Wohnungslos – Umgang mit Exklusion
Von Marion Ludwig
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Über dieses E-Book
Fachpersonen, die wohnungslose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen beraten und unterstützen, benötigen in diesen Arbeitskontexten spezielle Kompetenzen und adäquate Handlungsansätze. Marion Ludwig erläutert den Aspekt der Wohnungslosigkeit und Begriffe wie Wohnungsnotfall, Exklusion, psychische Störung und Behinderung und ergänzt sie um einen systemischen Blickwinkel.
Das Buch gibt Einblicke in Lebensgeschichten von Menschen, die "von vorn beginnen". Fallbeispiele veranschaulichen eine systemische Arbeitsweise, die den Fokus auf das Empowerment der Klienten legt. Rechtliche Grundlagen und organisatorische Rahmenbedingungen der Eingliederungshilfe werden praktisch erläutert, ebenso wie Methoden, um Verhaltensweisen und Kommunikationsstrukturen von Klienten zu reflektieren. Die Lesenden erfahren etwas über die Bedeutung von Frustration, Selbstvorwürfen und Depression im Kontext finanzieller Abhängigkeit, wie auch über die Notwendigkeit einer kontextbezogenen Ressourcenorientierung. Welche Bedingungen Erfolg versprechend sind und der Exklusion der Klienten entgegenwirken, führt die Autorin ebenso auf wie die Chancen, die die systemische Körperpsychotherapie im Rahmen einer längerfristigen Begleitung von wohnungslosen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bietet, zurück.
Marion Ludwig
Marion Ludwig, Diplom-Sozialarbeiterin, Sozialpädagogin, Systemische (Familien-)Therapeutin (DGSF), ist seit 15 Jahren in verschiedenen Einrichtungen und Positionen beim selben Träger der Wohnungslosen- und Eingliederungshilfe tätig. Sie leistet systemische Beratung im Rahmen der Eingliederungshilfe in einem ambulanten Wohnverbund der Eingliederungshilfe für wohnungslose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Zusätzlich gibt sie sozialpädagogische Beratung und Begleitung im Rahmen desselben Wohnverbundes.
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Rezensionen für Wohnungslos – Umgang mit Exklusion
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Buchvorschau
Wohnungslos – Umgang mit Exklusion - Marion Ludwig
I
Der Kontext
1Lebenssituation wohnungsloser, psychisch beeinträchtigter Menschen in der Berliner Wohnungslosen- und Eingliederungshilfe
Als ich vor 15 Jahren als studentische Nachtbereitschaft in einer Notübernachtung für obdachlose Männer in den ersten Kontakt mit wohnungslosen Menschen kam, wurde schnell deutlich, dass Wohnungslosigkeit und psychische Störung oft zusammenhängen.
Viele von uns haben Begriffe wie »Obdachloser« oder gar »Penner« im Sinn, wenn von wohnungslosen Menschen die Rede ist. Solche Stigmatisierungen beginnen im Kopf und entstehen meist durch Unwissenheit oder durch Festhalten an unangenehmen Erfahrungen oder Berichten von Bekannten, Freunden oder Verwandten. Wir glauben in solchen Situationen zu wissen, von wem oder über wen wir reden. Dabei übersehen wir: Den wohnungslosen Menschen gibt es nicht. Der folgende Infokasten zeigt, wie er dennoch definiert wird.
Infokasten 1
Definition: Wohnungsnotfall
Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) liegt ein Wohnungsnotfall vor, wenn ein Mensch wohnungslos bzw. von Wohnungslosigkeit bedroht ist oder in unzumutbaren Wohnverhältnissen lebt.
Definition: Wohnungslos
Wohnungslos ist, wer nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt. Aktuell von Wohnungslosigkeit betroffen sind demnach nicht nur Personen, die »Platte machen«, d. h. auf der Straße leben, sondern auch solche, die im ordnungsrechtlichen und sozialhilferechtlichen Sektor untergebracht sind. Hierzu zählt auch das Wohnen in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, in Billigpensionen sowie vorübergehendes Wohnen bei Familienmitgliedern oder Bekannten.
Definition: von Wohnungslosigkeit bedroht
Von Wohnungslosigkeit bedroht ist, wem der Verlust der derzeitigen Wohnung unmittelbar bevorsteht, z. B. wegen Kündigung, Räumungsklage, Zwangsräumung, eskalierten sozialen Konflikten oder Gewalt geprägter Lebensumstände (vgl. BAGW.de, 2017).
Deutschland: Anzahl der Menschen in Wohnungsnot
Da es in Deutschland keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung auf gesetzlicher Grundlage gibt, können lediglich Schätzungen über die Anzahl der Menschen in Wohnungsnot vorgelegt werden. Die BAG W schätzt, dass in Deutschland im Jahr 2016 ca. 420.000 Menschen ohne Wohnung waren – die Zahl berücksichtigt nicht die wohnungslosen anerkannten Flüchtlinge, wenn man diese mitzählt, ist von ca. 860.000 wohnungslosen Menschen auszugehen. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf die Struktur der Wohnungslosigkeit abzüglich der wohnungslosen Flüchtlinge: Die Anzahl der Menschen, die ohne jede Unterkunft auf der Straße lebten, betrug 2016 ca. 52.000. Etwa 290.000 der wohnungslosen Menschen (70 %) waren alleinstehend, 130.000 (30 %) lebten mit Partnern und/oder Kindern zusammen. Die Anzahl der Kinder und minderjährigen Jugendlichen unter den Wohnungslosen wurde auf 32.000 (8 %) geschätzt (vgl. BAGW.de, 2018).
ASOG-Wohnheime
In Berlin ist die Unterbringung obdachloser Menschen in Wohnheimen oder Obdachlosenpensionen durch das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG), ein Berliner Polizeigesetz von 1975 geregelt (gesetze.berlin.de, 2017).
In den deutschen Bundesländern gestaltet sich die Wohnungslosen- und Eingliederungshilfe unterschiedlich. Auch die Vernetzung und Schnittstellenarbeit zwischen den beiden Hilfesystemen ist deutschlandweit nicht einheitlich geregelt. So kann ich in diesem Buch keine generellen Aussagen über den bundesdeutschen Raum treffen, sondern beziehe mich – aus meiner Praxiserfahrung – auf die Beschreibung der Hilfesysteme in Berlin.
Um zu verstehen, was es bedeutet, in Berlin wohnungslos zu sein, braucht es Kenntnisse der Wohnungslosen- und Eingliederungshilfesysteme. In meinen Ausführungen fasse ich die beiden Systeme zusammen und trenne sie, wo es möglich ist und sinnvoll erscheint.
