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Bist du schuldig?: Die neue Praxis Dr. Norden 55 – Arztserie
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Bist du schuldig?: Die neue Praxis Dr. Norden 55 – Arztserie
eBook110 Seiten1 StundeDie neue Praxis Dr. Norden

Bist du schuldig?: Die neue Praxis Dr. Norden 55 – Arztserie

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Über dieses E-Book

Die neue Praxis Dr. Norden - So war es nicht geplant, doch Dr. Danny Norden betrachtet es als Chance. Äußere Umstände zwingen ihn zu einem Neustart. Und diesen nimmt Danny tatkräftig in Angriff, auch, wenn er mit Abschied, Trennung, Wehmut verbunden ist. Dr. Danny Norden praktiziert jetzt in seiner neuen, modernen, bestens ausgestatteten Praxis. Mit Kompetenz, Feingefühl und Empathie geht er auf seine Patienten zu und schafft ein Klima, das die Genesung fördert: eben Dr. Danny Norden, wie er leibt und lebt, und er wird immer besser!

Daniel und Olivia hatten den Samstagvormittag zu einem ausgiebigen Einkaufsbummel in der Münchner Innenstadt genutzt. Oda und Vincent waren bei Ottilie und Hannes, und Ophelia verbrachte das Wochenende bei ihrer Freundin Emilia in Bergmoosbach. Nachdem sie eine Weile durch die Maximilianstraße spaziert waren, sich die Auslagen in den Schaufenstern der luxuriösen Geschäfte angesehen hatten, suchten sie in der Kaufingerstraße ein Geschäft für Kinderbekleidung auf, kauften ein rotes Kleidchen mit gelbem Blumenmuster für Oda, eine rote Latzhose mit einer Sonnenblume auf dem Brustteil für Vincent und neue Söckchen und T-Shirts für beide Kinder. Danach liefen sie noch über den Viktualienmarkt, nahmen am Stand eines Feinkosthändlers leckere Antipasti, Schafskäse und Baguette für das mit Ottilie und Hannes geplante Abendessen mit. »Darf ich die junge Dame noch zu einem Kaffee und einem Stück Himbeertorte einladen?«, fragte Daniel mit einem liebevollen Schmunzeln, als er und Olivia mit ihren Einkäufen den Marktplatz verließen. »Die junge Dame nimmt diese Einladung gern an«, antwortete Olivia lächelnd. »Also dann, gehen wir«, sagte Daniel und hakte sich bei Olivia unter. Das Café, das sie gern nach einem Stadtbummel aufsuchten, lag im Erdgeschoss eines der Häuser am Rande des Marktplatzes. Es war mit alten Tischen und Stühlen unterschiedlicher Stilrichtungen liebevoll eingerichtet, die dicken Regalbretter an den Wänden mit altem Spielzeug und Geschirr vom Flohmarkt dekoriert. Obwohl eigentlich gar nichts in diesem Raum zusammengehörte, erschien doch alles wie eine Einheit, weil jedes Möbelstück, jede Tasse, jeder Teller und jedes Spielzeug eine eigene Geschichte zu erzählen hatten. Leuchtend rote Kissen, weiße Decken auf den Tischen und der hausgemachte Kuchen hinter der Glasscheibe des Tresens sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Sie setzten sich an einen Tisch neben dem großen Fenster mit Blick auf den Viktualienmarkt. Daniel bestellte zwei Kaffee und zwei Stück von dem hausgemachten Himbeerkuchen, den sie immer bestellten, wenn sie das Café besuchten. »Ich genieße diese Stunden mit dir allein«, sagte Olivia und betrachtete Daniel mit einem zärtlichen Blick. »Mir tun sie auch gut«, entgegnete Daniel und streichelte sanft über Olivias Hand.
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum9. Juli 2024
ISBN9783989865976
Bist du schuldig?: Die neue Praxis Dr. Norden 55 – Arztserie

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    Buchvorschau

    Bist du schuldig? - Carmen von Lindenau

    Die neue Praxis Dr. Norden

    – 55 –

    Bist du schuldig?

    Unveröffentlichter Roman

    Carmen von Lindenau

    Daniel und Olivia hatten den Samstagvormittag zu einem ausgiebigen Einkaufsbummel in der Münchner Innenstadt genutzt. Oda und Vincent waren bei Ottilie und Hannes, und Ophelia verbrachte das Wochenende bei ihrer Freundin Emilia in Bergmoosbach. Nachdem sie eine Weile durch die Maximilianstraße spaziert waren, sich die Auslagen in den Schaufenstern der luxuriösen Geschäfte angesehen hatten, suchten sie in der Kaufingerstraße ein Geschäft für Kinderbekleidung auf, kauften ein rotes Kleidchen mit gelbem Blumenmuster für Oda, eine rote Latzhose mit einer Sonnenblume auf dem Brustteil für Vincent und neue Söckchen und T-Shirts für beide Kinder. Danach liefen sie noch über den Viktualienmarkt, nahmen am Stand eines Feinkosthändlers leckere Antipasti, Schafskäse und Baguette für das mit Ottilie und Hannes geplante Abendessen mit.

    »Darf ich die junge Dame noch zu einem Kaffee und einem Stück Himbeertorte einladen?«, fragte Daniel mit einem liebevollen Schmunzeln, als er und Olivia mit ihren Einkäufen den Marktplatz verließen.

    »Die junge Dame nimmt diese Einladung gern an«, antwortete Olivia lächelnd.

    »Also dann, gehen wir«, sagte Daniel und hakte sich bei Olivia unter.

    Das Café, das sie gern nach einem Stadtbummel aufsuchten, lag im Erdgeschoss eines der Häuser am Rande des Marktplatzes. Es war mit alten Tischen und Stühlen unterschiedlicher Stilrichtungen liebevoll eingerichtet, die dicken Regalbretter an den Wänden mit altem Spielzeug und Geschirr vom Flohmarkt dekoriert. Obwohl eigentlich gar nichts in diesem Raum zusammengehörte, erschien doch alles wie eine Einheit, weil jedes Möbelstück, jede Tasse, jeder Teller und jedes Spielzeug eine eigene Geschichte zu erzählen hatten. Leuchtend rote Kissen, weiße Decken auf den Tischen und der hausgemachte Kuchen hinter der Glasscheibe des Tresens sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Sie setzten sich an einen Tisch neben dem großen Fenster mit Blick auf den Viktualienmarkt. Daniel bestellte zwei Kaffee und zwei Stück von dem hausgemachten Himbeerkuchen, den sie immer bestellten, wenn sie das Café besuchten.

    »Ich genieße diese Stunden mit dir allein«, sagte Olivia und betrachtete Daniel mit einem zärtlichen Blick.

    »Mir tun sie auch gut«, entgegnete Daniel und streichelte sanft über Olivias Hand. »Aber nach ein paar Stunden …«

    »…vermissen wir unsere Kinder«, vervollständigte Olivia seinen Satz.

    »Das wollte ich sagen.«

    »Womit du auch absolut recht hast«, stimmte Olivia ihm zu.

    »Daniel? Daniel Norden?«, wandte sich der Mann Daniel erstaunt zu, der aus dem hinteren Teil des Cafés kam und auf dem Weg zum Ausgang an ihrem Tisch vorbeilief. Der dunkelhaarige Mann in der hellen Jeans und dem hellblauen Hemd hatte eine Filmkamera in der Hand und war in Daniels Alter.

    »Paul?«, fragte Daniel, als er den Mann anschaute.

    »Richtig«, antwortete der Mann.

    »Olivia, das ist Paul, wir sind zusammen zur Schule gegangen«, stellte Daniel Paul seiner Frau vor.

    »Freut mich, Paul, ich bin Olivia«, sagte sie und reichte ihm die Hand.

    »Setz dich doch einen Augenblick zu uns. Oder hast du es sehr eilig?«, fragte Daniel seinen alten Schulfreund.

    »Ein paar Minuten habe ich noch«, sagte Paul und setzte sich auf den Stuhl neben Daniel.

    »Ich habe gehört, dass du eine Dänin geheiratet hast und in Kopenhagen lebst. Besitzt du inzwischen die dänische Staatsangehörigkeit?«, fragte Daniel.

    »Nein, darum habe ich mich nie bemüht, es ging auch so, und seit dem Tod meiner Frau lebe ich wieder in München.«

    »Dem Tod deiner Frau? Was ist passiert?«, fragte Daniel mitfühlend.

    »Sie kam vor drei Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben«, antwortete Paul leise.

    »Das tut mir sehr leid.«

    »Mein Mitgefühl«, sagte Olivia.

    »Sie war mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Drogerie, um Windeln für Cecilia zu holen. Der Fahrer eines Kleintransporters hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, nachdem ihm ein Reifen geplatzt war. Er konnte ihr nicht mehr ausweichen.«

    »Cecilia ist eure Tochter?«, fragte Daniel.

    »Sie war damals gerade sechs Wochen alt. Sie wird sich niemals an ihre Mutter erinnern.«

    »Du kannst ihr von ihr erzählen und sie in ihrer Erinnerung lebendig werden lassen.«

    »Das mache ich, und wir besuchen auch so oft wie möglich ihre Großeltern in Dänemark. In ihrem Haus gibt es einen Raum, ein kleines Museum, in dem sie einige von Kirstins Tierskulpturen aufbewahren. Kirstin war Bildhauerin. Cecilia liebt diesen Raum, sie scheint sich ihrer Mama dort ganz nah zu fühlen.«

    »Wo habt ihr euch kennengelernt, Kirstin und du?«

    »Wir sind uns auf Spitzbergen zum ersten Mal begegnet. Ich wollte Eisbären filmen, und sie wollte diese Tiere in der Natur erleben, bevor sie Skulpturen von ihnen anfertigte.«

    »Dann warst du auf der Filmhochschule, so wie du es damals nach dem Abitur geplant hattest.«

    »Ich wollte schon als kleiner Junge Tierfilmer werden und diesen Traum habe ich mir erfüllt. Inzwischen drehe ich Dokumentarfilme, meistens Tierdokumentationen für das Fernsehen.«

    »Wir sehen uns häufiger Tierdokumentation an. Deinen Namen habe ich noch nicht im Abspann gelesen.«

    »Du musst nach Paul Carlson suchen. Ich habe den Namen meiner Frau angenommen.«

    »Alles klar«, entgegnete Daniel lächelnd.

    »Wo ist Ihre Tochter, wenn Sie zu den Aufnahmen fahren?«, fragte Olivia.

    »Cecilia und ich leben hier in München im Haus meiner Eltern. Das erschien mir als die beste Lösung nach Kirstins Tod. Ihre Eltern sind Journalisten und auch oft unterwegs. Meine Eltern waren beide Lehrer und sind inzwischen in Pension. Bei ihnen ist Cecilia gut aufgehoben, wenn ich unterwegs bin.«

    »Das heißt, du bist nicht wieder liiert?«, fragte Daniel.

    »Nein, nicht wirklich, es gibt da zwar eine Frau, aber egal, lassen wir das. Wie ist es mit euch, habt ihr Kinder?«

    »Wir haben Zwillinge, und die haben eine wunderbare große Schwester«, sagte Daniel und erzählte Paul von Ophelia, Oda und Vincent.

    »Das klingt nach einer Familie, in der Kinder gern aufwachsen«, sagte Paul, nachdem er Daniel zugehört hatte.

    »Ich gehe davon aus, dass auch deine Tochter ein wunderbares Zuhause hat«, entgegnete Daniel.

    »Ihr geht es gut, ohne Zweifel«, stimmte Paul ihm zu, schien dabei aber ein bisschen nachdenklich, so als wäre er doch nicht ganz so zufrieden mit Cecilias Zuhause.

    »Was ist mit dir?«, fragte Daniel besorgt, als Paul sich plötzlich an die Stirn fasste und für einen Augenblick die Augen schloss.

    »Alles gut, ich bin nur ein bisschen müde. Ich habe im Moment viel zu tun, versuche aber trotzdem auch Zeit mit Cecilia zu verbringen. Egal, ich will euch nichts vorjammern. Ich muss dann auch los. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag. Vielleicht sehen wir uns bald mal wieder«, verabschiedete sich Paul von Olivia und Daniel.

    »Jederzeit, melde dich einfach«, sagte Daniel und gab ihm eine seiner privaten Visitenkarten mit seiner Handynummer.

    »Das mache ich«, entgegnete Paul und steckte die Visitenkarte in eine Hosentasche. Er nickte den beiden noch einmal zu und verließ das Café.

    »Irgendetwas quält ihn«, stellte Olivia fest, während sie Paul nachschaute, wie er die Straße entlanglief.

    »Er hat vielleicht

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