Kleine Geschichte des Banats: Umkämpfte Grenzen im östlichen Europa
Von Irina Marin
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Über dieses E-Book
Die Übersetzung durch das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München macht diese zunächst in englischer Sprache erschienene Monografie nun auch einem deutschen Lesepublikum zugänglich.
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Buchvorschau
Kleine Geschichte des Banats - Irina Marin
Irina Marin
Kleine
Geschichte
des Banats
Umkämpfte Grenzen
im östlichen Europa
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
© 2023 Verlag Friedrich Pustet, Regensburg
Gutenbergstraße 8 | 93051 Regensburg
Tel. 0941/920220 | verlag@pustet.de
Herausgeber: Enikő Dácz und Tobias Weger
ISBN 978-3-7917-3383-8
Umschlaggestaltung: www.martinveicht.de
Karte auf dem Buchcover: Étienne Briffaut: Théatre de la Guerre dans le Bannat de Temeswar. Vienne 1738. Bibliothèque nationale de France, Paris, <https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b530408923>.
Satz: Vollnhals Fotosatz, Neustadt a. d. Donau
Druck und Bindung: Friedrich Pustet, Regensburg
Printed in Germany 2023
eISBN 978-3-7917-6197-8 (epub)
Unser gesamtes Programm finden Sie unter www.verlag-pustet.de
Inhalt
Einleitung
1Einführung
2Temeswar/Timișoara/Temesvár/Temišvar: Eine Stadt der Kultur
Das Habsburger Erbe und wie es weiterging / Stadtbezirke / Schwere Zeiten / Eine Stadt der Kultur / Nach dem Ende der Monarchie
3Im Zeichen des Halbmonds
Die osmanische Macht und ihre Natur / Der Flickenteppich osmanischer Besatzung in Ungarn / Die osmanische Neuordnung der Verwaltung / Osmanische Kultur und ihre Festungen / Die Schildkröte von Temeswar / Der abnehmende Halbmond
4Habsburgisches Grenzland
Der Sieger bekommt alles / Demografischer Treibsand / Laboratorium für kaiserliche Politikstrategien / Eine Provinz, aus der Kutsche regiert / Militarisierung / Flüsse und Modernisierung
5Die Orthodoxen
Klassische Illyrer – die alten und die neuen / Von den Raizen zu den Illyrern
6Die Privilegierten und die Tolerierten
Privilegierte / Das gelobte Ödland / Je mehr, desto wohlhabender / Josephs protestantische Kolonialisierung / Eroberung mit Pflugscharen / Tolerierte – Die nützlichen Juden / Die Quadratur des Kreises des Nomadenlebens
7Durch den Spiegel der Revolution
Das Vorspiel einer gescheiterten Revolution / Schöne neue Welt / Das Banat am Vorabend der Revolution / Spiegelkabinett oder die Grenzen der Gleichstellung / Die Reaktion der Bauernschaft / Seiten wählen – eine schwierige Frage / Eulen nach Athen tragen / Der totale Krieg / Dankbarkeit und Strafe / Die Eisenbahnen des Neo-Absolutismus
8Staatsbürgerschaft und Konstitutionalismus 1867–1918
Geld und Verfassungen / Staatsbürgerschaft / Ungarischer Parlamentarismus / Politik im Banat: Das erste Aufblühen eines parlamentarischen Optimismus / Mitgliedschaft im Club der Nationen / Die nationalen Grenzen des Liberalismus / Das Wahlrecht in Ungarn / Magyarisierung oder Vaterlandsverrat / Die Stunde hat geschlagen
9Am Scheideweg
Der Loyalitätstest / Frieden für Klein und Groß / Eine Stunde stolzieren und ärgern / Ein Angebot für das Banat
10Das Banat in Jugoslawien
Imperiales Erbe und die Quadratur des Kreises / Minderheitenrechte auf dem Papier / Agrarreform – Gewinner und Verlierer / Das Banat im jugoslawischen Politkarussell / Königliche Diktatur und im Gleichschritt in den Krieg / Das jugoslawische Banat im Zweiten Weltkrieg
11Das Banat in Rumänien
Tintenkleckse und Ängste / Leben in einem neuen Staat / Stufen der Integration / Das Banat in der rumänischen Politik der Zwischenkriegszeit / Ein Land voller Fremder oder die fremdenfeindlichen 1930er-Jahre / Der Schmelzofen des Krieges
12Die kommunistische Erfahrung
Aus dem Krieg in den Kommunismus / Kollektivschuld / Von der Kollektivschuld zur Kollektivierung / Das Banat und Titos Bruch / Auf dem Scheideweg der Entstalinisierung / Monolith vs. Dezentralisierung oder das „goldene Zeitalter" des kommunistischen Nationalismus
13Das Ende des Kommunismus: Der Aufstieg von Milošević und der Fall von Ceaușescu
Wirtschaftskrise / Geld und Radaubrüder, oder die lukrative deutsche Minderheit / Verfassungsrätsel / Die Revolution wird im Fernsehen übertragen / Der Aufstieg von Milošević
14Krieg und Demokratie: Das Banat nach 1989
Die Vojvodina während der Jugoslawienkriege / Die Beziehungen zwischen Bukarest und Belgrad / Die ungarische Minderheit in der Vojvodina / Jenseits des Nationalstaats: Die EU und die Wiedergeburt des Regionalismus
15Das Banat: Eine Grenzregion zwischen drei Staaten
Anhang
Übersichtskarten / Geografisches Register / Personenregister / Anmerkungen
Einleitung
Mit dem vorliegenden Band legt das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) e. V. an der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Einführung in die Geschichte des Banats vor, deren englische Originalausgabe von Irina Marin 2012 im Verlag I. B. Tauris in London unter dem Titel Contested Frontiers in the Balkans. Ottoman and Habsburg Rivalries in Eastern Europe erschien. Die Autorin skizziert darin für ein breites Publikum das Temescher Banat als eine Region im geopolitischen Spannungsfeld des Heiligen Römischen Reichs, des Habsburgerreichs, des Osmanischen Reichs und des Russländischen Reichs. Die verhältnismäßig kleine Region, die sich heute auf Rumänien, Serbien und Ungarn verteilt, steht nach der Intention von Marin stellvertretend für zahlreiche andere Gegenden im östlichen Europa mit komplexer Bevölkerungsstruktur. Die Verfasserin zeigt auf, wie moderne Nationalstaatsbildungen im östlichen Europa mit ihrem Bedürfnis nach klaren Grenzziehungen mit der Realität multiethnischer und multikultureller Gebiete kollidieren. Im Fall des Banats führte diese letztlich zu einer Aufteilung der heterogenen Region. Gleichzeitig führt die Autorin abschließend vor, wie nach 1989 in den einzelnen Bestandteilen der historischen Gesamtregion im Rahmen der Europäischen Union regionalistische Tendenzen gefördert wurden.
Irina Marin arbeitet derzeit als Assistenzprofessorin für Politische Geschichte mit einem Schwerpunkt auf der Frühen Neuzeit in Zentral- und Osteuropa an der Universität Utrecht in den Niederlanden. Die mehrfach ausgezeichnete Historikerin hat am University College in London promoviert und nahm dort sowie an den Universitäten von Oxford, Leicester und Augsburg Lehraufträge wahr. Im Fokus ihrer Forschungen stehen Grenzregionen von Imperien, ihre politische und soziale Dynamik, Nationalismus und Identitätspolitik sowie das Phänomen der sozialen Gewalt. Nach ihrer Darstellung zur Geschichte des Banats, die für den vorliegenden Band ergänzt wurde, veröffentlichte sie 2018 eine zweite Monografie zum Thema Peasant Violence and Antisemitism in Early Twentieth-Century Eastern Europe.
Jede Übersetzung ist nicht nur eine sprachliche, sondern auch eine kulturelle Transferleistung. Daher haben die Betreuer dieses Bandes in Absprache mit der Autorin im Zuge des Übersetzungsprozesses an einigen Stellen in den Text eingegriffen, ohne dessen Grundstruktur oder Intention zu verändern. Die Modifikationen betreffen insbesondere solche Passagen, in denen der Originaltext einem anglophonen Leserpublikum zentraleuropäische Phänomene erläuterte, die für deutsche Leserinnen und Leser einer anderen Kontextualisierung bedürfen. Außerdem hat die Autorin ihr Typoskript noch um ein Kapitel zu Temeswar (rum. Timișoara, ung. Temesvár) bzw. mit einigen Karten ergänzt.
Das IKGS bedankt sich bei der Autorin für die Bereitschaft, ihr Werk auch in deutscher Sprache erscheinen zu lassen und die Bearbeitung des deutschen Typoskripts konstruktiv und geduldig begleitet zu haben. Der englische Verlag I. B. Tauris hat uns für die deutsche Ausgabe die Übersetzungsrechte übertragen – auch dafür vielen Dank! Last but not least gebührt unsere Dankbarkeit dem Übersetzer Clemens Prinz für die Übertragung aus dem Englischen, Georg Aescht für das Lektorat des Textes und unserer Bundesfreiwilligendienstleistenden Kassidy Bogdan für die Prüfung der Formalia und die Erstellung der Register. Unser Dank gilt ferner Şeyma Nur Erdoğan, İstanbul, für die Prüfung von Fachtermini aus der osmanischen Zeit.
Das vorliegende Buch erscheint in dem Jahr, in dem Temeswar ein Jahr lang den Titel „Europäische Kulturhauptstadt führt. Das IKGS nimmt dies zum Anlass, auch zum Erscheinen einer kleinen Geschichte dieser Stadt beizutragen; sie erscheint gleichzeitig mit der „Kleinen Geschichte des Banats
im Verlag Friedrich Pustet.
Wir hoffen, dass das Banat zu einer Zeit, in der imperialistische Bestrebungen erneut zum Krieg führen, in seiner Vielfalt und mit seiner abwechslungsreichen Geschichte noch stärker in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit und des Interesses rückt. Dem vorliegenden Band wünschen wir zahlreiche aufgeschlossene Leserinnen und Leser, die sich auf die Entdeckung dieser europäischen Region einlassen!
1
Einführung
Das Temescher Banat ist eine historische Provinz – ein administratives Vermächtnis des Habsburgerreichs –, die heute auf Rumänien, Serbien und Ungarn aufgeteilt ist. Im 18. und 19. Jahrhundert war das Banat eine Art alternatives Amerika für mehrere Wellen von Siedlern aus dem Heiligen Römischen Reich, die meistens, aber nicht ausschließlich deutscher Abstammung waren. Im 20. Jahrhundert wurde die Region nach den Wirren der zwei Weltkriege hingegen zum Ausgangspunkt einiger Auswanderungswellen von Ostmitteleuropa nach Deutschland: während und nach dem Zweiten Weltkrieg, in der kommunistischen Zeit und auch noch nach dem Ende des Kommunismus. Im Banat nahm zudem die rumänische Revolution von 1989 ihren Ausgang; sie führte zum Ende der kommunistischen Diktatur Nicolae Ceaușescus. Das Banat ist die Heimat der Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2009, Herta Müller, und der Schauplatz ihrer erschütternden Erzählungen über die Unterdrückung im kommunistischen Rumänien. Für lange Zeit war seine geografische Beschaffenheit der Schlüssel zur Schifffahrt auf der unteren Donau, und die ethnische Karte des Banats war ein buntes, verworrenes Kaleidoskop von Völkern, die Epochen und Imperien hier zusammengeführt hatten: Ungarn, Serben, Rumänen, Deutsche, Bulgaren, Tschechen, Slowaken, Roma, Juden, Spanier, Franzosen, Italiener. Zahlenmäßig waren die Rumänen, Deutschen, Serben und Ungarn die dominanten Ethnien in dieser Provinz; um 1890 machten sie 39,08 Prozent, 27,44 Prozent, 18,20 Prozent bzw. 10,25 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Innerhalb der Provinz waren sie unterschiedlich verteilt. Slowaken, Kroaten, Ruthenen, Slowenen und andere diverse ethnische Gruppen bildeten die übrigen 5 Prozent.¹
Es sind aber nicht in erster Linie diese Prozentzahlen, aufgrund derer das Banat Aufmerksamkeit verdient. Vielmehr machen das Aufeinandertreffen und die Interaktion dieser Gemeinschaften über mehrere Jahrhunderte hinweg und unter verschiedensten Verwaltungen diese Region überaus interessant.
Die Geschichte des Banats ist die Geschichte Mittel- und Osteuropas im Kleinen, mit seinen sich überschneidenden Herrschaftsbereichen, Bevölkerungsverschiebungen, einer immer neu gezogenen Grenze, zusammengesetzten Identitäten, prokrustischen Nationalstaaten, die sich über multiethnische Regionen erstrecken, mit dem Ansturm des Kommunismus und seinen Launen sowie der Wiederbelebung des Regionalismus im Rahmen der Europäischen Union.
Über friedliche, politisch unproblematische Regionen will man selten lesen. Die Geschichten dieser Gegenden fristen ein Schattendasein in der Lokal- und Regionalliteratur und sind nur wenigen Eingeweihten bekannt: Menschen, die sich dorthin wagen, und jenen, die sich auf ihren Reisen zufällig dahin verirren. Orte wie diese werden nur dann dem Vergessen entrissen, wenn jemand Öl findet oder Blut vergießt; plötzlich ist das Scheinwerferlicht der internationalen Öffentlichkeit auf diese Orte gerichtet, sie werden genau unter die Lupe genommen und zu etwas Außergewöhnlichem gemacht. So verhalfen die Jugoslawienkriege historischen Regionen wie Bosnien oder dem Kosovo zu trauriger Berühmtheit, stachelten das akademische Interesse an und ließen einen neuen Quell erläuternder historischer Literatur sprudeln. Das Problem mit selektiver Aufmerksamkeit ist, dass man bei der Betrachtung vorwiegend heikler Regionen und Gewalttätigkeiten ein eher unausgewogenes Bild erhält, das laufend die Mythen von Ostmitteleuropa als Ort des Stammesnationalismus und uralten ethnischen Hasses bestätigt.
Das vorliegende Buch soll dieses Ungleichgewicht beheben, indem es die Geschichte des Temescher Banats rekonstruiert – einer jener Regionen Ostmitteleuropas, die nicht der ungeheuerlichen Aktualität eines bewaffneten Konflikts bedarf, um unsere Aufmerksamkeit zu verdienen. Die zu erzählende Geschichte wird dabei über jene zeitlichen Meilensteine hinausgehen, die die Existenz des Banats als Provinz abgrenzen – seine Anfänge als habsburgische Provinz im frühen 18. Jahrhundert und seine Teilung als Folge des Ersten Weltkriegs –, und seine mittelalterlichen sowie frühneuzeitlichen Wurzeln werden ebenso betrachtet wie der Geist der Provinz nach ihrer Teilung im Jahr 1919 bis zum heutigen Tag.
Meine Absicht ist auf keinen Fall teleologisch: In diesem Buch versuche ich keineswegs, eine falsche Kontinuität des Banats (territorial oder anders geartet) über die Zeiten hinweg zu postulieren. Das Buch soll ganz im Gegenteil eine historische Meditation über die kreative Beliebigkeit von Grenzen sein – darüber, wie neue Grenzen etwas unterbrechen und zerstören, auf lange Sicht jedoch auch neue Bedeutungen und neue Formen von Zusammenleben schaffen; nicht zuletzt ist es auch eine Meditation darüber, wie Grenzen den Unterschied zwischen Leben und Tod, Frieden und Krieg, Wohlstand und Elend bedeuten können.
Dieses Buch ist nicht als dicker akademischer Wälzer oder umfassende aktuelle Geschichte des Banats gedacht, sondern als Zusammenfassung und lesbare Einführung in die Geschichte einer Region und ihrer Bewohner, die – unter Beibehaltung der notwendigen akademischen Genauigkeit der Informationen und Analyse – die Idee von Veränderung und Wandel zu betonen und keine bibliografischen Streitigkeiten zu schlichten sucht.
2
Temeswar/Timișoara/Temesvár/Temišvar: Eine Stadt der Kultur
Das Habsburger Erbe und wie es weiterging
Im Jahr 1916 wollten die Stadtoberen von Temeswar aus Anlass des 200. Jahrestags der Einnahme der Stadt durch die Habsburger Feierlichkeiten abhalten. Doch der Erste Weltkrieg, der damals schon zwei Jahre getobt hatte, machte aufwändige Festivitäten wie diese unmöglich, sie hätten in diesem Umfang bis zum Ende des Krieges verschoben werden müssen. Die Stadt, die man unbedingt feiern wollte, war das Zentrum der historischen Provinz Temescher Banat und hatte sich seit dem Ende der Osmanenzeit bedeutsam entwickelt. Unter habsburgischer Herrschaft waren alle Spuren der osmanischen Vergangenheit getilgt und die alte Festung in eine blühende mitteleuropäische Metropole verwandelt worden. Die Multiethnizität und die Multikulturalität der Region schlugen sich in architektonischen Formen nieder, es entwickelte sich ein lebhaftes Geschäfts- und ein modernes Kulturleben.
Stadtbezirke
Die Stadt wuchs über die mittelalterliche Festung hinaus, die wie eine Schildkröte – um das Bild des osmanischen Schriftstellers Evliya Çelebi zu gebrauchen – im Sumpfland zwischen den beiden Flüssen Temesch und Bega lag, an einem vorteilhaften Zusammenfluss von Gewässern und einem Straßenknotenpunkt. Die Osmanen, die diesen Ort 164 Jahre lang regiert hatten, hatten wenig gebaut, sich aber an der Regulierung der Bega versucht. Unter habsburgischer Verwaltung setzte ein wahrer Bauboom ein; er war eine Folge der Bauvorschriften, die der erste Gouverneur Florimund Graf de Mercy 1728 ersonnen hatte. Die neue Zitadelle erhielt mehrere Basteien und vier Tore (das Belgrader, das Peterwardeiner, das Siebenbürger und das Wiener Tor); einige davon wurden später abgerissen. Das Rathaus und zwei Kirchen – eine katholische, die auch Dom genannt wird, und eine serbisch-orthodoxe – zählten zu den ersten Gebäuden, die im ersten Jahrzehnt der Habsburger Herrschaft errichtet wurden. Sie repräsentierten – Stein auf Stein – die Stützen der kaiserlichen Macht: Verwaltung und Glaube. Gleichzeitig mit der Eingliederung eines Großteils des Banats in den ungarischen Teil des Kaiserreichs am Ende des 18. Jahrhunderts wurde Temeswar in den Rang einer Königlichen Freistadt erhoben und genoss fortan „innere Unabhängigkeit und das Recht auf einen Sitz im Landtag"¹
Die Stadt entwickelte sich, von der alten Festung ausgehend, strahlenförmig nach außen, es entstanden neue Bezirke und Viertel, von denen jedes seine Besonderheit hatte. Die relativ großen Entfernungen zwischen dem Zentrum – der Zitadelle – und diesen neuen Bezirken war eine Folge des „Festungscharakters der Innenstadt, was bedeutete, dass innerhalb der Kanonenreichweite keine Häuser gebaut werden konnten".² Die Fabrik war die erste Vorstadt, die von den habsburgischen Behörden 1720 gegründet wurde. Sie war so weit vom Zentrum und den anderen Bezirken entfernt, dass die anderen Stadtbewohner sie als fernen, abgeschiedenen Teil der Stadt betrachteten. József Geml, von 1914 bis 1919 Bürgermeister von Temeswar, erzählte eine Anekdote, die nicht nur die räumliche, sondern auch die mentale Entfernung zwischen den Einwohnern der Fabrikvorstadt und jenen der Josefstadt, die fast eine Stunde Pferdestraßenbahnfahrt voneinander lagen, treffend veranschaulicht:
Am Neujahrstage 1883 trifft (der josefstädtische Gastwirt) Vetter Mühlbach in der Festung vor dem Stadthause den Parkinspektor Franz Fessler, der als Neuigkeit erwähnte, dass in der Silvesternacht Gambetta (berühmter französischer Staatsmann) gestorben sei, worauf er den Kopf schüttelnd sagte: „Den hab’ ich nicht gekannt, das muss a Fabrikler g’west sein."³
Die Fabrikvorstadt war voller Leben; Produktion, Handel und nicht zuletzt das Gesellschaftsleben waren hier rege, es gab viele Kaffee- und Wirtshäuser, die Bewohner waren für ihre Gemütlichkeit bekannt:
[dass] Sonntags und an Feiertagen der größte Teil der Bürgerschaft in die Fabrik strömte, um hier in den angenehmen Lokalitäten der Gast- und Kaffeehäuser: Zum „Bären, zum „Pfau
, im „Fabrikshof, zum „Türkischen Kaiser
, zum „Marokkaner, zur „Königin von England
usw., einige fröhliche Stunden zu verbringen.⁴
Der Bezirk war so populär, dass man sich in Temeswar einig war:
Alles Gute kommt von der Fabrik: das Wasser, die Bega, die Pferdebahn, später die elektrische Straßenbahn, das Bier usw. Ja sogar die Sonne geht in der Fabrik (im Osten) auf, worauf die Fabrikler der damaligen Zeit nicht wenig stolz waren.⁵
Die anderen beiden Viertel, die Elisabethstadt und die Josephstadt, waren zunächst Vororte gewesen, in denen man Gemüse- und Weinanbau betrieb und die sich erst langsam zu Wohnvierteln entwickelten. Zuerst gab es dort nur Sommerhäuser wohlhabender Temeswarer, später mauserten sich diese Bezirke zu vollwertigen Wohnvierteln. In der Elisabethstadt, wie der Bezirk ab 1896 hieß, stand die älteste rumänisch-orthodoxe Kirche der Stadt, was vom hohen rumänischen Bevölkerungsanteil in diesem Viertel zeugt. Die Josefstadt bewohnten im Unterschied dazu vor allem Deutschsprachige, weshalb man sie auch „Neue Deutsche Meierhöfe" nannte. Das Viertel erhielt den endgültigen Namen im Jahr 1793 zu Ehren des Habsburger Monarchen Joseph II., bevor es im 19. Jahrhundert eine Bevölkerungsexplosion erlebte, die auf die Einführung der Eisenbahn und den Bau des Hauptbahnhofs in diesem Teil der Stadt zurückgeht: In den 1890er-Jahren legte man mehrere Nebenstrecken von Temeswar aus an. Dieser Ausbau und die Tatsache, dass sich auch die Kornspeicher der Stadt und der Hauptsitz der Frachtenagentur der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft hier befanden, machten diesen Bezirk zum geschäftigsten, lebendigsten der Stadt. Temeswar wuchs stetig, im 18. sowie im 19. Jahrhundert; der letzte Bezirk, den es sich einverleibte, war die Vorstadt, die schon seit der Türkenzeit bestand, zunächst Mehala hieß und erst 1910 mit der Eingemeindung den Namen Franzstadt erhielt.⁶
Die Gebäude bilden bis heute die Stein gewordene politische und konfessionelle Geschichte des Ortes ab. Der Hauptplatz mit zwei Kathedralen der bestimmenden Konfessionen – Katholizismus und Orthodoxie – zeugt von der Machtverteilung zwischen den beiden Kirchen. Die Habsburger Behörden bauten auf historischen Hinterlassenschaften auf: Das neue Rathaus baute man auf den Fundamenten eines türkischen Bades; das mittelalterliche Hunyadi-Schloss wurde durch wiederholte Belagerungen zerstört und 1856 neu errichtet; der große Scudier-Park, heute Zentralpark, befindet sich auf dem Areal eines ehemaligen Friedhofs.⁷ Die Funktion und Bedeutung der Bausubstanz veränderte sich von Gebäude zu Gebäude im Gleichschritt mit der Entwicklung der Stadt. Manche Gebäude waren anfälliger für politische Veränderungen, andere blieben, unabhängig von der Zeit und von sich verändernden Gesetzen und Grenzen, in ihrem ursprünglichen Zustand. Einige Gebäude, wie der Sitz der Woiwodschaft aus den 1850er-Jahren, blieben bestehen, änderten aber infolge der Kurzlebigkeit der politischen Institution, die sie ursprünglich beherbergen sollten, bald ihre Bestimmung. Nach dem Ersten Weltkrieg, dem Zerfall der Habsburgermonarchie und der Eingliederung der Stadt ins Königreich Rumänien entstanden neue architektonische Schichten, alte wurden umgewidmet. Die rumänischen Behörden verschafften nun auch dem nach der Zuwanderung vieler Menschen aus anderen Teilen Rumäniens dominierenden orthodoxen Glauben Geltung, indem sie zwischen 1936 und 1940 die imposante Kathedrale zu den Drei Hierarchen bauen ließen.⁸ Mit der Errichtung von repräsentativen Gebäuden wie dem Rathaus begann man noch in der Monarchie; sie wurden dann von den rumänischen Behörden übernommen, fertiggestellt und meist einem neuen Zweck gewidmet. Die Gebäude in der Nähe des heutigen Königin-Maria-Platzes, die dem Piaristenorden gehörten, wurden nach 1948 von verschiedenen Fakultäten der Technischen Universität in Anspruch genommen.⁹ Zweckbauten wie Militäranlagen und Krankenhäusern behielten ihre spezifischen Funktionen. So blieb das Johann-Nepomuk-Krankenhaus aus der habsburgischen Zeit dem Gesundheitswesen erhalten und fungierte als Augenklinik weiter. Das Militärkrankenhaus blieb ebenso erhalten, und das Zivilkrankenhaus wurde in eine onkologische Klinik umgewandelt.¹⁰ Auch beim Gebäude des Militärkommandos der Garnison blieb die historische Kontinuität gewahrt: Es beherbergt heute das Militärmuseum.
Schwere Zeiten
Temeswar erstand im 18. Jahrhundert nicht aus der Asche des Krieges, vielmehr tauchte es förmlich aus den Sümpfen auf. Während die Lage der Stadt im Marschland strategisch gesehen die Wehrhaftigkeit erhöhte, waren Klima und Umwelt dem Alltag der einheimischen Bevölkerung, insbesondere dem der neu angekommenen Kolonisten, nicht gerade zuträglich. Außerdem erhöhten die Nähe zur osmanischen Grenze und der immer wieder aufflammende Grenzkrieg das Risiko von Seuchen, vor allem der Pest. Einer der schlimmsten Pestausbrüche ereignete sich 1738. Als ein Jahr später die Epidemie endlich abflaute, errichteten die Stadtbehörden zum Dank die Rosalienkapelle und die Pestsäule am Domplatz.¹¹
Die habsburgischen Behörden konzentrierten sich neben der Schaffung eines Cordon sanitaire an der Grenze zum Osmanischen Reich auch auf die Entwässerung des Sumpfgebietes um Temeswar und die Regulierung der beiden Flüsse, die jenes speisten. Claudius Florimund de Mercy, der erste Gouverneur des Banats, initiierte 1728 den Bau des Bega-Kanals, durch den die Flussläufe von Bega und Temesch, die bis dahin durch sich kreuzende Nebenarme miteinander verbunden waren, voneinander getrennt wurden. Erst 1760 waren die Regulierungsarbeiten abgeschlossen, und der Kanal wurde für die Schifffahrt geöffnet. Probleme wie saisonale Dürre und Überschwemmungen bestanden jedoch fort, sodass man weiterhin an der Verbesserung der Lage arbeitete. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Dämme gebaut, die Arbeiten setzten sich bis ins 20. Jahrhundert fort. Die letzten Schleusen errichtete man 1916.¹²
Dreimal besuchte Kaiser Franz Joseph I. die Stadt, davon zweimal nach großen Naturkatastrophen: Die Reisen 1872 und 1879 dienten der Bestandsaufnahme nach den Überschwemmungen in Südungarn; der Monarch wollte sich ein eigenes Bild von der Not der betroffenen Bevölkerung verschaffen. Insbesondere im Jahr 1879 mussten zahlreiche Menschen wegen des Theiß-Hochwassers ihre Häuser verlassen. Viele kamen aus der fast vollständig unter Wasser stehenden Nachbarstadt Szegedin auf der einzigen nicht überschwemmten Bahnstrecke nach Temeswar. Wochenlang war der Ort das geschäftige Zentrum von Hilfsaktionen, hier waren die Obdachlosen untergebracht, hier wurden sie versorgt und Gelder gesammelt. Der Kaiser besuchte die Notunterkünfte, sprach Worte des Trostes und inspizierte Hilfskomitees.¹³ Sein dritter Besuch knüpfte dagegen an seine Teilnahme an den siebenbürgischen Militärmanövern vom Herbst 1891 an und war der Höhepunkt der Ausstellung für Industrie und Landwirtschaft, die in jenem Jahr in der Stadt veranstaltet wurde. In Pavillons wurden die Fortschritte der Industrie und Landwirtschaft Südungarns präsentiert. Franz Joseph I. hatte kurz zuvor ein Dekret unterzeichnet, das
