Über dieses E-Book
César Aira
César Aira, geboren 1949 in Coronel Pringles, veröffentlichte bisher über 80 Bücher: Romane, Novellen, Geschichten und Essays. Darüber hinaus übersetzt er aus dem Englischen, Französischen und Portugiesischen und lehrt an den Hochschulen von Rosario und Buenos Aires, wo er heute lebt. Aira gilt als einer der wichtigsten lateinamerikanischen Autoren der Gegenwart – und als ihr raffiniertester. Seine Texte überraschen durch Genresprünge, aberwitzige und riskante Erzählkonstruktionen und Plots. 2016 erhielt er den Premio Iberoamericano de Narrativa Manuel Rojas.
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Rezensionen für Die Schneiderin und der Wind
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Buchvorschau
Die Schneiderin und der Wind - César Aira
In den letzten Wochen, schon vor meiner Ankunft in Paris, war ich auf der Suche nach einer Handlung für den Roman, den ich schreiben will: ein Abenteuerroman, wo eins aufs andere folgt, einfallsreich und voller Wunder. Bis jetzt ist mir nichts eingefallen, nur den Titel habe ich seit Jahren im Kopf und klammere mich an ihn mit der Hartnäckigkeit der Leere: »Die Schneiderin und der Wind«. Die Heldin muss eine Schneiderin sein, aus der Zeit, als es noch Schneiderinnen gab … und der Wind ihr Gegenspieler, sie sesshaft, er unstet, oder umgekehrt; unstet die Kunst, festgefügt die Turbulenz. Sie das Abenteuer, er das Schnürchen, an dem alles abläuft … Es könnte irgendetwas sein, tatsächlich sollte es irgendetwas sein, irgendeine Laune oder alle zusammen, wenn eins sich ins andere zu verwandeln beginnt … Endlich einmal will ich mir alle Freiheiten erlauben, die unwahrscheinlichsten eingeschlossen … Wobei das Unwahrscheinlichste, muss ich zugeben, darin bestünde, dass dieses Programm funktioniert. Das Wehen der Einbildungskraft erfasst einen nur, wenn man es sich nicht, oder besser: wenn man sich das Gegenteil vorgenommen hat. Außerdem gilt es, eine gute Handlung zu finden.
Nun, vergangene Nacht, diesen Morgen, es dämmerte eben und ich schlief noch halb oder schlief tiefer, als ich dachte, fiel mir etwas ein, reichhaltig, vielschichtig, unerwartet. Nicht alles, nur der Anfang, aber es war genau, was ich brauchte, worauf ich gewartet hatte. Dass der Protagonist ein Mann war, störte nicht weiter, weil ich ihn zum Mann der Schneiderin machen konnte … Wie auch immer, als ich erwachte, hatte ich alles vergessen. Ich erinnerte mich nur, dass ich es gehabt hatte und dass es gut und schon wieder weg war. In solchen Fällen, das weiß ich aus Erfahrung, lohnt es nicht, sich das Hirn zu zermartern, weil nichts wiederkommt, weil es vielleicht nichts gibt, nie etwas gegeben hat, außer das vollkommen unbegründete Gefühl, dass doch etwas da war … Gleichwohl ist das Vergessen nicht vollständig; ein kleiner, vager Rest bleibt, von dem ich mir einbilde, ein Ende würde herausschauen, an dem ich ziehen und ziehen könnte … obwohl ich dann, um im Bild zu bleiben, wenn ich an diesem Faden zog, am Ende die Figur der Stickerei aufdröseln würde und mit einem blanken Faden zwischen den Fingern dastünde, der nichts bedeutete … Es geht um … Mal sehen, ob ich das in ein paar Sätzen sagen kann: Ein Mann hat eine sehr genaue und konkrete Vorahnung von drei, vier miteinander verknüpften Ereignissen, die in der unmittelbaren Zukunft geschehen werden. Keine Ereignisse, die ihm, sondern die drei, vier Nachbarn zustoßen werden, auf dem Land. Er setzt sich schleunigst in Bewegung, um seinen Wissensvorsprung zu nutzen: Eile tut not, denn die Wirkung des Tricks beruht darauf, rechtzeitig an den Punkt zu gelangen, an dem sich die Ereignisse überschneiden … Er läuft von einem Haus zum nächsten, wie eine Billardkugel im Zickzack durch die Pampa … Bis hierhin komme ich. Mehr sehe ich nicht … Was ich in der Tat am wenigsten sehe, ist die Romantauglichkeit der Sache. Ich bin sicher, dass jener irrsinnige Aufruhr in eine bewundernswerte, präzise Mechanik eingebunden war, welche, weiß ich nicht mehr. Das Codewort ist gelöscht. Oder ist es das, was ich mit meiner willentlichen Arbeit beisteuern muss? Wenn das stimmt, ist der Traum völlig nutzlos, und ich stehe wie zuvor mit leeren Händen da, oder schlimmer. Aber ich sträube mich, ihn aufzugeben, und bei diesem Sträuben fällt mir ein, dass es etwas anderes gibt, das ich aus den Trümmern des Vergessens retten könnte, und das ist eben das Vergessen selbst. Sich des Vergessens zu bemächtigen ist kaum mehr als eine Geste, aber eine, die hinsichtlich meiner Theorie der Literatur konsequent wäre, zumindest hinsichtlich meiner Verachtung der Erinnerung als Instrument des Schriftstellers. Das Vergessen ist viel reicher, viel freier, viel mächtiger … Und etwas davon musste an der Wurzel jenes Traumbildes vorhanden sein, denn die seriellen Prophetien, so zweifelhaft, so bar jeden Inhalts sie sind, scheinen alle auf einen Kulminationspunkt von Auflösung, Vergessen, reiner Wirklichkeit zuzusteuern. Auf ein multiples, unpersönliches Vergessen. In Klammern sei noch angemerkt, dass jenes besondere Vergessen, das die Träume auslöscht, sehr speziell und meinen Zielen überaus zuträglich ist, beruht es doch auf dem Zweifel an der realen Existenz dessen, woran wir uns erinnern sollen; ich vermute, dass wir in den meisten, wenn nicht in allen Fällen, etwas nur vergessen wähnen, was in Wirklichkeit nicht passiert ist. Wir haben gar nichts vergessen. Das Vergessen ist reine Empfindung.
Das Vergessen wird zur reinen Empfindung. Es lässt den Gegenstand fallen wie im Falle eines Verschwindens. Was dann fällt, in die schwerkraftlosen Strudel des Abenteuers, ist unser ganzes Leben, dieser Gegenstand der Vergangenheit.
In meinem Leben hat es wenig Abenteuer gegeben. Gar keins eigentlich. Ich kann mich an keines erinnern. Und ich halte das nicht für Zufall, so wie wenn einer nach reiflicher Überlegung erstaunt feststellt, dass er in diesem Jahr noch keinen einzigen Zwerg gesehen hat. Mein Leben muss die Form dieser Abwesenheit von Abenteuern haben, was bedauerlich ist, sicher wären sie eine gute Inspirationsquelle. Aber ich habe es mir so ausgesucht, und in Zukunft werde ich absichtlich so verfahren. Als ich vor ein paar Tagen, noch bevor ich aufbrach, nachdachte, kam ich zu dem Schluss, dass ich nie wieder reisen werde. Ich werde nicht auf Abenteuersuche gehen. Eigentlich bin ich nie gereist. Diese Reise kann, genau wie die vorige (als ich Das Weinen schrieb), zu Nichts werden, zu einem Schnörkel der Einbildungskraft. Wenn ich jetzt in den Cafés von Paris Die Schneiderin und der Wind schreibe, wie ich es mir vorgenommen habe, dann um den Prozess zu beschleunigen. Welchen Prozess? Einen, der keinen Namen, keine Form, keinen Inhalt hat. Auch keine Ergebnisse. Wenn er mir überleben hilft, dann so, wie ein kleines Geheimnis, ein Rätsel es hätte tun können. Ich glaube, es muss immer diesen irrlichternden Spannungspunkt geben, um einen Prozess in Gang zu halten. Aber am Ende wird nichts dabei herauskommen, auch am Anfang nicht, der Entschluss ist im Voraus gefasst: Ich werde nie wieder reisen. Plötzlich befinde ich mich in einem Café in Paris, schreibe, verleihe anachronistischen Entschlüssen Ausdruck, gefasst mitten im Herzen der Angst vor Abenteuern (in einem Café in Flores, meinem Viertel). Es könnte einer glatt glauben, er habe noch ein Leben, zusätzlich zu seinem eigenen, und logischerweise glauben, er habe es an einem anderen Ort, wo es auf ihn wartet. Aber er braucht nur ein einziges Mal die Probe zu machen, um festzustellen, dass dem nicht so ist. Es braucht nur eine Reise (ich habe zwei gemacht). Es gibt nur ein Leben, und das ist an seinem Platz. Trotzdem muss etwas passiert sein. Wenn ich geschrieben habe, dann nur, um Vergessen zwischen mich und mein Leben zu legen. Damit hatte ich Erfolg. Wenn eine Erinnerung auftaucht, bringt sie nichts mit, nur die Kombinatorik zwischen ihr und ihren negativen Überbleibseln. Dazu der Wirbel. Und ich. Irgendwie haben die Schneiderin und der Wind damit zu tun, sie passen am besten zu diesem seltsamen Treffen, fast würde ich sagen, sie allein sind ihm angemessen. Ich wollte, sie wären die reine Erfindung meiner Seele, jetzt, da man mir die Seele entfernt hat. Aber sie sind es ganz und gar nicht, könnten es gar nicht sein, denn sie sind von der Wirklichkeit, oder sagen wir, von der Vergangenheit infiziert. Ich errichte Barrieren, die ich mir riesig groß wünschte, um die Invasion aufzuhalten, obwohl ich weiß, dass ich auf verlorenem Posten stehe. Ich hatte kein abenteuerliches Leben, um mich nicht mit Erinnerungen zu belasten … Vielleicht ist es meine ganz persönliche Ansicht, aber ich empfinde ein unbezwingliches Misstrauen, wenn ich sagen höre, die Einbildungskraft werde schon alles richten.
»Die Einbildungskraft, diese wunderbare Fähigkeit, tut, wenn man ihr keine Zügel anlegt, nichts, als sich auf die Erinnerung zu stützen.
Die Erinnerung bringt gefühlte, gehörte oder gesehene Dinge ans Licht, ein bisschen so, wie den Wiederkäuern ein Grasklumpen hochkommt. Er mag gekaut sein, verdaut und verarbeitet ist er nicht.« (Boulez)
Es ist kein Zufall, sagte ich. Ich habe ein biografisches Motiv für meine Behauptungen. Meine erste Erfahrung, das erste jener Ereignisse, die Spuren hinterlassen, war ein Verschwinden. Ich muss acht oder neun gewesen sein und spielte mit meinem Freund Omar auf der Straße, als uns die Idee kam, auf einen leeren Lastwagenanhänger zu klettern, der an der Straße vor unseren Häusern parkte (wir waren Nachbarn). Die Ladefläche bildete ein riesiges Rechteck, zimmergroß, mit drei hohen hölzernen Seitenwänden und einer fehlenden vierten, der rückwärtigen. Sie war vollkommen leer und sauber. Wir spielten Angsteinjagen, was seltsam ist, weil Mittagszeit war, wir keine Masken, Verkleidungen oder dergleichen hatten und dieser Ort von allen, die wir uns hätten aussuchen können, der geometrischste und überschaubarste war. Es handelte sich um ein reines Psychologie- und Fantasiespiel. Ich weiß nicht, wie
