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Reiseführer Fischland - Darss - Zingst: ...und das Recknitztal
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eBook229 Seiten1 Stunde

Reiseführer Fischland - Darss - Zingst: ...und das Recknitztal

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Über dieses E-Book

Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an der deutschen Ostseeküste bietet Bodden und Buchten, Steilküste und Sandstrände, eine einzigartige Tierwelt mit z.B. Rotwild und Kranichen sowie eine Anzahl sehenswerter Ostseebäder, die sich wie eine Perlenschnur von Graal-Müritz bis Zingst reihen. Der aktuelle Reiseführer zu einer vom Massentourismus bisher verschonten, wunderschönen Region Ostdeutschlands.
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum29. Mai 2015
ISBN9783782214544
Reiseführer Fischland - Darss - Zingst: ...und das Recknitztal

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    Buchvorschau

    Reiseführer Fischland - Darss - Zingst - Rolf Gruel

    EINLEITUNG

    Fischland-Darß-Zingst ist eine Halbinsel an der deutschen Ostseeküste, etwa 60 Kilometer lang und zwischen zwei und sieben Kilometern breit, an einigen schmalen Stellen sind es nur 250 Meter. Das Recknitztal erstreckt sich von Ribnitz-Damgarten aus etwa 42 Kilometer nach Süden und, wenn man die Barthe miteinbezieht, etwa 24 Kilometer nach Osten.

    Die ersten zehn Kilometer der Halbinsel, das Fischland, gehören seit alters her zu Mecklenburg, Darß und Zingst dagegen zu Pommern (siehe auch Seite 37, 105 f. und 115). Die historische Grenze verläuft quer durch die Gemeinde Ahrenshoop, markiert durch den Grenzweg. Hier sieht man: Der Kernort Ahrenshoop lag in Pommern, die Ortsteile Althagen und Niehagen in Mecklenburg.

    Wappen Mecklenburg

    Wappen Pommern

    Nach Süden verlief diese Grenze an der Recknitz entlang bis nach Bad Sülze. Seit der Kreisgebietsreform von 2011 gehört nun die gesamte Region Fischland-Darß-Zingst zum Landkreis Vorpommern-Rügen. An manchen Stellen gibt es Steilküsten, weithin dominieren schöne Sandstrände mit Dünen, dahinter liegen Strandseen und vermoorte Senken.

    Der Darß ist vor allem ein Waldgebiet, weniger dagegen Fischland und Zingst. Zusammen mit den Bodden und Buchten auf der Binnenseite der Halbinsel bietet sich überall ein abwechslungsreiches Bild. Kiefern, Buchen und Erlenbruch dominieren. Das Rotwild wird an vielen Stellen nicht mehr bejagt und ist dort manchmal auch am Tage und sogar in den Dünen zu sehen. In der Luft herrscht über Darß und Zingst der Seeadler, in dem Waldgebiet südlich der binnenseitigen Boddenküste und im Recknitztal der Schreiadler – ein Symboltier für die Pommern. Das Windwatt bei Pramort am Ostende der Halbinsel ist alljährlich im Herbst und Frühjahr Rastplatz für 40.000 Kraniche.

    Sommer auf Fischland-Darß-Zingst ist Erholung pur, in der belebenden Seeluft atmet man tief durch. Eine Perlenkette von Ostseebädern ist an der Küste von Graal-Müritz bis Zingst aufgereiht. Es kann ein spannender Teil des Urlaubs werden, ihre Besonderheiten zu erkennen und zu erleben. Natürlich haben auch alle anderen Orte der Urlaubsregion Fischland-Darß-Zingst ihre originäre Ausprägung und bieten dem Gast vielfältige Möglichkeiten zu einer aktiven Urlaubsgestaltung bis hin zum Seekajak-Fahren, angeboten von Darß-Tours (www.darsstour.de). Der Ostseestrand und die Boddenufer sind ein wahres Eldorado für Wasserratten. Reiten, Wandern, Segeln und Surfen stehen in den meisten Orten im Angebot.

    Radfahrer können ortsnahe Ausflüge (in allen Orten gibt es einen Fahrradverleih) oder anspruchsvolle Routen wählen:

    1.60-Kilometer-Route von Graal-Müritz bis Barth. Diese Route verläuft weithin auf dem Seedeich, führt ab Ahrenshoop durch den Darßwald oder über Born und Wieck nach Prerow. Weiter geht es über Zingst und die Meiningenbrücke bis Barth.

    2.Radwanderweg »Südliche Boddenküste« von Ribnitz bis Barth. Die Route ist ideal, um die Orte und die Landschaft des Saaler und des Bodstedter Boddens zu entdecken.

    3.Touren im Recknitztal: Broschüren des Tourismusvereins Recknitztal (siehe Seite 135).

    Auf Fischland-Darß-Zingst gibt es praktisch keine Steigungen, ebenso im Recknitztal. Ausgenommen sind Randmoränenhänge.

    1. Kultur: Dass neben Sport und Natur die Kultur nicht zu kurz kommt, zeigt die Zusammenstellung von 13 Museen der Region, die beim Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst (siehe Seite 135) sowie bei den Touristen-Informationsstellen erhältlich ist. Einige dieser Museen dokumentieren die Entwicklung der Seefahrt, die prägend für die Region gewesen ist.

    Vielerorts gibt es Sommerprogramme mit abwechselungsreichen Kulturveranstaltungen, oft mit renommierten Künstlern.

    2. Vor- und Nachsaison: Dass Vor- und Nachsaison ungeahnte Vorteile bieten, gilt in der Region Fischland-Darß-Zingst in ganz besonderer Weise. Dazu gehören die kulinarischen Wochen (von Mitte Oktober bis Mitte November; www.kulinarische-wochen.de).

    3. Barrierefreiheit: Auf barrierefreien Urlaub wird hier ein besonderes Augenmerk gelegt (www.barrierefrei.m-vp.de). In Zingst (siehe Seite 67) und in Ribnitz gibt es einen Rollstuhlverleih und Hilfe in allen orthopädietechnischen Angelegenheiten (Liebau-Orthopädietechnik, Ribnitz, Lange Straße 17 a, Tel. 03821-706434; OTS-Orthopädietechnik, Ribnitz, Braumeisterplatz 2 a, Tel. 03821-2545 – Sanitätsfachgeschäft Zingst, 038232-17980).

    ERDGESCHICHTLICHE HINWEISE

    Die Anfänge von Fischland-Darß-Zingst reichen, wie überall in Norddeutschland, bis in die Eiszeit. Es entstanden die aus Geschiebemergel bestehenden Grundmoränen und etwas weiter südlich bei Velgast auch einige Endmoränen. Bedeutsam für Fischland-Darß-Zingst ist aber, dass sich beim Abschmelzen des Eises vor etwa 12.000 Jahren auf weiten Flächen Schmelzwassersande ablagerten (Sander). Noch vor 9.000 Jahren lag der Meeresspiegel um acht Meter niedriger als heute. Durch seinen Anstieg wurden aus den höheren Moränenhügeln von Fischland und Zingst und dem Sanderkern des Altdarß Inseln.

    Das Wasser drang in die Vertiefungen ein. Der Wasseranstieg und die Abtragungs- und Transportarbeit von Brandung und Meeresströmung führten zu einer Küstenlinie, die um 1000 n. Chr. schon fast die heutige Form erreichte. Das geschah dadurch, dass sich zwischen den Resten der Inseln Nehrungen bildeten. Es entstand das uns heute vertraute Bild von Strand, Dünen und Waldstreifen. Dahinter liegen die Bodden mit ihrer vielfältig zerlappten Binnenküste. Sie erlebt eine stetige Neulandbildung durch Verschlickung und ausgedehntes Wachstum von Schilffeldern an den Uferrändern.

    Die Ufer- und Wasserwelt der Bodden ist ein biologisch höchst aktiver Lebensraum. Die windbedingt häufig wechselnden Wasserstände führen zu einer spezifischen Zwischenwelt ohne feste Grenze von Land und Wasser. In ihr bilden sich Salzwiesen und Salzmoore.

    VORGESCHICHTE: ALTE SPUREN

    Erste Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Steinzeit (siehe auch Seite 110/111). Aus der Zeit seit 8000 v. Chr. gibt es einzelne Funde von Feuersteinwerkzeug u. Ä. mit einer deutlichen Häufung in den Bereichen Wustrow, Althagen und Niehagen (siehe auch Seite 32, 89 und 90). Spuren von Siedlungsplätzen konnte man dort nicht finden. Die Menschen lebten noch lange als Nomaden. Sie wohnten in Zelten. Unterwasserarchäologen spürten aber unlängst vor der Küstenlinie steinzeitliche Wohnplätze auf. Den Übergang zu Ackerbau und Viehzucht um 2000 v. Chr. lassen keramische Funde und Ackerbaugerätschaften erkennen. Auch aus der Bronzezeit und der germanischen Eisenzeit (1000 v. Chr. bis etwa 500 n. Chr.) gibt es nur wenige Funde. Die Lebensbedingungen auf den verbliebenen, schmaler gewordenen Landstreifen waren ungünstig.

    INFO

    1168 eroberte Dänenkönig Waldemar I. die Tempelburg der Slawen auf Arkona. Laurus Tuxen hat die Schlussszene 1890 in einem Prunkgemälde dargestellt – es hängt im Schloss Frederiksborg, dem nationalhistorischen Museum in Kopenhagen. Dabei tritt Waldemar nur im Hintergrund auf. Sein Bischof Absalon bringt das Erreichte zum Ausdruck: Waldemar hat den dänischen Staat geeint und die Machtstellung des nordischen Landes durch den Brückenkopf an der südlichen Ostseeküste gefestigt. Waldemar I. gilt seitdem als Stammvater des dänischen Nationalstaats.

    Im 12. Jahrhundert endete die polnische Oberhoheit über Pommern, das Land wurde ein Lehen des Heiligen Römischen Reichs. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten die Schweden Pommern. Mit dem Friedensschluss 1648 kam Hinterpommern zu Brandenburg, Vorpommern zu Schweden. Als Ergebnis des Wiener Kongresses kam 1815 auch Vorpommern zu Preußen.

    MITTELALTER UND DEUTSCHE BESIEDLUNG

    Den Einbruch des Mittelalters markieren für Mecklenburg und damit für das Fischland und das Recknitztal spätestens der Sieg Heinrichs des Löwen über den Obotritenfürsten Niklot im Jahre 1160 bei der Burg Werle und die anschließende Christianisierung des Landes. Der sächsische Einfluss hatte einen Zustrom von deutschen Siedlern zur Folge. Durch diese Einwanderung und durch die Bekehrung der Slawen mittels Kirchenbau, Bildung der Pfarreien und Klostergründungen sowie durch die Herrschaft des Adels fand ein tiefgreifender Wandel statt, der ganz Mecklenburg prägte. Für den pommerschen Bereich, also für Darß und Zingst, verläuft die Entwicklung in ähnlicher Weise, allerdings mit der Variante, dass die landesherrliche Zuordnung mehrfach gewechselt hat. Die dänische Eroberung Rügens 1168 brachte im heutigen Nordvorpommern eine dänische

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