erde ist rund und ich geografisch mittendrauf
3. Geschichtliche Zeitreise und andere seltsame Begebenheiten
4. Ab durch die Mitte. Was man nicht kennt, muss erwandert werden
5. Burgen, Schlösser, Kirchen, Klöster
6. Was ist das? Still steht es mitten in der Natur
7. Im Frühtau zu Berge wir geh’n fallera, erobern Täler und Höhlen.
8. Verborgene Schätze liegen sicher
9. Mit allen Wassern gewaschen
10. Überall wo man hintritt Bevölkerung, bunt und multikulturell
11. Tierisches aus Sachsen-Anhalt
12. Meuchelmord, Selbstmord, Raubmord, gegen Tod ist kein Kraut gewachsen
13. Für Hackpfüffel ist man nie zu alt
14. Verständigung kann so auf die Nerven gehen
15. Was ist eigentlich Brauchtum?
16. Märchen und Sagenhaftes
17. Mystik nicht von dieser Welt
18. Es ist gut, dass es uns gab
19. Auswärtige Ernährung kommt prinzipiell gut an
20. Großgrüne Gartenträume
21. Von früh bis spät nur Kultur
22. Dem Mutigen gehört die Welt... und die Chaussee
23. Luthers Land
24. Die Sache mit der Beförderung
25. Sport frei!
26. Kunststücke
27. Bildungsraum Wald
28. Geht es mit der heimischen Evolution vorwärts?
29. Was wären wir ohne die anderen?
30. Jedem Land sein Lied (Regionalhymne Saxonia-Anhalt)
31. Hoheitszeichen
32. Humor ist, wenn man trotzdem lacht
33. Wetterverhältnisse
34. Siebeneinhalb Orte, die man nicht verpassen sollte
35. Last-Minute-Info: Tabelle Geschichte
Danksagung
Quellennachweis
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Autorin Frau Edith Jürgens ist von der Waterkante jetzt in unserem schönen Mittelgebirge – Harz angelandet und hat in unserem Luftkurort Friedrichsbrunn, Anker geworfen. Hoffentlich für immer.
Wenn man solche Veränderung vollzieht, ist es natürlich, dass man sich Gedanken um Land und Leute macht, und als Autorin im Besonderen.
Warum schreibt die Autorin ein Buch über Sachsen-Anhalt, über die Historie, Sehenswürdigkeiten und Gewohnheiten der Bürger?
Ist es möglich, dass eine »Zugehuckte« nach kurzer Eingewöhnungszeit Episoden über dieses für sie neue Bundesland treffend schreiben kann? Sollten das nicht »Eingeborene« machen?
Ich schlussfolgerte, dass es letztlich das ist, was wir wollen. Dass eine Zugezogene, jetzt hier beheimatet, über ihre Eindrücke zum Land Sachsen-Anhalt und deren Bewohner schreibt.
Was ist nennenswert, wie sieht sie uns?
Aus Gesprächen mit Frau Jürgens weiß ich, dass alle Geschichten akribisch recherchiert und sämtliche Handlungsorte aufgesucht wurden.
Ich bin ich genauso neugierig wie Sie als Leser/innen.
Darum begrüßen wir diese Neuerscheinung und wünschen dem Werk die gebührende Beachtung bei allen Freunden des Landes und besonders des Harzes.
Friedrichsbrunn, August 2015
Friedrich Jürgen Zehnpfund
Ortsbürgermeister
Friedrichsbrunn
1. Sachsen-Anhalt. Wo der Wecker früher klingelt
… wie heißt es eigentlich richtig? Bin ich jetzt Sachsen-Anhalter, Sachsen-Anhalterin oder Sachsen-Anhaltisch? Da wollen wir schnell im Lexikon nachschlagen: Historisch korrekt bestätigt von den hiesigen Landesbehörden bin ich seit einiger Zeit ein(e) Sachsen Anhalter(in). Somit bin ich von einer Niedersächsin zur Sachsen-Anhalterin geworden, oder besser gesagt von einem Fischkopf zum Frühaufsteher. Nicht, dass ich in meinem vorherigen Leben ewig geschlafen hätte. Nein, wir Küstenmenschen stehen ebenfalls früher auf, schauen jeden Morgen über den Deich, ob das Meer vom Betriebsausflug zurück ist. Ein nordisches Küstengewächs, mitten in das Herz der Bundesrepublik Deutschland, nach Sachsen-Anhalt, verpflanzt. In ein Binnenland, das sich wie ein buntes Puzzles aus verschiedenen Regionen zusammenfügt. Kann das ohne Hindernisse gut gehen? In eine fremde Gesellschaft zu integrieren, gewissermaßen als Neubürgerin mit norddeutschem Migrationshintergrund?
Am Anfang dieser Episode möchte ich gerne das Image der Küstenbewohner aufbügeln. Wir nordischen Menschen sind offenkundig seefest. Können zweieinhalb Kilometer gegen den Wind das Meer riechen. Obwohl dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr das Wetter am Küstensaum feucht ist, es häufig regnet und wir Wasser von allen Seiten ertragen, sind wir nicht suizidgefährdet. Sollte ein alter Baum wie ich, der über fünfzig Kalenderjahre sturmfest im Marschland gestanden hat, verpflanzt werden? Ich befinde mich in einem Zustand, wo mir nasse Füße am Meer nicht mehr gefallen. Zum Weiterwachsen habe ich mir einen regenärmeren Platz gesucht. Mein Altersruhesitz liegt, geschützt durch den höchsten Berg des Harzes, dem Brocken, in einem kleinen, gemütlichen Tal. Die Sache mit „Land unter" und gleichzeitig nasskalten Brisen ist hier kaum ein Thema. Es hat eindeutig geklappt mit der Ost-West-Fusion. Die nordische Geschichte wurde mir in die Wiege gelegt. Die Zivilisation dieses Bundeslandes gilt es noch aufzustöbern.
Sachsen-Anhalt – der Reiseverführer. Ein wahrer Herzensbrecher?
2. Die Erde ist rund und ich geografisch mittendrauf
Was hält tausende von Sachsen-Anhaltern und eine Norddeutsche in der Mitte unserer Republik? Was brauchen wir Germanen, um hierzulande nett zu wohnen? Sachsen-Anhalt gehört zu den geschichtsträchtigsten Bundesländern Deutschlands. Andere Erdstriche zeigen ihre Zuneigung, kuscheln liebevoll an die Landesgrenzen. Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen werfen einen Blick über die Grenzsteine. Sie schauen begehrlich auf die Altmark, das Burgenland, bewundern den Halberstädter und den Magdeburger Dom. Die Elbauen finde ich klasse, klar, Wasser in Sicht, knirschenden Sand unter den Füßen. Und nicht zuletzt die sagenumwobene Bergwildnis des Harzes. Als Flachlandtiroler war es nicht lustig, die mannigfachen Steigungen des Mittelgebirges zu erobern. Die Nordlichter sind historisch gesehen mehr auf horizontal hingestreckten Grasteppichen geprägt. Einmal flink den Deich empor geklettert und wir fühlen uns wie nach einer Besteigung der Zug- spitze. Schlickrutscher lieben abgeplattete Berge.
Mathematik und merkwürdige Zahlenabordnungen waren in der Schule nicht gerade mein Lieblingsfach. Die Turniere „Eckenrechnen nebst „Kopfrechnen
habe ich gerne ausgelassen. Wie es im Dasein spielt, begegneten mir in dem neuwertigem Bundesland diverse Zahlen. Dieses Imperium ist das achtgrößte Land in dem Gesamtstaat, bezogen auf Fläche und Bevölkerung. Das ist keine Story aus der Bildzeitung. Über zwanzigtausend Quadratkilometer Erdkruste umfasst das Areal mit rund zwei Millionen Einwohnern und einer norddeutschen Kutterjule. An erster Stelle stehen die nördlichen Gebiete des jungen Bundeslandes. Dünn besiedeltes Umland, vermutlich wegen der feuchten Winde in Küstennähe.
Die Völker sind an diesem Ort nicht absolut sesshaft. In den Untersuchungsgebieten Mitte und Süden des Reiches herrscht reges Gedränge. Hundertfünfzig Einwohner je Quadratmeter, alles rein statistisch gesehen. Wirft man ein Blick auf die traditionsreiche Landeshauptstadt Magdeburg, werden über zweihunderttausend Einwohner gezählt. Im Flachlandvergleich hieße das: Die nördlichen Gebiete Sachsen-Anhalts können locker mit den einsamen Marschen im Wurster Land verglichen werden. Auf jeder Wiese wohnen, über den Daumen gepeilt, zwei bis drei Schafe. Betrachten wir weiter südlich die bremischen Wiesen, versammeln sich komplette Herden von Schnucken auf den Koppeln.
Vollkommen fleißig geben sich die Städteplaner, wenn es um die Infrastruktur geht. Sie wurde verstärkt ausgebaut und obendrein mordsmäßig verbessert. Das ist super, falls mich das Heimweh packt. Ich bin, dank des engen Verkehrsnetzes und meiner heißen Rennsemmel, in Windeseile unterwegs um meine Freunde in den Nachbarländern zu besuchen. Ruck zuck sause ich an die Küste um frische Meeresluft zu schnuppern. Mindestens einmal im Leben sollte man sich, gerade als Nachfahrin eines Kapitäns, über den Horizont begeben, andere Ecken auf der Erdkugel besuchen. Jeden Tag heben von den Flughäfen Leipzig-Halle und Magdeburg Flieger in die weite Welt ab. Als seefestes Mädel bevorzuge ich eher Schifffahrtswege (Elbe, Saale, Mittellandkanal, Elbe-Havel-Kanal). Das Biosphärenreservat „Mittlere Elbe" glänzt mit großräumigen Naturschutzgebieten und der wichtigsten mitteleuropäischen Wasserstraße. Die Elbe ist die Hauptverbindung der Binnenschifffahrt zum Überseehafen Hamburg. Leider schiffen die Dampfer nicht an jeden Ort. Es heißt zuweilen: Eine Bahnfahrt ist lustig, quer durch die vielseitige Umwelt.
Die Umgebung bei uns am Wattenmeer ist dagegen flach. Man kann am Montag sehen, wenn Sonntag die Tante zu Besuch kommt. In Sachsen-Anhalt gibt es reichlich Abwechslung. Das Land streckt sich von der Altmark im Norden über die Magdeburger Börde bis nach Halle an der Saale. Die vielen Täler und Gebirge des Harzes, an denen man sich ständig die Nase an irgendwelchen Felsen stößt, breiten sich frech bis an die thüringischen- und niedersächsischen Grenzmarken aus. Die größte Stadt, an der Grenze zu Sachsen, ist der Ballungsraum rund um Halle. Hier geht es nicht ewig sauber und rein zu. Das Chemiedreieck ist wirtschaftlicher Schwerpunkt in der Region. Dagegen ist das Saale-Unstrut Gebiet ein wahres Paradies, ein sonniges Revier.
Im Osten, nicht weit östlich, heißen die Trockentäler „Rummeln". Während der Eiszeit wurden große Findlinge von links nach rechts geschoben. Mittendrin finden wir die drittgrößte Stadt Sachsen-Anhalts: Dessau-Roßlau. Zusätzlich die Lutherstadt Wittenberg und ein Teil des Flämings. Bei genauerer Betrachtung zieht Sachsen-Anhalt die totale Schau ab, fördert allerhand Geheimnisse zu Tage, die mir früher nicht aufgefallen sind. Naja, früher war auch eine große Mauer davor. Das hätte garantiert Terror gegeben, wäre ich locker vom Hocker rüber gemacht, um durch die Botanik zu latschen.
3. Geschichtliche Zeitreise und andere seltsame Begebenheiten
Es ergab sich zu der Zeit, meine Geburtsurkunde wurde gerade in Keilschrift ausgestellt, da existierte Sachsen-Anhalt für einen kurzen Moment, genauer gesagt von 1947 bis 1952. Nachdem der östliche Baumeister Bob die Mauer gebaut hatte, wurde das Land durch Verwaltungsreformen der Deutschen Demokratischen Republik aufgelöst. Erst nachdem alle Probleme ausgebügelt, die Mauer von Bodo mit dem Bagger eingeschoben wurde, kam die gefeierte Harmonie über uns. Als eines der brandneuen fünf Bundesländer mit der Hauptstadt Magdeburg, entstand 1990 Sachsen-Anhalt.
Weit zuvor, im Juli 1944, als die Pflichterfüllung herrschte, teilten fleißige Landesbeamte die vormalige Provinz Sachsen in verschiedene Regierungsbezirke, Distrikte und spärliche Enklaven ein. 1945 schlenderte die sowjetrussische Militäradministration über den hiesigen Mutterboden und erklärte den Gesamtraum zur Provinz Sachsen. Nach unzähligen Wodkagelagen wurde der Taufname nochmals überdacht und konsequent in Provinz Sachsen-Anhalt umgetauft. An diesem Punkt, ich setze voraus, dass der obere Abschnitt aufmerksam gelesen wurde, führe ich meine Auslegungen fort.
Sachsen-Anhalt stellt die Keimzelle der deutschen Geschichte und das Kernland der Ottonen mitsamt der ersten römisch-deutschen Kaiserdynastie dar. Es ist die Schaukelwiege des Protestantismus. Da lohnt es sich echt, sich einige Gedanken zu machen.
Wir drehen das Rad der Überlieferung eine halbe Ewigkeit zurück. In verflossenen Tagen, viele Jahre vor den letzten Jahren, hat obendrein noch viel früher der Sachsen-Anhalter Menschenschlag nachweislich mit Historie angefangen. In der Altsteinzeit nämlich, circa achttausend Lebenszeiten vor Christus. Wir Flachländer buddelten zu dieser Zeit nach wie vor im Watt, zählten die Würmer, sortierten diese nach Farbe und schippten nebenbei das Wasser weg. Diesseits beschäftigten sich sozio-kulturelle Wesen fristgemäß mit jagen plus sammeln. Obendrein wurden die Mammuts weggefangen. Kein Wunder das jene im Leben keine Chance bekamen die Nordsee zu sehen. Eines Tages hatten die Mammuts keine Lust mehr sich als leckere Steaks weggreifen zu lassen. Was nun? Die Chronik hängt, weil die Action fehlt, das Ende knallt dafür voll rein. Kurzum pflegten unsere prähistorischen Genossen bei festlichen Gelegenheiten unappetitliche Rituale. Verschiedene Kollegen der Urzeit opferten sich, um kannibalistisch verspeist zu werden. Nach dem Motto: Alle Leute sollen sterben, die das Essen uns verderben.
Die Wahrheiten der Vorzeit-Sachsen-Anhalter zogen sich tausende Jahrhunderte hin, powerten dann aber anschließend wahnsinnig los. Endlose Geduld in Sachen Häuslichkeit war gefragt. Die passenden Handwerker waren leider nicht so gewissenhaft und pünktlich wie in unserer heutigen Zeit. Grenzenlos waren die Eiszeitspezialisten kreativ, der Höhlenbau florierte. Steine entwickelten sich zu Gräbern und Faustkeilen. Mondäne Eigenheime aus Pfählen wurden nebst Burgwällen gezaubert. Tatsächlich hat seinerzeit, in der Trichterbecherkultur, die norddeutsche Gelassenheit gefehlt. Gerne wären wir Muschelschubser als Bündnispartner eingesprungen. Kurz in den nordischen Endmoränen nachgefragt, glatt hätten die Spaten geklappert. Bei „Lütt und Lütt" wäre man sich am Stammtisch locker näher gekommen. Die schnellen Elbgermanen breiteten sich pfeilgeschwind im Grünen aus. Aus heiterem Himmel verknüpften sich, im 5. Jahrhundert nach Christus, alle Cliquen, verwandelten sich zu Thüringer. Kurze Zeit herrschte Friede, Freude, Eierkuchen.
Was weiter folgte, ging in die Annalen der Geschichte ein und füllt bis heute dicke Wälzer. Adel, Adel nichts als Adel, eine feste Hierarchie aus Edelmännern, Freien, Halbfreien. Reine Noblesse. Stammten alle aus der gleichen Schublade: Raffgierig auf Kohle, mies zu den Untertanen.
Um Ordnung in das Chaos zu bekommen, schreiten wir in der Legende vorwärts und schieben gewandt eine Ladung Drama rüber.
Um 531 begann der Tag morgens und konnte nicht mehr gut werden. Getreu der Devise: Willst du dir den Tag versauen, musst du dich mit Feinden hauen. Merowingische Franken zerschlugen mit sächsischer Hilfe das Königreich Thüringen. Die warmherzigen Gäste kommen erfahrungsgemäß zwanglos, meinten slawische Kleinstämme. Sie kamen ungeniert zum Käffchen vorbei. Man soll den Morgen nicht vor dem Abend loben. Denn je später der Tag, umso schöner die Besucher, so brachten es die thüringischen Herzöge zum Ausdruck. Sie improvisierten in diesen Gefilden eine belanglose Stippvisite. Bevor ein ärgerliches Gewitter drohte, ließ man, nach einiger Zeit, die Gäste ziehen. Karl der Große hatte seinerzeit (768-814) die Solinger Klinge in der Hand. Er war der Meinung, alle Bewohner seiner Scholle müssten justament Christen werden, setzte Erwähntes höflich durch. Es sind die Erfahrungen mit Menschen, die das Leben trübsinnig machen. Kaiser Ludwig der Fromme kam missvergnügt über die Heimat geritten und errichtete stinkelingpief fünfunddreißig geschmackvolle Gotteshäuser. Da anno dazumal nicht überall eine Lebenseinstellung wie bei uns Küstensnackern herrschte, weltoffen und treu, rauften sich die Führerschaften über einhundertvierundvierzig Epochen die Haare. Echte Arbeit, wie wir Polaris es täglich vollziehen, tief stechen, weit schmeißen, entsprach diesseits einer altmodischen Form der Vermögensbildung. Der Landeskuchen wurde hinterlistig geteilt, sodass die anderen Regenten mit den verbliebenen Krümeln unzufrieden waren. Ist logisch, dass so etwas in die Hose geht.
Adel verpflichtet, Rache ist Blutwurst. So lauteten die Parolen des Ludolfinger Sachsenherzogs. Einst (918), der bescheidene Heinrich I. erhaschte lustige Singvögelchen am Schlossberg zu Quedlinburg, übergab ihn ein Bote die Nachricht des Herzogs, er solle bitte einen modernen Job annehmen. Das Stellenangebot König wäre zu besetzen. Flott geht es ab dort zu im Zeitbericht. Heinrich heirate Mathilde und schenkte ihr Magdeburg als Morgengabe. Sie spendierte ihm einen Stammhalter, der auf den schönen Namen Otto hörte. Der kurze Otto wuchs bannig wie der Blitz. Er wurde der „Erste" genannt, dieser hatte bei der Gründung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen seine Finger im Spiel. Otto kämpfte sich tapfer durch.
Nach Jahr und Tag war Sense mit Kriegszügen sowie Rudelkampf der Hiesigen. Die Rechnung von Eroberung und „Mein und Dein verwechseln" ging nicht mehr auf. Viele Slawen hatten endgültig die Nase voll von Freiheitsberaubung nebst Arrest. Sie prügelten zurück. Schlagen war im Grunde verboten, Wiederschlagen jedoch nicht. Ein echter Solidaritätszuschlag. Postwendend war Schluss mit deutscher Herrschaft.
Die Mädels lernten rasch, dass Macht nicht geschenkt wurde, sondern die Gemahlin musste sie sich nehmen. „Selbst ist die Frau, meinte eine zukunftsorientierte Dame von Welt. Theophanu, die Tochter eines byzantinischen Kaisers flüsterte ihrem Otto II. ins Ohr, er solle bitte im Jahre 973 die Leitung übernehmen. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
. Bedauerlicherweise starb der fleißige Kaiser (983) an Folgen der Malaria, er schaute sich fortan die Radieschen von unten an. Mit dem Ergebnis: Einhundertvierundsechzig Ewigkeiten regierte ausgedehnte Disharmonie. Gemeinsam mit seinen Reichsministern und Erzbischöfen zog Kaiser Barbarossa (1152) die Karre wieder aus dem Dreck. Bei Gelegenheit machte er sich vom Acker, wollte sein Rheuma in wärmeren Gefilden auskurieren, dabei seinen roten Bart waschen. Bedauerlicherweise ertrank er kurzatmig in Sichtweite der Stadt Seleucia im Fluss Saleph (Türkei). In der Praxis soll ein Bad im fließenden Gewässer gegen alle möglichen Krankheiten abhärten. Wäre Barbarossa hingegen an die Nordsee getrampt, hätte er gewiss Methusalems Alter erreicht. Das Ende vom Lied: Dreihundertdreiunddreißig Winter wurde endlos gegründet, gebaut, vergrößert, ausgedehnt. Mittendrin schwang Kaiser Karl IV. anno 1347 das Zepter. Damit bei Gelegenheit Recht und Ordnung in die Sippen kam, ließ Eike von Repkow seine Gehirnzellen rotieren, schrieb blitzschnell ein Rechtsbuch. Den Sachsenspiegel zum Mitnehmen. Doch was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Deshalb wurde weiter gemordet, gekämpft, belehnt, gemopst.
An ihrem Namen werdet ihr sie erkennen. Eine Hitliste der Fürsten, Herzöge, Kurfürsten, Markgrafen, Könige, Kaiser, die diese schönen Liegenschaften betreten haben. Nun die Spitzenreiter und der volle Infostand: Da hätten wir Otto, den Reichen. Er hatte ordentlich Zaster auf der hohen Kante. Zusätzlich war er reich an Erfahrung. Er schlenderte vierunddreißig Jahre durch die Kultur am Platze. Danach folgt Albrecht, der Stolze. Wer Stolz frühstückt mit Überfluss, speist zu Mittag mit der Armut, isst nach fünf Lenzen zu Abend mit der Schande. Ach, das tut uns leid! Der nächste ist Heinrich, der Fromme. Der fromme Wunsch Hoffnung hielt nicht länger als die Wirklichkeit. Wilhelm, der Einäugige. Anno Tobak gab es den Optiker noch nicht, wo Papa nichts zuzahlen muss. Georg, der Bärtige. Mit Ton angeben war erst nach neununddreißig Perioden der Bart ab. Friedrich, der Freudige. Heiter und beschwingt im Gemüt, hatte er ein gesundes Geblüt. Ferner haben wir den Anton, dessen
