Betriebswirt kompakt Handlungsfeld 5: Geprüfte Betriebswirte IHK
Von Michael Fischer und Thomas Weber
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Über dieses E-Book
Die hier erstellte Zusammenfassung und die anschließenden Aufgaben werden von den Dozenten auch in ihren Unterrichtseinheiten verwendet und bilden somit eine fundamentale Grundlage für Ihre persönliche Prüfungsvorbereitung.
Anhand des Rahmenstoffplans des DIHK werden die einzelnen Kapitel nach Schwerpunkten zusammengefasst und am Ende des Buches mit zahlreichen, klausurrelevanten Aufgaben, inklusive Lösungen, ergänzt.
Es soll Ihnen helfen sich kompakt mit den Schwerpunkten des Handlungsfeldes 5 auseinanderzusetzen und mit dem Lösen der Aufgaben Sicherheit zu erlangen.
Weitere Unterlagen zur Prüfungsvorbereitung, in Form von Aufgaben und Zusammenfassungen finden Sie unter klausura.de.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lösen der Aufgaben und viel Erfolg bei der anstehenden Prüfung.
Michael Fischer
Michael Fischer ist Honorardozent, Autor, Geschäftsführer der "Klausura Documents UG (haftungsbeschränkt)" und Inhaber der Unternehmensberatung "eumunia Consulting". Michael Fischer ist Diplom Kaufmann und studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing und Handel an der Universität des Saarlandes. Nach seinem Studium war er über 20 Jahre als Geschäftsleiter, Hausentwicklungschef und Projektleiter bei Unternehmen an verschiedenen nationalen und internationalen Standorten tätig. Heute unterrichtet er als freiberuflicher Dozent für Betriebswirtschaftslehre an verschiedenen Bildungseinrichtungen und ist als Schulungs- und Seminarleiter für Unternehmen in der freien Wirtschaft tätig. Michael Fischer ist Mitglied verschiedener Prüfungsausschüsse der IHK Ostbayern und unterrichtet in der Weiterbildung bei den Wirtschaftsfachwirten folgende Fächer: Rechnungswesen, Unternehmensführung, Betriebliches Management, Investition & Finanzierung, Marketing & Vertrieb sowie Logistik.
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Buchvorschau
Betriebswirt kompakt Handlungsfeld 5 - Michael Fischer
5.1 Integrierte Managementsysteme ausgerichtet an den strategischen Vorgaben implementieren und weiterentwickeln
5.1.1 Ziele und Nutzen der Integration
Um Ziele eines Unternehmens erfolgreich umzusetzen, existieren in Unternehmen oft Managementsysteme. Zu den elementaren Aufgaben eines Managementsystems gehören unter anderem:
Darstellung und Analyse der Schwachstellen
Überwachung der Abläufe
Erfassung, Verarbeitung und Weitergabe von Neuerungen und Erkenntnissen
Optimierung der innerbetrieblichen Kommunikation
Im Zusammenhang mit dem Managementsystem spielt der Management-Regelkreis eine große Rolle. Der Management-Regelkreis stellt die einzelnen Schritte des Führens (managen) eines Unternehmens dar. Er setzt sich aus nachfolgenden, chronologisch aufgelisteten, Phasen zusammen:
Analyse der Ist-Situation
Festlegung der Ziele
Planung der Methoden zur Zielerreichung
Entscheidung über den Einsatz der Instrumente
Umsetzung der Strategien, Instrumente, Beschlüsse
Kontrolle, bzw. Evaluierung der Maßnahmen und gegebenenfalls Nachjustieren
Wiederholung der Schritte 1-6 bei Abweichungen
Der Managementregelkreis ist kein statisches Element der Unternehmensführung, sondern dynamisch ausgerichtet. Er muss sich immer wieder Veränderungen anpassen. Veränderungen, die eine Anpassung erfordern, könnten sein:
neue Wettbewerber
Globalisierung
Internationalisierung des Unternehmens
Digitalisierung
Veränderung der psychografischen kaufmerkmale
…
Im Gegensatz zum Management-Regelkreis, der die einzelnen Schritte des Führens darstellt, bildet ein integriertes Managementsystem verschiedene Bereiche und deren Zusammenarbeit ab.
Ein integriertes Managementsystem beschäftigt sich mit der Planung, Steuerung und der Kontrolle der Abläufe und Strukturen von verschiedenen Bereichen im Unternehmen, wie z.B. Qualität, Umwelt, Arbeitsschutz, Energie etc., um diese in der Organisation zu integrieren und zu verbinden.
Qualitative Nutzeneffekte, die durch integrierte Managementsysteme erzielt werden, können lauten:
Synergieeffekte zwischen den einzelnen Systemen
Wechselwirkung der Systeme und damit verbundener Mehrwert für das Unternehmen
Reduzierung der Verwaltungskosten
Klare Abgrenzung der Schnittstellen
…
5.1.2 Unternehmensspezifische Managementsysteme
Innerhalb der integrierten Managementsysteme werden unterschiedliche Managementbereiche differenziert:
Qualitätsmanagement
Umweltmanagement
Gesundheits- Arbeitsschutzmanagement
Security-Management
5.1.2.1 Qualitätsmanagement
Qualitätsmanagement (QM): Aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Lenken und Leiten einer Organisation
bezüglich Qualität der Abläufe (Ordnungssystem). Weiterhin beschäftigt sich das Qualitätsmanagement mit den gewünschten Komponenten seitens der Kunden und der realisierten Komponenten seitens des Anbieters. Innerhalb des Begriffes Qualität gibt es Spezifizierungen:
Betriebswirtschaftliche Qualität
Qualität aus Sicht des Kunden
Technische Qualität
…
Das QM beschäftigt sich mit der Qualität der Produkte und Dienstleistungen, denn Qualität sichert langfristig den Erfolg eines Unternehmens. In der Produktion wird Qualität durch Prüfungen (Audits) gewährleistet und durch das „Total Quality Management" (alle Schritte unterliegen konkreten Qualitätskriterien) garantiert. Die Qualitätskriterien, die sich über Jahre hinweg entwickelt haben unterliegen der Normenfamilie ISO 9.000.
Die sieben Grundsätze der ISO 9000 Normenfamilie lauten:
Kundenorientierung
Führung
Einbeziehung von Personen
prozessorientierter Ansatz
Verbesserung
faktengestützte Entscheidungsfindung
Beziehungsmanagement
Die Basis für ein funktionierendes Qualitätsmanagement ist die sogenannte „Rule of ten" (Zehnerregel), die besagt, dass die Kosten zur Behebung von Fehlern in jeder Prozessphase um den Faktor 10 steigen, je später Fehler entdeckt werden. Eines der wichtigsten Elemente des Qualitätsmanagements ist das QM-Handbuch, in dem alle Abläufe und Anforderungen an die Mitarbeiter und an die Fertigung der Produkte dokumentiert sind.
Das QM-Handbuch ist die Voraussetzung für den Erhalt der Zertifizierung. Das gesamte Qualitätsmanagement bezieht sich nicht nur auf Produkte und Dienstleistungen, sondern auch auf Lieferanten und die gesamte Organisationsstruktur eines Unternehmens.
Inhalte des QM-Handbuches (QM-Dokumentation):
beinhalten Infos zur Aufbau- und Ablauforganisation
beschreiben die grundlegende Ausrichtung des Unternehmens in Bezug auf QM
bilden Leitfäden zur Umsetzung der Unternehmenspolitik ab
dokumentieren Verfahrens- und Prozessanweisungen
beinhalten Arbeitsanweisungen
Im QM-Handbuch (QM-Dokumentation) wird eine Prozesslandkarte/-landschaft angelegt, in dem folgende relevante Prozesse dargestellt werden.
Führungsprozesse: z.B. strategische Unternehmensplanung, Unternehmenspolitik, Managementbewertung
Wertschöpfende Prozesse: z.B. Produktion, Leistungserbringung, Entwicklung, Service usw.
Unterstützende Prozesse: z.B. Instandhaltung, Beschaffung, Lager usw.
Im Qualitätsmanagement existiert ein sogenannter QM-Regelkreis, der zur Optimierung aller Prozesse und Abläufe dient, er besteht aus folgenden Phasen:
Qualitätsplanung: Planung der Abläufe, Wer macht wann, was, wie und wo?
Qualitätslenkung: Wie und Wann wird reagiert um Fehler zu korrigieren
Qualitätssicherung: Überwachung und Sicherung der Prozesse, Sammlung von Daten, Vorbeugende Maßnahmen
Qualitätsverbesserung: Datenanalyse, kontinuierliche Verbesserung, Optimierung
Jedes Unternehmen, egal welcher Branche, kann selbst entscheiden ob Abläufe und Strukturen normengerecht aufgebaut werden. Eine rechtliche Vorgabe existiert nicht.
5.1.2.2 Umweltmanagement
Die drei Prinzipien des Umweltschutzes lauten:
Vorsorgeprinzip (Gefahrenabwehr, Gefahrenvorsorge, Belastungsminimierung)
Vorausschauender Schutz und schonende Inanspruchnahme der Naturgrundlagen
Verursacherprinzip / in Ausnahmen Gemeinlastprinzip
Wer die Umwelt, schädigt oder belastet, muss für die Beseitigungskosten aufkommen
Kooperationsprinzip (Staat / Wirtschaft, Wissenschaft, Verbände, etc.)1
Umweltpolitik kann nur in einem engen Zusammenwirken aller Gesellschaftlichen Kräfte zum Erfolg führen
Weitere Prinzipien:
Gemeinlastprinzip
kann kein Verursacher ermittelt werden, muss die Allgemeinheit die Kosten tragen
Prinzip des grenzüberschreitenden Umweltschutzes
Umweltschutzmaßnahmen auch über Staatsgrenzen sind zu gewährleisten
Subsidiaritätsprinzip (Hilfe)
Entfaltung der individuellen Fähigkeiten (Selbstbestimmung/Selbstverantwortung) Aufgaben, Handlungen und Problemlösungen werden so weit wie möglich selbstbestimmt und eigenverantwortlich unternommen werden
Im Gegensatz zum Qualitätsmanagement existieren für das Umweltmanagement klare gesetzliche Regelungen: Gesetzliche Grundlage des Umweltschutzes:
Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)
Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
Abwasserabgabegesetz (AbwAG)
Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (KrWG-AbfG)
Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen(ChemG) „Gefahrenstoffverordnung
(GefStoffV)
Das Umweltmanagement orientiert sich an der ökologischen Nachhaltigkeit in Unternehmen, d.h. es überwacht die einzelnen Prozesse hinsichtlich der Einhaltung ökologischer Standards. Das gesamte Umweltmanagement richtet sich nach der Normenfamilie ISO 14.000 (weltweite Gültigkeit) oder der EMAS-Norm, die nur innerhalb Europas seine Gültigkeit besitzt.
EMAS Verordnung
per EU-Verordnung geregelt
für alle Unternehmen geeignet
verpflichtet zu Umweltprüfungen und Umwelterklärung
verpflichtet das Einbinden der Mitarbeiter
die Eintragung erfolgt in
