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Frühe Hilfen: Früh im Leben und früh im Handeln
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Frühe Hilfen: Früh im Leben und früh im Handeln
eBook117 Seiten1 Stunde

Frühe Hilfen: Früh im Leben und früh im Handeln

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Über dieses E-Book

Frühe Hilfen sind als wichtige Ergänzung der Kinder- und Jugendhilfe aus der aktuellen Hilfe-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Andreas Eickhorst zeigt knapp, aktuell und übergreifend, welche systemischen Grundlagen und Methoden in den Frühen Hilfen eingesetzt werden können, und benennt anschlussfähige Arbeitsfelder. Auch Reibungspunkte kommen zur Sprache, handelt es sich bei den Situationen der Frühen Hilfe doch oftmals um eher ambivalente Beziehungen, da bestimmte Punkte – wie etwa das Präventionsdilemma oder auch die tatsächliche Freiwilligkeit der Teilnahme von Familien – noch ungeklärt sind. Es gibt bei den Frühen Hilfen ein riesiges Potenzial, das es auszuschöpfen gilt, bei gleichzeitig ungeklärten Problemen und Unschärfen.
SpracheDeutsch
HerausgeberVandenhoeck & Ruprecht
Erscheinungsdatum15. Apr. 2019
ISBN9783647901473
Frühe Hilfen: Früh im Leben und früh im Handeln
Autor

Andreas Eickhorst

Dr. rer. nat. Andreas Eickhorst (Jg. 1974), Diplom-Psychologe, ist Professor für Psychologische Grundlagen Sozialer Arbeit an der Hochschule Hannover. Seine Forschungsschwerpunkt sind u. a. Frühe Hilfen; Belastungen & Ressourcen; Systemische Familienpsychologie; Väter. Er ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), der AG Väter des Bundesforums Männer e. V. und im Väter-Experten-Netz Deutschland (VEND e.V.).

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    Buchvorschau

    Frühe Hilfen - Andreas Eickhorst

    Der Kontext

    1 Erste Fallgeschichte: Sabine

    ¹

    Sabine, eine 30-jährige alleinerziehende Mutter, lebt von Sozialhilfe und arbeitet abends zeitweise nebenher als Kellnerin. Der Vater ihrer Kinder befindet sich derzeit für eine zweijährige Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt. Ob zu ihm aktuell Kontakt besteht (z. B. durch Besuche in der Haft), ist unklar; Sabine thematisiert es von sich aus auch nicht. Sie hat einen dreijährigen Sohn (Tom) sowie eine kleine Tochter (Pia) im Alter von zwei Monaten. Diese kam als Frühgeburt und mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt; außerdem besteht bei ihr der Verdacht auf eine Hörschädigung. Sabine ist dem Jugendamt bereits aus der Vergangenheit bekannt, da sie früher eine Mutter-Kind-Gruppe mit Tom besucht hat. Sabine hat diese Unterstützung für sich damals als sehr entlastend erlebt und hierdurch bereits Kontakt zu Institutionen der Jugendhilfe gehabt.

    Eine Kontaktaufnahme zur Familienhebamme kommt nun über die Kinderärztin zustande, die für das Frühgeborene weiter zuständig ist. Sie erlebt Sabine in der medizinischen Betreuung des Frühgeborenen als wenig strukturiert und sehr unsicher. Nachdem die Ärztin daher den für Frühe Hilfen zuständigen Koordinator in Sabines Kommune kontaktiert hat, vermittelt dieser einen ersten Kontakt zwischen Sabine und einer Familienhebamme aus dem kommunalen Fachkräfte-Pool für Frühe Hilfen.

    Sabine ist damit einverstanden und nimmt die angebotene Hilfe gerne an. So kommt die Familienhebamme zu weiteren, regelmäßigen Besuchen in Sabines Wohnung. Sie erfährt, dass Sabine den Rückhalt und das Gefühl des Aufgehobenseins durch die ehemalige Mutter-Kind-Gruppe stark vermisst und sich alleine und deutlich überfordert fühlt, was die medizinische Betreuung ihres Babys und die Anforderungen betrifft, die der Alltag als Alleinerziehende mit zwei Kindern mit sich bringt. Dies zeigt sich unter anderem auch daran, dass sie oftmals ihrer im Nachbarhaus lebenden 13-jährigen Nichte die alleinige Betreuung des Frühgeborenen überlässt, manchmal auch deren Mutter, die aber oft selber abends als Kellnerin arbeitet. Auch darin, die notwendigen Arzttermine wahrzunehmen, ist Sabine unzuverlässig und offenbar überlastet.

    Die Position und der Auftrag der Familienhebamme sind am Anfang noch unklar. Vordergründig scheint es zunächst geboten, Sabine zu helfen, sich besser zu strukturieren und den Medikamentenplan des Neugeborenen einzuhalten. Die Familienhebamme sieht jedoch rasch, dass Sabine auch große Schwierigkeiten hat, sich sensitiv auf die Bedürfnisse und Kommunikationsangebote ihres Babys einzulassen. Besonders wird dies in Szenen deutlich, in denen Sabine Pia mit der Beatmungshilfe in ihrer noch unterentwickelten Atemfunktion unterstützen muss und hierbei teilweise sehr hilflos und grob vorgeht. Zu ihrer eigenen Sicherheit und Unterstützung hätte die Familienhebamme gerne mehr Kontakt und Austausch mit der behandelnden Kinderärztin, was sich jedoch zeitlich und organisatorisch schwierig gestaltet.

    Überdies versucht die Familienhebamme, das sich entwickelnde gute Vertrauensverhältnis zu Sabine auch dahingehend zu nutzen, ihr gegenüber nun vorsichtig die Rolle des Vaters der Kinder zu thematisieren. Sie wirft die Frage auf, ob Kontaktwünsche und -möglichkeiten bestehen, auch für die Zeit nach seiner Haftentlassung: Inwiefern kann er unter den gegebenen Umständen möglichst nicht nur seiner väterlichen Rolle gerecht werden, sondern – im Sinne einer Ressource für das Familiensystem – auch zur Entlastung von Sabine beitragen? Außerdem nimmt sich die Familienhebamme vor, bei passender Gelegenheit auch zu thematisieren, ob es möglicherweise im sozialen Umfeld von Sabine weitere Vertrauens- und Unterstützungspersonen

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