Geschichten der Pfälzer Oma: 50 heitere, dramatische, unglaubliche Tatsachenberichte - von 1930 bis 2020
Von ... NichtGanzDichter und E.B.
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Über dieses E-Book
Herausgekommen ist eine beeindruckende Sammlung von Zeitzeugenberichten aus der Zeit von 1930 bis 2020. Es ist ein Geschichten- und ein Geschichtsbuch. Mit Einfallsreichtum, hoher Risikobereitschaft und nicht zuletzt einer ungeheuren Schlagfertigkeit hat sich die "Pfälzer Oma" durchs Leben gekämpft! Als Tochter eines Sozialdemokraten war sie "Jungmädel" in der NS-Zeit, sie erlebte in ihrer Pfälzer Heimat Bombennächte und Hungerjahre, stellte sich schützend vor Zwangsarbeiterinnen, verlor zwei Brüder, baute vier Häuser, sie verwies französische Soldaten und eine Rockerbande in die Schranken - und hat Zeit ihres Lebens immer gelacht!
Erleben Sie eine packende Zeitreise - und eine ungewöhnliche Persönlichkeit! E.B. lebte bis zuletzt in der Nähe von Ludwigshafen.
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Buchvorschau
Geschichten der Pfälzer Oma - ... NichtGanzDichter
Die Erzählerin – eine Nachbarin, die mich prägte
1930 kam ich in Oppau zur Welt. Damals gehörte der Ort noch nicht zu Ludwigshafen, und die Pfalz gehörte noch zu Bayern. Mein Vater Philipp verdiente sein Geld als Maurerpolier, meine Mutter Friederike kümmerte sich um mich und um meine drei Brüder.
Als kleines Mädchen konnte ich mir mein Leben ohne Frau Denzer nicht vorstellen. Sie wohnte mit Ehemann in unserem Haus in Oppau, und es war noch alles friedlich. Noch gab es keinen Fliegeralarm. Frau Denzer war stark übergewichtig, konnte kaum laufen und wurde liebevoll von ihrem Ehemann umsorgt.
Er war ein großartiger Maler! In unserem Haus hingen viele Bilder von ihm, er gab auch Unterricht in Malerei. Beide Denzers waren schwerhörig – deshalb war das immer ein lautes Leben! Früh morgens las er seiner Frau die Zeitung vor, die ganze Zeitung! Sie lebten im Erdgeschoss. Obwohl die Fenster geschlossen waren, hörte jedermann, bis drei Häuser weiter, jedes Wort, das vorgelesen wurde – trotzdem kamen nie Beschwerden von Anwohnern.
Mittags saß Frau Denzer auf einem breiten Stuhl, den ihr Mann in unseren Hof für sie hingetragen hat. Da saß, wie eine Königin – die weiten Röcke umhüllten den breiten Stuhl – Frau Denzer und erzählte aus ihrem Leben, und mindestens acht Kinder aus der Nachbarschaft saßen um den Stuhl und hörten gebannt zu! Sie konnte ununterbrochen über Begebenheiten aus ihrem Leben plaudern, jeden Tag. Sie war einfach eine begnadete Erzählerin!
Auch Erwachsene lauschten ihr manches Mal und waren ganz in ihrem Bann. Ich habe später, als sie im Krieg ausgebombt wurde, erfahren, dass sie auch in dem Mehrfamilienhaus, in dem sie mit ihrem Mann fortan lebte, jeden Tag eine große Schar Menschen um sich hatte. Sie wurde von allen geliebt, und alle hörten ihr zu!
Sehr gerne sprach Frau Denzer von ihrer Familie – es muss eine tolle Familie gewesen sein! Auch erzählte sie von ihrem jüngsten Sohn. Der ging eines Tages fort und sagte: „Ich gehe zur Fremdenlegion!" Für diejenigen, die es nicht wissen: Das ist eine Söldnertruppe der Franzosen, die in der ganzen Welt in Kriegsgebiete geschickt wird. Man kann sich dort auf längere Zeit verpflichten und wird gut dafür bezahlt.
Auch nach zehn Jahren hatte sich ihr Sohn noch nicht gemeldet. Ich glaube, sie war darüber unglücklich. Gesagt hat sie das aber nie. Eines Tages, Frau Denzer saß wieder von einer Meute Kinder umgeben auf ihrem Thron, öffnete sich das Hoftor, und ein toll aussehender Mann, braungebrannt, fremdländisch wirkend, betrat den Hof. Wir waren ganz still! Da sprang Frau Denzer – die nicht gehen konnte! – auf, rannte durch den Hof… und ein Schrei: „Martin! Es war ihr „verlorener
Sohn! Ich hörte nur, wie er sagte: „Mutter!"
Wie tragisch dieses Wiedersehen war, wussten wir als Kinder natürlich nicht. Aber alle waren sie nun da! Herr Denzer hat geweint, das weiß ich noch. Aber warum er das tat, ahnte ich damals nicht. Nun war Martin zurück – und… er konnte genauso erzählen wie seine Mutter! Jetzt hörten sie alle seine Geschichten, die er in der Fremdenlegion erlebt hat!
Da sagte meine Mutter zu mir: „Martin hat eine Freundin mitgebracht, ich hoffe, dass du sie freundlich grüßt, wenn sie nachher kommt. Sie heißt Fräulein Etzkorn. – „Ach, was ein Name, ha, ha, ha, Etzkorn!
, platzte es aus mir heraus. „Untersteh‘ dich, dass du lachst!" Ich habe geschworen, dass ich nicht lache – habe auch nicht gelacht.
Am nächsten Tag musste ich in der Metzgerei für meine Mutter etwas einkaufen. Mit einer Freundin betrat ich den Laden… und wer stand an der Theke? Frollein Etzkorn!!! Ich flüsterte mit meiner Freundin, erzählte „von wegen Etzkorn, und es wurde gekichert, wie man das als kleines Mädchen eben so macht. Dann hörten wir Frollein Etzkorn, wie sie in ganz geschwollenem Hochdeutsch sagte: „Ja, ich hätte gern ein viertel Pfund…
, sie läuft hin und her, betrachtet die Wurst, „ein viertel, ein viertel, ein viertel Pfund… ach, ich weiß noch nicht!!! Ein Schrei von uns – und wir stürmten aus dem Laden! Vor dem Geschäft standen wir und lachten ohne Pause, und immer wieder sagten wir: „ein viertel Pfund, ich weiß noch nicht!
Dann kam die dünne Etzkorn doch tatsächlich heraus, genau auf mich zu: „Das sage ich deiner Mutter! Meine Mutter war eine ruhige, zurückhaltende Frau. Sie meinte nur: „Fräulein Etzkorn hat mir alles erzählt.
Ich sagte: „Mamme, ich erzähl‘ dir jetzt mal, warum wir so g‘lacht haben. Und ich erklärte es ihr: „Ich hätte gern ein viertel, ein viertel Pfund, ich weiß noch nicht.
Da fing meine Mutter ebenfalls an zu lachen, und so lachten wir gemeinsam. Jedenfalls ist Frollein Etzkorn durch ihre „schrullige" Art noch mehrmals aufgefallen!
An einen Tag im Sommer erinnere ich mich noch ganz genau. Da hielt ich mich im Garten auf. Ich war ungefähr fünf Jahre alt. Es war sehr heiß, wie so oft in der Pfalz. Auf einmal kam ich ins Stolpern und fiel rücklings in den Fischteich auf unserem Grundstück! Ich konnte mich nicht mehr befreien und kam mit dem Kopf unter Wasser. Frau Denzer hat das zufällig gesehen. Obwohl sie, wie schon erwähnt, eigentlich gar nicht laufen konnte, ist sie sofort von ihrem Stuhl aufgesprungen, ist zu mir gerannt und hat mich aus dem Teich
