Die Sterne über Florenz: Roman | Ein bewegendes Frauenschicksal und eine große Liebe in Italien
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Über dieses E-Book
Vor dem Schicksal davonlaufen – ist das möglich? Lisa hat ein Leben lang getan, was von ihr verlangt wurde. Doch nun ist sie eine erwachsene Frau und nicht länger bereit, sich den Wünschen ihres strengen Vaters zu beugen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin bricht Lisa aus dem goldenen Käfig aus. Schon immer hatte sie diesen tiefen, unerklärlichen Wunsch, die Toskana zu erkunden und hier ihr Glück zu suchen. Als sie in Florenz dem attraktiven Paolo begegnet, scheint sich dieser Traum zu erfüllen. Aber ist es wirklich so einfach? Lisa muss erkennen, dass man tatsächlich nicht vor seinem Schicksal davonlaufen kann – und sie es deswegen in die eigenen Hände nehmen muss!
Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Die Sterne über Florenz" von Brigitte D'Orazio. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.
Brigitte D'Orazio
Brigitte D’Orazio ist ein Pseudonym der erfolgreichen Autorin Brigitte Kanitz, unter dem sie ihre romantischen Unterhaltungsromane veröffentlicht. Sie arbeitete viele Jahre als Redakteurin für Zeitungen und Zeitschriften in Hamburg und in der Lüneburger Heide. Heute lebt sie gemeinsam mit ihren Zwillingstöchtern an der Adria. Brigitte D’Orazio veröffentlichte bei dotbooks die Romane »Die Sterne über Florenz«, »Villa Monteverde« und »Verliebt auf dem Land« sowie die Kurzromane »Das Haus in Portofino«, »Geliebte Träumerin«, »Der Fünf-Sterne-Kuss«, »Sing mir das Lied von der Liebe« – diese vier Titel auch erhältlich im Sammelband »Zum Verlieben schön« –, »Fundstücke des Glücks«, »Kapitäne küsst man nicht« und »Ti amo heißt Ich liebe dich« – diese drei Titel auch erhältlich im Sammelband »Sommer Love – Für immer wir«.
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Die Sterne über Florenz - Brigitte D'Orazio
Über dieses Buch:
Vor dem Schicksal davonlaufen – ist das möglich? Lisa hat ein Leben lang getan, was von ihr verlangt wurde. Doch nun ist sie eine erwachsene Frau und nicht länger bereit, sich den Wünschen ihres strengen Vaters zu beugen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin bricht Lisa aus dem goldenen Käfig aus. Schon immer hatte sie diesen tiefen, unerklärlichen Wunsch, die Toskana zu erkunden und hier ihr Glück zu suchen. Als sie in Florenz dem attraktiven Paolo begegnet, scheint sich dieser Traum zu erfüllen. Aber ist es wirklich so einfach? Lisa muss erkennen, dass man tatsächlich nicht vor seinem Schicksal davonlaufen kann – und sie es deswegen in die eigenen Hände nehmen muss!
Über die Autorin:
Brigitte D’Orazio ist ein Pseudonym der erfolgreichen Autorin Brigitte Kanitz, unter dem sie ihre romantischen Unterhaltungsromane veröffentlicht. Sie arbeitete viele Jahre als Redakteurin für Zeitungen und Zeitschriften in Hamburg und in der Lüneburger Heide. Heute lebt sie gemeinsam mit ihren Zwillingstöchtern an der Adria.
Brigitte D’Orazio veröffentlichte bei dotbooks die Romane »Villa Monteverde« und »Verliebt auf dem Land« sowie die Kurzromane »Das Haus in Portofino«, »Geliebte Träumerin«, »Der Fünf-Sterne-Kuss«, »Sing mir das Lied von der Liebe« – diese vier Titel auch erhältlich im Sammelband »Zum Verlieben schön« –, »Fundstücke des Glücks«, »Kapitäne küsst man nicht« und »Ti amo heißt Ich liebe dich« – diese drei Titel auch erhältlich im Sammelband »Zum Träumen romantisch«.
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eBook-Neuausgabe September 2014
Copyright © der Originalausgabe 2003 by Scherz Verlag, Bern, München, Wien
Copyright © der Neuausgabe 2014 dotbooks GmbH, München
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Titelbildgestaltung: init | Kommunikationsdesign, Bad Oeynhausen, unter Verwendung eines Motivs von thinkstockphotos, München
eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH
ISBN 978-3-95520-727-4
***
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Brigitte D‘Orazio
Die Sterne über Florenz
Roman
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Für meinen verstorbenen Mann Giancarlo
Kapitel 1
»Florenz? Vergiss es!« Mit einer abrupten Kopfbewegung warf Maren ihre langen schwarzen Haare so heftig zurück, dass sie in der Abendsonne Funken sprühten.
»Ich habe genug von alten Gemäuern, großer Geschichte und anbetungswürdigen Gotteshäusern! Ohne mich!«
Lisa erschrak. Mit Marens Temperamentsausbrüchen hatte sie noch nie umgehen können. Andererseits war es gerade dieses Temperament, das sie so an ihrer Freundin faszinierte. Sich selbst hielt sie im Vergleich dazu für langweilig.
»Aber wir hatten das doch so geplant«, warf sie vorsichtig ein.
»Geplant! Geplant! Mensch, sei doch mal ein bisschen flexibel!«
Wenn das nur so einfach wäre, dachte Lisa und wich Marens Blick aus. Laut sage sie:
»Wo möchtest du denn gern hinfahren?«
»Was weiß ich. Dahin, wo was los ist. Rimini, Riccione, Cattolica – bloß weg von hier.«
Lisa unterdrückte ein Lächeln. Die halbe Welt träumte davon, einmal im Leben nach Venedig zu kommen, doch Maren war anders. Sie knirschte seit drei Tagen mit den Zähnen, wenn Lisa auf der Rialtobrücke oder in der Markuskirche in Begeisterungsrufe ausbrach, und nicht einmal ein blonder Venezianer namens Bosco hatte sie aufheitern können.
»Bosco? Wie Wald? Du heißt Wald mit Vornamen? Das ist ja wohl ein Witz. Hör mal, Lisa, unser Freund hier heißt Wald, in einer Stadt, in der ich noch keinen einzigen Baum entdeckt habe.«
Sie hatten in einem der Straßencafés vor den Arkaden gesessen und die einmalige Atmosphäre des Markusplatzes genossen. Das hieß: Lisa hatte sie genossen. Sie hatte den Musikkapellen zugehört, Touristen beim Füttern der Tauben zugeschaut und Einheimische beim abendlichen Schwätzchen beobachtet. Ihrem Fremdenführer zufolge hatte Napoleon I. den Platz einmal den »schönsten Salon der Welt« genannt.
Der Mann mit dem seltsamen Namen war ihr erst aufgefallen, als Maren ihn bereits eingeladen hatte, sich an ihren Tisch zu setzen. Er war nur kurz geblieben, doch lange genug, um sich mit Maren für den nächsten Abend am selben Ort zu verabreden.
Sie warteten bereits seit einer Stunde, und Lisa spürte, wie Maren nervös wurde. Die schwarzen Haare flogen ein weiteres Mal über die Schulter.
»Venedig ist todlangweilig«, stöhnte Maren, »und Florenz ist mit Sicherheit noch schlimmer.«
Um einen Streit zu vermeiden, zuckte Lisa nur stumm die Schultern. Sie war müde und sehnte sich nach ihrer herrlichen Badewanne im Hotel »Danieli«, gleich neben dem Dogenpalast. Die Luxusherberge war Marens Wahl gewesen. Und selbst die Tatsache, dass jetzt, Ende Juni, nur eine horrend teure Suite frei war, konnte sie nicht abschrecken.
»Herbert zahlt«, hatte sie grinsend gesagt und eine ihrer drei goldenen Kreditkarten gezückt. Herbert war Marens Mann und hatte keine Ahnung, wo sich seine Frau zur Zeit aufhielt. Dieses Schicksal teilte er mit Walter Mayer, der im Augenblick vermutlich bei Lisas Eltern in München auf dem Sofa saß und verzweifelt die Hände rang. Sie unterdrückte einen Seufzer, als sich ihr schlechtes Gewissen meldete. Die ganze Reise ist eine Schnapsidee, schoss es ihr durch den Kopf, und ich möchte wissen, wohin uns das noch führen soll. Sie selbst versuchte, dem Abenteuer wenigstens einen kulturellen Anstrich zu geben, doch ihre Freundin hatte andere Vorstellungen.
»Na also! Das wurde aber Zeit!« Marens Gesichtsausdruck wechselte von gelangweilt zu freudig erregt. Lisa sah Bosco über den Platz auf sie zukommen. Er war ein gut aussehender, groß gewachsener Mann, und für eine Sekunde verspürte sie einen Anflug von Neid.
»Buona sera«, sagte er und schaute Maren tief in die Augen. Für Lisa hatte er nur einen höflichen Seitenblick übrig. Verlegen fuhr sie sich durch das kurze, aschblonde Haar. Wahrscheinlich überlegt er gerade, wie er mich am schnellsten los wird, dachte sie, und konnte ihm nicht einmal böse sein. Sie fand selbst, dass sie nicht attraktiv war, aber neben der rassigen Maren wirkte sie besonders durchschnittlich. Dem schnellen Wortwechsel der beiden konnte sie nicht folgen. Maren sprach fließend Italienisch, während sie selbst nur ein paar Brocken konnte. Überrascht bemerkte sie kurz darauf, wie der Venezianer sich wieder verabschiedete.
»Nanu? War das schon alles?«
Maren lachte.
»Aber nein. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich erst frisch machen will. Er soll mich um neun im Hotel abholen, mit mir zum Lido fahren und mich edel zum Dinner einladen.«
»Wie du das immer machst«, meinte Lisa bewundernd.
»Was denn?«
»Wie du die Männer herumkommandierst. Ich könnte das nie.«
»Ich weiß, du Schäfchen. Das lernst du auch nicht mehr.«
Maren holte aus ihrer Handtasche die Schachtel Zigaretten heraus, steckte sich eine davon zwischen ihre vollen, rot angemalten Lippen und zündete sie an. Zum hundertsten Mal wünschte sich Lisa, so wie ihre Freundin sein zu können: schön, lässig und selbstbewusst. Seit ihrer ersten Begegnung vor zehn Jahren empfand sie so.
Maren war schon mit zwanzig etwas Besonderes gewesen, und Lisa hatte sie von Anfang an rückhaltlos bewundert. Sie hatten schnell Freundschaft geschlossen – Maren, die lebhafte schwarzhaarige Schönheit, aus einfachen Verhältnissen stammend, aber mit dem brennenden Wunsch, im Leben vorwärts zu kommen, und Lisa, die farblose, schüchterne Tochter aus reicher Familie, mit Villa in Grünwald.
Damals an der Uni, wo Lisa mit großem Eifer Sonderschulpädagogik studierte und Maren in der Mensa Essen austeilte, hatten sie zunächst keine Notiz voneinander genommen. Bis die Geschichte mit dem Vanillepudding passierte. Lisa griff gerade nach dem letzten Schälchen, als eine gertenschlanke, blonde Kommilitonin neben ihr sagte: »Den lass mal lieber mir, der tut dir sowieso nicht gut.«
Lisa lief dunkelrot an.
»Wie bitte?«
»Du hast mich schon verstanden.« Mit einem abschätzigen Grinsen starrte sie auf Lisas etwas zu breite Hüften. Neben ihnen lachten zwei Mädchen, anscheinend Freundinnen der Studentin. Lisa schämte sich schrecklich und war schon bereit, den Pudding zurückzustellen, als auf der anderen Seite des Tresens eine raue Stimme ertönte: »Von so 'nem eingebildeten Hungerhaken würde ich mir an deiner Stelle nichts gefallen lassen!«
Überrascht begegnete Lisa dem frechen Blick aus einem Paar grüner Katzenaugen.
»Seit wann haben Kellnerinnen hier etwas zu melden?«, erkundigte sich die Blonde lautstark und erntete weiteres Gelächter.
»Ungefähr seit jetzt«, kam es ruhig zurück, und bevor Lisa reagieren konnte, hatte Maren ihr das Puddingschälchen aus der Hand gerissen und zielsicher im Gesicht der Blonden platziert.
»Unsere Freundschaft wurde mit Vanillepudding besiegelt«, erzählten sie beide seitdem gern und lachten noch oft über den Vorfall in der Mensa. Dummerweise verlor Maren damals ihren Job, aber da Lisa sich dafür verantwortlich fühlte, bat sie ihren Vater um Hilfe. Karl Wagner, ein mächtiger Bauunternehmer mit weit reichenden Verbindungen, tat ihr den Gefallen und besorgte ihrer neuen Freundin eine Stellung in einem französischen Bistro in Schwabing. Er tat sogar noch ein bisschen mehr als nötig, was er seiner naiven Tochter allerdings nicht mitteilte.
Als Maren es einige Jahre später schaffte, in die bessere Gesellschaft einzuheiraten, freute sich Lisa aufrichtig. Sie selbst hatte ihr Studium abgeschlossen und unterrichtete voller Idealismus an einer Sonderschule. Für sie war es das Schönste auf der Welt, benachteiligten Kindern zu helfen, aber sie konnte auch Maren verstehen, die sich so sehr abgestrampelt hatte und nun die Sonnenseite des Lebens in vollen Zügen genoss.
Manchmal versuchte Lisa, sich ein wenig von Maren zu lösen, doch es gelang ihr nie. Sie war ihre einzige wirkliche Freundin, trotz der unsichtbaren Schatten, die sich ab und zu zwischen sie drängten.
Maren nahm einen tiefen Zug von der Zigarette und blies Lisa den Rauch ins Gesicht.
»Also? Was hast du heute noch vor?«
»Wie bitte?« Geistesabwesend wedelte sie den Qualm fort.
»Venedig! Gondeln! Mondschein! Schöne Männer!«
Lisa lachte.
»Ich glaube, das ist nichts für mich.«
»Nein, das glaub ich auch, Fräulein Nonne.«
»Ich bin eben anders als du.« Sie empfand Marens Bemerkung als beleidigend.
»Ach, komm, nun sei nicht eingeschnappt. Du hast doch erst vor ein paar Tagen selbst gesagt, dass du nie im Leben den guten Walter heiraten wirst. Versprechen hin oder her. Mein Herr Vater kann sich auf den Kopf stellen. Waren das nicht deine Worte?«
»Ja, schon.« Lisa seufzte leise. Nicht zum ersten Mal bedauerte sie es, die Freundin in ihre geheimen Gedanken eingeweiht zu haben. Die Zigarette war aufgeraucht, und Maren drückte die Kippe in den Aschenbecher.
»Ich gehe mich jetzt für den Abend schön machen. Kommst du mit?«
»Noch nicht«, sagte Lisa müde. Sie sehnte sich plötzlich danach, eine Weile allein zu sein.
»Wie du willst. Wir sehen uns dann spätestens morgen beim Frühstück. Und über Florenz reden wir noch mal.«
Auf hohen Absätzen stolzierte Maren davon. Lisa sah ihr eine Weile nach. Wie gut ihr das enge grüne Samtkleid stand! Und die schlanken Waden kamen mit den Stöckelschuhe erst richtig zur Geltung. Resigniert dachte sie an ihre eigenen, zu kräftig geratenen Beine, die sie stets unter weiten Hosen verbarg. Lisa trug grundsätzlich nur schwarze oder dunkelblaue Sachen. Sie fand, dass sie so ein bisschen schlanker wirkte. Und an Stöckelschuhe als Blickfänger konnte sie bei einem Meter achtzig Körpergröße schon gar nicht denken.
»Versprechen hin, Versprechen her«, murmelte sie und trank einen Schluck von ihrem Campari. Allein der Versuch, mit ihrem Vater über das Thema zu sprechen, hatte sie vor einer Woche in tiefe Verzweiflung gestürzt. Dabei hatte sie nur zaghaft erwähnt, dass sie daran dachte, sich von Walter zu trennen.
»Lisa, das verbiete ich dir!« Wütend war ihr Vater aufgesprungen, und sofort hatte sie ihre Worte bedauert. Furcht, eine alte unbestimmte Furcht, hatte von ihr Besitz ergriffen und sie verstummen lassen. So war das immer. Jede Auseinandersetzung mit dem Vater endete damit, dass er wütend wurde und ihr vor Angst die Knie zitterten. Aber sie begriff nie, warum.
Karl Wagner war kein großer Mann und wirkte eher zierlich. Seit sie denken konnte, hatte Lisa ihn niemals die Hand gegen jemanden erheben sehen. Warum also fürchtete sie sich dermaßen, dass sie es nie schaffte, sich gegen ihn durchzusetzen? Einmal, vor Jahren, hatte sie versucht, mit ihrer Mutter darüber zu reden. Doch Dagmar Wagner war nur blass geworden und hatte kein Wort gesagt. Manchmal glaubte Lisa, sich an etwas erinnern zu können. Aber sie sah dabei immer nur Dunkelheit und spürte diese heftige, unkontrollierbare Angst. Für ihren Vater war das Thema an dem Tag keineswegs erledigt gewesen, nur weil Lisa kein Wort mehr herausbekommen hatte. Aber daran wollte sie jetzt nicht denken. Sie schüttelte leicht den Kopf, als könne sie auf diese Weise alle bösen Erinnerungen vertreiben.
Maren war inzwischen unter den Arkaden verschwunden, und Lisa beschloss, trotz ihrer Müdigkeit noch einen Spaziergang zu unternehmen. Sie wollte in einer kleinen Trattoria einen Teller Pasta essen und erst nach neun ins Hotel zurückkehren. Dann würde sie den Rest des Abends damit verbringen, sich Argumente zurechtzulegen. Ich muss Maren unbedingt dazu überreden, mit mir nach Florenz zu fahren, überlegte sie. Und dabei ging es ihr nicht nur um die Kulturschätze. Eine unerklärliche Sehnsucht trieb sie in die Toskana, und sie musste herausfinden, was es damit auf sich hatte. Eine innere Stimme sagte ihr, dass möglicherweise das Glück ihres Lebens davon abhing.
Kapitel 2
Er war ein schöner Mann, und an manchen Tagen hasste er das.
Schon morgens, wenn er müde und unrasiert in der Bar seinen Espresso schlürfte, drehten sich die Leute nach ihm um. Und das in einer Stadt wie Florenz, wo es Tausende gut aussehender Menschen gab. Als Junge hatte Paolo es genossen, von den Mädchen umschwärmt zu werden. Aber das war lange vorbei. Und so wie andere Männer sich ein paar Zentimeter mehr Körperlänge oder eine gerade Nase wünschten, träumte Paolo hin und wieder davon, ein kleines bisschen durchschnittlicher zu sein. Natürlich nicht wirklich hässlich, aber etwas weniger auffallend. Bestimmt, so glaubte er, würde sein Leben dann auch weniger kompliziert sein. Er hatte gehofft, diesem Ziel näher zu kommen, wenn er älter wurde, aber mit seinen knapp vierzig Jahren, den grau melierten Schläfen und den feinen Augenfältchen sah er sogar noch besser aus als früher. Sein einziger Trost waren die Haare. Als Kind hatten goldene Locken ihm ein geradezu engelhaftes Aussehen verliehen. Doch wie bei den meisten Südländern verlor sich die Farbe mit den Jahren und machte einem satten Dunkelbraun Platz. Aber die Augen, die leuchtend grünen Augen waren ihm geblieben. Dazu das vollendete Gesicht mit den etwas zu sanften Rundungen, die perfekte römische Nase, der volle, sinnliche Mund und schließlich der hoch gewachsene, athletische Körper, dem die Zeit kaum etwas hatte anhaben können.
»Il mio angelo – mein Engel«, nannte ihn seine Mutter. Und nichts hatte Signora Mafalda je von dieser Meinung abbringen können. Weder seine unzähligen Streiche als Kind, noch die wilden Ausschweifungen seiner Jugendjahre, und schon gar nicht sein heutiger Ruf als unerbittlicher Scheidungsanwalt, der mit kompromissloser Härte seinen vorwiegend weiblichen Klienten zu satten Abfindungen und Alimenten verhalf. Nein, für Mafalda Pitti war Paolo ein Engel auf Erden, und er hatte es schon vor langer Zeit aufgegeben, ihr diese Illusion nehmen zu wollen. Er wusste, sie liebte ihn abgöttisch, denn seit dem Tod ihres Mannes vor fünfzehn Jahren war er alles, was sie hatte. Und er kannte auch ihren sehnlichsten Wunsch: Enkelkinder. Tag für Tag verließ sie bereits im Morgengrauen das Haus, lief zu Fuß bis zum Dom und betete darum, dass er endlich heiraten möge.
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Auf dem Weg nach oben vergaß er den dummen Zwischenfall mit den Touristinnen und konzentrierte sich auf seinen ersten Fall an diesem Tag. Die Signora hatte geheimnisvoll geklungen, als sie um den Termin gebeten hatte, und er war gespannt auf sie.
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