Über dieses E-Book
»Es gibt einen mysteriösen Todesfall in Norddeich!« Als Tanja Rieken in der Norddeicher Pension Blauwal am Morgen aufwacht, liegt ein Mann neben ihr. Doch es ist nicht ihr Freund, mit dem sie eigentlich das Zimmer teilt, sondern ein völlig Fremder. Und er ist tot! Was ist in der letzten Nacht geschehen? Wo ist Tanja Riekens Freund? Und wer ist überhaupt der strangulierte Tote? Der Pensionsbesitzer gibt gegenüber den Kommissaren Torsten Köhler und Gerrit Wolter schließlich zu, den Ermordeten zu kennen. Angeblich hat er seinen alten Studienfreund, der sich in einer Notlage befand, gratis in der Dachkammer wohnen lassen. Doch die Ermittler haben Zweifel an der Geschichte. War das Mordopfer vielmehr in üble Gaunereien verstrickt? Als wäre der Fall nicht nervenaufreibend genug, muss sich Köhler bald auch noch um seine Freundin Dortje sorgen. Denn die Kriminalreporterin kommt bei ihren eigenen Recherchen einem der Verdächtigen gefährlich nahe...
Sina Jorritsma
Die gebürtige Ostfriesin Sina Jorritsma aus der Krummhörn studierte in Hamburg Germanistik und Philosophie, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Sie veröffentlicht unter Pseudonym, weil sie ihre Umgebung genau beobachtet und Ereignisse aus ihrem Leben in ihre Geschichten einfließen. Das Romaneschreiben ist ihr kleines Geheim-nis, das nur wenige Menschen kennen. Bei einer großen Kanne Ostfrie-sentee mit Sahne und Kluntjes kann sie halbe Nächte durchschreiben, tagsüber hält sie sich mit Joggen fit. Sina Jorritsma lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Emden.
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Buchvorschau
Nordseegauner. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
1
Kommissar Torsten Köhler hatte eben gerade sein Büro betreten, als sein Kollege Gerrit Wolter ihn ansprach: »Moin, du brauchst dich hier gar nicht erst häuslich niederzulassen. – FF haben sich gerade über Funk gemeldet, es gibt einen mysteriösen Todesfall in Norddeich.«
»Und das am frühen Morgen!«, gab der dunkelhaarige Kriminalist zurück. Als ehemaliger BKA-Zielfahnder hatte Köhler sich eigentlich für einen Posten an der ostfriesischen Küste entschieden, weil er es nach den hektischen Jahren in internationaler Mission etwas ruhiger angehen lassen wollte. Doch auch in dieser idyllischen Gegend gab es Verbrechen, wobei das Duo Köhler/Wolter beim Polizeikommissariat Norden für die Tötungsdelikte zuständig war.
Die beiden verließen gemeinsam das altehrwürdige Gebäude am Norder Markt und stiegen in ihren Dienstwagen. Jetzt, um kurz nach acht Uhr, war das Auto von der Juli-Hitze noch nicht nennenswert angewärmt worden. Die Fahrt in den direkt an der Küste liegenden Ortsteil Norddeich verlief also angenehm. Sie dauerte ohnehin nur wenige Minuten, denn zu dieser frühen Stunde brachen die meisten Urlauber noch nicht auf. Norddeich war nicht nur selbst ein beliebtes Erholungsziel, von dort aus bestanden auch Fährverbindungen auf die Inseln Norderney und Juist.
»Haben Fenja und Fiete Einzelheiten genannt?«, wollte Köhler von seinem Kollegen wissen, der am Lenkrad saß. Auf der Dienststelle Norden wurden nämlich die uniformierten Polizisten Fenja Tonken und Fiete Brodersen allgemein nur FF genannt. Sie fuhren meist zusammen Streife.
Wolter schüttelte den Kopf und erwiderte: »Nee, das nicht. Fenja meinte nur, dass wir uns am besten selbst ein Bild machen sollten. Ein Arzt ist ebenfalls schon angefordert, um die Todesursache festzustellen. Der Leichenfund wurde in der Pension Blauwal gemeldet.«
»Der Name sagt mir etwas. Kennst du den Inhaber dieses Beherbergungsbetriebs, Gerrit?«
Im Gegensatz zu Köhler war Wolter nämlich ein Einheimischer, der in der Region geboren und aufgewachsen war. Mit vielen Bewohnern Norddeichs war er per Du, was sich bei den Ermittlungen oft als hilfreich erwies.
»Ja und nein«, antwortete Wolter und fügte erklärend hinzu: »Die Pension ist ein Familienbetrieb. Der alte Heinrich Hanke hat dort viele Jahre lang das Zepter geschwungen, bevor er vor einem halben Jahr von einem Herzinfarkt dahingerafft wurde. Nun leitet sein Sohn Oliver das Haus. – Ich kannte den Filius als Teenager, er ist nach dem Abitur abgehauen und hat in Hamburg ein Jurastudium begonnen. Ich habe ihn also während der letzten sieben oder acht Jahre nicht gesehen.«
»Diesen Unterton kenne ich bei dir. Du magst ihn nicht, oder?«
»Oliver ist ganz anders als sein Vater«, gab Wolter lächelnd zurück.
Die Kommissare fuhren nun bereits auf der Norddeicher Straße, an der sich zahlreiche Hotels, Pensionen und Restaurants befanden. Sie bogen in die Nordlandstraße ab. Vor der Pension Blauwal parkte ein Streifenwagen. Das Gebäude bestand aus roten Backsteinen, wie es der traditionellen friesischen Bauweise entsprach. Es gab eine überdachte Terrasse sowie einen Garten, der zu den Nachbargrundstücken hin durch hohe Hecken abgeschirmt wurde. Zum Grundstück gehörte auch ein kleiner Parkplatz für die Pensionsgäste, der für sechs Fahrzeuge ausgelegt war. Vier davon wurden benutzt. Beim Aussteigen warf Köhler einen Blick auf die Nummernschilder. Die Urlauber kamen aus Köln, Bamberg, Uelzen und Magdeburg. Vor der offen stehenden Eingangstür lief ein schlaksiger junger Mann nervös hin und her. Er trug eine schwarze Hose und ein weißes Hemd mit kurzen Ärmeln, sein Haar war dunkelbraun.
»Da sind Sie ja endlich! Sie müssen den Todesfall umgehend aufklären. Dieser Skandal wird mich noch ruinieren!«, rief er den Ermittlern anklagend entgegen. Köhler vermutete, dass er den Pensionsbesitzer vor sich hatte. Obwohl Oliver Hanke aus der Region stammte, fehlte ihm die ausgeglichene Gemütsart der Küstenbewohner – was angesichts eines Mordes in seinem Haus auch nachvollziehbar war.
»Moin, Oliver«, grüßte Wolter. »Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, waren wir per Du. – Ich bin Gerrit, erinnerst du dich? Und das ist mein Kollege Torsten Köhler.«
Hanke schaute den ostfriesischen Kommissar an, als ob dieser etwas unglaublich Dummes gesagt hätte. Dann erwiderte er: »Meinetwegen können wir uns duzen, wenn dadurch alles schneller geht. Meine Pension ist jetzt schon nicht ausgebucht, obwohl wir Hauptsaison haben. Wie soll es dann erst werden, wenn sich herumspricht, dass man bei mir seines Lebens nicht mehr sicher ist?«
»Wir müssen uns zunächst einen Überblick verschaffen«, erklärte Köhler. »War das Opfer einer Ihrer Gäste?«
Der dunkelhaarige Kommissar zog es vor, den Pensionswirt weiterhin zu siezen.
Darauf antwortete Hanke nicht sofort, was Köhler seltsam vorkam. Erst drückte er schon bei der Begrüßung aufs Tempo, und nun zögerte er plötzlich? Wolter hakte nach: »Mein Kollege hat dir eine einfache Frage gestellt, Oliver.«
»Nein, der Tote ist kein Pensionsgast«, murmelte der junge Wirt. »Am besten gehen wir hinein, dann könnt ihr euch selbst ein Bild machen.«
Die Kommissare folgten ihm ins Haus. Es duftete nach frisch aufgebrühtem Kaffee. Eine junge Frau war offenbar damit beschäftigt gewesen, im Frühstücksraum alles für die erste Mahlzeit des Tages vorzubereiten. Nun stand sie unter dem Türsturz der offen stehenden Schiebetür zwischen Speiseraum und Flur. Sie war blass und drehte unablässig eine Stoffserviette in den Händen.
»Das ist Lisa, meine Hilfskraft«, stellte Hanke sie vor. Köhler wusste, dass viele Hotels und Pensionen von Teilzeitpersonal auf Minijob-Basis unterstützt wurden. Später mussten ohnehin alle Anwesenden befragt werden. Also nickten die Ermittler Lisa nur kurz zu, während sie dem Pensionswirt auf der Treppe ins erste Stockwerk folgten. Dort hatten sich einige Frauen und Männer – vermutlich die Gäste – wie eine Schafherde am Ende des Korridors zusammengedrängt. Eine Zimmertür stand offen. In dem Raum gab es ein Doppelbett. Die zerwühlten Laken deuteten darauf hin, dass es benutzt worden war. Auf der Matratze lag eine männliche Leiche, die nur mit Boxershorts bekleidet war. Nach Köhlers Schätzung handelte es sich um einen ungefähr dreißigjährigen Mann, athletisch gebaut und attraktiv. Seine grauen Augen starrten Richtung Decke, der Mund war halb geöffnet. Am Hals konnte man eindeutige Merkmale einer Strangulation erkennen. Köhler schaute sich um. Das Zimmer entsprach von der Einrichtung her dem Standard in einer preiswerten Norddeicher Pension. Die hellen Holzmöbel waren ziemlich neu. Ob Hanke sie erst vor Kurzem angeschafft hatte? Es gab auch ein Flachbild-TV und eine Nasszelle, außerdem natürlich einen Kleiderschrank und ein Tischchen nebst Hocker. Die einem Mann gehörenden Textilien waren für den Toten viel zu weit und zu kurz. Dies fand Köhler nicht erstaunlich. Vom Pensionswirt hatten die Ermittler ja schon erfahren, dass der Tote keiner seiner Gäste gewesen war. Hier wohnte offenbar eine andere Person. Doch bevor er sich darüber weitere Gedanken machte, begrüßte er zunächst Polizeimeister Fiete Brodersen, der wie eine Leibwache neben dem Toten stand.
»Moin, ich hätte die Leiche schon mit einer Plane abgedeckt – aber der Doktor ist bereits auf dem Weg, und er muss sie ja erst in Augenschein nehmen.«
»Ja, das ist klar«, erwiderte Köhler.
Nachdem er und Wolter dem jungen Polizisten die Hand gegeben hatten, fragte der ostfriesische Kommissar: »Wo ist denn deine Kollegin?«
Brodersen antwortete: »Fenja kümmert sich um die Zeugin, die den Toten gefunden hat. Die beiden werden in der Küche sein. Die Dame heißt Tanja Rieken.«
Bevor Köhler oder Wolter etwas erwidern konnten, erschien der herbeigerufene Arzt. Die Ermittler traten beiseite, damit er in Ruhe den Leichnam untersuchen konnte.
»Lass uns erst mit dieser Frau Rieken reden«, schlug Köhler vor.
Sein Kollege nickte. Die Kommissare kehrten ins Erdgeschoss zurück und gingen in die Küche. Dort saßen zwei Frauen und tranken Kaffee. Eine von ihnen war den Kriminalisten bekannt. Als Polizeimeisterin Fenja Tonken die beiden erblickte, stand sie auf.
»Die Frau steht unter Schock«, sagte sie leise, »außerdem vermute ich BTM-Missbrauch. Der Doktor sollte ihr besser eine Blutprobe entnehmen.«
»Danke für den Hinweis«, gab Köhler mit derselben geringen Lautstärke zurück. Dann ging er zu Tanja Rieken hinüber: »Ich bin Kommissar Köhler, das ist Kommissar Wolter. Können wir Ihnen kurz ein paar Fragen stellen?«
Während er sie ansprach, schaute der Ermittler sich die junge Frau genauer an. Vom Alter her schätzte er sie auf Mitte zwanzig. Ihr schulterlanges blondes Haar hing in Strähnen herunter, das Gesicht war mit Schweiß bedeckt. Tanja Riekens Kleidung bestand aus einem Frottee-Bademantel. Die junge Frau schaute Köhler mit glasigem Blick an. Falls sie wirklich berauscht war, musste man den Inhalt ihrer Aussage mit Vorsicht genießen. Doch die Kommissare mussten so bald wie möglich erfahren, was sich ereignet hatte.
»Da war dieser Tote«, sagte Tanja Rieken mit einer Stimme, die seltsam verzerrt klang. »Ich kenne ihn gar nicht …«
»Ich verstehe«, erwiderte Köhler, »und wann haben Sie den Mann entdeckt?«
»Als ich die Augen aufschlug. Ich drehte mich um und fühlte plötzlich seine Haut. Sie war ganz kalt und hart. Da kapierte ich, dass sich ein Toter neben mir befand.«
Die Kommissare blickten einander an. Köhler hatte bisher vermutet, dass die Frau aus irgendeinem Grund das Zimmer betreten hatte und so auf die Leiche gestoßen war. Doch nun stellte sich die Lage ganz anders dar. Dies war zumindest Köhlers Meinung. Und er war sicher, dass Wolter ähnlich dachte.
»Wie spät war es, als Sie den Leichnam fanden?«, wollte der ostfriesische Ermittler wissen.
»Ich hab nicht auf die Uhr geschaut. Ich schrie und lief auf den Flur. Dann kamen die anderen Gäste aus den Zimmern, und der Pensionswirt war auch da. Von ihm bekam ich diesen Bademantel …«
Das Kleidungsstück war der Frau viel zu groß. Es schien glaubhaft, dass es sich um einen Herren-Morgenmantel handelte. Köhler vergewisserte sich: »Also sind Sie nackt aus dem Zimmer gelaufen?«
Sie schaute ihn an, als ob er eine Selbstverständlichkeit anzweifeln würde: »Natürlich, ich wollte keine Sekunde länger in Gesellschaft eines Toten verbringen!«
»Und Sie wissen nicht, wie der Mann in Ihr Zimmer gelangt ist? – Es ist doch Ihr Zimmer, in dem Sie aufgewacht sind, oder?«, hakte Köhler nach.
Tanja Rieken nickte und erwiderte: »Ja, ich wohne in dem Raum – zusammen mit meinem Freund Frank Jenning. Wo ist er überhaupt? Geht es ihm gut?«
»Bei dem Leichnam handelt es sich also nicht um Ihren Freund?«, vergewisserte Wolter sich.
»Nein, ich werde doch meinen Frank erkennen! Ist ihm auch etwas zugestoßen? Ist er vielleicht …«
Tanja Rieken begann am ganzen Leib zu zittern. Köhler hatte sie eigentlich noch fragen wollen, an welche Ereignisse der vergangenen Nacht sie sich noch erinnern konnte. Aber es schien sinnlos, von der Frau momentan weitere Informationen bekommen zu wollen. Der Verdacht, dass sie unter Einfluss von Rauschmitteln stand, verdichtete sich.
»Wir werden herausfinden, was mit Ihrem Freund geschehen ist. – Ruhen Sie sich aus, wir unterhalten uns später weiter.«
Mit diesen Worten verabschiedete Köhler sich von der jungen Frau, die zunehmend verzweifelt wirkte. Wolter bat Fenja Tonken, sich weiterhin um Tanja Rieken zu kümmern. Nachdem sie die Küche verlassen hatten, berieten die Kriminalisten sich kurz miteinander.
»Ich habe im Zimmer keine Kleidung gesehen, die dem Mann passen könnte, Gerrit. Der Mörder könnte seine Anziehsachen mitgenommen haben, um die Identität der Person zu verschleiern.«
»Ja, das ist plausibler als die Möglichkeit, dass der Mann nur mit Boxershorts bekleidet die
