Die besten Tipps zum Lebenslangen Lernen
Von Andreas Hensing
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Über dieses E-Book
Andreas Hensing, Diplom-Pädagoge und zertifizierter Lerncoach, war 30 Jahre als Personalmanager, Unternehmer und Unternehmensberater in der freien Wirtschaft tätig. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich ausschließlich mit allen Fragen rund um das Thema "Lebenslanges Lernen". Als Speaker, Coach, Referent, Dozent und Autor.
Dieser Ratgeber fasst sowohl seine persönlichen als auch beruflichen Erfahrungen zusammen und ist zugleich Leitfaden und Nachschlagewerk.
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Buchvorschau
Die besten Tipps zum Lebenslangen Lernen - Andreas Hensing
Vorwort
Auch wenn im Titel „Lebenslanges Lernen formatfüllend auftaucht, geht es eigentlich um beruflichen Erfolg. Um Ihren persönlichen beruflichen Erfolg. Wenn Sie einmal Ihre letzten Berufsjahre Revue passieren lassen, werden Sie feststellen, dass so einiges passiert ist. Auf Neudeutsch heißt das „Change Prozesse
. Vielleicht geht es „nur um digitale Transformation… Was heißt hier eigentlich „nur
? Und was hat sich dabei für Sie verändert? Noch drastischer geschieht das bei der Industrie 4.0, wenn quasi das gesamte Unternehmen auf den Kopf gestellt wird. Musste ein Mitarbeiter in der Produktion früher eine Maschine bedienen oder bestenfalls einrichten, so soll er heute vielleicht in der Lage sein, einen Industrieroboter zu programmieren. Gut, irgendwann programmiert sich der Roboter selbst, aber so weit sind wir noch nicht. Und sobald er das selbst tut, was wird dann Ihre neue Aufgabe sein?
Die Halbwertzeit des beruflichen Fachwissens ist insgesamt dramatisch gesunken. Sie liegt aktuell nur noch bei fünf Jahren. Beim Technologiewissen sind es gerade mal drei Jahre, und beim IT-Fachwissen ist es nur ein Jahr. Noch! Denn sie wird weiter sinken. Jedes Jahr ein wenig, aber immer schneller. Fest steht: Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen die Unternehmen Schritt halten, wenn nicht sogar Vorreiter sein. Sie müssen effizienter und flexibler werden.
Die große Frage dabei ist, wie werden die Mitarbeiter – wie werden Sie – auf die neuen Aufgaben und beruflichen Anforderungen vorbereitet? Bestimmt durch entsprechende Personalentwicklungsmaßnahmen. Vielleicht mit „Micro Teaching oder „Blended Learning
. Sie verstehen schon diese Begriffe nicht – außer, dass sie vielleicht etwas mit Lernen zu tun haben? Jede Personalentwicklungsmaßnahme, jeder Jobwechsel, jede Veränderung des Aufgabengebietes hat etwas mit Lernen zu tun. Und vielleicht sind Sie ja schon etwas älter?
Bei meinen Vorträgen, Workshops und Coachings in Unternehmen treffe ich zunehmend auch auf ältere Mitarbeiter. Sie sind meistens eines: verunsichert. Von Selbstzweifeln geplagt. Sie fühlen sich abgehängt, dem Neuen nicht gewachsen. Und ich setze alles daran, diese erfahrenen Mitarbeiter wieder aufzubauen.
Denn für eine derart pessimistische Einstellung besteht überhaupt kein Grund. Lebenslanges Lernen ist kein „Hexenwerk". Es ist eine geschickte Mischung aus Selbstvertrauen, Handwerkszeug und Übung. Sobald Sie Ihre Lernkompetenz steigern – egal in welchem Alter – werden Sie sich besser fühlen. Zuversichtlicher an neue Aufgaben herangehen. Selbstbewusster sein, denn Sie wissen: Sie können es schaffen, Sie werden es schaffen! Lernen geht in jedem Alter! Ich bin ein gutes Beispiel dafür.
Mit diesem Buch können Sie die Grundlage dafür schaffen. Sie lernen, wie lebenslanges Lernen funktioniert. Das ist aber lediglich die Grundlage. Ohne die Umsetzung in den betrieblichen oder persönlichen Lernprozess ist nichts gewonnen. Gar nichts. Kennen Sie z.B. die „72-Stunden-Regel"? Nein? Sie besagt, dass alles, was Sie sich an guten Vorsätzen vornehmen, zum Beispiel die Anwendung bestimmter Lerntechniken, niemals eine wirkliche Chance hat, umgesetzt zu werden, wenn Sie mit der Umsetzung nicht binnen 72 Stunden beginnen. Und das sind gerade mal drei Tage.
„Ich muss nichts mehr lernen. Ich kann doch…" Diese Sätze habe ich vor Kurzem von einem hoch qualifizierten Mitarbeiter in einer Manufaktur gehört, die in ihrer Branche auch international eine Spitzenstellung einnimmt. Wenn Sie diese Einstellung teilen und noch etliche Berufsjahre vor sich haben, kann auch ich Ihnen nicht helfen. Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit diesem Buch. Denn Lernen kann auch Spaß machen! Und den versuche ich zu vermitteln. Mit diesem Buch, bei meinen Vorträgen, Vorlesungen, Workshops, Seminaren und persönlichen Coachings.
Inhalt
Vorwort
(M)eine kleine Lerngeschichte
Unser Gehirn – und was wir darüber wissen sollten
Die Evolution schlägt erbarmungslos zu
Wir haben gaaaanz viele Gehirnzellen
Geht es auch mit weniger? Die Meeresschnecke Aplysia
Unser Gehirn ist ein Baukasten
Wieviel Gehirn braucht der Mensch zum Leben?
Guten Morgen, liebes Gehirn – die Muntermacher
Unser Gedächtnis – wie kommt die Info in den Kopf, und wie halte ich sie dort fest?
Als erstes kommen die Sinne
Meine Güte – so viele Infos! Das müssen wir erstmal filtern
Hinter Ihnen wird getuschelt
Hilfe, mein Arbeitsspeicher ist zu klein
Wie groß ist meine eigene Festplatte?
Wie war das noch? Ich sollte das mal wiederholen
Fahrradfahren verlernt man ja auch nicht
Lernen im Alter – ich bin 66, na und!
Ab wann altert mein Gehirn?
Weshalb ich gegen meine Enkel beim Memory verliere, aber im Scrabble gewinne
Das Merken fällt mir zunehmend schwer – was kann ich tun?
Lässt denn alles im Alter nach?
So, jetzt kommen endlich die Lerntipps
Was für ein Lerntyp bin ich?
Habe ich noch alle Sinne beisammen? Warum nutze ich sie nicht?
Will ich das wirklich lernen – oder muss ich es nur?
Das Fach mag ich nicht
Wie schnell ich das vergesse
Wie oft muss ich das denn wiederholen?
Erstmal mach ich mir ´ne Kartei
Ich schaffe das – also schaffe ich es
Wenn ich weiß, was ich lernen soll, geht´s leichter
Was ist eigentlich Priming?
So – zuerst sortieren, bevor es losgeht
Wie mache ich aus Gedanken Bilder?
Warum soll ich das lernen? – Ich habe doch ein Smartphone!
Pygmalion – wie ein zyprischer Bildhauer den Lernerfolg beeinflusst
Jetzt mach ich erst mal Pause
Der innere Schweinehund – der beste Freund des Menschen
Konzentration ist alles
Es gibt kein Multitasking
Der Sägezahneffekt
Erst mal runterkommen und sich sammeln
Konzentration hat auch etwas mit Spielen zu tun
Die Konzentrationsmonster – und wie ich sie besiege
Alles reine Routine
Warum Deadlines produktiv machen
Ich baue mir eine Abschottungskugel
Ins rechte Licht gerückt
Es flutscht – ich bin im Flow!
Lernen wie die Weltmeister
Alles schön der Reihe nach
Storytelling für das Lernen
Wie Sie nie wieder eine PIN vergessen
Wie die Esel Brücken bauen
Ein tolles Buch – aber wie bekomme ich das alles bloß in meinen Kopf?
Warum ist das Buch aus Papier? Ist das nicht schlecht für die Umwelt?
Wer redet hier von „Digitaler Demenz"?
Geht nicht alles auch ein wenig schneller?
Au weia – die Prüfung naht
Ich habe Prüfungsangst – was kann ich tun?
Krisen und Niederlagen meistern
Organisation ist alles
Das Trainingscamp
Schon mal vor Gericht gestanden?
Der „Erste-Hilfe-Kasten" bei der Prüfung
Stichwortverzeichnis
(M)eine kleine Lerngeschichte
Wenn ein berühmter Sportler ein Buch schreibt – zum Beispiel über Trainingsmethoden –, dann steht zu Beginn etwas über seine Erfolge, Medaillen, Titel. Ein Politiker oder Diplomat schreibt, was er zum Weltfrieden oder zur Bewältigung großer Krisen beigetragen hat. Ein Unternehmer oder Wirtschaftsboss schreibt über die Entwicklung von Unternehmen in den globalen Märkten.
Nach fast 30 Jahren in der Wirtschaft kann ich auf keine derart beeindruckende Bilanz meiner Erfolge zurückblicken – weder in meiner Zeit als Personalmanager noch als Unternehmer oder Unternehmensberater. Und wer befasst sich schon gern mit Mittelmaß? Sehen Sie – ich auch nicht.
Deshalb möchte ich mich in meiner Historie lediglich mit meinen eigenen Lernphasen auseinandersetzen. Um die geht es ja schließlich in einem Buch über Lebenslanges Lernen. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir dazu ein.
Die ersten 19 Jahre überspringe ich einfach. Denn über das Lernen als Klein- und Schulkind gibt es jede Menge Literatur. Schade nur, dass die meisten Schüler sie nicht gelesen haben. Auch ich habe in meiner Schulzeit bestimmt eine Menge gelernt. Zum Abschluss habe ich ein halbwegs ordentliches Abitur geschafft, und vieles weiß ich heute noch. Das gehört einfach zum Allgemeinwissen. Wie ich das alles in meinen Kopf bekommen habe, weiß ich allerdings nicht mehr. Das Lernen für die Schule ist mir auch über viele Jahre unendlich schwer gefallen. Das hat sich erst in der Oberstufe geändert, als ich kaum noch etwas auswendig lernen musste. Insgesamt habe ich mich irgendwie so „durchgewurschtelt". Wie so viele meiner damaligen Altersgenossen oder der Schülergenerationen vor und nach mir.
Nur wenige Tage nach meinem Abitur – am 1. Juli 1974 – ging ich als Offizieranwärter zur Marine. Vom ersten Tag an setzte sich dort – in der Grundausbildung an der Marineschule Mürwik – das Lernen fort. Wir erfuhren nicht nur, wie ein Gewehr auseinandergebaut wird, sondern lernten auch Grundlagen in Wehrrecht und Nautik, das Morse- und Flaggenalphabet sowie die Lichterführung von Schiffen.
Anschließend begann unsere Zeit auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock". In der Segel-Vorausbildung war vor allem wichtig, möglichst schnell die knapp 200 Tampen (das sind Taue) identifizieren zu können, die an Oberdeck belegt und zur Bedienung der 23 Segel erforderlich sind. Schließlich sollten wir sie auf See bedienen: Segel hissen, einholen, reffen, brassen… Wenn wir nicht an Oberdeck damit beschäftigt waren, standen Wetterkunde, Navigation oder Seemannschaft auf dem Lehrplan.
Hinterher an der Marineschule mussten wir alles lernen, was zum Führen eines Schiffes erforderlich ist. Und zur Führung einer Mannschaft. Etliches war dabei sehr praxisorientiert. Wir lernten, einen zweimastigen Segelkutter zu segeln und ein Motorboot zu fahren. Beides kann ich heute noch. Aber – ich wollte mich ja kurz fassen…
Nach einem ersten Bordpraktikum begann ich 1976 mein Studium an der heutigen Helmut-Schmidt-Universität – meiner Alma Mater, die damals Hochschule der Bundeswehr Hamburg hieß. Dass ein Studium ab dem ersten Tag etwas mit Lernen zu tun hat, muss ich nicht extra erwähnen. Studiert habe ich Pädagogik – das war das einzige Studienfach, das nicht so stark „verschult gewesen ist. Unsere Studienschwerpunkte konnten wir weitgehend selbst bestimmen, doch die zu bewältigende Stoffmenge war schon sehr hoch. Wir hatten damals – und das hat sich bis heute nicht geändert – drei Semester pro Jahr. Und selbst bei den Pädagogen gab es „Stolperfächer
wie Statistik und empirische Sozialforschung mit fast 50% Durchfallquote bei der ersten Klausur. Ich hatte den Ehrgeiz, das Studium in der schnellstmöglichen Zeit durchzuziehen und schaffte es in knapp drei Jahren. Unmittelbar danach folgten zahlreiche mehrmonatige Fachlehrgänge – schon wieder oder immer noch lernen – an der Überwasserwaffen-, Unterwasserwaffen-, Schiffsicherungs-, Fernmelde-, Ortungs- und Logistikschule. Ich hoffe, ich habe kein Institut vergessen.
Zur ersten realen Fachverwendung – also meinem ersten Einsatz an Bord eines Schiffes als Fernmeldeoffizier – kam ich 1981. Natürlich musste ich mich wie in jeden Job erst einmal praktisch einarbeiten. Vor allem, wie von der Brücke aus ein Zerstörer gefahren wird. Einzeln und im Verband. Wie anund wieder ablegen auch ohne Schlepperhilfe funktioniert, tanken während der Fahrt geht oder ein „Mann-über-Bord-Manöver abläuft. Oder wie von der Operationszentrale aus per Funk Flugzeuge gelenkt werden können, die U-Boote suchen. Insgesamt absolvierte ich drei Kurzeinsätze von jeweils sechs Monaten. Immer bis zur Außerdienststellung – „Pensionierung
– der Schiffe, die so alt waren, dass sie für die Amerikaner schon Einsätze im zweiten Weltkrieg hinter sich hatten.
Da ich Diplom-Pädagoge bin, wurde ich anschließend Hörsaalleiter – also Klassenlehrer – an der Marineschule Mürwik und bildete die neuen Offizieranwärter aus. Den Lehrstoff musste ich erst selbst lernen und dann daraus den Unterricht vorbereiten. Wobei ich den Kadetten in jedem Fach jeweils mindestens drei Stunden voraus war. Anschließend ging ich mit den Kadetten auf das Schulschiff „Deutschland" und führte die Ausbildung dort unter Bordbedingungen weiter.
Dann wurde es Zeit für den nächsten Karriereschritt – quasi vom Abteilungsleiter zum Hauptabteilungsleiter. Jetzt im Bereich Logistik. Vorher galt es wiederum, einen sechsmonatigen Lehrgang an der Marine-Versorgungsschule zu absolvieren und „endlich wieder" ganz viel zu lernen. Übrigens war das nicht das Schlechteste, denn die Schule befand sich in List auf Sylt. Der Lehrgang dauerte von Mai bis Oktober – also zur Hauptreisezeit, und wir waren in reetgedeckten Häusern unmittelbar am Strand untergebracht. Ohne Kaserne drumherum, dafür mit einem Offiziersheim auf einer Sanddüne direkt daneben und meinem Surfboard vor der Zimmertür. Windsurfen habe ich übrigens dort auch gleich gelernt.
Anschließend wurde ich auf einen Lenkwaffenzerstörer geschickt, der auch von den Amerikanern stammte. In jenes Geschwader wollte ich unbedingt, da mit der Funktion als 1. Schiffsversorgungsoffizier – mit Verantwortung für Logistik, Verpflegung, Ersatzteilwesen, Personal, Administration und Finanzen – auch ein fünfmonatiger Lehrgang an der „Naval Officer Supply Corps School" in Athens Georgia/ USA verbunden war. Auf diesem Lehrgang lernten wir unter anderem, amerikanische Rüstungsgüter direkt aus dem US-Versorgungssystem zu beziehen. Auf den Lehrgang in
