Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode
Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode
Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode
eBook111 Seiten1 Stunde

Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Das Ansteigen der durchschnittlichen Lebenserwartung konfrontiert immer mehr Menschen mit der Diagnose Demenz. Das stellt Angehörige und Betroffene gleichermaßen vor neue Aufgaben. Die degenerative Erkrankung verlangt nach Verständnis und Geduld, denn das Leben von und mit demenzbetroffenen Menschen ist mit vielfältigen, komplexen und schwierigen Herausforderungen verbunden. Das betrifft in besonderer Weise diejenigen, die in Liebes- oder Arbeitsbeziehungen mit ihnen verbunden sind. Christian Hawellek und Ursula Becker beschreiben, wie die videobasierte Marte-Meo-Methode auf konkrete und wertschätzende Weise Handlungsoptionen aufzeigen kann, die helfen, den alltäglichen Umgang mit demenzbetroffenen Personen respekt- und würdevoll zu gestalten.
SpracheDeutsch
HerausgeberVandenhoeck & Ruprecht
Erscheinungsdatum1. Okt. 2018
ISBN9783647901244
Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode
Autor

Christian Hawellek

Dr. phil. Christian Hawellek (1951-2024), Diplom-Pädagoge, Supervisor, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Erziehungs-, Ehe- und Familienberater, war Leiter des Norddeutschen MarteMeo-Instituts. tuts und Lehrbeauftragter der Universität Osnabrück.

Mehr von Christian Hawellek lesen

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode

Ähnliche E-Books

Psychologie für Sie

Mehr anzeigen

Rezensionen für Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Menschen mit Demenz erreichen und unterstützen – die Marte-Meo-Methode - Christian Hawellek

    Der Kontext

    1Vorbemerkung

    Ein Text, der sich die Aufgabe stellt, die Möglichkeiten systemischer Hilfen für die Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen¹ zum Thema zu machen, passt ausgezeichnet zu einer Buchreihe mit den Überschriften »Leben. Lieben. Arbeiten«.

    Unter allen drei Schlagworten lassen sich besondere Herausforderungen der Situation von Menschen mit Demenz ausmachen.

    Leben: In ihrer Lebensgestaltung und -bewältigung sind sie in unterschiedlichem Maße auf die Sorge und Fürsorge ihrer Umgebung angewiesen. Damit gehen für alle Beteiligten viele Fragen, erhebliche Herausforderungen und Konflikte einher; z. B. die Frage, wie viel Autonomie den Betreffenden in konkreten Situationen zugestanden wird und werden muss. Wie wird Verantwortung übernommen, abgenommen, zugesprochen bei kleineren oder auch größeren Entscheidungen? Wer entscheidet etwa über größere finanzielle Ausgaben, über Umzug oder Verbleib in der Wohnung oder über das Steuern eines KFZ? Welche Entscheidungen müssen einvernehmlich getroffen werden und welche gegebenenfalls gegen den Willen der Betroffenen? Wie kann den Wünschen der Betroffenen entsprochen werden und wie können gleichzeitig die Bedürfnisse der anderen Familienmitglieder im Blick behalten werden?

    Hinter all diesen Fragen in ihren individuellen und spezifischen Ausformungen steht die allgemeinere Frage danach, wie ein Leben zu seinem Ende hin mit Achtung, Würde und Respekt für alle Beteiligten so gestaltet werden kann, dass Wohlbefinden und Lebensfreude darin noch einen angemessenen Platz finden können.

    Lieben: Lebensgeschichten sind über weite Strecken hinweg Liebesgeschichten. Schon Sigmund Freud hat Lieben und Arbeiten als die zentralen menschlichen Lebensaufgaben herausgestellt – wenn diese gelingen, gelingt das Leben.

    Die Schicksale und Verläufe der Liebe prägen wesentlich den Gestaltungswillen und die Antriebskräfte der Menschen. Die Liebe hat sehr unterschiedliche Prägungen. Sie beginnt mit der Eltern-Kind-Liebe, die sich im frühen Bindungsgeschehen ausdrückt und ein Leben lang in unterschiedlichen Beziehungen sowohl einen Widerhall wie auch eine eigene Prägung erhält. Das, was Liebe ausmacht, dehnt sich auch aus auf die Liebe zum Beruf, zur Musik und zu allem, was eine nachhaltige innere Berührung und ein Berührt-Werden erlaubt.

    Menschen mit Demenz verlieren ihre kognitiven Fähigkeiten, ihren Orientierungssinn und Teile ihres Erinnerungsvermögens, nicht aber ihre Fähigkeit zu fühlen und damit die Befähigung, liebevolle Gefühle zu hegen. Gleichzeitig sind sie in ganz besonderem Maße darauf angewiesen, sich als geliebt, berührt, gesehen und wahrgenommen zu erleben – trotz ihrer und mit ihren Einschränkungen und in dem, was sie ausmacht und was unauslöschlich ist.

    Arbeiten: Für die meisten Menschen ist die Arbeit ein wesentlicher Teil ihrer Identität. Neben dem Broterwerb vermittelt sie Lebenssinn, nämlich die Idee, einen nützlichen Beitrag geleistet zu haben, für die Familie, die Gesellschaft oder auch für bestimmte Projekte. Bei demenziellen Entwicklungen kann sich auch die Erinnerung an die Arbeit, an den Beruf auflösen. Das Bedürfnis nach einer Bestätigung, ein sinnerfülltes Leben gelebt zu haben, bleibt erhalten. In der Biografiearbeit mit demenziell veränderten Personen wird die Erinnerung an das Vergessene wieder aktiviert, wenn die Betroffenen hören, dass Menschen, die sie betreuen, wissen, wer sie sind oder waren. Auf diesem Weg werden Möglichkeiten geschaffen, verschlossene Erinnerungsfenster sozusagen von außen wieder zu öffnen. Die betreuenden Personen werden zu Gewährsleuten für ein Leben, das einmal bestanden hat und immer noch der Person zugesprochen wird. Auch in ihrem aktuellen Leben möchten Menschen mit Demenz am alltäglichen gemeinschaftlichen Leben teilhaben. Gelingt dies, fühlen sie sich gesehen und wertgeschätzt. Neben der privaten Seite der menschlichen Identität gibt es immer auch eine öffentliche Seite. Wenn das eigene Bild von sich als ein gesellschaftlicher Jemand verloren geht, kann der Zuspruch von außen dieses Bild wieder lebendig werden

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1