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Friesenraub. Ostfrieslandkrimi
Friesenraub. Ostfrieslandkrimi
Friesenraub. Ostfrieslandkrimi
eBook214 Seiten2 StundenMona Sander und Enno Moll ermitteln

Friesenraub. Ostfrieslandkrimi

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Über dieses E-Book

Die Gäste des Borkumer Lokals »Dünendiele« erleben den Schock ihres Lebens. Während sie sich in uriger Atmosphäre entspannen, steht plötzlich ein Räuber vor ihnen mit Messer und Teufelsmaske. Doch damit nicht genug: Kurz nach dem Raub wird eine männliche Leiche in den Dünen entdeckt, ein junger Mann mit Teufelsmaske! Aber handelt es sich bei dem Toten tatsächlich um den Räuber oder will der wahre Täter nur von sich ablenken? Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll nehmen das Umfeld der »Dünendiele« ins Visier. Was verheimlicht die attraktive Kellnerin Jana? Und welche Rolle spielt ein aufdringlicher Wattführer, der anscheinend nie ins Watt geht? Besonders für Mona ist dieser Fall eine emotionale Angelegenheit, denn die Kommissarin ist mit der Besitzerin der »Dünendiele« schon seit Jahren befreundet...

SpracheDeutsch
HerausgeberKlarant
Erscheinungsdatum15. März 2022
ISBN9783965865501
Friesenraub. Ostfrieslandkrimi
Autor

Sina Jorritsma

Die gebürtige Ostfriesin Sina Jorritsma aus der Krummhörn studierte in Hamburg Germanistik und Philosophie, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Sie veröffentlicht unter Pseudonym, weil sie ihre Umgebung genau beobachtet und Ereignisse aus ihrem Leben in ihre Geschichten einfließen. Das Romaneschreiben ist ihr kleines Geheim-nis, das nur wenige Menschen kennen. Bei einer großen Kanne Ostfrie-sentee mit Sahne und Kluntjes kann sie halbe Nächte durchschreiben, tagsüber hält sie sich mit Joggen fit. Sina Jorritsma lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Emden.

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    Buchvorschau

    Friesenraub. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma

    Kapitel 1

    Kommissarin Mona Sander und ihr Kollege Enno Moll hatten den windigen Vormittag im Oktober damit verbracht, vergeblich im Umfeld des Borkumer Inselbahnhofs nach Taschendieben Ausschau zu halten. Gegen halb elf Uhr kehrten die beiden Zivilbeamten zur Polizeistation in der Strandstraße zurück, um nach der Dienstpost zu schauen. Mona trug zu ihren Blue Jeans einen roten Windbreaker, der die Pistole im Clipholster am Gürtel verdeckte. Auch Enno war mit Jeans bekleidet, außerdem mit einer uralten Lederjacke. Wenn seine Kollegin ihn aufziehen wollte, dann sagte sie, dass er wie ein Lastwagenfahrer in einer Achtzigerjahre-Filmkomödie aussehen würde. Kaum hatten die beiden das Wachlokal betreten, als Polizei­meisterin Grietje Smit wie von der Tarantel gestochen aufsprang.

    »Ihr kommt wie gerufen, ich wollte euch gerade anfunken! Es gibt einen Notruf von der Dünendiele, dort hat es einen Raubüberfall gegeben!«

    »Wurden Personen verletzt?«, wollte die rotblonde Kommissarin von ihrer quirligen jungen Kollegin wissen.

    »Keine Ahnung, die Anruferin war völlig neben der Spur, konnte kaum sprechen. Ich bin froh, dass ich die Worte Raub und Dünen­diele verstanden habe.«

    »Wir fahren sofort los«, verkündete Enno.

    Der hochgewachsene und wuchtige Oberkommissar durchquerte zusammen mit Mona die Wache, denn ihr ziviles Dienstfahrzeug war auf dem Hof hinter dem Gebäude geparkt. Die Ermittler stiegen in das Auto und brausten los. Enno schaltete nur das Blaulicht, nicht aber das Martinshorn ein. Vielleicht befand sich der Täter noch in der Nähe und es gab die Chance, ihn zu überrumpeln.

    Die Dünendiele war ein uriges Lokal, das sich auf halbem Weg zwischen dem Hauptbadestrand und dem Hoge Hörn befand. So hieß der östlichste Punkt von Borkum. Dort konnte man bei klarer Sicht bis zur Nachbarinsel Juist hinüberblicken. Mit dem Auto benötigte man höchstens zehn Minuten, um von der Polizeiwache aus zum Ort des Überfalls zu gelangen. Allerdings war es nicht möglich, bis direkt zum Lokal zu fahren. Dieses konnte man nur über Fußwege vom Strand oder von der Hindenburgstraße aus erreichen. Auch die Vorräte mussten mit Handkarren oder Fahrradanhängern herbeige­schafft werden. Doch gerade diese Abgelegenheit machte den Charme des windschiefen Gebäudes aus, das über eine treue Stammkundschaft verfügte. Auch Mona hatte dort bei ihren Jogging­runden schon die eine oder andere Rhabarberschorle zu sich genommen.

    »Hoffentlich ist Heike nichts passiert«, dachte sie laut nach, während sie ihren Blick über die Dünenlandschaft hinter der Wohnbebauung schweifen ließ.

    »Oder einem ihrer Gäste«, ergänzte der Ostfriese, während sie so schnell wie möglich über die Hindenburgstraße bretterten. Zum Glück herrschte wenig Verkehr. Im Gegensatz zu anderen Ostfriesi­schen Inseln war Borkum nicht komplett autofrei, doch große Teile der Insel standen unter Naturschutz und durften nicht befahren werden.

    »Natürlich, am besten sollte niemand zu Schaden gekommen sein, Enno. Es ist nur so, dass ich die Besitzerin ganz gut kenne. Ich würde sie beinahe schon als Freundin bezeichnen.«

    Und das will etwas heißen, fügte die Kommissarin in Gedanken hinzu. Ihre kratzbürstige Art machte es ihr oft schwer, Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen. Doch das war jetzt nebensächlich. Momentan kam es darauf an, den Täter dingfest zu machen.

    Enno brachte das Auto an der Einmündung des Dünenpfads zum Stehen. Mona sprang aus dem Wagen, zog ihre Pistole und sprintete Richtung Dünendiele. Obwohl es nur wenige Hundert Meter bis zu dem Lokal waren, kam ihr der Weg unendlich lang vor. Der Oberkommissar folgte seiner Kollegin. Er war rund zwanzig Jahre älter als Mona sowie um etliche Kilos schwerer. Es lag auf der Hand, dass er nicht so schnell rennen konnte wie sie.

    Die Dünendiele bestand aus einem rechteckigen roten Backstein­gebäude sowie einem hölzernen Anbau. Es gab auch einen Außen­bereich, in dem zwei Strandkörbe sowie einige Holztische und Klappstühle standen. Dort erblickte Mona ungefähr ein halbes Dutzend Menschen. Sie hatten sich zusammengedrängt wie eine Schafherde, deren Mitglieder sich gegenseitig vor einem Wolfsan­griff zu schützen versuchen. Mona erkannte nur die Wirtin, bei den übrigen Personen handelte es sich vermutlich um Gäste. Heike Grothaus hielt eine junge Frau umarmt, die totenbleich war und am ganzen Körper zitterte. Sie schien eine Bedienung zu sein, denn die Kommissarin bemerkte an ihr eine Schürze und ein großes Gastro-Portemonnaie.

    »Polizei Borkum!«, rief Mona und hielt mit der linken Hand ihren Dienstausweis hoch. Die meisten Menschen waren verständlicher­weise beunruhigt, wenn jemand mit gezogener Waffe vor ihnen auftauchte.

    Die Inhaberin löste sich sanft aus dem Klammergriff der Kellnerin und trat auf die Kommissarin zu: »Gut, dass ihr so schnell kommen konntet, Mona. Der Dreckskerl ist vielleicht noch in der Nähe!«

    »Bitte erzähl mir genau, was geschehen ist, Heike.«

    Als die Wirtin wieder den Mund öffnete, kam auch Enno keuchend näher. Beide Ermittler hörten sich nun ihren Bericht an: »Ich war in der Küche und bereitete den Mittagstisch vor, als meine Angestellte laut schrie.« Heike Grothaus zeigte auf die verängstigte junge Frau und fuhr fort: »Also lief ich nach draußen, um nachzusehen. Da stand ein Kerl mit einer Teufelsmaske vor Jana. Er bedrohte sie mit einem langen Messer!«

    »Ich glaubte, sterben zu müssen«, ergänzte die Bedienung. Ihre Stimme klang belegt, der Schock stand ihr immer noch ins Gesicht geschrieben.

    »Sagte die Person etwas zu Ihnen?«

    Die Antwort auf Monas Frage bestand in einem Kopfschütteln.

    »Nein, er wandte sich schnell wieder von mir ab und ging zu den Herrschaften, die in dem linken Strandkorb saßen.«

    Mit diesen Worten zeigte Jana auf ein Ehepaar, das nach Monas Schätzung zwischen sechzig und siebzig Jahren alt war. Beide trugen Outdoor-Allwetterjacken, wie man es in der kühlen Jahreszeit oft bei Borkum-Urlaubern sah.

    »Ich dachte, dass der Verbrecher Geld und Wertsachen will«, sagte der Mann. Einigermaßen gefasst fuhr er fort: »Also haben wir ihm unsere Portemonnaies und unsere Handys gegeben.«

    »Hat der Täter mit Ihnen gesprochen?«, hakte die Kommissarin nach.

    Der Senior und seine Gattin verneinten übereinstimmend.

    Nun meldete sich ein hagerer Mann mit Cordjacke und Kniebund­hose zu Wort: »Auch ich habe dem Kerl mein Geld ausgehändigt. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass ich auf so einer friedlichen Insel wie Borkum ausgeraubt werde.«

    »Hat der Verdächtige Sie denn dazu aufgefordert, ihm Ihr Geld zu geben?«, fragte Mona.

    »Nein, junge Frau. Aber seine Geste mit dem Messer und der freien Hand konnte man unmöglich missverstehen.«

    Der Cordjackenträger ahmte nach, wie der Räuber ihn mit rechts bedroht und gleichzeitig die linke Hand fordernd ausgestreckt hatte.

    Die Ermittlerin nickte.

    Enno befragte inzwischen die übrigen Anwesenden. Offenbar hatte der Maskierte nur diese drei Personen bestohlen, die anderen Gäste aber in Ruhe gelassen. Dann war er zu Fuß in die Dünen geflohen.

    »Wir benötigen eine möglichst genaue Beschreibung des Täters«, bat Mona.

    Doch dieser Wunsch schien sich nur schwierig erfüllen zu lassen. Heike Grothaus, ihre Bedienung und die Gäste waren sich über die Größe des Mannes uneins. Die Angaben schwankten zwischen eins siebzig und eins achtzig. Gesichert schien nur seine schlanke Figur. Er war mit einer Regenhose für Radfahrer und einem dunklen Kapuzenpullover bekleidet.

    »Niemand hat den Räuber sprechen hören«, stellte Mona fest. »Es könnte sich also auch um eine Frau mit einer eher knabenhaften Figur handeln.«

    »Ausschließen lässt sich das nicht«, gab die Wirtin zu. »Mir fällt noch ein, dass der Kerl Handschuhe trug. Falls er also eine Sie ist und lackierte Fingernägel hat, wäre es uns nicht aufgefallen.«

    »Wer hat die Polizei angerufen?«, wollte die Kommissarin wissen.

    »Das war ich«, sagte Jana. Die Kellnerin schien sich inzwischen etwas beruhigt zu haben, jedenfalls zitterte sie nicht mehr. Sie ergänzte: »Ich habe mein Handy herausgeholt, sobald der Räuber hinter einem Dünenkamm verschwunden war. Ich handelte, ohne nachzudenken.«

    »Nachdem Jana mit euch telefoniert hatte, wäre sie beinahe zusammengebrochen«, erklärte Heike Grothaus. »Du bist sehr tapfer gewesen, mein Mädchen.«

    Sie unterstrich ihre Worte, indem sie zärtlich die Wange ihrer Angestellten liebkoste. Mona wusste, dass die Gastwirtin ein sehr familiäres Verhältnis zu ihren wenigen Mitarbeitern pflegte. Sie behandelte diese eher wie Familienmitglieder. Man hätte Heike Grothaus und Jana glatt für Mutter und Tochter halten können – abgesehen davon, dass die beiden einander äußerlich nicht ähnelten.

    Die Bedienung war ein zartes blondes elfengleiches Wesen, dem man das Tragen von schweren Tabletts kaum zutraute. Ihre Chefin hingegen erinnerte an eine Walküre. Zu diesem Eindruck trugen auch Heike Grothaus’ leuchtend rote Haare und ihre tätowierten Unter­arme bei. Die Besitzerin der Dünendiele trug vorzugsweise schwarz gefärbte Bundeswehrhosen sowie selbst gestrickte Pullover in grellen Farben, wodurch ihr wildes Aussehen noch unterstrichen wurde.

    Mona griff zum Funkgerät und sagte: »Enno, nimmst du bitte die Aussagen der übrigen Herrschaften auf? Ich veranlasse schon mal eine Fahndung nach dem Täter und schaue mich in der näheren Umgebung um. – Wie viel Zeit ist seit der Flucht des Räubers vergangen?«

    Die Anwesenden schätzten, dass sich der Überfall vor ungefähr zwanzig Minuten abgespielt haben musste. Das war zwar objektiv gesehen nicht viel Zeit, aber dem Täter stand ein Gebiet zur Verfügung, das sich hervorragend für einen ungestörten Rückzug und auch als Versteck eignete.

    Mona funkte Grietje an und gab ihr durch, was sie zum Aussehen des Räubers bisher herausgefunden hatte.

    »Ich werde die Kollegen informieren«, erwiderte die junge Polizei­meisterin.

    Die Kommissarin hatte eigentlich noch mit einem kessen Spruch gerechnet, denn Grietje war für ihr loses Mundwerk bekannt. Trotz ihrer flapsigen Art nahm sie allerdings ihre Dienstpflichten sehr ernst und hatte sich vermutlich deshalb in diesem Moment einen humori­gen Kommentar verkniffen. Mona wusste selbst, dass die Täterbe­schreibung nicht besonders aussagekräftig war, aber eine bessere hatte sie nun mal nicht. Sie beendete den Funkkontakt und stieg auf einen Dünenkamm, um sich einen Überblick zu verschaffen.

    Die Dünendiele war auf der einen Seite vom Strandweg aus zu erreichen, der Richtung Ostland führte. Die Kommissarin konnte sich nicht vorstellen, dass der Räuber sich für diese Variante entschieden hatte. Der Pfad bestand größtenteils aus Backsteinen und war recht schmal. Dort begegnete man ständig Spaziergängern und Joggern, auch in der Nebensaison. Wäre Mona eine Verbrecherin gewesen, dann hätte sie sich lieber in das Labyrinth aus zahlreichen Wander- und Radfahrwegen begeben, die auf der anderen Seite an dem Lokal vorbeiführten. Das Naturschutzgebiet der Norddünen lag wie ein Ozean aus mit Sanddornsträuchern und Dünengras be­wachsenen Wogen zu ihren Füßen. Es war sinnlos, jetzt die Verfol­gung aufnehmen zu wollen. Es gab auf der Insel Pfade auf einer Gesamtlänge von über 120 Kilometern. Der Täter konnte längst weit genug entfernt sein, um sich unauffällig unter andere Urlauber zu mischen. Mona musste zugeben, dass der Kriminelle den Ort seines Raubzugs clever gewählt hatte. Vermutlich hatte er sich Gedanken darüber gemacht, wie lange die Polizei zum Anrücken benötigen würde und wie weit er sich in dieser Zeit vom Tatort wegbewegen konnte. Es gab nur wenige Lokale auf Borkum, die so abgelegen vom Ortszentrum waren wie die Dünendiele.

    Mona seufzte und kehrte zu Enno sowie den übrigen Anwesenden zurück.

    »Die übrigen Zeugen sind froh, weil sie selbst nicht bestohlen wurden«, raunte der hünenhafte Ostfriese ihr zu. »Die ungenaue Täterbeschreibung konnte ich leider nicht ergänzen.«

    »Das wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein«, grollte Mona. Dann wandte sie sich an die Gastwirtin: »Wenn ich das richtig sehe, ist dir selbst und deinem Lokal kein Schaden entstanden.«

    »Das stimmt, wenn man von dem riesigen Schrecken absieht«, erwiderte Heike Grothaus.

    »Raub ist ein Offizialdelikt. Es ist also nicht notwendig, dass einer der Geschädigten Strafanzeige stellt. Wir verfolgen das Verbrechen in jedem Fall«, erklärte Enno. »Dennoch möchten wir Sie alle bitten, zur Polizeistation zu kommen, damit Ihre Aussagen schriftlich niedergelegt werden können. – Dies gilt vor allem für die Geschädig­ten, damit sie ihr Eigentum möglichst vollständig zurückbekom­men.«

    »Glauben Sie wirklich, dass Sie den Mistkerl erwischen?«, fragte der Hagere.

    Mona antwortete: »Wir werden alles dafür tun.«

    Kaum waren diese Worte über ihre Lippen gekommen, als sie die abgedroschene Phrase schon bereute. Tief in ihrem Inneren machte sie sich nämlich keine großen Illusionen darüber, den Täter zu fassen. Er hatte sich erfolgreich bemüht, keine brauchbaren Hinweise auf seine Person zu hinterlassen, und war rechtzeitig genug verschwunden, um von der Polizei nicht verfolgt werden zu können. Aber sie wollte den Geschädigten nicht ihre Hoffnung nehmen. Außerdem stimmte irgendetwas mit diesem Raub ganz und gar nicht. Die Kommissarin konnte es kaum abwarten, sich mit ihrem Kollegen zu beraten.

    »Ich komme später noch einmal zu dir, um in Ruhe zu reden«, sagte Mona zu der Inhaberin.

    »Du bist mir stets willkommen«, erwiderte Heike Grothaus und blinzelte der Kommissarin freundlich zu. Sie schien den ersten Schreck bereits überwunden zu haben.

    Kapitel 2

    Als die Ermittler wieder im Auto saßen, warf Enno seiner Kollegin einen wissenden Seitenblick zu.

    »Was ist los, Mona?«

    »Versuchst du dich wieder im Gedankenlesen?«, fragte sie mit einem säuerlichen Lächeln zurück. Sie fügte hinzu: »Du hast richtig erkannt, dass mir dieser Raubüberfall höchst seltsam vorkommt.«

    »Weil der Täter nicht alle Gäste um ihr Geld und ihre Handys erleichtert hat?«

    »Ganz genau, mein Lieber! Das ergibt keinen Sinn. Und warum hat er die Bedienung verschont? Erst bedroht er sie mit seinem Messer, dann lässt er sofort wieder von ihr ab, wenn die Aussage stimmt. Aus welchem Grund? Sie hatte

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