Wege im Inntal: Ein anthropospeläologischer Exkursionsführer zu den Höhlen des unteren Inntales zwischen Rosenheim und Kufstein
Von Peter R. Hofmann
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Über dieses E-Book
Besonders betont wird der Aspekt "Mensch & Höhle" - dazu gehören Sagen, historische Fakten und bisweilen tragische, oft erstaunliche, manchmal skurrile Begebenheiten rund um die vorgestellten Objekte.
Höhlen dienten als Verstecke im Krieg, als Wohnung frommer Eremiten, als Burgen und Viehställe. Der Höhlensturz einer Kuh ist ebenso verbürgt wie tödliche Unfälle. Inschriften und archäologische Zeugnisse beweisen die Anwesenheit von Menschen seit prähistori-schen Zeiten. Ein Höhlenhaus gilt schließlich gar als Ursprungsort des Tourismus in Bayern ...
So ist das Buch für den Höhlenspezialisten, für den heimatkundlich Interessierten wie für den Bergliebhaber, der ungewöhnliche Ziele schätzt, gleichermaßen geeignet.
Peter R. Hofmann
Peter R. Hofmann, geboren 1959 in München ist seit dem Jahr 2000 im bayerischen Inntal zuhause. Als Dipl.-Kaufmann arbeitete er in der Industrie als Controller, zuletzt als Kaufmännischer Leiter. Sein spezielles Interesse gilt der Speläologie (Höhlenforschung), er veröffentlichte mehrere Bücher über Höhlengebiete im BOD-Verlag: Unterirdisches Istrien, Unterirdisches Slowenien, Unterirdisches Malta, Unterirdisches Bayern I + II. 2021 bis 2024 genoss er eine Ausbildung in angewandter und künstlerischer Fotografie an der Prager Fotoschule, Linz (A). Seine fotografischen Schwerpunkte sind Höhlen, Reisen, Landschaft, Architektur, Portrait sowie abstrakte Themen. Daneben gestaltet er regelmäßig künstlerische Projekte und eigene Ausstellungen. Er ist Mitglied der Neuen Künstlerkolonie Brannenburg. Das Fotobuch ASLSP ist sein erstes künstlerisches Werk im BOD-Verlag.
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Buchvorschau
Wege im Inntal - Peter R. Hofmann
Weg I
Der Wendelstein und seine Höhle
– Auf der bayerischen Ikone –
Den Wendelstein als Aussichtsberg und Ausflugsziel zu rühmen, hieße nun wirklich, die sprichwörtlichen Eulen nach Athen zu tragen. Schon von weitem grüßt er den Anreisenden und markiert mit seinem unverwechselbaren Profil und der zusätzlichen Kennzeichnung durch die Sendemasten des bayerischen Rundfunks die Eingangspforte des Inntales.
Ein bestens erschlossenes Ziel
Gleich von zwei Seiten ist der Berg erschlossen. Von Bayrischzell, genauer gesagt von Osterhofen, führt ebenso eine Bahn auf den Gipfel wie von der Inntaler Seite, von Brannenburg.
Diese Tatsache ermöglicht eine lohnende Kombination, denn unter Nutzung der Wendelstein-Ringlinie, die beispielsweise via Bayrischzell-Sudelfeld-Oberaudorf den Wanderer wieder nach Brannenburg bringt, lässt sich gleich das ganze Gebiet erkunden. Oder man nutzt die Ringlinie nach einem Abstieg zum Sudelfeld, einer, wie man sehen wird, speläologisch durchaus interessanten Route.
Der Wendelstein und seine Bergbahnen
Die älteste Zahnradbahn in den deutschen Alpen fährt seit 1912 auf den Aussichtsberg Oberbayerns. 1991 wurde die Bahn modernisiert. Heute fahren bequeme Doppel-Triebwagen vom Inntal in 30 Minuten zum Bergbahnhof auf 1723m Höhe. Die Fahrt auf der malerischen Strecke, vorbei an Almwiesen, durch Wald und über schroffe Felsen hinauf ist ein einmaliges Erlebnis. Seit 1970 ist der markante Aussichtsberg Wendelstein von zwei Seiten aus erschlossen. Als Gegenstück zur gemütlichen Zahnradbahn wurde 1970 eine moderne und schnelle Großkabinen-Pendelbahn gebaut, die den Wendelsteingipfel mit dem Leitzachtal verbinden konnte. Die Wendelstein-Seilbahn bringt ihre Fahrgäste in nur 7 Minuten zur Bergstation
Belohnt wird der Besucher in jedem Falle mit einer einmaligen 360° Rundumsicht von den Zentralalpen bis weit über satte Hügellandschaften, die sanft ins Flachland übergehen – bis zur Landeshauptstadt München hinaus.
Danach bieten sich Wege ins Tal zurück an, zunächst aber der unbedingt empfehlenswerte Panoramarundweg über den eigentlichen Gipfel!
Der Wendelstein und seine Wege
Dieser Führer soll ja keinen klassischen Wanderführer ersetzen, aber im Falle des Wendelsteins ist es doch angebracht, auf die wichtigsten Routen kurz hinzuweisen.
Rundwege
Gipfel und Panoramaweg (beschildert, Gehzeit 45 Min.) Die 100 Höhenmeter zum Gipfel sind fast ein Muss. Der Aufstieg zum Rundumblick über einen gut gesicherten und ausgeschilderten Wanderweg dauert etwa 20 Minuten. Vom Wendelstein-Kircherl führt der Pfad am Gebäude des Bayerischen Rundfunks vorbei in Serpentinen hinauf zum 1838m hohen Gipfel. Dem Gipfelsturm schließt sich der eindrucksvolle Panoramaweg rund um das Gipfelmassiv an. Der Weg zweigt kurz unter dem Wendelsteingipfel ab und leitet (an der Schachthöhle Oberes Wetterloch am Wendelstein direkt vorbei!) über den Ostgipfel und an der Windkraftanlage vorbei wieder zum Bergbahnhof.
Die Wege ins Tal
Wendelstein-Osterhofen - Seilbahn-Talstation (Höhenunterschied 932m, 2½ Std.) Reizvoller Abstieg ins Leitzachtal. Von der Berggaststätte aus unter der Seilbahn hindurch, vorbei an der Sonnenenergieanlage zu den Wendelsteiner Almen (im Sommer bewirtschaftet), über die Sigl-Alm nach Hochkreut (Bergcafé) und weiter zur Seilbahn-Talstation.
Wendelstein-Bayrischzell - König-Maximilian-Weg (Höhenunterschied 1036m, 2½ Std.) Auf den Spuren von König Max II. führt der Weg am Kircherl vorbei zur Zeller Scharte, zweigt rechts ab und führt beim Bergwachthaus nochmals nach rechts hinunter zu den Wendelsteiner Almen. Der Weg endet in Bayerischzell an der Königslinde.
Wendelstein - Bad Feilnbach (Höhenunterschied 1183m, 4 Std.) Von der Berggaststätte aus unter der Seilbahn entlang der Westwände des Wendelsteins zur Reindler Alm, weiter durch das Jenbachtal über die Wirtsalm und die Maier-Alm nach Bad Feilnbach
Wendelstein - Sudelfeld Passhöhe (Höhenunterschied 645m, Gehzeit 2 Std.) Bis zu den Wendelsteiner Almen, dann entweder zur Talstation der Seilbahn, direkt nach Bayrischzell (König-Maximilian-Weg) oder zur Sudelfeld-Passhöhe. (Weg zum Sudelfeld zweigt nach links ab.)
Wendelstein - Reindler-Alm - Mitteralm - Aipl - Zahnradbahn-Talbahnhof (Höhenunterschied 1332m, 3½ Std.) Abwechslungsreiche Wanderung entlang der Bahntrasse. Vom Wendelstein-Kircherl Richtung Reindler-Scharte unter der Zahnradbahn-Trasse hindurch zur Reindler-Alm. Von dort auf dem Fahrweg über Mitteralm (Montag Ruhetag) nach Aipl. Die Zahnradbahn kreuzend über St. Margarethen zum Zahnradbahn-Talbahnhof. Zusteigemöglichkeit an den Haltestellen Mitteralm und Aipl.
Die Geo-Park-Wege
Besonders interessant, gerade für den Höhlenspezialisten, sind die so genannten Geo-Park-Wege, die vor einigen Jahren eingerichtet wurden. Auf insgesamt 35 Erläuterungstafeln entlang von vier Routen wird anhand anschaulicher Zeichnungen und leicht verständlicher Texte die Entstehung der Alpen und Ihr Schicksal im Laufe der Zeit beschrieben. Ausgangspunkt der vier Wege ist immer die Panorama-Tafel auf der Bergterrasse. Die Themen der Tafeln sind so gewählt, dass nicht unbedingt jede gelesen werden muss, um die nächste zu verstehen.
Gipfelweg (16 Tafeln)
Entlang Gipfel- und Panoramaweg wie oben beschrieben, Endpunkt Wendelsteinhöhle, mit Höhlenbesichtigung Gehzeit 1,5 - 2 Stunden und vielleicht die lohnenste Route im Rahmen einer Tagesbesichtigung!
Rundweg Wendelsteiner Almen (10 Tafeln)
Im Aufstieg entlang des Wanderwegs zu den Wendelsteinen Almen über die Zeller Scharte auf felsigem Steig zur Trasse der Zahnradbahn und von dort zum Wendelsteinkircherl, Gehzeit: 1,5 Stunden.
Weg zur Maier-Alpe (7 Tafeln)
Entlang des Wanderwegs nach Bayrischzell, dann Richtung Bad Feilnbach durchs Jenbachtal. Die Erklärungen enden am Parkplatz der Maier Alpe. Gehzeit: 3 Stunden.
Weg zur Mitteralm (7 Tafeln)
Entlang des Wanderwegs zum Talbahnhof der Zahnradbahn wie oben beschrieben, bis Haltestelle Mitteralm. Gehzeit: 2 Stunden.
Der gesamte Gipfelbereich des Berges ist freilich arg erschlossen – mancher wird ihn für „zugebaut" ansehen. Neben der bereits erwähnten, markanten Sendestation des bayerischen Rundfunks beherbergt das Massiv auch eine Wetterwarte und eine Sternwarte der Universität München.
Daneben bestehen natürlich die Bauten der Bahnen, wobei die Station der Zahnradbahn noch die zurückhaltendere von beiden ist. Das Wendelsteinhaus mit seinem Gaststättenbetrieb (in dem man übrigens ganz hervorragend speisen kann – ein Geheimtipp zu Festlichkeiten wie Familienfeiern) und Aussichtskanzeln runden das Angebot ab. Das bekannte Wendelsteinkircherl auf steiler Felsenspitze gehört da zweifellos zu den gefälligeren Bauten.
Gipfel- und Höhlenerlebnis zugleich
Der Wendelstein stünde freilich nicht in diesem Höhlenführer, würde er den Besucher nicht mit einer weiteren Besonderheit beglücken: Kaum 2 Minuten von der Bergstation der Bahnen entfernt, gibt es eine Schauhöhle zu besichtigen – die Wendelsteinhöhle (Kat.-nr.1279/1), Höhe über NN 1.711m, mit einer Gesamtlänge von 523m und einer Höhendifferenz von insgesamt 97m (+ 21 m/-82 m)! (Gibt es überhaupt eine Höhle, die im Gipfelaufbau eines Berges liegt und noch bequemer erreichbar ist?)
Der künstliche Eingang der Wendelsteinhöhle
Unterhalb des Kirchleins vorbei erreicht man auf einem Weg zunächst ein Drehkreuz – mit nochmals einer angenehmen Überraschung: Eine Münze von 1 Euro genügt und danach darf die Höhle beliebig auf eigene Faust durchwandert werden – wir denken, ein vergleichsweise moderater Preis.
Die Höhle selbst wurde angeblich im Jahr 1864 von einem Einheimischen aus Bayrischzell entdeckt, aber erst im Herbst 1882 von M. Kleiber erforscht. Die ersten Berichte erschienen von Baumann (1883) und von Ratzel (1886). Nach Gründung der Gesellschaft für Höhlenkunde in München 1920 wurde die Höhle zwei Jahre später erstmals vermessen. Seither wird sie in verschiedenen Schriften erwähnt.
Die Höhle wurde bereits im Jahre 1921 für den allgemeinen Besuch als Schauhöhle ausgebaut und elektrisch beleuchtet. 1953 wurden Beleuchtung und Steiganlagen komplett erneuert. Der natürliche Eingang liegt am Fuße der Südostwand des Wendelsteingipfelaufbaus und ist steinschlaggefährdet. Deshalb hat man 1962 von geeigneter Stelle einen Stollen abwärts zur Höhle aufgesprengt, durch den man sie heute betritt.
Gabriele Hofmann im Besucherteil der Wendelsteinhöhle
Grundriss und Lage der Wendelsteinhöhle
(Quelle: Kataster des VHM)
Über 82 Stufen geht es also erst einmal auf das Niveau der eigentlichen Höhle hinab, dort nach rechts ist nach 30m der natürliche Eingang erreicht. Der Besucherweg führt zu einer Plattform am Fuße einer 17m hohen, vom Tageslicht noch gut erhellten Halle. Zum natürlichen Eingang der Höhle, der genau nach Osten exponiert ist, führt eine steile, auch im Sommer mit Firnschnee und Eis bedeckte Halde (Foto auf der Titelseite des Buches oben). Hier am tiefsten Punkt sammelt sich die kalte Luft, die nicht nach außen entweichen kann, da sie schwerer als die wärmere Außenluft ist. In der so genannten Kältefalle
liegt daher auch im Sommer noch Schnee.
Eigentlich beginnt also hier, am Fuße dieser Halle, der vielfach gewundene und gelegentlich von kleinen Erweiterungen unterbrochene Hauptgang. Ihn verfolgt man zurück, am Zugangsstollen wieder vorbei, in die Tiefe des Berges.
Bis zur Holzbrücke ist der Gang verhältnismäßig breit und nur etwa 3m hoch. Bis hierher reicht die starke Belüftung vom Eingang und damit auch die Kaltluftspeicherung im Winter. In diesem vorderen Teil der Höhle tritt während der Schneeschmelze, d.h. während des ersten starken Sickerwasseranfalles, eine reichliche und vielfältige Eisbildung auf.
Von der „Brücke" ab wird der weiterhin gewundene Gang wesentlich schmäler, dafür jedoch höher und spaltenförmig (soweit feststellbar bis zu 15m Höhe – immer ist die höchste Stelle aber nicht einsehbar).
Der etwa 170m lange Besucherweg endet im „Dom, einem einigermaßen runden, 13m hohen Raum, von dem zwei Gänge abzweigen: über eine Steilstufe der ca. 40m lange, am Ende zugeschwemmte „Fledermausgang
und der ca. 90m lange stellenweise enge und über Blockwerk beschwerlich begehbare „Canon mit „Wendelsteins Herzkammer
. Die Gesamtganglänge beträgt wie erwähnt über 500 m. Die Jahresmitteltemperatur der Luft im hinteren Höhlenabschnitt beträgt 3 Grad Celsius.
Die Sinterbildungen sind eher unbedeutend, stellenweise zwar in Ansätzen da, aber meist in Auflösung begriffen. Der aufmerksame Beobachter findet an den Wänden gelegentlich herausgewitterte Fossilreste. In Fachkreisen ist die Höhle wegen ihres Fledermaus-Artenreichtums bekannt. Als Teil des Landschaftsschutzgebietes Wendelstein ist die Höhle mit der Geotopnummer 187H001 im Geotopkataster des Bayerischen Geologischen Landesamtes verzeichnet.
Versteckte Geheimnisse
Die Wendelsteinhöhle ist „altbekannt" – und wie so oft versteckt sich hinter dem scheinbar bekannten oft noch eine kleine Sensation. Im Frühsommer 1989 begingen Werner Zagler und Stefan Glaser vom Verein für Höhlenkunde München den Schauteil und beobachteten starke Eisbildungen, die schlagartig aufhörten, dort wo der Hauptgang hoch und canyonartig wird. Sie schlossen daraus, dass an dieser Stelle eigentlich ein Schlot nach oben führen müsste, der eine dynamische Bewetterung der Höhle verursacht. Tatsächlich konnten sie in einen Gang klettern, in dem Luftzug zu spüren war – Indiz für Neuland. Allerdings verengte sich der neue Gang bald stark.
Zwei weitere Versuche, loses Steinwerk beiseite zu räumen, waren nötig, im Dezember 1991 und im Januar 1993. Erst im Juni 1994 schließlich brachte eine Grabungsaktion im wahrsten Sinne des Wortes den Durchbruch – und eine Überraschung: statt nach oben wie erwartet führte das Neuland nach unten, denn eine Reihe von Schächten schloss sich an.
Zunächst galt es, den 14m tiefen „Pozzo Bello, den „Schönen Schacht
durch Abseilen zu bezwingen, eine Kluft führte zu einem zweiten Schacht von 8m Tiefe, nach 15 horizontalen Metern führte ein dritter Schacht 18m nach unten, ein Gang ließ sich über kleinere Stufen weitere 40m in die Tiefe verfolgen!
Doch damit noch nicht genug. Nach den anfänglichen Schlufstrecken führt eine zweite Abzweigung, die „Mäuseautobahn" in weitere sehr enge Teile, in denen sich der Luftzug, der die Entdecker hierher gelockt hatte, verschwindet. Auch zeigen die Gangformen, dass sich hier zu Höhlenentstehungszeiten einmal der Hauptwasserzufluss zu den vorher beschriebenen Schachtteilen befand. Weitere Details beschreiben die Erforscher in ihrem Beitrag in Stautz 2004, S. 102 ff, dem diese Zusammenfassung entnommen ist.
Der Plan, den dankenswerterweise der Autor Stefan Glaser zur Verfügung stellte, zeigt die Situation sehr übersichtlich.
Die Höhle wurde durch diese Forschungsleistung um insgesamt 215m länger, die Tiefe der neuen Teile beträgt 89m!
Die Geschichte einer Höhle – und einer Landschaft
Die Wendelsteinhöhle ist natürlich – wie der Besucher schon vermutet - eine Karsthöhle. Sie erstreckt sich vorwiegend horizontal im ungeschichteten, massigen Wettersteinkalk in zwei Hauptkluftrichtungen, Nordwest und Südost. Zu beachten ist, dass das gesamte Wendelstein-Massiv tektonisch stark beansprucht ist. Etwas erklärt das vielleicht auch die Gangprofile von zum Teil klammartigem Aussehen. Typische Laugungsformen legen den Schluss nahe, dass die Entstehung durch Korrosion wie durch Erosion erfolgte.
In der Schachtzone der Wendelsteinhöhle.
Foto: Stefan Glaser
Fortsetzung der Höhle im „Canon" unmittelbar nach Ende des Schauteiles
Woher kam aber das Wasser, das die Höhle formte?
Besonders bemerkenswert ist ja die große Höhenlage der Höhle weit über den heutigen Flussniveaus (den so genannten „Vorflutern")! Daraus muss auf ein sehr hohes Alter geschlossen werden. Während der Entstehungszeit müssen die nördlichen Kalkalpen noch den Charakter einer Mittelgebirgslandschaft besessen haben! Irgendwann im Tertiär, einer Zeitspanne, die etwa 70 Mio. Jahre vor heute begann und vor mehreren Millionen Jahren endete, floss hier ein Höhlenbach aus einem Einzugsgebiet westlich des heutigen Gipfels nach Osten in ein Tal, das heute etwa auf 1.700m Höhe liegen würde und damit mehr als 1.200m über dem heutigen Inn. Vielleicht war aber dieses Tal bereits der Vorläufer des heutigen Inntales? (Am Ende des Tertiärs hatte die Landschaft in etwa das heutige Aussehen.)
Nach den neuen Entdeckungen in der Wendelsteinhöhle kann man die Entstehung der Höhle selbst sogar noch genauer beschreiben. Stefan Glaser schildert die offensichtlich zwei Phasen wie folgt:
„1: Die Wendelsteinhöhle in ihrer besten Zeit als aktive Wasserhöhle
Der Hauptgang fungiert als Sammelstrang für Zuflüsse nicht nur von Westen und Süden, sondern auch von oben und von Norden. Im Bereich der Mäuseautobahn vereinigten sich mehrere kleinere Zuflüsse und entwässerten durch den Schlufteil in den Hauptgang.
2: Der Schachtteil entsteht, der Hauptgang liegt schon trocken
Die Zuflüsse aus dem Bereich der Mäuseautobahn liefern immer noch bedeutende Wassermengen. Diese fließen aber nicht mehr durch den Schlufteil in den Hauptgang ab sondern spülen nun den Pozzo Bello und den Schachtteil aus. Das Vorflutniveau muss nun folglich mindestens 90m tiefer gelegen haben. Die Annahme liegt nahe, dass das Gebirge zuvor durch tektonische Bewegungen gehoben wurde und sich in der Folge die Täler weiter eingetieft hatten. Der Hauptbach kann zu dieser Zeit schon nicht mehr durch den Hauptgang der Wendelsteinhöhle geflossen sein, da das Wasser ansonsten sicherlich auch den Weg in den Schachtteil gefunden hätte, der teilweise nur in 10m Distanz neben dem Hauptgang liegt. Der Hauptbach hatte sich entweder einen völlig anderen Weg gesucht oder floss zwar weiterhin unter dem Wendelstein nach Westen, aber auf einem viel tieferen Niveau. Es existierten zumindest noch Teile der ehemaligen Landschaft, in denen die Einzugsgebiete der nördlichen Nebenbäche
