GAMBIO - Der perfekte Tausch: Die Tauschgeschäfte des Benjamin von Glyk
Von Susanne Eisele
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Über dieses E-Book
Benjamin Johannes von Glyk tauscht sein Häuschen gegen ein Wohnmobil, nachdem eine besondere Begegnung in ihm den Wunsch entfacht hat, die eingefahrenen Bahnen seines bescheidenen und gleichförmigen Lebens zu verlassen. Auf seiner Suche nach einem erfüllten Dasein folgen diesem ersten Tausch noch weitere. Doch wird ihn das wirklich zu seinem Glück und zur Erfüllung seiner Sehnsucht führen?
Ein Entwicklungsroman sehr frei nach Motiven von Hans im Glück, übersetzt in die heutige Welt und gewürzt mit ein paar fantastischen Figuren.
Susanne Eisele
Susanne Eisele entdeckte schon früh ihre Liebe zur Musik und zu Büchern. Diese Liebe begleitet sie bis heute. Susanne Eisele lebt mit ihrem Ehemann im Nordschwarzwald. Mit der Zeit erwachte in ihr der Wunsch, selbst Bücher zu schreiben. Mit Nachbarschaftshilfe - ein Vampir- und Werwolfkrimi setzte sie diesen Wunsch schließlich Anfang 2014 in die Tat um. Im Januar 2024 erschien mit Die Tauschgeschäfte des Benjamin von Glyk bereits ihr neuntes Buch. Homepage: www.autorin-susanne-eisele.de Facebook-Seite: https://www.facebook.com/SusanneEiseleAutorin/
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Buchvorschau
GAMBIO - Der perfekte Tausch - Susanne Eisele
Tausch 1
Benjamin Johannes von Glyk zog das Gartentürchen hinter sich zu, dann warf er einen Blick auf das kleine Häuschen in dem gepflegten Gärtchen. Sein Haus, das ihm seine Mutter vererbt hatte. Es war nicht groß, aber ihm reichte es vollkommen. Zufrieden wandte er sich dem Weg zu, der zum Lindelberg mit seinen Weinreben und einem kleinen Wäldchen führte. Das war sein üblicher täglicher Spaziergang. Eigentlich wollte er auch mal einen neuen Weg gehen, aber irgendwie lenkte er seine Schritte immer wieder in die gewohnten Bahnen. Die sich ständig ändernde Natur war schließlich ausreichend und er hatte sie direkt vor der Haustür. Jetzt im zeitigen Frühjahr zeigte sich das erste Grün. Später im Jahr würden die Jahreszeiten dafür sorgen, dass sich die Landschaft im wunderbaren Farbenspiel veränderte. Ja sicher, da war so ein kleines Stimmchen in seinem Inneren, das aus dem alltäglichen Trott ausbrechen wollte, aber das hatte er meistens gut im Griff. Wenn er nicht von seinen Gewohnheiten abwich, war er vor unangenehmen Überraschungen sicher. Gut, positive Erfahrungen außerhalb des Üblichen waren dadurch auch mehr als selten, aber damit konnte er leben.
Auf Höhe der Weinberge staunte er nicht schlecht, als ihm ein Fels entgegenkam. Er rieb sich die Augen, dann sah er nochmals genauer hin. Es war tatsächlich nicht einfach ein Felsbrocken der – wie auch immer er dahin gekommen sein mochte – da lag. Nein, er bewegte sich langsam aber stetig auf ihn zu. Bei noch genauerem Hinsehen stellte Ben fest, dass zwischen der Unterkante des Felsens und dem Weg ein Spalt zu sehen war.
Er nahm sämtliche Details in sich auf, beobachtete den Felsen ganz genau. Ansonsten reagierte sein Körper auf dieses seltsame Ereignis mit relativer Bewegungslosigkeit. Um nicht zu sagen: Er war unfähig, sich zu bewegen und dem eigentümlichen Stein aus dem Weg zu gehen. Während er noch so dastand und überlegte, was er tun sollte, ertönte eine Stimme aus dem Felsen.
»Heda, aus der Bahn. Siehst du nicht, dass ich die gesamte Wegbreite brauche?«
Ben zweifelte langsam an seinem Verstand. In Bewegung brachte ihn das trotzdem nicht. Der Felsen stoppte, dann hörte er einen abgrundtiefen Seufzer, anschließend ein leises Fluchen. Zu seiner Verwunderung öffnete sich ein Teil des Felsens und ein Zwerg trat heraus. Jedenfalls nahm Ben an, dass er einem Zwerg gegenüberstand. Gesehen hatte er bislang noch nie einen, aber der kleine Mann, der jetzt sein Gefährt umrundete und auf ihn zu kam, sah aus, als wäre er direkt einem Märchenbuch entsprungen. Nur geschätzt einen Meter groß, breit gebaut mit einem schwarzen Bart bis zum Gürtel, die langen Haare zu verschiedenen Zöpfen geflochten. Die Kleidung bestand aus Leder und Leinen in anthrazitfarben. Der Zwerg baute sich breitbeinig vor dem Menschen auf.
»Bist du blind und taub, oder warum trittst du nicht zur Seite? Für dich ist es ein leichtes, mal eben einen Schritt in die Weinberge zu machen. Für mich mit meinem Felsrad ist das schwieriger. Leuchtet doch irgendwie ein, oder?«
Nicht sicher, ob das Funkeln in den Augen seines Gegenübers amüsiert oder wütend glitzerte, hob Ben abwehrend die Hände.
»Entschuldigung, ja das ist schon richtig. Also, dass ich hätte ausweichen können. Aber bislang bin ich nie einem Felsen begegnet, der auf mich zugefahren ist. Ein Felsrad? Wie funktioniert das?« Ben war schon immer sehr neugierig gewesen. Stundenlang konnte er sich durch sämtliche online-Lexika durchwühlen. Aber so etwas wie dieses Felsrad, war ihm dort noch nie untergekommen. Plötzlich überwog seine Wissbegierde, wie sich so ein großer Stein wohl vorwärtsbewegen ließ, seine sonstige Zurückhaltung Fremden gegenüber.
Der Eigentümer des Felsrades strich sich nachdenklich mit den Fingern über seinen langen Bart. »Du hast noch nie so ein Gefährt gesehen?«, erkundigte er sich, geschmeichelt über das Interesse des Menschen.
»Nein«
»Hmmm, na dann komm mal hier an die Seite, ich lasse dich einen Blick ins Innere werfen«, zeigte sich der Zwerg daraufhin gönnerhaft.
Neugierig ging Ben zu der Öffnung und blickte in den Felsen hinein. Ihm entfuhr ein leiser Jauchzer, als er das Innere sah. Der Stein war vollständig hohl und ruhte auf einem Gestell, das auf einer Art vierrädrigem Fahrrad montiert war. Seitlich an den Wänden waren Taschen angebracht. Aus einem Teil ragten Lebensmitteltüten hervor, andere schienen wohl mit Kleidung befüllt zu sein. Nach vorne waren Sehschlitze in die Außenhülle eingelassen. Hinten war eine zusammengelegte Hängematte zu sehen. Anscheinend war es möglich, diese vorne zu befestigen, so dass der Zwerg sich darin ausruhen konnte.
»Das ist mein Haus auf Rädern«, sagte der Besitzer des Gefährts stolz. »Mir war es zu langweilig, die ganze Zeit nur Mineralien und Edelsteine abzubauen und in den so entstandenen Stollen zu hausen. Ganz ohne Stein um mich herum mag ich aber auch nicht sein, weshalb ich das hier gebaut habe.« Er deutete auf den Felsen. »Damit erkunde ich die Welt!«
»Das ist wirklich toll«, antwortete Ben begeistert.
»Ja, ist es. Doch jetzt muss ich los. Hab noch einen langen Weg vor mir.«
Ben bedauerte ehrlich, dass der Zwerg weiterfahren wollte. Er war schon im Begriff aus dem Weg zu gehen, doch dann siegte seine Neugier.
»Kannst Du mir ein bisschen was berichten? Wie lebt es sich so in diesem Felsrad?«
»Ich bin kein guter Erzähler«, sagte sein Gegenüber mit einem leichten Schulterzucken. »Aber es ist so, wie ich es mir immer gewünscht habe. Ich radle da hin, wo es mich gerade hinzieht, ohne eigentliches Ziel. Immer nur der Nase nach. Wenn ich Hunger habe, bereite ich mir etwas zum Essen zu. Wenn ich müde bin, stelle ich mein Felsrad irgendwo am Straßenrand ab, wo es niemanden behindert, dann spanne ich meine Hängematte auf und schlafe eine Runde. So viel Geld, dass ich mir frische Lebensmittel kaufen kann, habe ich.« Dann wurde er sichtlich verlegen. »Allerdings bin ich erst seit zwei Tagen unterwegs, daher kann ich dir noch keine Geschichten erzählen.«
»Da wünsche ich für die Zukunft viele schöne Erlebnisse! Vielleicht begegnen wir uns mal wieder und du hast dann ein paar Geschichten im Gepäck.« Gerade so verkniff Ben sich ein: ›Darf ich mitkommen?‹ Zum einen wäre das dann doch etwas zu spontan für ihn, zum anderen war in dem Felsrad nicht genügend Platz für einen ausgewachsenen Menschen und einen Zwerg.
»Danke, gleichfalls und ja, bei einem nächsten Treffen kann ich dir sicher dies und das erzählen.« Damit schlüpfte der Zwerg in seinen Stein und schwang sich auf das Fahrrad, während er die Tür schloss. Kurz darauf zog das Felsrad an Ben vorbei, der sich dieses Mal beeilte, zur Seite zu treten.
Lange Zeit schaute er dem seltsamen Gefährt hinterher. Nach Beendigung seines Spaziergangs dachte er immer noch über die seltsame Begegnung nach. Sein Zuhause war gemütlich und eigentlich war dies auch sein absoluter Lieblingsplatz, den er ungern verließ. Dennoch stellte er es sich toll vor, jeden Tag woanders zu sein, immer alles dabei zu haben und einfach zu schauen, was es in der Welt so zu sehen gab. Aber alles mit dem Fahrrad? Das musste ziemlich anstrengend sein. Gut, man gewöhnte sich sicherlich daran, aber sonderlich warm oder bequem hatte das Felsrad nicht gewirkt. Ben kannte sich gut genug um zu wissen, dass ihm so ein Leben sehr schnell zu unbequem und anstrengend sein würde. Wenn er auf das Thermometer sah, wäre ihm das zu dieser Jahreszeit auch zu kalt, so ohne Heizung.
Am nächsten Tag kehrten seine Gedanken immer wieder zu dem Zwerg auf seinem Felsrad zurück. Die Sonne schien für diese Jahreszeit schon recht warm, zumindest auf seiner windgeschützten Terrasse, weshalb er sich vor sein Haus setzte, während er die Zeitung durchblätterte. Er atmete gerade die frische Frühlingsluft ein, als sein Blick an einer Annonce hängen blieb. Wohnmobil in gutem Zustand zu verkaufen, las er. Ein Wohnmobil! Das war doch eine schöne Idee. So könnte er wie der Zwerg etwas von der Welt sehen, hätte seine Siebensachen immer dabei, dennoch hätte er ein bequemes Bett, eine Heizung und eine Kochstelle. Als sein Blick auf den Preis fiel, verabschiedete er sich gleich wieder von dem Gedanken. Sicherlich hätte er sich für einige Zeit eines mieten können, aber das wäre nicht das gleiche gewesen. Nur für ein paar Tage würde sich der ganze Aufwand nicht lohnen. In der kurzen Zeit könnte er viel zu wenig sehen.
Ben hatte sich fest vorgenommen, nicht mehr darüber nachzudenken. Dennoch ertappte er sich während der folgenden Tage immer wieder bei dem Gedanken, wie es wohl wäre, frei und ungebunden durch die Lande ziehen zu können. Seine Mutter hatte ihm genügend Geld hinterlassen, von dem er bequem leben konnte, ohne arbeiten zu müssen. Für mehr, als die üblichen Lebenshaltungskosten reichte es zwar nicht, aber das war ja auch nicht notwendig – hatte er bislang immer gedacht. Als gelernter Finanzbuchhalter war ihm klar, dass er seinen Traum, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und etwas Neues erleben, von der finanziellen Versorgung her wahr werden lassen konnte. Seine Mutter hatte allerdings auch festgelegt, dass ihm jeden Monat nur ein bestimmter Betrag ausbezahlt wurde. Er war ja erst Anfang dreißig und sein Erbe sollte ihm bis ins hohe Alter hinein seinen Lebensunterhalt garantieren. Nachdenklich besah er sich die Kontoauszüge. Für seinen Lebensunterhalt und die monatlichen Raten für ein Wohnmobil reichte der Betrag nicht. Zumindest nicht, wenn er das in kurzer Zeit abbezahlt haben wollte. Was sprach aber gegen eine kleinere Rate über eine längere Laufzeit? Außer seinem Stolz natürlich.
So grübelte er einige Tage vor sich hin. Schließlich entschloss er sich, bei der Bank nachzufragen, in welcher Höhe er einen Kredit bekommen könnte, als ihm ein weiterer Grund einfiel, warum sein Plan nicht so einfach funktionieren konnte – das Haus. Es war abbezahlt, dennoch fielen natürlich laufende Kosten für Strom, Müll und ähnliches an. Außerdem konnte er es nicht einfach so leerstehenlassen. So ein Haus musste regelmäßig gelüftet werden, sonst würde sich Schimmel bilden. Zudem müssten anfallende Kleinigkeiten repariert werden, bevor diese zu größeren Schäden wurden. Einen Hausmeister und das Wohnmobil bezahlen konnte er nicht. Er könnte das Haus vermieten und mit diesen Einnahmen die Raten für das Wohnmobil begleichen. Aber was sollte er tun, wenn die Mieter nicht bezahlten, schlimmer noch, wenn er an Mietnomaden geriet, die das Haus in einem unbewohnbaren Zustand hinterließen? Er schüttelte den Kopf. Nein, das war ihm alles zu unsicher.
Enttäuscht, dass sein Traum nun doch geplatzt war, ging er ein wenig spazieren. Normalerweise bestaunte er immer jede Veränderung in der Natur. Vom ersten Grün im Frühjahr über die Blüten und Fruchtstände im Sommer, die buntgefärbten Blätter im Herbst bis hin zu den kahlen, eisüberzogenen Ästen im Winter. Doch dieses Mal hatte er keine Freude an den frischen Trieben der Weinreben und der Bäume. Frustriert zog der die Schultern nach oben und trabte missmutig vor sich hin.
»Aber Hannes, wie sehen Sie den heut’ aus. Se send doch sonscht emmer so gut g’launt. Was isch nur passiert?«, hörte er eine weibliche Stimme hinter sich. Innerlich zuckte er zusammen. Ausgerechnet jetzt musste er auf Frau Wedenschwall treffen, die nur drei Häuser von ihm entfernt wohnte. Die Einzige, die ihn mit der schwäbischen Kurzform seines Zweitnamens ansprach. Die Einzige, seit seine Mutter gestorben war, was logisch war, da die beiden sehr gute Freundinnen gewesen waren. Außerdem die Nachbarin, die immer, wenn sie ihn sah, versuchte ein längeres Gespräch mit ihm anzufangen. Dass sie damit äußerst selten Erfolg hatte, schreckte sie nicht ab. Langsam drehte er sich mit einem erzwungenen Lächeln auf den Lippen herum.
»Ach Frau Wedenschwall, ich dachte gerade darüber nach, ob ich nicht eine längere Reise machen sollte. Aber dann habe ich Bedenken bekommen und jetzt bin ich einfach unzufrieden mit mir selbst.« Noch während er sprach, wunderte Ben sich, dass er so einfach über seine Pläne sprach, auch wenn er das Wichtigste für sich behielt. Wahrscheinlich lag es daran, dass die ältere Frau zu Lebzeiten seiner Mutter so oft bei ihm zuhause gewesen war, dass sie für ihn schon fast eine Tante war, aber eben nur fast. Was seine Pläne anging – eigentlich wäre es kein Problem für ihn, einfach für ein oder zwei Wochen in Urlaub zu fahren. Für eine günstige Unterkunft würde sein Geld auf jeden Fall reichen.
»Was soll denn gegen eine Urlaubsreise sprechen? Gebet Se mir einfach ihre Schlüssel, dann gieß ich ihre Blumen und leere ihren Briefkasten. Haustiere habet Sie ja keine. Da seh ich gar kein Problem«, kam es auch prompt von seiner Nachbarin.
»Vielen Dank für das nette Angebot. Ich überlege es mir«, erwiderte Ben freundlich, dachte sich aber Dir werde ich die Schlüssel ganz sicher nicht geben. Du willst doch nur alle meine Sachen durchwühlen.
Er versuchte, sein freundliches Lächeln beizubehalten und wollte weitergehen, doch Frau Wedenschwall sprach einfach weiter. »Wissen Se, so en Urlaub würd‘ Ihnen schon guttun. Mal unter Leute kommen und so. Se send ja scho a bissle einsam, oder?«
Wie kam die Frau bloß darauf, dass er einsam sein könnte und Unterhaltung benötigte - noch dazu ein Plausch mir ihr oder mit Wildfremden auf einer Urlaubsreise? Er war noch nicht zu alt, um ins Jugendhaus in der alten Schule zu gehen, wenn er wollte. Aber die sozialen Kontakte, die er bei seinen Einkäufen hatte, reichten ihm vollkommen. Das war schon so gewesen, als seine Mutter noch gelebt hatte. Warum sollte er daran etwas ändern? Er war eben ein
