Über dieses E-Book
»Frieda hat immer das Risiko geliebt, aber diesmal ist es schiefgegangen!« Die Veranstaltungsreihe Lücht op Borkum verwandelt die ostfriesische Insel in ein buntes Farbenmeer. Am Abend steht das Feuerschiff Borkumriff im Mittelpunkt, doch der Lichtzauber endet abrupt: Ganz in der Nähe wird die berühmte Fotografin Frieda Lorenz tot aufgefunden. Wie sich später herausstellt, wurde sie vergiftet. Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll ermitteln im Umfeld der Toten. Welche Rolle spielt der junge Bewunderer, der wegen Frieda Lorenz auf die Insel reiste und stets einen Bildband von ihr bei sich trägt? Aber auch Friedas Lebensgefährte gerät ins Visier. Außerdem wurde das Zimmer der Fotografin auf Borkum durchwühlt, ihre Kameras sind verschwunden. Hat der Mörder Beweise vernichtet? Schon bald stoßen die ostfriesischen Ermittler auf eine brisante Spur: Offenbar hatte die Fotografin sich ein lukratives Nebengeschäft aufgebaut und spielte dabei ein gefährliches Spiel …
Sina Jorritsma
Die gebürtige Ostfriesin Sina Jorritsma aus der Krummhörn studierte in Hamburg Germanistik und Philosophie, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Sie veröffentlicht unter Pseudonym, weil sie ihre Umgebung genau beobachtet und Ereignisse aus ihrem Leben in ihre Geschichten einfließen. Das Romaneschreiben ist ihr kleines Geheim-nis, das nur wenige Menschen kennen. Bei einer großen Kanne Ostfrie-sentee mit Sahne und Kluntjes kann sie halbe Nächte durchschreiben, tagsüber hält sie sich mit Joggen fit. Sina Jorritsma lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Emden.
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Buchvorschau
Friesenlicht. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
Kapitel 1
Die ersten Herbststürme fegten über Borkum hinweg. Die heraufziehende kühle Jahreszeit traf die – außer Helgoland – einzige deutsche Hochseeinsel mit voller Wucht, aber die Einheimischen waren darauf vorbereitet. Auch den Urlaubern machten die Regenböen wenig aus; wer nach Ablauf der Sommermonate Ferien auf dem Eiland weit vor der Küste machte, war auf heftiges Wetter vorbereitet. Und nach einem Strandspaziergang bei Sturm und Regen schmeckte der heiße Tee mit Kluntjes und Sahne ganz besonders gut. Auch Kommissarin Mona Sander und Oberkommissar Enno Moll gönnten sich in der Polizeiwache eine Tasse von der starken Assam-Mischung.
»Was für ein Tag!«, seufzte die rotblonde Kriminalistin. »Immerhin konnten wir drei Langfinger dingfest machen – eigentlich sollte Oberglatze nichts zu meckern haben.«
Ihr Kollege Enno Moll grinste breit und drohte ihr scherzhaft mit dem Finger: »Ich kann dir nur davon abraten, Spitznamen für unseren kahlköpfigen Chef zu erfinden. Wenn es schlecht läuft, rutscht dir so eine Bezeichnung noch in seiner Gegenwart heraus.«
»Ja, das wäre suboptimal«, musste Mona zugeben. Sie stand von ihrem Schreibtischstuhl auf und trat an das Fenster ihres gemeinsamen Büros. Von den Bäumen am nahegelegenen Georg-Schütte-Platz wurde Herbstlaub zur Strandstraße hinübergeweht. Die vorbeieilenden Passanten hatten sich der Jahreszeit angepasst; man sah kaum noch Shorts und bauchfreie Oberteile, stattdessen Regenjacken, Mützen und festes Schuhwerk. Und es waren weniger Urlauber auf der Insel als in der Hauptsaison, obwohl Borkum inzwischen ganzjährig Erholungsuchende anzog – auch in der kalten Jahreszeit.
»Noch fünf Minuten bis Feierabend«, stellte sie fest und gähnte verhalten.
»Steht heute bei dir wieder dein Zweitjob auf dem Programm?«, fragte Enno mitfühlend. Der wuchtige Zweimetermann war nicht nur ihr Kollege, sondern auch ihr bester Freund. Arbeitsbedingt verbrachte sie mit dem Oberkommissar fast mehr Zeit als mit ihrem Ehemann.
»Selbstverständlich – Schulden machen fleißig«, erwiderte Mona mit einem Anflug von Galgenhumor. Dabei hätte der Kriminalistin wohl niemand unterstellt, auf der faulen Haut zu liegen. Sie und Enno waren seit Jahren dafür bekannt, selbst die kniffligsten Kriminalfälle zu lösen. Allerdings hatte die Renovierung von Jans geerbtem Friesenhaus an der Grönlandstrate Unsummen verschlungen, sodass Mona nach Dienstschluss meist noch im Lokal ihres Mannes kellnerte. So kamen die beiden einigermaßen über die Runden. Das Telefon auf ihrem Schreibtisch klingelte. Sie griff zum Hörer, meldete sich mit Namen und Dienstgrad.
»Frau Sander, ich möchte Sie und Herrn Moll kurz zu mir herüberbitten.«
»Wir kommen sofort, Herr Oltbeck.«
Mit diesen Worten legte sie auf. Enno hatte den kurzen Wortwechsel natürlich mitbekommen und erhob sich ebenfalls von seinem Bürostuhl.
»Wenn Oberglatze sich so kurz vor Dienstschluss meldet, kann das nichts Gutes bedeuten«, vermutete er.
Seine Kollegin hob überrascht die Augenbrauen: »So pessimistisch kenne ich dich ja gar nicht – und jetzt hast du dieses schlimme Wort ausgesprochen!«
Der Kriminalist mit der grauen Kurzhaarfrisur zuckte mit seinen breiten Schultern: »Ich neige zwar eigentlich zum Optimismus, bin aber auch nicht wirklichkeitsfremd. – Und außerdem: Warum sollst nur du dir immer den Mund verbrennen?«
»Wo du recht hast, hast du recht«, erwiderte Mona lachend.
Die beiden verließen ihr Arbeitszimmer und gingen zum Büro des Vorgesetzten hinüber. Wenig später saßen sie auf den Besucherstühlen vor dem Schreibtisch des Dienststellenleiters. Hauptkommissar Oltbeck hatte die Hände gefaltet. Im Gegensatz zu den Zivilfahndern trug er Uniform. Mona und Enno hingegen waren in ihren Jeans und Rollkragenpullovern nicht von durchschnittlichen Herbsturlaubern zu unterscheiden.
»Ich will es kurz machen«, begann der Chef, »ich habe vor wenigen Minuten einen Anruf von den Emder Kollegen bekommen. Es besteht der berechtigte Verdacht, dass eine organisierte Diebesbande heute Abend bei Lücht op Börkum zuschlagen will. Darum genehmige ich Ihnen ausnahmsweise Überstunden. Sorgen Sie beim Feuerschiff Borkumriff für Sicherheit. Falls nötig, können Sie auf uniformierte Kollegen von der Nachtschicht als Verstärkung zurückgreifen.«
Diese Anweisung zerschoss Monas Pläne komplett. Sie hatte eigentlich zur Nordsee Kajüte radeln wollen, dem Lokal ihres Ehemanns Jan Lummer. Aber natürlich musste sie sich fügen. Ganz abgesehen davon, dass sie hauptberuflich nach wie vor Polizistin und nicht Serviererin war. Und wenn sie sich sträubte, konnte Oltbeck ihr die Genehmigung ihrer Nebentätigkeit so schnell wieder entziehen, wie er sie erteilt hatte. Außerdem konnte man ihrem Vorgesetzten allenfalls Fantasielosigkeit und Sturheit unterstellen, nicht aber Heimtücke: Er hatte die Überstunden gewiss nicht angeordnet, um seiner Untergebenen das Leben schwerzumachen. Es ging ihm wirklich um die Verhinderung von Straftaten.
»Dann brechen wir am besten sofort auf«, sagte Enno. »Die Illuminationen beginnen bald – und wenn es dunkel wird, haben die Täter außerhalb der beleuchteten Areale leichtes Spiel.«
Mona beschränkte sich darauf, einfach nur zu nicken. Eigentlich neigte sie zu Temperamentsausbrüchen, wenn ihr etwas gegen den Strich ging. Aber in diesem Fall konnte sie Oltbeck seinen Befehl nicht übelnehmen. Er wusste, dass sie knapp bei Kasse war. Und es schien, als ob er ihre Gedanken gelesen hätte: »Frau Sander – sobald Sie beide diese Aufgabe erfüllt haben, kann sich Herr Moll auch um den Rest kümmern und Sie gehen zu Ihrem Extrajob.«
Die Kommissarin hatte plötzlich einen Kloß im Hals: »Vielen Dank, Herr Oltbeck.«
Die Ermittler verließen die Wache und gingen auf den Hof. Dort war ihr Dienstwagen ohne Polizeimarkierung geparkt. Enno ließ den Motor an: »Die Lichtwoche läuft jetzt schon ein paar Tage, aber bisher wurden noch keine Eigentumsdelikte in dem Zusammenhang gemeldet. Glück gehabt, würde ich sagen. Wenn ein Dieb mit einer frühen Fähre kommt, kann er auch als Tagestourist einen guten Schnitt machen.«
»Und die Täter, die wir gestern und heute ermittelt haben, ›arbeiteten‹ bei Tageslicht«, rief Mona in Erinnerung und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen.
»Weinst du?«
»Wie kommst du denn darauf, Enno? Mir ist nur ein Staubkorn ins Auge geflogen.«
»Ich fand es jedenfalls sehr menschlich vom Chef, dass er auf deine Lage Rücksicht nehmen will«, meinte der Oberkommissar freundlich lächelnd.
»Ja, das stimmt. – Und zur Belohnung werde ich ihn nie wieder Oberglatze nennen, noch nicht mal in Gedanken«, versicherte seine Kollegin. Bevor die beiden losfuhren, riefen sie ihre jeweiligen Ehepartner an. Birte Moll war Kummer gewohnt; als langjährige Gattin eines Polizisten rechnete sie immer damit, dass ihr Enno später vom Dienst kam. Mona hingegen war noch nicht sehr lange verheiratet. Eigentlich konnte sie es immer noch nicht glauben, dass es ein Mann mit ihr aushalten würde. Sie machte sich keine Illusionen über ihren schwierigen Charakter.
»Der Dienst dauert heute länger, Schatz«, sagte Mona, als Jan Lummer ihren Anruf entgegennahm, »damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hoffe aber, Lina später im Service helfen zu können.«
»Mach dir nur keinen Stress«, beruhigte ihr Mann sie, »wir haben hier alles im Griff.«
Im Hintergrund waren das Klappern von Geschirr, Musik vom Band und Gesprächsfetzen der Gäste zu hören. Die Nordsee Kajüte war ein gemütliches Seglerlokal beim Hafen. Jan Lummer hatte ein treues Stammpublikum, das auch außerhalb der Hauptsaison immer gern bei ihm vorbeischaute. Inzwischen hatten sich die Gäste auch daran gewöhnt, dass die Kommissarin dort gelegentlich kellnerte. Von einigen wurde sie bereits scherzhaft »Frau Wirtin« genannt.
»Ich hoffe, später dazustoßen zu können«, sagte Mona und beendete das Telefonat. Enno war bereits losgefahren. Die Ortsmitte wurde durch die lange Reedestraße mit dem Hafen verbunden. Es dämmerte bereits, als sie ihr Fahrtziel ansteuerten. Die Lichtwoche Lücht op Börkum fand im Herbst statt. Während dieser Tage wurde jeweils ein anderes Borkumer Motiv verschiedenfarbig illuminiert – ein Anblick, der gleichermaßen Einheimische und Urlauber anzog. An diesem Abend sollte das Feuerschiff Borkumriff auf diese Weise angeleuchtet werden.
»Ich wette, dass sich am Hafen bereits eine größere Menschenmenge versammelt hat«, vermutete die Kriminalistin. »Für Taschendiebe ist dies eine ideale Voraussetzung. Die meisten Anwesenden schauen sich die Borkumriff an und achten nicht auf ihre Wertsachen. Da kann man innerhalb kürzester Zeit viel Beute machen.«
»Da stimme ich dir zu – andererseits legt heute Abend keine Fähre mehr ab, und der Flugbetrieb ist ebenfalls eingestellt«, gab ihr Kollege zu bedenken. »Selbst wenn die Langfinger erfolgreich sind, sitzen sie trotzdem bis morgen früh auf der Insel fest, bevor sie Richtung Emden oder Eemshaven abhauen können.«
»Ob sie sich kurzfristig Unterkünfte auf der Insel gebucht haben?«, rätselte Mona.
Enno erwiderte: »Das ist eine gute Frage. Noch wissen wir ja nicht, ob überhaupt eine Diebesbande vor Ort ist. Vielleicht war der Tipp ja nur eine Falschmeldung – es wäre nicht das erste Mal.«
Nachdem die beiden den Hafen erreicht hatten, parkte der Oberkommissar an der Juister Strate. Die Ermittler bewältigten das letzte Stück zu Fuß. Die Borkumriff war auch außerhalb der Lichtwoche schon von Weitem an ihrem flammend roten Anstrich zu erkennen. Es handelte sich um ein außer Dienst gestelltes Feuerschiff. In früheren Zeiten fungierte es als eine Art schwimmender Leuchtturm – und ihr Name wies auf ihre Funktion hin. Das Borkumriff war eine äußerst gefährliche Untiefe nahe der Insel, durch die immer wieder Schiffe in Seenot gerieten und sanken. Heutzutage wurde das Feuerschiff dank eines engagierten Fördervereins instandgehalten und gewartet. Daher konnte das Traditionsschiff immer noch in See stechen. Dies war am 16. Oktober allerdings nicht vorgesehen. Man hatte die Borkumriff im Wortsinn ins rechte Licht gerückt; eine große Menschentraube auf dem Kai zeugte davon, wie gut die Show beim Publikum ankam. Viele Leute hielten ihre Smartphones hoch, um das Spektakel fotografieren oder filmen zu können. Die Kommissare näherten sich langsam, wobei sie sich einen Überblick verschafften. Wenn sie nicht gerade einen Mordfall aufklären mussten, waren sie hauptsächlich mit der Bekämpfung von Taschendiebstahl beschäftigt. Insofern hatten beide bereits einen »sechsten Sinn« für Langfinger entwickelt. Sie taten so, als würden auch sie sich nur für die Illumination interessieren. In Wirklichkeit musterten sie aber die Schaulustigen. Schon bald hatte Mona eine Verdächtige im Visier.
»Blond, grüne Kapuzenjacke, schwarze Hose«, raunte sie ihrem Kollegen zu, während sie unauffällig auf die Frau zusteuerte.
Enno antwortete ebenso leise: »Fransenjacke könnte ihr Partner sein.«
Die Kommissarin wusste, von wem der Oberkommissar sprach. Ein paar Meter entfernt von der Blonden stand ein Mann mit brauner Fransen-Wildlederjacke, dessen dunkles Haar wellig auf seine Schultern fiel. Er hatte scheinbar nichts mit der jungen Frau zu tun; aber erfahrungsgemäß wurden Taschendiebe oft im Team tätig. Die Ermittler waren im Vorteil, denn die Verdächtigen standen mit dem Rücken zu ihnen. Momentan konnten Mona und Enno noch nichts unternehmen. Ob das Duo schon eine Straftat begangen hatte, ließ sich nicht einschätzen. Die Kriminalisten mussten warten, bis sie die beiden in flagranti Tat ertappten. Und diese Gelegenheit kam schneller als erhofft. Der Fransenmann bewegte sich seitwärts auf einen rundlichen Herrn mit grauen Haaren zu, rempelte ihn an und entschuldigte sich höflich. Diesen Moment nutzte die Blonde, um die Brieftasche des Opfers aus dessen Gesäßtasche zu ziehen. Ungeschulte Augen hätten den Diebstahl vermutlich nicht bemerkt, doch die Kommissare schritten sofort ein. Die Täterin drehte sich weg, aber Mona versperrte ihr den Weg: »Polizei Borkum! Sie …«
Die Ermittlerin konnte den Satz nicht beenden, denn die Verbrecherin reagierte blitzschnell. Sie rammte der Kriminalistin den Ellenbogen in die Magengegend und flitzte an ihr vorbei. Mona war normalerweise nicht so leicht zu überrumpeln, aber sie wurde durch andere Umstehende in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Aus dem Augenwinkel sah die Kommissarin, dass der Dunkelhaarige sich ebenfalls aus dem Staub machen wollte. Aber um ihn würde sich Enno kümmern. Die Attacke der Diebin rief bei Mona kaum Schmerzen hervor; sie hatte instinktiv ihre Bauchmuskeln angespannt gehabt.
»Stehen bleiben!«, rief die Kommissarin gellend. Sie verschaffte sich Platz und setzte dem weiblichen Langfinger nach. Die Blonde ließ die Brieftasche fallen, aber das würde ihr auch nichts nützen. Jetzt kam es darauf an, die Frau nicht entwischen zu lassen.
Das Biest kann schnell rennen, dachte Mona. Aber um ihre eigene Kondition war es auch nicht schlecht bestellt. Die Insel bot reichlich Gelegenheit für Ausdauersport, und die Kommissarin zog mindestens dreimal pro Woche ihre Laufschuhe an. Die Kriminelle versuchte offenbar, ihre Verfolgerin abzuschütteln. Sie bog von der Straße Am Neuen Hafen in die Straße An der Fischerbalje ein, wobei sie sich zu Mona umdrehte. Dies wurde ihr zum Verhängnis. Sie stolperte über die Deichsel eines Bootsanhängers, der dort völlig vorschriftswidrig abgestellt worden war. Die Blonde war so schnell unterwegs, dass sie nicht mehr abbremsen konnte. Sie stürzte mit dem Gesicht nach vorn auf das Straßenpflaster. Bevor sie sich wieder aufrappeln konnte, war Mona bei ihr und drückte der Verbrecherin ihr Knie ins Kreuz.
»Unten bleiben!«, kommandierte die Kriminalistin.
Die Blonde zappelte, versuchte sich zu befreien. »Ich habe nichts gemacht!«, keifte sie.
Mona drehte ihr die Arme auf den Rücken: »Einen Angriff auf eine Polizistin im Dienst würde ich nicht als nichts bezeichnen, junge Dame. Außerdem habe ich dich beim Klauen beobachtet. Und so wie ich meinen zuverlässigen Kollegen kenne, konnte er das Beweisstück bereits sicherstellen – da ist er ja schon!«
Die Kommissarin zeigte zum Hafen hinüber. Von dort kam ein höchst unterschiedliches Trio auf die beiden Frauen zu. Enno hatte dem Dunkelhaarigen mit der Fransenjacke offenbar schon Handschellen angelegt und schob ihn vor sich her. Natürlich war auch die Brieftasche seinem aufmerksamen Blick nicht entgangen. Die dritte Person war der Geschädigte – ein untersetzter Mann mit randloser Brille, der eine blaue Regenjacke und Jeans trug. Sein Gesichtsausdruck zeigte eine Mischung aus Verärgerung und Erleichterung – vermutlich, weil er bestohlen worden, aber die Polizei gleich zur Stelle gewesen war.
»Ich weiß gar nicht, was Sie von mir wollen!«, beschwerte sich der Festgenommene. »Die Kleine soll geklaut haben? Kann schon sein, aber ich kenne sie überhaupt nicht!«
»Du bist so ein Mistkerl, Jörn!«, stieß die Diebin hervor. Dann wandte sie sich an Mona: »Dieser Mann hat mich angestiftet, Frau Wachtmeister! Ich werde Ihnen alles erzählen!«
Solche
