Kleine Mädchen – große Pläne: Mami Bestseller 99 – Familienroman
Von Silva Werneburg
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Über dieses E-Book
Mami ist als Familienroman-Reihe erfolgreich wie keine andere! Seit über 40 Jahren ist Mami die erfolgreichste Mutter-Kind-Reihe auf dem deutschen Markt!
»Eigentlich finde ich das nicht fair«, beschwerte sich die zehnjährige Elisabeth Behring bei ihrer Mutter. »Am ersten Schultag sollte man eine Schultüte bekommen. Morgen ist mein erster Schultag, aber eine schöne gefüllte Tüte bekomme ich nicht.« »Aber Lilly«, erwiderte Claudia Behring lachend. »Was hast du denn für komische Einfälle? Eine Schultüte bekommen Kinder nur an ihrem allerersten Schultag, und der liegt in deinem Fall schon ein paar Jahre zurück. Wer die Grundschulzeit hinter sich hat und ins Gymnasium kommt, ist doch schon viel zu groß und zu vernünftig für eine so bunte Tüte mit lauter Süßigkeiten und Spielsachen.« »Das finde ich nicht. Dafür ist man nie zu groß. Aber vielleicht hast du recht. Es sähe schon seltsam aus, wenn ich morgen als einziges Kind mit einer solchen Tüte in der Schule erscheinen würde. Das gäbe wahrscheinlich ein großes Gelächter.« Claudia nickte zustimmend. »Eben, und lächerlich machen willst du dich bestimmt nicht.« Lilly seufzte abgrundtief auf. »Das Leben ist nicht einfach. Wenn man langsam erwachsen wird, muß man auf viele schöne Dinge verzichten, nur weil man sich nicht lächerlich machen will. Hoffentlich finde ich in der neuen Schule wenigstens sofort ein paar gute Freundinnen.
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Buchvorschau
Kleine Mädchen – große Pläne - Silva Werneburg
Mami Bestseller
– 99 –
Kleine Mädchen – große Pläne
Was Larissa und Lilly ausgeheckt hatten
Silva Werneburg
»Eigentlich finde ich das nicht fair«, beschwerte sich die zehnjährige Elisabeth Behring bei ihrer Mutter. »Am ersten Schultag sollte man eine Schultüte bekommen. Morgen ist mein erster Schultag, aber eine schöne gefüllte Tüte bekomme ich nicht.«
»Aber Lilly«, erwiderte Claudia Behring lachend. »Was hast du denn für komische Einfälle? Eine Schultüte bekommen Kinder nur an ihrem allerersten Schultag, und der liegt in deinem Fall schon ein paar Jahre zurück. Wer die Grundschulzeit hinter sich hat und ins Gymnasium kommt, ist doch schon viel zu groß und zu vernünftig für eine so bunte Tüte mit lauter Süßigkeiten und Spielsachen.«
»Das finde ich nicht. Dafür ist man nie zu groß. Aber vielleicht hast du recht. Es sähe schon seltsam aus, wenn ich morgen als einziges Kind mit einer solchen Tüte in der Schule erscheinen würde. Das gäbe wahrscheinlich ein großes Gelächter.«
Claudia nickte zustimmend. »Eben, und lächerlich machen willst du dich bestimmt nicht.«
Lilly seufzte abgrundtief auf. »Das Leben ist nicht einfach. Wenn man langsam erwachsen wird, muß man auf viele schöne Dinge verzichten, nur weil man sich nicht lächerlich machen will. Hoffentlich finde ich in der neuen Schule wenigstens sofort ein paar gute Freundinnen. Das wäre zumindest ein Trost.«
»Das wird sich schon finden. Du wirst sicher auf eine ganze Menge Kinder stoßen, die alle auf der Suche nach neuen Freundschaften sind.«
Lilly versuchte gerade, sich vorzustellen, wie es in der neuen Schule wohl sein würde, als ein großer schwarzer Hund ins Zimmer kam. Die Neufundländerhündin Ebba trabte auf das Mädchen zu. In der Schnauze trug sie eine dicke Lederleine. Lilly blickte auf die Uhr.
»Stimmt, es ist Zeit für einen Spaziergang. Kommst du mit, Mutti?«
»Natürlich, aber ihr müßt euch noch ein paar Minuten gedulden. Ich ziehe mich rasch um. Mit Hausschuhen und Küchenschürze kann ich nicht in den Wald gehen.«
Claudia ging hinaus und eilte die Treppe hinauf. In der oberen Etage lagen ihr Schlafzimmer und Lillys Zimmer. Außerdem war dort gleich neben dem Bad ein großzügiger Ankleideraum eingerichtet. Als Claudia ihn betrat und ihr Blick durch das Fenster auf den nahen Wald fiel, dachte sie daran, wie glücklich sie sich schätzen konnte. Dabei war das nicht immer so gewesen.
Vor elf Jahren hatte Claudia geglaubt, auf Wolken zu schweben. Ihr Freund Rüdiger hatte damals von einer gemeinsamen Zukunft gesprochen und Luftschlösser mit ihr gebaut. Doch kaum hatte er erfahren, daß seine Freundin schwanger war, hatte sich alles geändert. Er fühlte sich noch nicht reif genug für ein Kind und wußte gar nicht, ob er überhaupt jemals Kinder haben wollte. Kurzerhand hatte er sich jeder Verantwortung entzogen und war von der Bildfläche verschwunden. Erst ein paar Monate später hatte Claudia herausgefunden, daß er ins Ausland gegangen war und dort sogar schon eine neue Beziehung aufgenommen hatte.
Claudia, die ihre Eltern schon früh verloren hatte, stand nun ganz allein da und wußte nicht, wie es für sie und das ungeborene Kind weitergehen sollte. Doch dann war sie von ihrer Großtante Elisabeth, einer wohlhabenden Witwe, unter die Fittiche genommen worden. Die schon kränkliche alte Dame hatte Claudia ins Haus genommen und sie als Erbin eingesetzt. Sie stellte nur eine Bedingung. Wenn das Baby ein Mädchen werden sollte, dann sollte es ihren Vornamen tragen. Damit war Claudia einverstanden gewesen, und ihre Tochter wurde später auch tatsächlich auf den Namen Elisabeth getauft. Als das kleine Mädchen ein Jahr alt war, starb die Großtante. Claudia erbte ein Vermögen, einige Grundstücke und das hübsche Einfamilienhaus am Stadtrand.
Als das kleine Mädchen anfing zu sprechen, war der Name Elisabeth viel zu kompliziert für sie. Sie nannte sich selbst Lilly, und dabei war es bis heute geblieben. Claudia war sicher, daß ihre Großtante damit einverstanden gewesen wäre und das Kind ebenfalls Lilly gerufen hätte.
Im Grunde genommen hätte Claudia es gar nicht nötig gehabt, arbeiten zu gehen. Die zum Teil verkauften, zum Teil verpachteten Grundstücke sicherten ihren Lebensunterhalt. Aber es lag ihr nicht, ganz untätig zu sein. Also hatte sie eine Halbtagsstelle in ihrem erlernten Beruf als Arzthelferin angenommen. Lilly war vormittags sowieso in der Schule, und Ebba wurde während dieser Zeit von Gertrud Nolte versorgt. Gertrud Nolte wohnte im Nachbarhaus. Sie war zweiundsechzig Jahre alt und hatte vor fünf Jahren ihren Mann verloren. Seitdem fühlte sie sich manchmal einsam und freute sich über Ebbas Gesellschaft. Mitunter kochte sie sogar für Claudia und Lilly und sprang auch immer gern ein, wenn Hilfe benötigt wurde. Claudia war jeden Tag dankbar dafür, daß ihr Leben in so guten Bahnen verlief und daß sie mit Lilly ein sorgenfreies Dasein führen konnte.
Es dauerte nur ein paar Minuten, bis Claudia umgezogen war. Sie trug jetzt feste Schuhe sowie Hose und Jacke in Farben, denen ein bißchen Schmutz nicht gleich etwas anhaben konnte. Allzu helle Kleidung war für einen Waldspaziergang mit Ebba nicht geeignet. Wenn die Hündin im Teich baden ging, was sie eigentlich jedesmal tat, und sich anschließend schüttelte, bekamen ihre Begleiter stets ein paar Spritzer ab.
»So, jetzt können wir uns auf den Weg machen«, bemerkte Claudia, als sie die Treppe herunterkam und auf Lilly und Ebba stieß, die bereits an der Haustür auf sie warteten.
*
Der erste Tag in der neuen Schule war für keines der Kinder leicht. Alle wirkten ein bißchen unsicher. Trotzdem kam es schon nach ein paar Stunden zu ersten vorsichtigen Kontakten. Direkt neben Lilly saß ein Mädchen mit dem Namen Larissa am Tisch. In der ersten Pause gingen die beiden gemeinsam auf den Hof.
»Ich glaube, diese Schule ist gar nicht so übel«, meinte Larissa. »Die Lehrer scheinen auch in Ordnung zu sein. Ich erzähle meinem Vater nachher, daß er wahrscheinlich die richtige Schule für mich ausgesucht hat.«
»Hat nur dein Vater die Schule für dich ausgesucht?« erkundigte sich Lilly. »Durfte deine Mutter nicht mit ihm zusammen entscheiden?«
»Das ging nicht. Ich habe keine Mutter mehr. Sie ist schon vor vier Jahren gestorben. Ich kann mich gar nicht mehr so richtig an sie erinnern. Weißt du, sie ist mit dem Auto verunglückt. Ein Lastwagen hat ihr die Vorfahrt genommen. Ich kann mich noch daran erinnern, daß ich furchtbar traurig gewesen bin, als mir alle erzählt haben, daß meine Mutter jetzt im Himmel ist und nicht mehr zurückkommen kann. Ich war sogar böse auf sie, weil sie einfach so in den Himmel gegangen ist und mich nicht mitgenommen hat. Na ja, später habe ich dann begriffen, was eigentlich passiert war und daß meine Mutter mich nicht im Stich gelassen hat. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, mit meinem Vater allein zu sein. Heute finde ich das nicht mehr so schlimm. Trotzdem ist es natürlich prima, wenn man Vater und Mutter hat, so wie die meisten Kinder.«
»Zu denen gehöre ich aber nicht«, erklärte Lilly. »Ich habe keinen Vater. Das heißt, selbstverständlich habe ich einen. Doch den habe ich nie gesehen. Er wollte mich nicht und ist verschwunden, als meine Mutter schwanger war.«
»So ein mieser Kerl. Aber wenn das so einer ist, brauchst du ihm nicht nachzutrauern. Das hat er gar nicht verdient. Vergiß ihn einfach.«
»Ich bin nicht traurig. Mein Vater ist mir egal. Ich habe ja meine Mutter. Die ist prima, und Ebba ist schließlich auch noch da.«
»Ebba?« fragte Larissa. »Wer ist das denn? Hast du noch eine Schwester?«
»Nein, Ebba ist nicht meine Schwester. Sie ist unser Hund, besser gesagt unsere Hündin. Sie ist vier Jahre
