Gemeinsam ist Alzheimer schöner: Theaterstück
Von Peter Turrini
()
Über dieses E-Book
EIN ALTERSHEIM, EINE FRAU, EIN MANN – UND DAS GANZ GROSSE VERGESSEN
Viele gemeinsame Jahre hat das Ehepaar in Peter Turrinis neuem Stück hinter sich. Nun teilen sie auch die letzten Jahre miteinander, doch eine dritte Gestalt hat sich dazugesellt: ALZHEIMER. Und so lernt sich das EHEPAAR IM NEBEL DER DEMENZ immer wieder NEU KENNEN UND VERGESSEN, LIEBEN UND HASSEN. In einem REIGEN AUS ANGEREGTER UNTERHALTUNG UND ERDRÜCKENDER APATHIE erinnern sie sich an ihre junge Liebe in den wilden Sechzigern oder an die Zeit als junge Eltern. Aber auch schon weit zurückliegende, doch nie verheilte Verletzungen, nur vordergründig überstandene Affären und die Last des Alterns tauchen aus den TIEFEN DES GEDÄCHTNISSES auf.
PETER TURRINIS NEUES THEATERSTÜCK ÜBER EINE LIEBESGESCHICHTE UNTER DEM GÜTIGEN STERN DES VERGESSENS
Eine MORBIDE ROMANTIK umgibt Peter Turrinis Liebespaar in der SENIORENRESIDENZ "Herbstfreude": Was bleibt, wenn die Gedächtnislücken immer größer werden? Wenn wir vor uns selbst und die Welt vor uns zu verblassen beginnen? Wenn wir uns selbst und unseren Liebsten FREMD WERDEN? Und kann das SCHWINDEN DER ERINNERUNG auch eine ERLÖSUNG bedeuten von dem, was uns belastet und voneinander trennt? Zwischen mehr oder weniger rüstigen Heimbewohnern und überfordertem Pflegepersonal entspinnt PETER TURRINI eine TRAGIKOMISCHE UND BEZAUBERNDE LIEBESGESCHICHTE über ein Paar, das unter Alzheimer leidet – und dank seiner Krankheit das WUNDER DER LIEBE jeden Tag aufs Neue entdeckt.
*********************************************************
URAUFFÜHRUNG am 23.4.2020 im Theater in der Josefstadt
*********************************************************
Mehr von Peter Turrini lesen
Bis nächsten Freitag: Theaterstück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFremdenzimmer: Ein Volksstück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMörderische Heimat: Verdrängte Lebensgeschichten jüdischer Familien in Bozen und Meran Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJedem das Seine: Ein Volksstück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEs muss geschieden sein: Theaterstück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Gemeinsam ist Alzheimer schöner
Ähnliche E-Books
Montags, 18.30 Uhr: oder: Schweigen ist Silber, Reden ist Gold Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTheatertexte, Hörspiele, Szenen, Dramolette Teil 3 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Anstalt der Reichen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Festung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLachen: Kurzgeschichten (Sechs Sterne) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin trauriger, aber tanzbarer Gedanke: Zwölf Geschichten über die Liebe und ihre Ungenauigkeiten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBis ans Ende, Marie: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKalmücken: Theaterstück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRauschgoldgefühle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAustern in der Bretagne oder Kommunikation, ein Maskenspiel: Ein sehr lebhaftes abendfüllendes Theaterstück für vier Darsteller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesgeschwüre Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulia: Verliebt sein ist wie Achterbahn Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenREISE OHNE ZIEL: Wo bin ich? Wo will ich hin? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIsabels Neues Leben: nach der Befreiung Schmetterling Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen„Ich hatte solche Angst“ – Eine Heimkehr Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEskalationsstufen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Türen von Theseus: Mystery Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Begabte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAusgeschlossen: Ein Monolog in zehn Szenen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch werde heute nicht an sie denken: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeiße Nächte: Aus den Erinnerungen eines Träumers. Ein empfindsamer Roman. In neuer deutscher Rechtschreibung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAußer sich: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn der Sommer kommt, tanzen die Träume: Eine Erzählung für Hoffende Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeblitzdingst: Slam Poetry über Demenz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpuren der Korruption Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFrisch aus der Feder: Kurzgeschichten querbeet, gewürzt mit Humor Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHermann, Hermann: Für immer vier Tage Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Maronenfalle: Kriminalkomödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Haus hinterm Deich Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWiener's G'schichten VI: Hyazinthen für Susann und zwei weitere Komödien um das Thema "Liebe" Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Darstellende Künste für Sie
Lexikon der Symbole und Archetypen für die Traumdeutung Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Rebecca Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5William Shakespeare - Dramatiker der Welt: Ein SPIEGEL E-Book Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEmilia Galotti Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Alles Materie - oder was?: Das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRetro TV - So war Fernsehen früher: Die schönsten Quiz- und Fernsehshows des deutschen Fernsehens Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFilmMusik - Martin Scorsese Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen40 Fragen an eine Rolle: Eine Methode zur selbstständigen Erarbeitung der Rolle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchauspielen - Theorie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnimationsfilm: Konzept und Produktion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung: Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer hat Angst vorm Schwarzen Mann Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau ohne Schatten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Werke Hugo von Hofmannsthals: Dramen und Erzählungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenComputergeschichte(n): Die ersten Jahre des PC Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGöttliche Komödie Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kinderlieder: 100 Liedertexte der schönsten Kinderlieder Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Anglizismen und andere "Fremdwords" deutsch erklärt: Über 1000 aktuelle Begriffe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKreatives Drehbuchschreiben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBrecht lesen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Grimms Märchen (Komplette Sammlung - 200+ Märchen): Rapunzel, Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Dornröschen, Schneewittchen, Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Möwe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen50 Meisterwerke Musst Du Lesen, Bevor Du Stirbst: Vol. 2 (Golden Deer Classics) Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Selbstlernkurs: Schreiben wie ein Profi: Von der Pike auf schreiben lernen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTraumberuf Schauspieler:in: Der Wegweiser zum Erfolg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit ChatGPT Drehbücher und Romane schreiben: Leitfaden für Autor*innen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Gefühl des Augenblicks: Zur Dramaturgie des Dokumentarfilms Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Menschenfeind (Le Misanthrope): Der verliebte Melancholiker (Eine Komödie) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenImprovisationstheater: Die Grundlagen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Reale der Perspektive: Der Barock, die Lacan'sche Psychoanalyse und das 'Untote' in der Kultur Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Gemeinsam ist Alzheimer schöner
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Gemeinsam ist Alzheimer schöner - Peter Turrini
Peter Turrini
Gemeinsam ist Alzheimer schöner
Theaterstück
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titel
Personen der Handlung:
Vorbemerkung:
Geplante Uraufführung in den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt am 29.4.2020
„Die Sehnsucht ist die Hauptschlagader unseres Lebens"
Peter Turrini im Gespräch über Gemeinsam ist Alzheimer schöner
Quellenangabe zu Seite 71:
Peter Turrini
Zum Autor
Impressum
Personen der Handlung:
Er
Sie
Der kleine Enkel
Stimme 1
Stimme 2
Zwei Bühnenarbeiter
Vorbemerkung:
(Die Darsteller von „Er und „Sie
, beide etwas älter, durchlaufen in diesem Stück eine Reihe von Altersstufen, von sehr jung bis sehr alt, je nach Szene. Für ihre Verwandlungen brauchen sie keinen Kostüm- und Maskenwechsel. Es ist ihr Spiel, ihre Körperhaltung, ihre Stimme, die ihr jeweiliges Alter ausmachen.)
(Ein halbrunder Raum. In der Mitte eine Tür. Über der Tür befindet sich ein eingebauter Lautsprecher. Es könnte das Wartezimmer eines Arztes sein oder die Ambulanz eines Spitals oder ein Zimmer ohne Einrichtung. Aus dem Lautsprecher dringt „Berieselungsmusik, welche Entspannung und Wohlgefühl suggerieren soll. In der Mitte des Raumes sitzen „Er
und „Sie in Rollstühlen nebeneinander. Sie wirken alt und müde. Sie schweigen, schauen sich immer wieder an und dann wieder apathisch vor sich hin. Man hört nur die Berieselungsmusik. Plötzlich bricht die Musik ab und aus dem Lautsprecher dröhnt das Beatles-Lied aus den 60er-Jahren „Why Don’t We Do It in the Road
. Die beiden springen aus den Rollstühlen, wirken auf einmal sehr jung und tanzen wild miteinander. Er unterbricht den Tanz, fasst sie an den Schultern, küsst sie kurz und heftig auf die Lippen und lässt sie abrupt wieder aus.)
Er:
Wie heißt du eigentlich?
Sie:
Sollte es nicht umgekehrt sein?
Er:
Was?
Sie:
Dass Sie mich zuerst fragen, wie ich heiße, und dass Sie mich dann eventuell küssen. Wer sind Sie? Was machen Sie eigentlich?
Er:
Ich verändere die Welt. Was machst du?
Sie:
Ich studiere.
Er:
Auch die Universitäten werden wir verändern.
Sie:
Ich studiere Jus. Auf Wunsch der Eltern.
Er:
Auch die Eltern muss man verändern. Und die Liebe sowieso.
(Er küsst sie wieder kurz und heftig auf die Lippen und lässt sie ebenso abrupt aus.)
Er:
In Paris revoltieren tausende von Studenten, was sage ich, zehntausende, gegen die Regierung. Wir stürzen Charles de Gaulle. Was sagst du jetzt?
Sie:
Ich bin überwältigt.
Er:
Ich auch.
(Er küsst sie wieder heftig und kurz auf den Mund und lässt sie abrupt wieder aus.)
Sie:
Sie sind ein bisschen verrückt, nicht wahr?
Er:
Nein, ich bin ein Triestiner.
Sie:
Ein Triestiner?
Er:
In Triest wurden die psychiatrischen Kliniken geöffnet. Alle Patienten wurden freigelassen. Sie sind frei und laufen lachend durch Triest. Ich bin frei! Du bist frei!
(Er nimmt sie an der Hand und läuft mit ihr durch das Zimmer, kreuz und quer. Er ruft immer wieder.)
Er:
Wir sind frei! Wir sind frei!
(Er bleibt stehen, fasst sie wieder an den Schultern, küsst sie kurz und heftig auf die Lippen und lässt sie abrupt wieder aus. Sie schaut ihn an. Plötzlich nimmt sie sein Gesicht zwischen ihre Hände und küsst ihn sehr, sehr lange. Er bekommt keine Luft mehr und zappelt. Endlich lässt sie ihn los.)
Er:
Bist du verrückt? Ich bin fast erstickt.
Sie:
Den Männern geht beim Küssen sehr schnell die Luft aus. Das muss man auch verändern.
(Das Beatles-Lied ist zu Ende. Man hört wieder die Berieselungsmusik aus dem Lautsprecher. Die beiden setzen sich in die Rollstühle, sie sind wieder alt und schauen vor sich hin.)
Stimme 1:
(aus dem Lautsprecher)
Einen Morgen ohne Sorgen wünscht Ihnen Ihr Betreuer in der Seniorenresidenz „Herbstfreude", Alfred Nimmerrichter. Für die meisten von Ihnen bin ich ja schon der Alfred, für die Neuen unter Ihnen möchte ich es noch werden.
Frühstück in diesem Hause ist nicht gleich Frühstück. Sie können es im Zimmer genießen oder unser Frühstücksbuffet besuchen und sich an allerlei Köstlichkeiten, vorwiegend aus der Region, erfreuen. Und vor allem, Sie können Familienmitglieder oder Freunde zu einem gemeinsamen Frühstück einladen. Unser Haus ist Ihr Haus.
Eine tolle Nachricht
