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Die Ausgestaltung der Zentren für Lehrerbildung in Nordrhein-Westfalen: Ergebnisse einer landesweiten Dokumentenanalyse
Zuhörkompetenz im schulischen Unterricht: Die Bedeutung von Zuhören für das Fach Deutsch
(Nicht-)Gelingensmerkmale von Langzeitpraktika in der Wahrnehmung von Praxissemesterstudierenden: Eine Interviewstudie zum Kompetenzbereich "Unterrichten" an der Universität Münster
eBook-Reihen11 Titel

Erziehungswissenschaftliche Impulse

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Über diese Serie

Sprache ist in den Schulen eines der wichtigsten und häufigsten genutzten Medien. Sie dient zur Verständigung, ist ein Instrument der Teilhabe und Ausdrucksmittel vieler Individuen, gleichzeitig aber auch ein Instrument der Gewalt. Die linguistische Disziplin Pragmalinguistik untersucht die menschliche Sprache als Form menschlichen Handelns und analysiert, wie ein Sprechakt vollzogen wird. Mittels der von Brown und Levinson aufgestellten Höflichkeitstheorie kann die gesprochene Sprache in ihrer Wirkung auf die sprechende und hörende Person untersucht werden.
Innerhalb dieser Studie wird die Forschungsfrage "Wie gestaltet sich die Sprache der Schüler*innen im Raum Klassenraum und Raum Pausenhof hinsichtlich der pragmalinguistischen Theorie des Gesichtsbedrohenden Aktes?" untersucht. Hierfür wird eine qualitative Beobachtung durchgeführt um folglich die gesprochene Sprache der Schüler*innen in den unterschiedlich sozialen Räumen zu analysieren. Mittels einer vorangehenden pragmalinguistischen Analyse wird der Untersuchungsgegenstand auf Basis der Höflichkeitstheorie kategorisiert und unter Verwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Hierbei werden die Strategien der Gesichtsbedrohung aufgezeigt, analysiert und in einer quantitativen Häufigkeitsanalyse zusammengeführt.
Dabei wird herausgefunden, dass sich die gesprochene Sprache innerhalb der Räume Klassenraum und Pausenhof hinsichtlich der Strategien der Gesichtsbedrohenden Akte unterscheiden. Grundsätzlich werden auf dem Pausenhof deutlich mehr Gesichtsbedrohende Akte ausgedrückt, als im Klassenraum. Als weiteres wichtiges Ergebnis wird festgestellt, das im Pausenhof häufiger das negative Gesicht und im Klassenraum häufiger das positive Gesicht bedroht wird. Dabei wird auf dem Pausenhof mittels gesprochener Sprache die Handlungsfreiheit der Schüler*innen eingeschränkt, während im Klassenraum häufiger die Bedürfnisse der Schüler*innen übergangen werden.
Zum Schluss kann also festgestellt werden, dass die verwendete Sprache deutlich mit dem sozialen Raum zusammenhängt und sich die Regeln dessen auf das sprachliche Mittel signifikant auswirken.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum3. März 2020
Die Ausgestaltung der Zentren für Lehrerbildung in Nordrhein-Westfalen: Ergebnisse einer landesweiten Dokumentenanalyse
Zuhörkompetenz im schulischen Unterricht: Die Bedeutung von Zuhören für das Fach Deutsch
(Nicht-)Gelingensmerkmale von Langzeitpraktika in der Wahrnehmung von Praxissemesterstudierenden: Eine Interviewstudie zum Kompetenzbereich "Unterrichten" an der Universität Münster

Titel in dieser Serie (11)

  • (Nicht-)Gelingensmerkmale von Langzeitpraktika in der Wahrnehmung von Praxissemesterstudierenden: Eine Interviewstudie zum Kompetenzbereich "Unterrichten" an der Universität Münster

    1

    Der vorliegende Band geht aus einer Abschlussarbeit hervor, welche im Zuge des Master of Education-Studiengangs entstanden ist und das Praxissemester als Langzeitpraktikum in den Blick nimmt. Die qualitativ angelegte Interviewstudie fokussiert dabei jene Merkmale und Bedingungen, welche aus Studierendenperspektive zu einer gelingenden Praxisphase beitragen. Die Studie reiht sich damit in den aktuellen Forschungsdiskurs um Langzeitpraktika ein, legt hinsichtlich des Untersuchungsfokus um (Nicht-)Gelingensmerkmale von Praxisphasen allerdings einen bislang wenig beachteten aber ungleich bedeutenden Schwerpunkt. Als theoretischer Bezugsrahmen der Studie dienen die von der Kultusministerkonferenz formulierten Standards für die Lehrer-/innenbildung (vgl. Kultusministerkonferenz, 2014, S. 1-14), wobei der Kompetenzbereich Unterrichten (Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen), mitsamt den dazugehörigen Teilkompetenzen den Kern der Analyse bildet, da die Konzeption der Praxisphase eben diesen Kompetenzbereich in seiner theoretischen Reflexion in den Mittelpunkt stellt. Im Zuge der Datenauswertung wird zwischen schulisch-institutionellen Bedingungen, auf Ebene der drei Lernorte (Schule, Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und Universität) sowie persönlich-individuellen Einflussfaktoren differenziert. Hinsichtlich zentraler Ergebnisse lässt sich festhalten, dass vor allem die den Studierenden zugewiesenen Mentor*innen ein wichtiges "Bindeglied" zwischen Theorie und Praxis darstellen und in der Folge großen Einfluss auf eine ertragreiche Gestaltung des Praxissemesters haben. Weiterhin hat sich gezeigt, dass seitens individueller Faktoren insbesondere Aspekte in der Subkategorie "Bereitschaft und Initiative", wie z. B. Motivation, aktives Einbringen und Einfordern von Verantwortung im unterrichtlichen Kontext, zusammen mit einer aufgeschlossenen Grundhaltung, erheblich zum Gelingen der Praxisphase beitragen können.

  • Die Ausgestaltung der Zentren für Lehrerbildung in Nordrhein-Westfalen: Ergebnisse einer landesweiten Dokumentenanalyse

    2

    Auf Basis der Empfehlungen der sogenannten "Terhart-Kommission" und im Zuge der verschiedenen Reformkonzepte der frühen Nullerjahre wurden bundesweit Zentren für Lehrerbildung und Schools of Education gegründet, die sich über die Jahre hinweg fest in der universitären Struktur etabliert haben. Bezüglich der genauen Umsetzung der Gründung solcher Institutionen "[...] schlägt die Kommission kein einheitliches, verbindliches Modell vor" (Terhart, 2000, S. 109). Die logische Konsequenz dessen in Kombination mit der heterogenen und föderalen Bildungslandschaft in der Bundesrepublik war, dass bereits einen Wimpernschlag nach der Veröffentlichung der Empfehlung die Zentren "[...] mit allen nur denkbaren Aufgabenzuschreibungen" (Blömeke, 2000, S. 251) versehen wurden. Das Erhebungsziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, die "Ausgestaltung der Zentren für Lehrerbildung" 19 Jahre nach dem Anstoß zur Gründung für NRW mittels der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz herauszuarbeiten. Dies geschieht durch die Entwicklung eines eigenen Analyseinstruments mit folgenden deduktiv hergeleiteten Kategorien: Studierendenservice, Forschungsintensität, Qualitätsmanagement, horizontale Verzahnung, vertikale Verzahnung, Inklusion und Digitalisierung. In Sinne der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse sind diese sieben Kategorien zusätzlich in vier ordinale Ausprägungsstufen unterteilt. Vorrangig sind Dokumente öffentlichkeitswirksamer Kommunikation sowie Statistiken im Erhebungszeitraum untersucht worden. Die Gesamtschau der Erhebungsergebnisse dieser Arbeit betrachtend lässt sich mit Blick auf die Ausgestaltung der Zentren in NRW zusammenfassen (Stand 2019), dass sie an der Oberfläche mit annähernd denselben Aufgabenbereichen dasselbe Ziel - die kontinuierliche Verbesserung der Lehramtsausbildung – verfolgen. Die Zentren sind jedoch im Detail, hinsichtlich der Intensität der Ausdifferenzierung dieser Kernaufgaben, derart different ausgestaltet, dass kein mittels Netzdiagrammen visualisiertes Profil demjenigen eines anderen Zentrums gleicht. Der Nutzen der Erhebungsergebnisse dieser Abschlussarbeit lässt sich dahingehend definieren, dass sie beispielsweise die erste empirische Grundlagenarbeit zur Ausgestaltung der Zentren seit neun Jahren darstellt. Außerdem wurden bisher keine Grunddaten bezüglich der Zentren explizit für NRW erhoben.

  • Zuhörkompetenz im schulischen Unterricht: Die Bedeutung von Zuhören für das Fach Deutsch

    3

    Durch die weit verbreitete Nutzung von Messenger-Diensten wie WhatsApp hat sich die schriftsprachliche Kommunikation (obwohl sie konzeptionell oftmals eher mündlichen Charakter besitzt) stark in den privaten und beruflichen Alltag ausgebreitet. Trotzdem bleibt verbale Interaktion ein wichtiges Medium zur Kommunikation. Face-to-face-Interaktion ist heute ebenfalls allgegenwärtig. Außerdem sorgt die Einbindung von Sprachnachrichten in diversen Messenger-Diensten, wie etwa in WhatsApp, für eine digitale, auditive Kommunikation. Durch die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) wurde die Gesprächskompetenz im Deutschunterricht aufgewertet. Dies geschah anschließend auch in den neuen Kernlehrplänen der Bundesländer. Die doppelte Bedeutung von Zuhörkompetenz - als eine Grundvoraussetzung menschlicher Interaktion und zugleich auch als Ziel von menschlicher Interaktion in Schule und Unterricht - verdeutlicht die Komplexität des Bereichs. Doch wie genau ist der Zuhörkompetenzerwerb in den weiterführenden Schulformen struktu-riert und verankert? Welche Bedeutung kommt dem Erwerb von Zu-hörkompetenz in der Schule zu? Und wie können die grundlegenden Bedingungen und Prozesse auf theoretischer Ebene beschrieben wer-den, die in jedem Zuhörenden automatisiert ablaufen? Diese Fragen sollen im Rahmen der vorliegenden Arbeit beantwortet werden. Hierzu wird zunächst ein kurzer Abriss des vielfältigen Bereichs Zuhörens gegeben und verdeutlicht, warum es sich um einen Problembereich handelt. Anschließend wird das weitere methodische Vorgehen beschrieben - insbesondere das genutzte qualitative Instrument zur Erhebung von Expertenmeinungen.

  • Die Auswahl externer Trainer*innen für Soft Skill-Trainings in der betrieblichen Weiterbildung: Eine qualitative Untersuchung zu Auswahlprozess und Auswahlkriterien

    4

    Neben fachlicher Expertise werden methodische, soziale und personale Kompetenzen für Mitarbeitende in der freien Wirtschaft zunehmend bedeutender, um den wachsenden Anforderungen im beruflichen Alltag angemessen begegnen zu können. Um eine effektive Weiterentwicklung der eigenen Mitarbeitenden in diesen Bereichen zu gewährleisten, ist es für Unternehmen von Belang, die entsprechenden Maßnahmen von qualifiziertem Personal durchführen zu lassen. Einheitliche Richtlinien für die erforderlichen Kompetenzen von Trainer*innen in der betrieblichen Weiterbildung bestehen allerdings nicht. Die vorliegende Arbeit setzt an dieser Stelle an und leistet einen Beitrag zur Eruierung der Frage: Wie werden externe Trainer*innen für Soft Skill-Maßnahmen in der betrieblichen Weiterbildung ausgewählt? Ziel ist es, in Erfahrung zu bringen, welche Kriterien bei der Auswahl von externen Trainer*innen aus Sicht der auswählenden Mitarbeitenden der Unternehmen eine Rolle spielen und wie der Auswahlprozess verläuft.

  • Das Potential Forschenden Lernens des Osnabrücker Forschungsprojekts Schulentwicklung: Eine explorative Studie zur Studierendensicht

    9

    Das Konzept des Forschenden Lernen soll Erfahrungs- und Professionalisierungsprozesse durch forschend-wissenschaftliche Untersuchungen ermöglichen, durch die ein hoher Kompetenzerwerb sowie die Ausbildung eines forschenden Habitus gefördert werden sollen. Durch fehlende Eingrenzung des Begriffes entwickelten sich allerdings viele, differente Auffassungen Forschenden Lernens. Die vorliegende Interviewstudie thematisiert das Potential des Forschungsprojekts Schulentwicklung der Universität Osnabrück. Die Ergebnisse verdeutlichen den positiven Einfluss des Konzeptes und die Begeisterung der Studierenden. Es lassen sich im ersten Ansatz drei Typen aus den Erkenntnissen generieren, die sich different mit einem individuellen Schwerpunkt professionalisieren, weshalb sich letztlich auch der Erwerb der Kompetenzen auch unterscheidet. Konklusiv ist allerdings das hohe Potential zur Professionalisierung in dem Forschungsprojekt Schulentwicklung der Universität Osnabrück festzuhalten.

  • Kohärenz, Phasenharmonisierung und Praxisschock in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung: Eine qualitative Untersuchung zu Potenzialen, Leistungen und Grenzen des Praxissemesters

    5

    Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung in Deutschland zeichnet sich durch ihre mehrphasige Organisationsstruktur aus, welche aus der universitären Studienphase, dem Vorbereitungsdienst und der berufslebenslangen Fort- und Weiterbildung besteht. Bei den Transitionen zwischen den einzelnen Phasen kann es zu Problemen und Spannungen kommen. So herrscht bereits seit der Mitte der 1970er Jahre ein Diskurs über das Auftreten eines Praxisschocks beim Übergang von der ersten universitären Phase in die zweite schulpraktische Phase. Im Rahmen der Forschung zum Praxissemester und anderen Formen verlängerter Praxisaufenthalte während des Lehramtsstudiums werden die Harmonisierung zwischen erster und zweiter Phase sowie die Vorbeugung des Praxisschocks immer wieder als Potenzial genannt. Jedoch konnte eine derartige Wirkung bislang empirisch nicht bestätigt werden. In der vorliegenden Interviewstudie werden Referendarinnen und Referendare mit und ohne Praxissemester im Lehramtsstudium nach ihrem Belastungserleben im Vorbereitungsdienst befragt. Die Auswertung erfolgt mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse durch deduktive und induktive Kategorienbildung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere das Kennenlernen der Zentren für schulpraktische Lehrerinnen- und Lehrerbildung sowie des Arbeitsplatzes Schule im Praxissemester zu einer geringeren Belastung zu Beginn des Vorbereitungsdienstes und somit zu einer Phasenharmonisierung beim Übergang zwischen der ersten und zweiten Phase führen kann. Aufgrund fehlender Trennschärfe beim individuellen Belastungserleben können allgemeingültige Aussagen zum Praxisschock nur eingeschränkt getroffen werden. Konklusiv wird daher eine stärkere Trennung dieser Bereiche im wissenschaftlichen Diskurs vorgeschlagen.

  • Die Umsetzung intraprofessioneller Kooperation zwischen Lehrkräften an Schulen: Ein systematischen Review deutschsprachiger Forschungsarbeiten

    8

    Die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention 2008 hat in den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz eine inklusive Schulentwicklung weiter befördert, die ein gemeinsames Unterrichten von Lernenden mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf stetig ausweitet. Eine zentrale Gelingensbedingung stellt dafür die Kooperation zwischen Regelschullehrkräften und Förderschullehrkräften dar, um einer inklusiven Beschulung gerecht zu werden. In einem bekannten Modell der pädagogischen Kooperation, welches der vorliegenden Arbeit zu Grunde gelegt und innerhalb dieser erläutert wird, werden für eine gelungene Kooperation die vier Strukturebenen Persönlichkeit, Beziehung, Sachebene und Organisation als zentral angesehen. Vor diesem Hintergrund verfolgt der Band das Ziel, die deutschsprachige empirische Forschung der intraprofessionellen Kooperation nach über zehn Jahren inklusiver Schulentwicklung mithilfe eines systematischen Reviews und einer qualitativen Inhaltsanalyse zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass methodische Ungleichgewichte innerhalb der angewendeten Forschungsdesigns beispielsweise hinsichtlich der Schulform und der Studienart bestehen. Des Weiteren zeigt sich, dass die Ebene der Persönlichkeit sowie die Sachebene bis dato am meisten erforscht sind, wohingegen auf der Ebene der Organisation weitaus weniger empirische Befunde vorliegen. Ein inhaltliches zentrales Reviewergebnis ist, dass die Rahmenbedingungen - insbesondere die zeitlichen - entscheidenden Einfluss auf das Gelingen der intraprofessionellen Kooperation haben. Dies zeichnet sich auch angesichts der Empfehlungen auf der organisatorischen Ebene für ein Mehr an prozessorientierter Unterstützung sowie an festen Besprechungszeiten ab.

  • Rahmenvorgaben und Binnenstrukturen der Zentren für Lehrerbildung: Eine bundesweite Dokumentenanalyse

    6

    Zentren für Lehrerbildung und Schools of Education gehören spätestens seit dem "Gründungsboom" (Roer 2020, 34) zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einem festen Teil der ersten Phase der Lehrerbildung. Zwar ist in den letzten Jahren eine Zunahme von Studien zu den Zentren festzustellen (Vgl. Böttcher/Blasberg, 2015; Rischke et al. 2015; Roer 2020), doch bestehen vor allem hinsichtlich der Rahmenvorgaben und Binnenstrukturen noch stets Forschungsdesiderata. Das Ziel dieser Arbeit ist jene Desiderata zu schließen und den status quo zu erfassen. Mithilfe der typenbildenden qualitativen Inhaltsanalyse (Kuckartz, 2016) werden zunächst die Rahmenvorgaben sprich die Hochschulgesetze und Lehrausbildungsgesetze der Länder typologisiert und ganzheitlich in Form einer Landeskarte abgebildet. Anschließend werden durch die inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse (Vgl. Ebd.) die Hauptkategorien Zusammensetzung und Organisation, Institutionalisierung, Funktionen und Befugnisse erstellt. Jene werden zunächst auf die Rahmenvorgaben und anschließend auf die Binnenstrukturen, erhoben durch die Satzungen und Ordnungen der Zentren, appliziert. Dadurch wird eine Spiegelung der Rahmenvorgaben auf die Binnenstrukturen evoziert. Das zentrale Resultat der Abschlussarbeit ist, dass die in dieser aber auch in vorangegangenen Studien erhobene Uneinheitlichkeit der Binnenstrukturen der Zentren (Vgl. Hilligus 2005; Böttcher/Blasberg 2015; Roer 2020) ihren Ursprung in der Heterogenität der Rahmenvorgaben hat. Der Nutzen der Arbeit liegt in einer erstmaligen bundesweiten graphischen Darstellung der Rahmenvorgaben und in der Konsolidierung von im Diskurs bereits vorliegenden Thesen.

  • Berufswahlunsicherheit bei Lehramtsstudierenden nach dem Praxissemester: Ergebnisse einer Interviewstudie

    7

    Angesichts des aktuellen, wenn auch z.B. schulformspezifischen Bedarfs an Lehrkräften in Deutschland sind Studienabbrüche bei Lehramtsstudierenden zu vermeiden. Diese Abbrüche werden u.a. durch eine erhöhte Berufswahlunsicherheit verursacht, sodass die nahezu bundesweite Implementation verlängerter schulischer Praxisaufenthalte im Lehramtsstudium - oftmals als Praxissemester bezeichnet - u.a. das Potential zur Überprüfung der Berufswahl bietet. Aufgrund weiterer Potentiale jener Praxisaufenthalte wie etwa den Lernort "Schule" ausführlich kennenzulernen oder professionelle Kompetenzen zu erweitern könnte eine umfassende Zunahme der Berufswahlsicherheit vermutet werden. Quantitative Studien, die Berufswahlentscheidungen im Rahmen eines Schulpraktikums untersuchen, kommen jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen und erklären nicht, warum einige Studierende weiterhin (eher) unsicher sind. Die wenigen qualitativen Befunde zeigen, dass unsichere Studierende während schulischer Praxisaufenthalte Lernsituationen oft nicht als Stärkung ihrer beruflichen Handlungskompetenzen bewerten. Neben der Erklärung, durch welche Faktoren Berufswahlentscheidungen beeinflusst werden, unterscheiden sich (lehramtsspezifische) Theorien darin, inwieweit sie Veränderungen derselben z.B. aufgrund neuer Lernsituationen berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorgelegte Arbeit die Ziele (1) ein dynamisches Modell der Veränderung der Berufswahl(un)sicherheit bei Lehramtsstudierenden durch schulpraktische Aufenthalte zu entwickeln, (2) praxisphasenunabhängige und -abhängige Beweggründe der Berufswahlunsicherheit bei Lehramtsstudierenden zu überprüfen und (3) eine Typenbildung von berufswahlunsicheren Lehramtsstudierenden vorzuschlagen. In der Arbeit werden Ergebnisse einer Interviewstudie mit sieben Studierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster nach dem Praxissemester 2016/17 vorgestellt, die sich als (eher) unsicher in ihrer Berufswahl eingeschätzt haben.

  • Sprache im Raum Schule heute: Untersuchung der Sprache von Schüler*innen im Klassenraum und auf dem Pausenhof

    11

    Sprache ist in den Schulen eines der wichtigsten und häufigsten genutzten Medien. Sie dient zur Verständigung, ist ein Instrument der Teilhabe und Ausdrucksmittel vieler Individuen, gleichzeitig aber auch ein Instrument der Gewalt. Die linguistische Disziplin Pragmalinguistik untersucht die menschliche Sprache als Form menschlichen Handelns und analysiert, wie ein Sprechakt vollzogen wird. Mittels der von Brown und Levinson aufgestellten Höflichkeitstheorie kann die gesprochene Sprache in ihrer Wirkung auf die sprechende und hörende Person untersucht werden. Innerhalb dieser Studie wird die Forschungsfrage "Wie gestaltet sich die Sprache der Schüler*innen im Raum Klassenraum und Raum Pausenhof hinsichtlich der pragmalinguistischen Theorie des Gesichtsbedrohenden Aktes?" untersucht. Hierfür wird eine qualitative Beobachtung durchgeführt um folglich die gesprochene Sprache der Schüler*innen in den unterschiedlich sozialen Räumen zu analysieren. Mittels einer vorangehenden pragmalinguistischen Analyse wird der Untersuchungsgegenstand auf Basis der Höflichkeitstheorie kategorisiert und unter Verwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Hierbei werden die Strategien der Gesichtsbedrohung aufgezeigt, analysiert und in einer quantitativen Häufigkeitsanalyse zusammengeführt. Dabei wird herausgefunden, dass sich die gesprochene Sprache innerhalb der Räume Klassenraum und Pausenhof hinsichtlich der Strategien der Gesichtsbedrohenden Akte unterscheiden. Grundsätzlich werden auf dem Pausenhof deutlich mehr Gesichtsbedrohende Akte ausgedrückt, als im Klassenraum. Als weiteres wichtiges Ergebnis wird festgestellt, das im Pausenhof häufiger das negative Gesicht und im Klassenraum häufiger das positive Gesicht bedroht wird. Dabei wird auf dem Pausenhof mittels gesprochener Sprache die Handlungsfreiheit der Schüler*innen eingeschränkt, während im Klassenraum häufiger die Bedürfnisse der Schüler*innen übergangen werden. Zum Schluss kann also festgestellt werden, dass die verwendete Sprache deutlich mit dem sozialen Raum zusammenhängt und sich die Regeln dessen auf das sprachliche Mittel signifikant auswirken.

  • Das Spannungsfeld von Mündigkeit und Bewertung: Problemexplikation anhand von Lehrkräfteinterviews

    10

    Lehrkräfte stehen im Schulalltag vor vielfältigen Aufgaben. Die Funktionen des Bildungssystems - u. a. Enkulturation, Qualifikation, Allokation und Integration - produzieren mitunter widersprüchliche Anforderungen, denen sich Lehrkräfte in ihrem Unterrichtsalltag stellen müssen, die gleichfalls jedoch Handlungsprobleme erzeugen können. Eines dieser Spannungsverhältnisse befindet sich zwischen der Bewertungsaufgabe und dem Auftrag zur Mündigkeitserziehung. Die Bewertung von Schüler*innenleistungen ist eine zentrale Aufgabe der Lehrkräfte und dient nicht nur den vielfältigen formativen Zielen wie der Diagnostik, dem lernwirksamen Feedback, der Planung zukünftigen Unterrichts und der individuellen Förderung. Lehrkräfte müssen durch summative Bewertungen auch die gesellschaftliche Selektion und Berechtigungsvergabe sicherstellen. Diese Studie folgt der Annahme, dass die summativen Bewertungen mit dem Auftrag zur Erziehung zur Mündigkeit in einem Widerspruchsverhältnis stehen. Lehrkräfte sollen einerseits Schüler*innen zur Mündigkeit erziehen, also zum Widerspruch und zur Kritik an bestehenden Verhältnissen animieren und einen gleichberechtigten Diskurs mit den Schüler*innen führen, führen jedoch andererseits mit der selektionsrelevanten und summativen Bewertungsfunktion eine Aufgabe aus, in der sich ihre Schüler*innen in einer asymmetrischen, heteronomen und undemokratischen Rolle wiederfinden. Das Forschungsanliegen der vorliegenden Arbeit besteht darin, herauszufinden, wie sich Lehrkräfte in dem antinomischen Spannungsverhältnis von Bewertung und Mündigkeitserziehung behaupten. Welche Strategien entwickeln sie, um diesem Spannungsfeld gerecht zu werden? Lassen sich bestimmte Muster in ihrem Handeln erkennen? Und wie lassen sich diese theoretisch bewerten? Dafür bietet diese Arbeit im theoretischen Teil zunächst einen umfassenden Überblick über die Praxis der Leistungsbewertung und die Mündigkeitserziehung. Im Zentrum der empirischen Forschung steht eine Interviewstudie mit acht Lehrkräften, die zu ihren Umgängen mit dem Spannungsfeld befragt wurden. Von Kapitulation, Resignation, über partizipative Notengebung und Systemkritik offenbaren sich differenzierte Umgänge mit dem Spannungsfeld, die jeweils in den Zusammenhang aktueller wissenschaftlicher Kontroversen eingeordnet und diskutiert werden.

Autor

Tobias Koch

Tobias Koch, 1989 in Saarlouis geboren, ist seit 2010 in der Personalbranche tätig. Er sammelte Berufserfahrung und dann führten ihn seine Entscheidungen von einem unbefristeten in ein befristetes Arbeitsverhältnis, im Anschluss in ein unbezahltes Praktikum und dann auf eine Weltreise. Manche Menschen haben diesen Werdegang beschmunzelt und für nicht zielführend befunden. Doch es musste nur für eine Person ein gangbarer Weg sein -für ihn selbst.

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