Prekäre Zeiten: Gedichte vom Bodensatz der Gesellschaft
Von Mario Stenz
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Über dieses E-Book
Dieser Gedichtband entstammt einer eben solchen Lebensphase, die unsicher war und dem Autor zu schaffen und ihn schaffend machte, um seinen Emotionen und Erfahrungen Ausdruck zu verleihen.
Es wird gestürmt und gedrängt, leidend und liebend gedichtet, ohne Umschweife beschrieben und real und ironisch gebrochen, humoristisch gereimt sowie in kleinen Alltagsepisoden lyrisch vom prekären Leben am Bodensatz der neoliberalen Gesellschaft erzählt.
Dabei sind facettenreiche Aufzeichnungen zu lesen, deren Erfahrungsspanne von Ausbeutung und Erniedrigung, über Liebe, Melancholie bis hin zu Verbitterung und der Zuversicht auf ein besseres Leben reichen.
Mario Stenz
Jahrgang 1978, nach langen Reisen und einer ausgeprägten "Sucher- und Versucherphase", Studium der BiIdungswissenschaften mit den Schwerpunkten Erwachsenenbildung, Sport und Philosophie. Zudem: Teilstudium der Fächer Wirtschaft und Geschichte. Tätigkeit: Lehrer für die Fächer Pädagogik und Ethik.
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Buchvorschau
Prekäre Zeiten - Mario Stenz
Widmung:
Ineke S., Karl F. und alle denen, die in prekären Verhältnissen leben und jenen, die in den Gedichten angedeutet werden und mit denen ich ein Stück des Lebensweges durch unsichere Zeiten ging.
„Sagte der Abgrund zu Hamlet: (…) Verlass` mich für immer und verbringe den Rest deiner Tage damit entschlossen und hart zuzupacken. Warum deine Wut tief in dir ruhen lassen (…)? Lass` deine Handlungen deine Geschichte erzählen. Das Physische ist die Manifestation deines Geistes. Lass` deinen Geist vor Wut strotzen. Lass` deine Stärke außergewöhnlich und kontrolliert sein. Der Durchschnitt ist die Begrenzung. (…) Los!"
Rollins, Henry: Solipsist, S. 22.
„Der Künstler wählt einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit, aber dieser Selektionsprozeß ist gleichzeitig ein Prozeß der Objektivierung. Sobald wir uns seine Perspektive zu eigen gemacht haben, sind wir genötigt, die Welt mit seinen Augen zu betrachten. Es scheint, als hätten wir die Welt nie zuvor in diesem besonderen Licht wahrgenommen."
Cassirer, Ernst: Versuch über den Menschen, S. 225.
„Diese Arbeiter, die sich stückweise verkaufen müssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichmäßig allen Wechselfällen der Konkurrenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt."
Marx/Engels: Manifest der kommunistischen Partei, S. 532.
„Im Übrigen arbeiten wir nicht mehr: wir jobben. Das Unternehmen ist kein Ort, in dem wir existieren, es ist ein Ort, den wir durchqueren. Wir sind nicht zynisch, wir haben nur Vorbehalte, uns missbrauchen zu lassen."
Das unsichtbare Komitee: Der kommende Aufstand, S. 27.
„Die (sic!) Prekariat ist Teil einer neuartigen Herrschaftsform, die auf der Errichtung einer zum allgemeinen Dauerzustand gewordenen Unsicherheit fußt und das Ziel hat, die Arbeitnehmer zur Unterwerfung, zur Hinnahme ihrer Ausbeutung zu zwingen."
Bourdieu, Pierre: Gegenfeuer. S. 100.
„Leben, die sind, als ob sie nicht existiert hätten, Leben, die nur vom Zusammenstoß mit einer Macht überleben (…), Leben, die uns nur wiederkommen dank vielfältigen Zufällen – das sind die Infamen, von denen ich einige Reste hier versammeln wollte."
Foucault, Michel: Das Leben der infamen Menschen. S. 22.
Inhalt
Vorwort
Begrüßung
Lächeln
Goethe
Zoo
Ziel
Ekel
Verkehrung
Rückspiegel
Denkmal
Käfig
Eldorado
Saturnalien
Fußvolk
Garten
Übermensch
Zuneigung
Bejahung
Wunde
Idealismus
Nachtmusik
Freiheit
Sisyphos
Horizont
Radio
Feierabend
Arbeiter
Idiot
Ahnung
Matratzenelegie
Verklärung
Freude
Identität
Umsichtigkeit
Kollegialität
Würde
Lehrer
Wettstreit
Farben
Romanze
Tragödie
Andacht
Wahrheit
Freitag
Option
Requiem
Bedürfnis
Erhebung
Einsamkeit
Märchen
Tyrann
Klima
Schachmatt
Gewohnheit
Beschaulichkeit
Weisheit
Frühschicht
Hälfte
Alkohol
Liebe
Exempel
Flexibilität
Lob
Wertschätzung
Fieber
Deutscher
Selbstachtung
Nordsee
Nachschub
Charakter
Wortlos
Pausenraumblues
Leistung
Beruhigungsmittel
Säulen
Geheimnis
Klimawandel
Tod
Druckmittel
Haltung
Urlaub
Überlebenskunst
Widerständchen
Aufstieg
Verbitterung
Sommer
Schwarz
Mut
Atem
Praxis
Kamerakultur
Alltag
Fremde
Teilhabe
Flair
Entwurzelung
Lachen
Ufer
Milchmädchen
Schönheit
Nichts
Diagnose
Büro
Schwebe
Konjunktiv
Abschied
Warten
Aufrichtigkeit
Zen
Vorwort
Ein Lyrikband benötigt in den meisten Fällen keine einleitenden Worte. Denn in der Regel stehen die einzelnen Gedichte für sich. Diese Unabhängigkeit des Gedichts ist im Folgenden zum Teil ebenfalls gegeben, dennoch werden einige Gedichte besser verständlich, wenn der Kontext, aus dem sie entstanden sind und der ihnen Sinn verleiht, erläutert wird. Und der Aspekt, der dem Gedichtband Kohärenz und Zusammenhang gibt, ist alltäglich und doch besonders: Es entstammt aus dem, was „man gemeinhin als „normales Leben
bezeichnet und praktiziert. Im Zuge dieser „Normalitätskollision" erhält es den heiter-melancholischen Grundton in weiten Teilen aus der Erfahrung mit dem verhassten Heiligtum der west- und restlichen Welt: der (Erwerbs-)Arbeit. Denn was kann Arbeit im Sinne eines Berufes nicht alles sein: „Rückgrat des Lebens (Nietzsche), Indikator für die soziale Stellung, Indiz für persönliche Eigenschaften wie Intelligenz, Durchsetzungsfähigkeit, Interessen usw., Möglichkeit der Selbstverwirklichung und des kreativen Ausdrucks, Lebenssinn, Zeit für Sozialkontakte, Tagesstrukturierung und - nicht zu vergessen - die Kernfunktion zur Produkterzeugung und der Sicherung des Lebensunterhalts. Und zugleich kann Arbeit in Form eines „Jobs
Plage und Mühe sein, bezahlte Zeitverschwendung, ungeliebtes Mittel zum bloßen Zweck, notwendiges Übel, Grund für soziale Abwertung bei wenig anerkannter Arbeit, sie kann in Form von Burn-Out, Depression, Rückenleiden usw. psychisch und/oder physisch krank machen und existentiell niederdrücken. Kurzum: Arbeit kann je nach Stellung, Bedingung, Perspektive und Erfahrung Himmel und Hölle sein. Dieser Gedichtband handelt vornehmlich von Zweitem.
Konkret handelt der Gedichtband von einem Lebensabschnitt, in dem ich mich als Lagerarbeiter im Schichtdienst in einem Logistikunternehmen verdingte.¹ Es liefert eine Art lyrischen Gefühls- und Milieubericht der unteren Gesellschaftsschicht, die als sogenanntes „Prekariat" im Kapitalismus die Schwächsten in der Wertschöpfungskette und den Schwankungen des Marktes am heftigsten ausgesetzt sind, da sie oft eine geringe Qualifizierung und/oder Bildung haben und damit ihre Möglichkeit auf Aufstieg im Keim erstickt wird bzw. sie vom sozialen Abstieg bedroht sind.
In diesem Zusammenhang schildert das Gedichtband den Mikrobereich der Erfahrung mit der liberalen Marktwirtschaft, Leiharbeit, Unlust, Arbeitslosigkeit, Macht, Müdigkeit, Freude, Konkurrenz, Ressentiment, Monotonie, Verachtung und Erniedrigungen, erlebtem Nazismus,
