Über dieses E-Book
Tod eines Sensationsreporters auf Borkum! Finn Remmers, der Star-Moderator und Chefreporter von Radio Sandbank, lädt die Borkumer Kommissarin Mona Sander zum Interview in seine Sendung ein. Etwas widerwillig und nicht zuletzt, um ihrem Chef einen Gefallen zu tun, sagt die Kommissarin zu. Beim Vorgespräch im Radiosender nimmt Mona wahr, dass Remmers offenbar massiv telefonisch bedroht wird. Der Moderator bittet Mona daraufhin um ein Treffen, um ihr angeblich brisante Informationen zu übermitteln. Was könnte der Reporter, der eher für unseriöse Sensationsgeschichten bekannt ist, ihr geben wollen? Und warum sollte er der Polizei die Unterlagen überreichen, anstatt selbst eine explosive Geschichte daraus zu machen? Doch all dies werden die Borkumer Kommissare zunächst nicht erfahren. Denn als Mona und ihr Kollege Enno Moll am vereinbarten Treffpunkt erscheinen, liegt der Radiomoderator erschossen am Boden...
Sina Jorritsma
Die gebürtige Ostfriesin Sina Jorritsma aus der Krummhörn studierte in Hamburg Germanistik und Philosophie, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Sie veröffentlicht unter Pseudonym, weil sie ihre Umgebung genau beobachtet und Ereignisse aus ihrem Leben in ihre Geschichten einfließen. Das Romaneschreiben ist ihr kleines Geheim-nis, das nur wenige Menschen kennen. Bei einer großen Kanne Ostfrie-sentee mit Sahne und Kluntjes kann sie halbe Nächte durchschreiben, tagsüber hält sie sich mit Joggen fit. Sina Jorritsma lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Emden.
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Buchvorschau
Friesenradio. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
Kapitel 1
»Moin! Du sollst gleich zum Chef kommen.«
Mit diesen Worten wurde Kommissarin Mona Sander von ihrem Kollegen Enno Moll begrüßt, als sie morgens ausnahmsweise überpünktlich die kleine Polizeiwache auf Borkum betrat. Sie teilte sich mit dem Oberkommissar ein Büro, ihre Schreibtische standen einander gegenüber. Mona warf einen forschenden Blick auf das runde Gesicht des Kriminalisten.
»Nur ich allein? Also geht es nicht um einen neuen Fall, den wir bearbeiten sollen?«, hakte sie nach. Enno hob seine breiten Schultern: »Ich weiß von nichts, soll dir nur die Nachricht übermitteln. Oltbeck hat sehr geheimnisvoll getan.«
»Na, dann werde ich mich mal in die Höhle des Löwen begeben«, kündigte die Kommissarin an. Der Tag hatte eigentlich gut begonnen, aber nun drohte es, für Mona unangenehm zu werden. Sie machte auf dem Absatz kehrt. Während sie das Büro des Dienststellenleiters ansteuerte, ging sie in Gedanken ihr aktuelles »Sündenregister« durch. Es war ein offenes Geheimnis, dass Hauptkommissar Hinrich Oltbeck von Monas unkonventionellen Ermittlungsmethoden nicht gerade begeistert war. Meist gab ihr allerdings der Erfolg recht – und wenn die Polizei Borkum sich daraufhin mit einer spektakulären Verhaftung schmücken konnte, unterdrückte ihr Vorgesetzter allzu gern seinen Widerwillen gegen Monas gewöhnungsbedürftige Detektivarbeit. Ob sie diesmal den Bogen überspannt hatte? Sie durchforstete ihr Gedächtnis, aber ihr fiel beim besten Willen kein Vorwand für einen Rüffel durch den Chef ein. Ob er inzwischen genügend Beweismaterial gegen sie angesammelt hatte, um ihre Versetzung aufs Festland in die Wege zu leiten? Dies war Monas größte Angst. Obwohl sie keine gebürtige Insulanerin war, betrachtete sie die kleine Insel weit vor der Küste inzwischen als ihre Heimat. Wenn Oltbeck sie in die »Verbannung« schicken wollte, käme dies für sie einer Katastrophe gleich. Der Chef hatte ihr schon einige Dinge durchgehen lassen, doch vielleicht hatte sie diesmal das Fass zum Überlaufen gebracht. Aber womit? Mona nahm sich vor, nicht die Nerven zu verlieren. Trotzdem hatte sie weiche Knie, als sie an die Tür ihres Vorgesetzten klopfte und gleich darauf den Raum betrat. Oltbeck saß hinter seinem Schreibtisch. Er hob seinen kahlen Kopf und machte eine einladende Handbewegung: »Moin, Frau Sander. Nehmen Sie doch bitte Platz.«
Sie setzte sich auf einen der beiden Besucherstühle, die vor seinem Tisch standen. Mona versuchte, Oltbecks Gesichtsausdruck zu deuten. Wütend schien er nicht zu sein, das war ihrer Meinung nach schon mal ein gutes Zeichen. Oder wirkte seine Miene nur deshalb so entspannt, weil er die Kommissarin endgültig loswerden konnte? Sie schaute ihn erwartungsvoll an.
»Sie und Herr Moll haben ja in letzter Zeit einige aufsehenerregende Mordfälle aufklären können«, begann der Dienststellenleiter, »diese positive Bilanz ist natürlich nicht unbeachtet geblieben. – Sagt Ihnen der Name Finn Remmers etwas?«
Sie schüttelte den Kopf: »Nee, wer ist das?«
Oltbeck warf ihr einen strafenden Blick zu, was ihr vertrauter vorkam als seine entgegenkommende Art.
»Herr Remmers ist der Star-Moderator von Radio Sandbank. – Ich wundere mich, dass Sie noch nichts von ihm gehört haben.«
Radio Sandbank war ein privater Sender, der die beliebte Urlaubsinsel rund um die Uhr mit Musik und mehr oder weniger launigen Wortbeiträgen versorgte. In manchen Gastrobetrieben dudelte der Sandbank-Sound den ganzen Tag über. Mona hörte systematisch weg, wenn sie mit diesem Klangteppich konfrontiert wurde, da sie insbesondere die redaktionellen Beiträge äußerst albern und überflüssig fand. Sie selbst hatte ein Internetradio abonniert, das sie mit entspannter Gute-Laune-Musik à la Chilled Reggae versorgte. Aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass der Chef mit ihr über ihre bevorzugten Bands und Interpreten diskutieren wollte.
»Ich bin einfach kein Radio-Fan«, sagte sie.
»Nun ja, das ist natürlich Ihre Privatangelegenheit. – Herr Remmers hat jedenfalls den Wunsch geäußert, ein Interview mit Ihnen zu führen.«
Nun hatte Oltbeck die Katze aus dem Sack gelassen. Mona schaute ihn misstrauisch an und fragte sich, ob er einen Scherz auf ihre Kosten machen wollte. Doch Humor gehörte nicht zu seinen stärksten Charaktereigenschaften. Nein, er meinte es offenbar todernst. Die Kommissarin war normalerweise nicht auf den Mund gefallen. Aber jetzt benötigte sie einen Moment, bis sie etwas entgegnen konnte: »Aber – warum ausgerechnet ich?«
Nun lachte Oltbeck, obwohl er nicht besonders amüsiert klang.
»Muss ich Ihnen wirklich Ihre eigenen Erfolge aufzählen, Frau Sander? Sie und Ihr Kollege konnten in letzter Zeit einen raffinierten Rache-Mordplan aufdecken, Sie haben diese Drogen-Brüder entlarvt – und der rätselhafte Fall mit den Duellpistolen muss ganz besonderen Eindruck hinterlassen haben.«
»Ganz recht, Herr Oltbeck – bei all diesen Beispielen habe ich mit Herrn Moll zusammengearbeitet. Wenn überhaupt, dann sollten er und ich uns gemeinsam den Fragen des Journalisten stellen!«
Obwohl ich so einen ›Dudelsender‹ niemals als ernsthaftes Medium bezeichnen würde, fügte sie in Gedanken hinzu. Doch sie war diplomatisch genug, diese Ansicht für sich zu behalten, zumindest im Moment noch. Der Chef breitete die Arme aus und entgegnete: »Es ist sehr nobel von Ihnen, dass Sie Herrn Moll mit ins Boot holen wollen, Frau Sander. Herr Remmers hat aber darauf bestanden, ausschließlich Sie zu interviewen.«
»Das verstehe ich nicht«, sagte Mona. Und dies entsprach der Wahrheit.
Oltbeck druckste herum: »Nun ja, vermutlich entsprechen Sie eher der Zielgruppe des Senders … ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber Sie sind eine attraktive junge Frau …«
Als ob man das im Radio mitkriegen würde!, dachte die Kommissarin grimmig. Sie hatte nicht die geringste Lust, sich von so einem Moderator-Clown zur Äffin machen zu lassen. Doch sie kannte ihren Vorgesetzten. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, konnte sie genauso gut gegen eine Betonwand rennen. Mona erwiderte: »Vielen Dank für das Kompliment, aber Sie wissen so gut wie ich, dass zahlreiche Besucher unserer Insel zu den reiferen Jahrgängen zählen. Und die können sich zweifellos eher mit einem erfahrenen Polizisten wie Herrn Moll identifizieren.«
Oltbeck wusste genau, dass sie recht hatte. Dennoch schaute er demonstrativ auf seine Uhr und sagte: »Die Diskussion ist beendet, Frau Sander. Es ist mein ausdrücklicher Wunsch, dass Sie sich für dieses Interview zur Verfügung stellen – und es vor allem nicht vermasseln! Sie repräsentieren die Polizei Borkum, wenn Sie mit Herrn Remmers sprechen, vergessen Sie das nicht. Für die Befragung sind Sie selbstverständlich vom Dienst freigestellt. Ich habe mit Radio Sandbank vereinbart, dass Sie umgehend dort vorbeischauen, um den Termin festzuklopfen. Momentan haben Sie ja keinen dringenden Fall, nicht wahr?«
Mona kapierte, dass sie aus der Nummer nicht mehr herauskommen würde. Wenn sie sich weiterhin sträubte, würde sie den Chef nur unnötig gegen sich aufbringen. Also erhob sie sich.
»Ich kontaktiere Herrn Remmers und gebe Ihnen Bescheid, sobald der Interviewtermin steht.«
Der Hauptkommissar nickte huldvoll wie ein König aus längst vergangenen Zeiten. Mona schaffte es immerhin, die Tür leise zu schließen und nicht hinter sich zuzuknallen. Wenig später betrat sie ihr eigenes Arbeitszimmer. Sie blieb vor dem Schreibtisch stehen: »Wen siehst du vor dir, Enno?«
Der Ostfriese warf ihr einen verständnislosen Blick zu: »Na, dich natürlich.«
Mona schaute an sich herab. Sie trug ihre übliche Alltagskleidung: Jeans, schwarze Sneakers und einen dunkelblauen Rollkragenpullover aus Baumwolle.
»Ich bin eine attraktive junge Frau – das sind Oltbecks exakte Worte!«, stieß sie hervor. Mona war mit ihrem Äußeren eigentlich ganz zufrieden. Sie wäre gern größer gewesen, hatte sich aber mit ihrer geringen Körperlänge von nur eins dreiundsechzig abgefunden. Und manchmal wünschte sie sich, dass ihr rotblondes Haar weniger widerspenstig wäre. Aber die steife Inselbrise auf Borkum funkte auch anderen Frauen bei der Gestaltung ihrer Frisuren dazwischen. Enno hob die Augenbrauen, er wirkte überrascht: »Wollte der Chef dich etwa anbaggern?«
»Nee, glücklicherweise nicht«, erwiderte sie mit einem schiefen Grinsen und berichtete ihrem Kollegen vom Inhalt des Gesprächs.
»Das klingt doch eigentlich nach einer guten Idee«, meinte er.
»Fällst du mir jetzt in den Rücken? Ich habe überhaupt keine Lust darauf, mich von diesem Remmers ausfragen zu lassen!«, beteuerte sie.
»Da bekommst du mal ein Gefühl dafür, wie sich die Verdächtigen fühlen, wenn wir sie verhören«, meinte Enno schmunzelnd. Sie wusste natürlich, dass auch ihr Kollege nichts gegen die Anweisung des Chefs unternehmen konnte. Mona ging zu ihm hinüber und rubbelte mit beiden Händen über seine graue Stoppelfrisur: »Ich hätte dich einfach gern an meiner Seite gehabt, so wie immer!«
Der Oberkommissar errötete.
»Lass das nicht deinen Freund hören«, murmelte er.
»Ich korrigiere mich – wie fast immer«, meinte die Ermittlerin augenzwinkernd. Tatsächlich verbrachte sie viel mehr Zeit mit Enno als mit Jan Lummer. Das lag einfach daran, dass die beiden Kriminalisten zusammen Dienst hatten, während Monas Freund das Lokal Nordsee Kajüte besaß und dort entsprechend beruflich eingespannt war. Sie schaffte es immerhin, während jeder Woche die eine oder andere Nacht bei Jan zu verbringen, sodass ihre Beziehung nicht einschlief.
»So schlimm wird das Interview schon nicht werden«, behauptete Enno auf seine übliche zuversichtliche Art. »Wenn es gut läuft, hast du bei Oltbeck bestimmt einen Stein im Brett.«
»Dein Wort in Gottes Ohr. – Ich geh dann mal zum Radiosender und mache einen Termin.«
»Du klingst, als ob du zu deiner eigenen Hinrichtung müsstest«, scherzte der Ostfriese.
Mona streckte ihm die Zunge heraus und verließ das Büro. Sie schlich durch den Hofausgang aus der Dienststelle, weil sie momentan keine Lust auf die frechen Sprüche von Polizeimeisterin Grietje Smit vorn im Wachlokal hatte. Die junge Kollegin würde noch früh genug spitzkriegen, dass Mona einen Auftritt im Radio absolvieren musste. Die Polizeistation Borkum befand sich in der Strandstraße, in unmittelbarer Nähe des Inselbahnhofs. Mona schlenderte über den langen Bahnsteig, auf dem soeben ein Zug mit den farbigen Waggons der Kleinbahn eingetroffen war. Dieses Verkehrsmittel beförderte die Touristen und Kurgäste vom Fährhafen zum Ortskern. Die Kommissarin bewegte sich im Slalom zwischen den riesigen Rollkoffern hindurch, mit denen insbesondere die Langzeiturlauber ausgestattet waren. Mona ertappte sich beim Trödeln – als ob sie dadurch den Termin irgendwie hätte verhindern können. Natürlich wusste sie, wo Radio Sandbank beheimatet war. Das Gebäude des Senders befand sich in der Bismarckstraße, die Richtung Hauptstrand führte. Dort gab es zahlreiche beliebte Lokale, beispielsweise den Pferdestall, die Black Pearl und das Lord Nelson. Mona warf einen sehnsuchtsvollen Blick zu den Außenterrassen, auf denen die Gäste Speisen und Getränke genossen. Sie wandte sich der linken Seite zu und trat durch eine Glastür, über der eine rote Neonreklame für den Sender warb. Es gab einen Empfangsbereich mit einer Frau, die nach Monas Ansicht ebenso gut auf den Straßenstrich von St. Pauli gepasst hätte. Vielleicht wird das knappe Outfit ja von ihrem Boss verlangt, dachte die Kommissarin. Die grell geschminkte Schönheit hinter dem Edelstahltresen schaute sie erwartungsvoll an.
»Moin, mein Name ist Sander. Ich soll mich bei Finn Remmers melden.«
Mit diesen Worten präsentierte Mona ihren Dienstausweis, obwohl sie streng genommen nicht in polizeilicher Mission unterwegs war. Sie führte dies auf die Macht der Gewohnheit zurück. Die Angestellte, die laut einem Namensschild auf ihrer Bluse Tiffi hieß, schenkte ihr ein geschäftsmäßiges Lächeln: »Ah, dann bist du diese Superpolizistin! – Komm mit, Finn wartet schon sehnsüchtig auf dich!«
Superpolizistin? Sehnsüchtig? Mona wäre am liebsten sofort wieder verschwunden. Aber sie kämpfte ihren Widerwillen nieder und folgte Tiffi, die nun mit den Hüften schwenkend durch einen schmalen Gang eilte, von dem mehrere Räume abgingen.
»Das werden Sie bereuen!«, rief ein Kerl mit knallrotem Gesicht, der eine Tür aufriss und zum Ausgang wollte. Dabei hätte er die beiden Frauen beinahe umgerannt.
»Bei Ihnen herrscht ja ein erstklassiges Betriebsklima«, meinte Mona ironisch und schaute dem Wüterich nach. Er trug ein weißes Hemd und eine dunkelgraue Anzughose.
»Der Herr arbeitet nicht für den Sender«, behauptete Tiffi. Sie führte die Kommissarin in den Raum, den der Mann soeben abrupt verlassen hatte. Es war ein kleines Besprechungszimmer, durch eine große Glasscheibe von einem Aufnahmestudio getrennt. Dort wurde offenbar gerade das Live-Programm gestaltet. Mona sah eine Frau mit Kopfhörer, die – umgeben von allerlei technischem Equipment – in ein Mikrofon sprach. In dem Konferenzraum befand sich ein Mann von ungefähr Mitte dreißig. Er trug Jeans und ein T-Shirt mit dem Radio-Sandbank-Schriftzug. Er lächelte genauso unverbindlich wie Tiffi, als er auf Mona zutrat: »Moin, du musst Mona sein. – Schön, dass wir uns endlich kennenlernen!«
Die Kommissarin schätzte es nicht, von Fremden einfach geduzt zu werden – es sei denn, dass sie diese Menschen auf Anhieb sympathisch fand. Doch das war bei diesem Mann nicht der Fall. Seine Figur konnte man eher schlaksig als athletisch nennen, und der Blick seiner dunkelbraunen Augen hatte etwas Lauerndes. Alles in allem sah er Monas Meinung nach nicht schlecht aus – aber sie war ja nicht hier, weil sie an einem neuen Freund interessiert gewesen wäre.
»Sie müssen Herr Remmers sein.«
Sie sprach ihn bewusst nur mit seinem Nachnamen an und streckte ihm gleichzeitig ihre Rechte entgegen. Bei einem Kerl wie ihm musste man damit rechnen, dass er sie mit einem Kuss auf die Wange begrüßte.
Für diesen Fall habe ich ja meine Handschellen dabei, dachte Mona. Allerdings würde ihr Chef es garantiert nicht lustig finden, wenn sie Remmers verhaftete, anstatt sich von ihm interviewen zu lassen. Doch der Journalist lieferte ihr keinen Anlass für eine Festnahme. Er gab ihr die Hand, deutete sogar eine leichte Verbeugung an.
»Hau dich einfach auf einen Stuhl, Mona. Erfrischung gefällig?«
Sie zuckte mit den Schultern, was Remmers offenbar als Zustimmung deutete. Er gab Tiffi ein Handzeichen, die sich aus dem Staub machte und wenig später mit einem bunten Cocktail zurückkehrte, inklusive Papierschirmchen. Die Kommissarin beäugte das Getränk misstrauisch. Remmers schien zu ahnen, was ihr durch den Kopf ging: »Kein Stress, das Gesöff ist alkoholfrei.«
Sie sog am rot-weiß gestreiften Strohhalm. Der Radiomann hatte nicht gelogen, der Cocktail schmeckte nach Kokos und Ananas. Remmers hatte gegenüber von Mona am Besprechungstisch Platz genommen und beugte sich vor: »Ich habe einen Slot von einer Stunde für dich reserviert, und zwar morgen um 14 Uhr. Das ist eine starke Sendezeit bei uns, außerdem soll der Beitrag nochmal nachts wiederholt werden. Ich stelle dich kurz vor, und dann quatschen wir über deine spektakulärsten Fälle …«
Mona fiel ihm
