AyurYoga Ayurveda und Yoga: Die Anwendung zweier Heilsysteme in der täglichen Praxis
Von Natalie Herzog
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Über dieses E-Book
Ursprünglich war es als Fachbuch für Yogalehrer/innen gedacht;
die Praxis hat allerdings gezeigt, dass es auch für jede/n Ayurveda-Interessierte/n oder Yoga-Praktizierende/n oder von Interesse ist.
Es besteht aus 6 Kapiteln, in denen die enge Verbindung von Yoga und Ayurveda in theoretischem Wissen und praktischen Beispielen erläutert wird.
Der Inhalt besteht aus einer Zusammenfassung der Philosophie (Samkhya), des Gesundheitswesens (Savasthavritta), der Ernährung (Ahara), der Schönheitslehre (Saundarya), der Psychologie, einem spezielles Kapitel für Yoga und Dosha angepasste Asanas, Selbstreflexionen und Glossar.
Zum Abschluss jedes Kapitels gibt es zusätzliche Fragen zum besseren Verständnis.
Dieses Buches ist unter anderem für die große Gemeinschaft der Yogalehrer/innen gedacht, doch auch für Menschen, die z.B. im heilpädagogischem Bereich arbeiten ist es von großem Wert.
Mit minimalem Vorwissen wird jede/r Yogapraktizierende, die/der sich für den Ayurveda interessiert, von diesem Buch profitieren, denn hier bekommt der Leser ein wichtiges Tool an die Hand, um nicht nur seine Yoga-Praxis, sondern auch sein Everyday -Life ayurvedisch bereichern zu können.
Natalie Herzog
Natalie Herzog ist geprüfte Ayurveda-Gesundheits- und Lebensberaterin und Mitglied im Verband der Europäischen AyurvedaTherapeuten (VEAT). Sie ist 200h RYT Yogalehrerin, Mitglied bei der American Yoga Alliance (AYA), AyurYoga-Lehrerin (BYV) und Hormon-Yogalehrerin nach Dinah Rodrigues. Sie gibt Vorträge zu ayurvedischen Themen, sowie VHS-Kurse, und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Ulm.
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Buchvorschau
AyurYoga Ayurveda und Yoga - Natalie Herzog
Kapitel 1
Was ist Ayurveda?
Das Wort „Ayurveda" stammt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet:
Das Wissen vom Leben.
In der Caraka Samhita- einer der 3 wichtigsten Quellen des Ayurveda- heisst es:
„Gutes und schlechtes Leben, glückliches und unglückliches Leben, was das Leben fördert, und das, was das Leben behindert, das Maß des Lebens und seine Natur-
das ist der Inhalt des Ayurveda." ( Caraka Samhita, Sutrasthana 1.41)
Ayurveda ist, genau wie seine Schwesterwissenschaften, Yoga, Vastu und Jyotisha, Ausdruck der lebenden Weisheit, die Vidya ist.
Die Macht der Natur, die heilt und Gesundheit fördert, allzeit verfügbar und zwar für jeden, der sie kennt und aus ihr zu schöpfen vermag.
Gesundheit ist im Ayurveda ein umfassender Begriff, gemeint ist hier körperliche, geistige und spirituelle Gesundheit.
Dafür steht der Sanskritbegriff Svastha.
Übersetzte bedeutet er: bei sich sein, im Gleichgewicht sein, in sich und seiner wahren Natur ruhen.
Im Zentrum des Denkens beim Ayurveda steht immer der Mensch als Individuum mit der ihm eigenen Konstitution.
Ein sehr zentrales Thema ist die Ernährung (Ahara). Dabei werden 3 Ebenen unterschieden:
1. Nahrung für den Körper
2. Nahrung für den Geist
3. Nahrung für soziale Beziehungen
Ayurveda ist an keine Religion oder Glaubenssätze gebunden. Er beruht auf den Gesetzen der Natur. Die Prinzipien sind zeitlos gültig und unabhängig von kulturellen oder geographischen Gebundenheiten. Die Ayurveda- Medizin ist sogar von der WHO als traditionelles Medizinsystem 2003 anerkannt worden.
Wenn du mit Ayurveda lebst, dann hast Du ein weiteres Tool zur Förderung und Erhaltung deiner Gesundheit in deinem Werkzeugkoffer. Und als Yogalehrer/in auch die deiner Schüler/innen.
Deine Motivation, das Wissen zu transportieren und anzuwenden ist hier essentiell.
Bedenke jedoch, es ist nicht heilsam jemanden zu überreden, mitunter kann es abschreckend wirken. Besser ist es , durch dein Vorleben zu überzeugen.
Das beste Beispiel gibst du selbst!
Wichtig hier ist noch zu wissen, dass du, falls Du Yoga schon unterrichtest, nur mit gesunden Mitmenschen praktizierst (gesund im Sinne von nicht akut krank), du keine Diagnosen stellst, und Schüler an einen Arzt verweist, falls es gegeben ist.
Ursprung des Ayurveda
Indien ist reich an Mythen und Legenden. Eine Version des Entstehungsmythos des Ayurveda ist, dass der göttliche Dhanvantri, der Schutzpatron des Ayurveda als Inkarnation auf die Erde kam und seine Weisheiten lehrte.
Tatsache ist, dass sich das genaue Entstehungsdatum nicht bemessen lässt.
Die Spuren des Ayurveda lassen sich jedoch bis in die Zeit der Veden zurückverfolgen. Die Veden sind die heiligen Texte der Hindus.
Je nach Autor wird die Entstehung der Veden in die Zeit zwischen 6000 bis 1500 v.Chr. datiert.
In diesen Texten wurden Heilpflanzen, deren Zubereitung, Heilmethoden und Therapieverfahren beschrieben.
In der Kolonialzeit wurde Ayurveda weitgehend unterdrückt. Er überlebte nur in der Familentradition und an den Fürstenhöfen.
Nach der Unabhängikeit Indiens 1947 wurde Ayurveda wieder als staatlich anerkanntes Medizinsystem etabliert und gefördert.
Traditionell werden an den Universitäten Acht Fachrichtungen (Ashtanga Ayurveda), von der Chirurgie bis zur Toxikologie gelehrt.
Bisher gibt es in Deutschland noch nicht viele Ärzte, die Ayurveda im Rahmen ihrer Praxis anbieten.
Jedoch gibt es immer mehr kleinere Kliniken, die Ayurveda als integrative Therapiebehandlung einbeziehen.
Philosophie und Menschenbild im Ayurveda
Die philosophischen Grundlagen des Ayurveda sind sehr komplex und können hier nur stark verkürzt wiedergegeben werden.
Falls ihr euch intensiver mit diesem Thema auseinander setzen wollt, findet ihr im Anhang eine Bücherliste.
Es geht hier auch nicht darum, den gesamten Prozess auswendig zu lernen.
Vieles wird euch als Yogalehrer/in sowieso schon bekannt sein.
Vielmehr geht es um das Erkennen der Zusammenhänge, und diese in unserer Praxis mit einzubeziehen.
Um die Philosophie am besten zu verstehen, bedient man sich an dem wohl am häufigsten zitiertem Lehrwerk, die Caraka Samhita.
Der Mensch wird darin als Mikrokosmos betrachtet, der im Austausch mit dem Makrokosmos, dem Universum steht.
Grundlage für Ayurveda bildet die Samkhya- Philosophie.
Darin wird die Evolution in 24 Tatvas (Prinzipien) dargestellt.
Aus dem Status des Unmanifestem (Avyakta) entfaltet sich durch Purusha (bewusster Geist) und Prakriti (unbewusste Urnatur) die gesamte manifeste Existenz mit steigenden Unterscheidungen.
Zuerst Mahat, die kosmische Intelligenz, die Gesetzmässigleiten der Natur.
Dann Buddhi, als individuelle Intelligenz. Daraus folgt Ahamkara, das Ego.
Dann folgt Manas und Citta, der denkende Geist und das Unterbewusste.
Prakriti ist durch die 3 Gunas (Eigenschaften) charakterisiert:
-Sattva
-Rajas
-Tamas
Diese 3 Prinzipien finden sich in der gesamten Natur wieder.
Bezogen auf den Menschen fördert Sattva einen gesunden Geist, Rajas birgt z.B. Wut und Leidenschaft und Tamas fördert Lethargie und Ignoranz.
Aus diesen 3 Gunas gehen die 5 Elemente hervor:
-Äther
-Luft
-Feuer
-Wasser
-Erde
Mit den Eigenschaften und Elementen beginnt die praktische Anwendung dieses philosophischen Konzepts für den Ayurveda.
Die 5 Elemente (Panchamahabhuta)
Äther (oder Raum), Luft, Feuer, Wasser und Erde sind die 5 Elemente, die die Grundlage jeder materiellen Existenz bilden.
-Äther (Akasha) ist dort, wo leerer Raum ist (auch im Körper, Mund, Nase, Hohlorgan)
-Luft (Vayu) spürst Du, wo Bewegung ist (Wind, Atem, Puls, Bewegung)
-Feuer (Tejas) erkennst Du durch Licht und Wärme ( Sonne, Temperatur, Verdauung)
-Wasser (Jala, Ap) zeigt sich, wo Flüssigkeit ist (Meer, Blut, Lymphe, Speichel, Regen)
-Erde (Prithivi) nimmst Du wahr, wo Festigkeit und Stabilität sind (Muskeln, Knochen)
Die 5 Elemente können alle in einer Substanz auftauchen, z.B. in Wasser. Je nach thermischem Zustand herrscht das eine oder andere Prinzip vor (Eis bis Dampf).
Die Elemente unterscheiden sich somit in ihrer Dichte. Zwei weitere unterschiedlichen Eigenschaften sind:
heiß/ warm (Feuer) oder kalt/ kühl (Äther, Luft, Wasser, Erde)
Es wird im Ayurveda in 10 Paare von gegensätzlichen Eigenschaften unterteilt.
Diese Eigenschaften sind Grundlage von allem, was existiert.
Ihr praktischer Nutzen spielt vor allem in der Ernährungs-, und Arzneimittellehre eine große Rolle . Falls es
