Geschichten und Sagen vom Rhein: Geschichten und Sagen entlang des Rheins, von den Quellen bis Basel.
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Über dieses E-Book
Wer kennt ihn nicht, den Rhein, von seinem Ursprung bis hinab nach Basel, umgeben von der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland und Frankreich?
Doch wer kennt die alten Geschichten von Burgen, Schlössern, Klöstern, von Dörfern und Städten. Wer kennt die Erzählungen über seine Fischer und Bauern. Wer hat schon von den Fürsten, Rittern und Mönchen, die am Flussufer lebten, gehört. Geschichten, die diese Landschaft und die Menschen prägten?
Geschichten aus einer Region, mit einer grossartigen Vergangenheit, die noch heute an vielen Orten sichtbar ist. Man muss nur genau hinschauen.
Über 90 Geschichten habe ich in diesem Buch aufgeschrieben und durch, dazu passende, fantasievolle Illustrationen, ergänzt. Was liegt da näher, als auch die Speisen aus dieser Region in einigen Beispielen vorzustellen. Land und Leute prägen nicht nur den Menschen, sondern auch seine Esskultur.
Ihr Manfred A. Wagenbrenner
Manfred A. Wagenbrenner
Manfred A. Wagenbrenner Jahrgang 1946 Geburtsort: Karlstadt am Main/Deutschland Bürger von Oberlangenegg-Bern/Schweiz Vater von zwei erwachsenen Kindern Lebt in einer Beziehung mit Susanne Wohnt in Scherzingen/Schweiz Ausbildung: Schulen in VS-Schwenningen/Deutschland 7 Semester Kunststudium, Meisterschüler von Prof. Sigurd Merz in Stuttgart/Deutschland 2 Semester Vorkurs und 8 Semester Fachklasse für Grafik unter Dr.h.c. Armin Hofmann an der SfG Basel/Schweiz Auszeichnungen bei Projektwettbewerben in Deutschland und der Schweiz Beruf: 6 Jahre Art-Director, verantwortlich für die weltweite Werbung in einem Schweizer Konzern Von 1978 bis 2010 Leitung der eigenen Werbeagentur in Steckborn/Schweiz Ausbildung von Lehrlingen Heute befasst er sich mit Zeichnen, Malen und Schreiben als freier Künstler Erfahren Sie mehr auf: www.crewa.ch
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Buchvorschau
Geschichten und Sagen vom Rhein - Manfred A. Wagenbrenner
Mit jeder Quelle
werden auch Landschaften
und ihre Geschichten geboren
Manfred A. Wagenbrenner
Inhalt
Vorwort/Karte
Der Rhein
St. Gotthard
Sedrun/Splügen
Disentis/Schams
Fardün/Domleschg
Ilanz
Thusis/Rhäzüns
Chur
Landqart
Mels
Sargans
Bad Ragaz
Wartau
Buchs
Rüti
Oberriet
St. Margrethen/Au/Dornbirn
Thal/Rorschach/Steinach/Goldach
Romanshorn
Güttingen
Münsterlingen
Kreuzlingen
Konstanz
Gottlieben
Ermatingen
Insel Reichenau
Gaienhofen
Höri/Wangen
Öhningen
Stein am Rhein
Diessenhofen
Schaffhausen
Neuhausen/Rheinfall
Waldshut-Tiengen/Hasel
Lauffenburg
Bad Säckingen
Rheinfelden
Basel
Basel/Lörrach/Mühlhausen
Kulinarisches aus der Region
Über den Autor
Vorwort
Wer kennt ihn nicht, den Rhein, von seinem Ursprung bis hinab nach Basel, umgeben von der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland und Frankreich?
Doch wer kennt die alten Geschichten von Burgen, Schlössern, Klöstern, von Dörfern und Städten. Wer kennt die Erzählungen über seine Fischer und Bauern. Wer hat schon von den Fürsten, Rittern und Mönchen, die am Flussufer lebten, gehört. Geschichten, die diese Landschaft und die Menschen prägten?
Geschichten aus einer Region, mit einer grossartigen Vergangenheit, die noch heute an vielen Orten sichtbar ist. Man muss nur genau hinschauen und hinhören, denn viele Dialekte prägen die Menschen am Rhein (Beispiel Seite 34).
Über 90 Geschichten habe ich in diesem Buch aufgeschrieben und durch, dazu passende, fantasievolle Illustrationen, ergänzt.
Was liegt da näher, als auch die Speisen aus dieser Region in einigen Beispielen vorzustellen. Land und Leute prägen nicht nur den Menschen, sondern auch seine Esskultur.
Ihr Manfred A. Wagenbrenner
Der Rhein
Der Rhein besteht aus zwei Quellflüssen. Dem 75 km langen Vorderrhein, dessen Quelle der Tomasee, nahe dem Oberalppass bei Sedrun im Gotthardgebiet ist und dem 64 km lange Hinterrhein, der im Hochtal des Rheinwalds unter dem Rheinwaldhorn entspringt. Beide befinden sich im schweizerischen Kanton Graubünden.
Ab dem Zusammenfluss der beiden Quellflüsse bei Tamins-Reichenau, führt er den Namen Rhein.
Im weiteren Verlauf folgen der Alpenrhein, der Bodensee, bestehend aus Obersee, Seerhein und Untersee, den er durchfliesst, dem Hochrhein, dem Oberrhein, dem Mittelrhein, dem Niederrhein und dem Rhein-Maas-Delta.
Bei Bonaduz vereinigen sich Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein. Auf der 86 Kilometer langen Strecke, fällt er von 599 auf 396 Meter Höhe. Der Rhein knickt bei Chur, der Hauptstadt Graubündens, nach Norden ab. Unterhalb von Chur ist sein Westufer schweizerisch und im Osten grenzt er an Liechtenstein und dann an Österreich.
Das in den Bodensee hineinreichende Rheindelta ist zwischen dem Alten Rhein im Westen und dem unteren Rheindurchstich im Osten, mehrheitlich Natur- und Vogelschutzgebiet.
Die Hauptströmung des Rheins verläuft entlang dem nördlichen, deutschen Bodenseeufer bis Hagnau, biegt dann nach Konstanz ab und wird im Konstanzer Trichter zum Abfluss in den Seerhein geleitet. Der vier Kilometer lange Seerhein verbindet den Obersee mit dem etwa 30 cm tiefer gelegenen Untersee, den der Fluss nun, begrenzt vom deutschen und schweizerischen Ufer, an der Reichenau vorbei, bis nach Stein am Rhein, durchfliesst.
Bei Stein am Rhein, am Westende des Untersees, beginnt der Hochrhein. Er fliesst im Gegensatz zu Alpenrhein und Oberrhein vor allem nach Westen und fällt dabei von 395 m auf 252 m ab.
Der Hochrhein bildet nun zwischen den schweizerischen Gebieten von Stein am Rhein, Schaffhausen und dem Zürcher Rafzerfeld bis zum Kanton Basel-Stadt, auf der ganzen Länge die Grenze zwischen der Schweiz im Süden und Deutschland im Norden.
Unterhalb von Schaffhausen liegt der Rheinfall, er ist der zweitgrösste Wasserfall Europas. Bei Rheinfelden erreicht der Rhein im St.-Anna-Loch eine Tiefe von 32 m.
Im Zentrum von Basel, der ersten Grossstadt am Laufe des Stroms, liegt das «Rheinknie», hier endet der Hochrhein.
Der Rhein
St. Gotthard: Vom deutschen Rheinstrom
Quelle: Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch.
Heilige Wasser rinnen von Himmelsbergen, singt die «Edda*», das uralte Götterlied, so auch der Rhein, des deutschen Vaterlandes heiliger Strom, rinnt vom Gottesberge (St. Gotthard), aus Eispalästen, aus dem Schosse der Alpen nieder, als Strom des Segens.
Schon die Alten sagten von ihm: die Donau ist aller Wasser Frau, doch kann wohl der Rhein mit Ehren ihr Mann sein.
Die Urbewohner der Stromufer erachteten seine Flut für als so wunderbar, dass sie ihr neugeborene Kinder zur Prüfung echter oder unechter Geburt übergaben. Rechtmässige Abkömmlinge trug die Stromflut sanft zum Ufer, unrechtmässige aber zog sie mit ungestümen Wellen und reissenden Wirbeln als ein zorniger Rächer und Richter der Unreinheit unter sich und ersäufte sie.
Durch Hohen Rätiens Alpentalschluchten stürzt sich der Rhein mit jugendlichem Ungestüm, frei und ungebunden, umwohnt von einem freien Bergvolk, das in Vorzeittagen hart lastende, schwer drückende Fesseln brach. Da zwang ein Kastellan auf der Bärenburg die Bauern, mit den Schweinen aus einem Trog zu essen, ein anderer zu Fardün trieb ihnen weidende Herden in die Saat, andere übten noch schwerere Frevel aus. Da traten Hohen Rätiens Männer zusammen, Alte mit grauen Bärten und hielten Rat im Nachtgrauen unter den grauen Alpen.
Auf einer felsenumwallten Wiese unfern von Tavanasa will man noch Nägel in den Felsenritzen erblicken, an welche die «Grauen», die Dorfältesten, ihre Brotsäcke hingen. Und dann tagten sie in Trun vor der St. Annenkapelle** unter dem freien Himmel, unter der grossen Linde, nach der Väter Sitte und beschwuren den Bund, der dem alten Land den neuen Namen gab, den Namen «Graubünden» und dass der Bund solle bestehen, solange Grund und Grat steht.
Kaiser Maximilian nannte scherzweise den Rheinstrom die lange Pfaffengasse, wegen der zahlreichen und hochberühmten Bistümer und Hochstifte an seinen Ufern und nannte Thur das oberste Stift, Konstanz das grösste, Basel das lustigste, Strassburg das edelste, Speier das andächtigste, Worms das ärmste, Mainz das würdigste und Köln das reichste.
*Die Texte der Edda sind die Vorlage fast aller überlieferten, germanischen Göttersagen.
**Die «Kapelle der heiligen St. Anna» ist eine Kapelle in der Gemeinde Trun in der Surselva im schweizerischen Kanton Graubünden.
Sedrun: Die Teufelsbrücke
Der enge Felsriegel oberhalb Göschenen versperrte seit jeher den Zugang zum Gotthard und damit den Übergang Richtung Süden. Immer wieder versuchten die Urner einen Saumweg durch die enge Schöllenenschlucht anzulegen und eine Brücke über die wilde Reuss zu schlagen, doch allzu oft waren die Säumer mit ihren Maultieren und Waren an den senkrechten Felswänden in die Tiefe gestürzt. Schliesslich rief ein Landammann ganz verzweifelt aus: «Do sell der Tyfel e Brigg bue!» (Da soll der Teufel eine Brücke bauen!) Kaum ausgesprochen, stand dieser schon vor der Urner Bevölkerung und schlug ihnen einen Handel vor. Er würde die Brücke bauen und als Gegenleistung wolle er die Seele desjenigen, der als Erster die Brücke überquere. Die Urner sagten zu und nachdem der Teufel die Brücke gebaut hatte, schickten die schlauen Urner einen Geissbock über die Brücke. Der Teufel war über diesen Trick sehr erbost. Voller Zorn zerriss er den Ziegenbock und holte einen haushohen Stein, mit dem er die Brücke wieder zerstören wollte. Da kam ein altes Mütterchen des Weges, erkannte ihn und ritzte ein Kreuz in den Stein. Als der Teufel das Zeichen Gottes sah, verwirrte ihn das so sehr, dass er sein Ziel verfehlte und der Stein landete im Tal, unweit von Göschenen, wo er seither als «Teufelsstein» liegt.
Splügen: Die Fenggin Madrisa
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