Über dieses E-Book
Die extravagante Modedesignerin Joanna ist absolut nicht Marcus Barlows Typ. Doch aus rätselhaften Gründen fasziniert ausgerechnet sie den konservativen Geschäftsmann mehr als jede Frau zuvor. Bei ihrer Ausstellung in seiner Galerie kommt er ihr gegen jede Vernunft näher …
Patricia Kay
Patricia Kay hat bis heute über 45 Romane geschrieben, von denen mehrere auf der renommierten Bestsellerliste von USA Today gelandet sind. Ihre Karriere als Autorin begann, als sie 1990 ihr erstes Manuskript verkaufte. Inzwischen haben ihre Bücher eine Gesamtauflage von vier Millionen Exemplaren in 18 verschiedenen Ländern erreicht! Patricia ist die älteste von vier Schwestern und stammt aus dem amerikanischen Bundesstaat Ohio. Sie ist viel gereist und hat unter anderem in New York State, Kalifornien und Schweden gelebt, bevor sie und ihr Mann sich endgültig in Texas niederließen. Sie haben drei erwachsende Kinder und drei Enkelkinder. Ihre größten Hobbys sind Lesen und der Besuch von Musicals, vorzugsweise direkt am Broadway in New York.
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Buchvorschau
Nur du bist meine Welt - Patricia Kay
IMPRESSUM
Nur du bist meine Welt erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2013 by Patricia A. Kay
Originaltitel: „Holiday by Design"
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BIANCA EXTRA
Band 75 - 2019 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg
Übersetzung: Stephanie Thoma-Kellner
Umschlagsmotive: GettyImages_Khosrork_prezent_Tetiana Garkusha
Veröffentlicht im ePub Format in 09/2020 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733719265
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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BACCARA, BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, TIFFANY
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1. KAPITEL
„Happy Birthday, liebe Joanna … Happy Birthday to youuu."
Alle Spinellis erhoben ihre Gläser, und Joanna lächelte. Hoffentlich sah man ihr nicht an, dass das Lächeln nicht von Herzen kam.
Dreißig Jahre.
Jetzt war sie dreißig Jahre alt. Anstatt an diesem Punkt inmitten einer erfolgreichen Karriere als Modedesignerin zu stehen, mit dem Mann ihrer Träume verheiratet und – mindestens – mit ihrem ersten Kind schwanger zu sein, kämpfte sie immer noch beruflich um Anerkennung und arbeitete immer noch als Assistentin, und zwar für ihren Ex, der sie vor weniger als zwei Wochen abserviert hatte.
Und um alles auf die Spitze zu treiben, hatte sie heute Abend nicht einmal ein Date. Doch ihre Familie konnte ja nichts für ihren jämmerlichen Zustand, also hatte sie sich angestrengt, um fröhlich und glücklich zu wirken. Und ihre Familie hatte sich weiß Gott um das Geburtstagskind bemüht. Ihre Mutter hatte Joanna einen wunderschönen überdimensionalen dunkelroten Kaschmirschal gestrickt – perfekt für das kühle Herbstwetter von Seattle. Ihr Dad war seiner einzigen Tochter gegenüber immer großzügig und hatte ihr einen Gutschein im Wert von über hundert Dollar geschenkt. Und ihre vier Brüder hatten tatsächlich zusammengelegt, um ein iPad zu kaufen.
Ganz ehrlich, sie konnte es immer noch kaum fassen, dass ihre Brüder ihr dieses Geschenk gemacht hatten. Sie konnte es kaum erwarten, sich ein paar Design-Apps herunterzuladen. Jetzt konnte sie von überall arbeiten, ohne ihren Laptop mit sich herumschleppen zu müssen.
Dann war da noch Granny Carmela, die Mutter ihres Vaters, die fünfhundert Dollar in ihre Geburtstagskarte gesteckt hatte. Granny ist wirklich ein Schatz, dachte Joanna, als sie ihre sechsundachtzigjährige Großmutter noch einmal fest umarmte. Wenn fünfhundert Dollar nur Joannas finanzielle Probleme lösen könnten … Aber das war eine andere Geschichte, an die Joanna heute nicht einmal denken wollte.
„Wer will ein Stück Kuchen?", fragte ihre Mutter und lächelte erwartungsvoll.
„Auch zwei", sagte Tony, Joannas ältester Bruder.
„Tony!", warnte ihn seine Frau. Sharon warf einen vielsagenden Blick auf seine Gürtellinie.
„Ich weiß, ich weiß. Er grinste. „Morgen verhalte ich mich ganz brav. Versprochen.
Alle lachten. Tonys Versprechungen, was Essen anging, waren selten ernst gemeint und wurden ebenso wenig gehalten.
Nach dem Kuchenessen und ihrem Lieblingseis beschloss Joanna, dass sie ihre familiären Verpflichtungen erfüllt hatte.
„Oh, Liebling, ich habe gedacht, du bleibst über Nacht?!", protestierte ihre Mutter.
„Geht nicht, Mom. Ich muss morgen früh raus."
„Aber Liebling … Morgen ist doch Donnerstag. Da hast du frei!"
Joanna hatte eine Abmachung mit ihrem Ex, der immer noch ihr Boss war. Sie arbeitete nur vier Tage in der Woche und bekam dennoch nicht nur ein gutes Gehalt, sondern auch alle Sozialleistungen. „Ja, aber …"
„Ann Marie, setz dem Mädchen nicht so zu", sagte Joannas Vater.
„Aber Tony, sie hat doch frei, und da habe ich gedacht, wir könnten …"
„Ich wollte nur sagen, dass ich unbedingt an meiner Kollektion weiterarbeiten muss", unterbrach Joanna ihre Mutter. Sie musste mindestens zwölf Entwürfe vorzeigen können, vielleicht sogar mehr – natürlich nur, falls sie überhaupt eine Präsentationsmöglichkeit auftun konnte. Im Augenblick hatte sie nur neun Skizzen fertig und gerade erst mit der zehnten angefangen. Wenn es ihr nicht gelang, mehr Geld aufzutreiben – die geschenkten fünfhundert Dollar reichten kaum, um ein Drittel der Schulden auf ihrem Kreditkartenkonto zu tilgen –, dann war sie sowieso am Ende.
Joanna zwang sich, diese trübseligen Gedanken zu verscheuchen. Stattdessen lächelte sie, während sie sich verabschiedete und ihre Geschenke einsammelte. Die Fahrt vom Haus ihrer Eltern in Georgetown zu ihrem kleinen Apartment in Tremont dauerte nur zwanzig Minuten.
Trotzdem war es Mitternacht, als sie sich ins Bett fallen ließ – genauer gesagt, auf ihr Sofa. Als ihr Wecker um sechs Uhr morgens losging, stöhnte sie. Die Versuchung war groß, ihn auszuschalten und weiterzuschlafen. Tabitha, ihre zehn Jahre alte Katze, sah das offensichtlich genauso, denn sie kuschelte sich zusammen und schloss noch einmal die Augen.
Immer noch schlaftrunken stolperte Joanna zu ihrer winzigen Küchenzeile und stellte die Kaffeemaschine an. Nachdem sie Tabithas Futterschale gefüllt und frisches Wasser hingestellt hatte, duschte sich Joanna. Eine Stunde später war sie angezogen. In Jeans und einem warmen Sweatshirt ging sie ins Wohnzimmer und zu ihrem Arbeitstisch, wo ein wunderschönes Stück meergrüner Samt auf sie wartete.
Joanna trank ihren Kaffee und lächelte. Sie hatte zwar früh aufstehen müssen, aber es war großartig, den ganzen Tag vor sich zu haben, um an ihren Entwürfen zu arbeiten. Dann war sie eben dreißig Jahre alt geworden und hatte ihre Ziele noch nicht erreicht – na und? Dreißig war nicht das Ende der Fahnenstange. Je nachdem, wie sie darüber nachdachte, waren dreißig Jahre eher ein Anfang. Und wenn ihr demnächst das Geld komplett ausging? Dann würde sie das irgendwie schon hinbekommen. Sie schaffte es schon immer irgendwie. Ihre Eltern hatte sie noch nie um Geld gebeten. Auch wenn sie bei Gott schon oft daran gedacht hatte, doch ihre Eltern waren eben nicht reich und sie wurden älter. Sie hatten genug für Joanna getan, indem sie ihr geholfen hatten, das College und die Kunstschule zu finanzieren.
Bald war sie in die Gestaltung ihres neuen Entwurfs vertieft. Die Stunden verflogen. Erst als ihr Magen knurrte, hörte sie auf zu arbeiten. Sie warf einen Blick auf die Uhr und bemerkte überrascht, dass es schon fast drei Uhr nachmittags war. In ihrem Kühlschrank fand sich Thunfischsalat, der noch gut roch, also bereitete sie sich ein Sandwich zu und nahm sich noch einen Apfel. Dann ging sie zurück zu ihrer Schneiderpuppe, an der der Samtstoff leider nicht so fiel, wie sie es sich erhofft hatte.
Vielleicht war der Samtstoff als Material der Fehler. Für diese Kollektion hatte sie sich entschieden, mit leichteren, elastischeren Stoffen zu arbeiten – mit Chiffon, Seide, Spitze und Ähnlichem. Samt verlangte geradezu danach, zu einem bodenlangen Abendkleid verarbeitet zu werden.
Sie hatte ihren Lunch zur Hälfte gegessen, als ihr Handy klingelte. Der Klingelton sagte ihr, dass der Anruf von Georgie Prince kam, ihrer allerbesten Freundin.
„Hey, mein Mädchen", sagte Georgie.
„Hey." Weil sie wusste, dass ein Anruf von Georgie immer mindestens eine halbe Stunde dauerte, setzte sich Joanna auf einen Küchenstuhl und legte die Füße auf den anderen.
„Was machst du heute so?", fragte Georgie.
„Ich arbeite an dem neuen Entwurf."
„Den du mir gemailt hast?"
„Jawohl."
„Oh, Joanna, der ist wunderschön. Weißt du, ich wünschte, du würdest dieses Kleid für mich machen. Es wäre perfekt für die Feiertage. Zach und ich müssen auf ein paar Partys, und ich würde das Kleid so gerne zu mindestens einer davon anziehen."
Joanna setzte sich auf. „Ehrlich?! Das meinst du ernst?"
„Auf jeden Fall. Ich wäre hin und weg."
„Ich würde es liebend gerne für dich machen. Wie bald brauchst du es denn?"
„Mitte November. Geht das?"
„Klar, dafür sorge ich schon."
„Also, wie war die Party gestern Abend?"
Joanna seufzte. „Schön."
„Oh, so hörst du dich aber nicht wirklich an."
„Nein, es war wirklich okay. Die Jungs haben mir ein iPad geschenkt. Und meine Mom hat mir den schönsten Kaschmirschal gestrickt, den du dir nur vorstellen kannst." Joannas Mutter hatte vor Kurzem den Laden ihres langjährigen Arbeitgebers übernommen und war jetzt stolze Eigentümerin eines kleinen Wollgeschäfts.
„Rot?"
Joanna lachte. „Ja, dunkelrot."
„Deine Mutter gibt wohl nie auf, was?"
Damit bezog sich Georgie auf die Tatsache, dass Joanna am liebsten Schwarz trug. Sogar heute waren ihre Jeans schwarz und ihr Sweatshirt auch.
„Sie denkt eben immer noch, dass sie mich ändern kann", sagte Joanna.
„Ach, genau wie meine Mom", meinte Georgie.
Joanna sagte lieber nicht, was sie dachte, nämlich, dass Georgie sich durchaus geändert hatte – ganz im Gegensatz zu Joanna. Sie war eben so, wie sie war. Ganz egal, wer immer auch sie lieber anders hätte.
„Also, geht’s dir jetzt besser, was die große Drei-null angeht?", fragte Georgie.
„Ja. Ich habe beschlossen, dass ich kein Problem damit habe, dreißig zu sein. Doch sobald sie es ausgesprochen hatte, wusste Joanna, dass ihre Bemühungen nicht mehr wirkten und sie sich selbst nicht aufmuntern konnte. „Ich wünschte nur, ich hätte irgendetwas, worauf ich mich richtig freuen könnte
, fügte sie in einem plötzlichen Anfall von Ehrlichkeit hinzu. Das würde sie außer Georgie niemandem sonst eingestehen.
„Ach, hör doch auf. Du kannst dich noch auf dein ganzes Leben freuen!"
„Ja klar, das sagt die Frau, die schon eine fantastische Karriere vorzuweisen hat. Nicht zu vergessen einen echten Traumprinzen als Mann." Joanna verabscheute den neidischen Unterton in ihrer Stimme, denn sie freute sich aufrichtig für ihre beste Freundin.
„Du wirst fantastischen Erfolg haben, und deine Karriere wird noch viel aufregender als meine, sagte Georgie, „und was den perfekten Mann angeht, das kommt schon noch – wahrscheinlich, wenn du es am allerwenigsten erwartest.
„Ja, ja, schon klar. Ich bin sicher, du hast recht. Ich schätze, ich bin momentan einfach kaputt und entmutigt."
„Warst du bei Pacific Savings, wie ich dir geraten habe?", fragte Georgie.
„Erst gestern in der Mittagspause. Und ich habe das fünfzehnte ‚Nein‘ in ebenso vielen Tagen kassiert."
Georgie schwieg einen Augenblick. Dann sagte sie: „Vielleicht könnte ich Harry dazu bringen, bei denen anzurufen."
„Nein! Wag es bloß nicht." Joanna hatte immer noch ihren Stolz. Harry Hunt, Seattles legendärer Millionär, der vor Kurzem Georgies Mutter geheiratet hatte, kannte sie nicht einmal persönlich. Na ja, er wusste vielleicht, dass sie mit Georgie gut befreundet war. Aber abgesehen davon war sie eine Fremde für ihn. Wenn Joanna ihren eigenen Vater schon nicht um Hilfe bitten würde, dann würde sie
