Lebendige Vergangenheit der Familie meiner Großmutter, 2. Buch: Liebessehnsucht
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Über dieses E-Book
Doch mitten im Grauen erlebten die beiden Schwestern auch schöne und glückliche Stunden durch ihre Begegnung mit Carl Ludwig Schleich, dem chirurgischen Chefarzt des Lazaretts.
In den 20iger Jahren begegnete Liese dem Psychiater Emil von Gebsattel und mit ihm der großen Liebe ihres Lebens, vor der sie schließlich fliehen musste.
Brigitte Klotzsch
Brigitte Klotzsch: 25 Jahre war Brigitte Klotzsch Lehrerin für Biologie und Chemie. Sie lehrte mit Begeisterung Biologie. Dabei lag es ihr am Herzen, dass die Kinder die Jahreszeiten nicht nur vom Kalender her kannten, sondern anhand der Zeichen in der Natur. Seit 1999 ist sie Heilpraktikerin für Homöopathie. In der Zeit gab sie Kreativ-Kurse. Seit 2004 behandelt sie nachmittags Patienten und malt und schreibt vormittags Kinderbücher und Biografien und Bilderbücher für Erwachsene. Sie machte mit ihrem Mann zusammen aus einigen ihrer Bücher Papiertheater-FIlme. Brigitte hat zwei Söhne und vier Enkelkinder.
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Buchvorschau
Lebendige Vergangenheit der Familie meiner Großmutter, 2. Buch - Brigitte Klotzsch
Inhaltsverzeichnis
Liese und Maritta 1912 und während des Ersten Weltkriegs: (28.7.1914 - 11.11.1918)
1. Liese blieb alleine an der Siegessäule zurück (September 1912)
2. Könnt ihr nicht dieses scheußliche Thema ziehen lassen! (Juni 1914)
3. Der verehrte Herr Professor Schleich (September 1914)
4. Was für ein feiner, musikalischer Herr! (Oktober 1914)
5. Sich opfern fürs Vaterland (Juli 1915)
6. Verdammt, wo ist das blöde Geschoss? (Oktober 1915)
7. Das hohe E, bitte sehr! (November 1916)
8. Die Grille und die Ameise (Dezember 1916)
9. Herr Professor, wie geht es Ihnen? (Januar 1917)
10. Schwester, bleiben Se zu Hause, das ist nix für Sie! (Februar 2017)
11. Etwas in ihr war zersprungen. (Mai 1917)
12. Das Herz rutscht mir in die Hose! (Mai 1917)
13. Und wenn Deutschland ausstirbt? (Februar 1918)
14. Die Katze geht mit dem Lachs (April 1918)
Liese und Maritta in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg: 1918 bis 1927
15. Der eine ging rechts vorbei….(Juli 1922)
16. DIE WELLE (Mai 1923)
17. Wohin mit der Rosa? Teil 1. (Juni 1923)
18. Wohin mir Rosa? Teil 2 (Juni 1923)
19. Herrgott, dann kommen Sie eben eine Stunde früher! (Juli 1924)
20. Der Zauber (Oktober 1925)
21. Alle Männer sind im Krieg gefallen! (März 1926)
95. Unverhofft (Juli 1926)
23. Der Salon des Emil von Gebsattel (August 1926)
24. Der Paradiesvogel-weihnachstbaum (24. Dezember 1926)
25. Ich werde noch `ne alte Jungfer werden (24. Dezember 1926)
26. Maritta erstarrte zur Salzsäule( Februar 1927)
27. Der Schrei (Anfang April 1927)
28. Im Würgegriff ( Mai 1927)
29. Ihr Herz bleibt dabei auf der Strecke (September 1927)
30. Der Abschied (November 1927)
Aus der Familienchronik meines Bruders Uwe
Liese und Maritta 1912 und während des Ersten
Weltkriegs
(28.7.1914 - 11.11.1918)
Liese und Maritta waren zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs 23 bzw. knapp 20, ihr Bruder Lothar 10 Jahre alt
Fedi von Bock war 33, ihre Mutter Marga 48 und ihr Vater Dori 62 Jahre alt.
Nach dem Tod von Mally warb Fedor von Bock um ihre Schwester Liese.
1914-1916 arbeiteten Liese und Maritta im Lazarett in Berlin bei Professor Schleich.
Liese verliebte sich in den Professor und er in sie.
Carl Ludwig Schleich (19.07.1859-07.03.1922) war deutscher Chirurg und Schriftsteller. Von ihm stammt die Methode der Infiltrationsanästhesie.
Hierzu ein Bericht von Tante Maritta:
Nun kam das Jahr 1914 und mit ihm am 1. August unsere Schwesterntätigkeit.
Wie ich schon schrieb, waren die Krankenhäuser so überfüllt mit lernbegierigen Schwestern, dass wir erst einmal zum „Roten Kreuz" gingen, um auf den Bahnhöfen durchreisenden Soldaten Kaffee und belegte Brote geben zu können!
Ich lernte dann im Krankenhaus am Friedrichshain, wo ich bereits am 1. Tag ohnmächtig wurde, als ein Kind mit Ausschlag über dem ganzen Körper gebadet wurde! Die Schwestern wunderten sich, dass ich mich so tief zu ihm hinunter beugte, und meinten, es sei Zärtlichkeit, während ich in Wirklichkeit ohnmächtig vornüber fiel! Es war wohl die ungewohnte Krankenhausluft! Ich arbeitete zuerst auf der chirurgischen Frauenstation , auf der die Frauen meist in ihren Betten verbunden wurden! Um nicht wieder ohnmächtig zu werden, wenn ich die Wunden sehen musste (wovor ich mich die ganze Nacht graulte, und jede viertel Stunde die Uhr der Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche schlagen hörte!), nahm ich schnell, ehe die Arztvisite kam, in einem Fläschchen 5 Tropfen Stalidol, was einmal ein Sanitäter beobachtete und meinte, ich nähme „Gift"! Überhaupt die Sanitäter!! Die letzten 14 Tage im Krankenhaus arbeitete ich auf der inneren Männerstation und musste alle messen, wobei ich ja nicht viel verderben konnte! Bei dem einen Patienten sollte ich dabei bleiben, und das Thermometer fest halten, da er bewusstlos war (Alkoholvergiftung!). Während ich ihn maß, dehnte er sich (wie ich meinte!), während er in Wirklichkeit starb, was ein vorbeigehender Sanitäter mit den Worten quittierte:
„Guck, die Schwester misst einen Exitus!!!" (Dabei hatte er noch 40 Grad Fieber!!)
Auf der chirurgischen Frauenstation hatte ich die Oberschwester gefragt, wie denn die breiten Haken für die Entbindung, die dort in den Glasschränken lagen, in den Bauchnabel hinein kämen! Ich war immerhin schon 20 Jahre alt!!! Und bei der Helferinnen – Prüfung, als ich Schröpfköpfe setzen sollte (es war mein Geburtstag am 5.9.!) goss ich, vor Aufregung, so viel Spiritus in das kleine Glasgefäß und auf meine Hand, dass beim Anzünden alles lichterloh brannte, auch meine Hand, deren Flamme ein geistesgegenwärtiger Arzt mit seiner Schürze erstickte! Sie roch dann wie ein Huhn, dessen Federn manchmal abgesengt wurden! Meiner Idee nach setzt man erst Schröpfköpfe, wenn der Patient sehr krank ist! Meiner wäre vor Schreck bestimmt gestorben! Gottlob war er ja nur ein Versuchskarnickel, und die Prüfungskommission hatte das Krankenhaus schon verlassen, die Flammen also nicht mehr gesehen, denn sonst wäre ich natürlich mit Pauken und Trompeten durchs Examen gefallen, obwohl ja notwendig Schwestern gebraucht wurden! Ich erzähle das nur so ausführlich im Unterschied zu Liese, die in ihrem Virchow – Krankenhaus (genau weiß ich es nicht!) als Erstes eine überfahrene Kinderhand sah, von der die Finger herunter hingen, und die nicht ohnmächtig wurde, obwohl sie als Backfisch und junges Mädchen dauernd in Ohnmacht fiel, überhaupt viel zarter als ich war! Wenn sie jetzt nicht so tapfer gewesen wäre, hätte der berühmte Chirurg Carl Ludwig Schleich sie ja auch nicht zu seiner Operationsschwester machen können!!
Doch ich greife schon wieder vor! Als wir beide unsere 4 - wöchige Ausbildungszeit hinter uns hatten, rief mich meine Schulfreundin Dorothea von Ilberg, Tochter des Leibarztes vom Kaiser, an, ob wir nicht ins Reservelazarett Charlottenburg am Reichskanzlerplatz kommen wollten, das ihr Vater leitete, und dessen Schwestern im übrigen die Kinderschwestern aus dem Ahlbecker Kinderheim seien, das die Kaiserin gründete! Der chirurgische Chefarzt sei Carl Ludwig Schleich!!
Wir sagten natürlich mit tausend Freuden zu, zumal wir nun hier nicht mehr getrennt waren! Dann begann eine wunderschöne, lehrreiche Zeit, denn Schleich gab sich rührende Mühe mit uns ahnungslosen Schwestern (was lernt man schon in 4 Wochen Krankenpflege, in denen man fast nur Nachttöpfe und Speibecken leert oder … Binden aufrollt?!) Ich rechne meine geistige Entwicklung erst von dieser Zeit an (also mit 20 Jahren!), denn Schleich hielt uns nicht nur Vorträge mit Tafelzeichnungen über den menschlichen Körper, sondern regte uns an Conrad Ferdinand Meyer, Gottfried Keller, Strindberg etc., etc zu lesen und ging mit uns zu Furtwängler – Konzerten, zu denen er Karten von Luise Wolff (der größten Konzertagentur), mit der er befreundet war, bekam! Auch mit Bechstein war er befreundet, so dass ein Bechstein – Flügel in dem ehemaligen Turnsaal des Lazaretts, in dem jetzt leichte Fälle lagen, stand!
Nach der Operation ging Schleich mit uns Schwestern hinüber, und dann wurden mit den leichteren Patienten Mendelssohn und Oehlschleger- (seine Frau war eine geborene Oehlschleger) Quartette, gemischte Quartette, gesungen, und Schleich sang entweder Bass oder Tenor! Er war sehr musikalisch;
