Nila das Mädchen mit dem Loch im Bauch: Geschichten einer Bulimie
Von Achim Gast und Nila Lubinski
()
Über dieses E-Book
Achim Gast
Achim Gast ist systemisch-integrativer Therapeut und begleitet Menschen bei der Erreichung ihrer Ziele. Seine Unterstützungen sind geprägt von einer wertschätzenden Haltung den Menschen gegenüber, einer ressourcenorientierten Arbeitsweise und der Verbindung von Entwicklungsaufgaben mit systemischen Betrachtungen. In zahlreichen Begleitungen haben Klienten ihr Verhalten hilfreich erweitert und verändert. Die Arbeitsbereiche sind freie Jugendhilfe, Dozent an Fachschulen für Sozialpädagogik sowie in freier Praxis.
Ähnlich wie Nila das Mädchen mit dem Loch im Bauch
Ähnliche E-Books
Spiegelschwestern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Welt ist nicht von Grund auf schlecht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMütter sind auch nur Töchter Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSeeleninferno: Ein erzählender Ratgeber für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Leben und der Suizid Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnterm Maulbeerbaum: Eine Lebensgeschichte zwischen den Geschlechtern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Dibukk, mein Sparringspartner- Irrwege des Lebens von Fremdbestimmung zur Intuition Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie wir uns trafen und ich die Liebe fand: Einsichten aus dem Stillstand Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch bin genauso wertvoll wie du Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerletzt: Ein autobiografischer Jugendroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen#stayfocused Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMama, ich will weg von Dir!: Kann ich mein eigenes Kind jetzt noch lieben? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen"Falsche Glaubenssätze": Hase Pfui, Kaninchen Pfui Pfui Pfui... Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErinnerungen eines vergessenen Mädchens Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFreiheit: Der Weg hindurch ist der Weg zum Ziel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Leben im Kokon: Ein Buch über mein Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStärker als die Schizophrenie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMist, die versteht mich ja!: Aus dem Leben einer Schwarzen Deutschen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei mit Eins Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAustralien. Auswandern. Ausklamüsern. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBis es nicht mehr schlägt: Black Edition Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein starkes Kind: Wie Sie das Durchsetzungsvermögen Ihres Kindes gezielt trainieren und das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen nachhaltig stärken Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTraumkind: Mein unbekannter Sohn Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMeine Seele weint: Gewalt in der Familie - Eine Tochter erzählt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHerbstrauschen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHe, du Glückliche!: 29 Lebensgeschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen101 Date Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer bin ich?: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Liebes-Coaching: Liebe ohne Wenn und Aber – Das wahre Geheimnis glücklicher Beziehungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Leben läuft nicht nach Plan Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Persönliche Entwicklung für Sie
Wie wir denken, so leben wir: As A Man Thinketh Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Schlagfertigkeitstechniken für Anfänger: Grundlagen und Techniken der Schlagfertigkeit lernen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHuna - Positives Denken aus alter Zeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefühle & Emotionen - Eine Gebrauchsanweisung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIkigai: Die japanische Philosophie der Suche nach Ihrem Ziel. Entdecken Sie, was Ihr Leben lebenswert macht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErotische Geschichten: Ich will Spass: Verdorbene Sexgeschichten für Sie und Ihn Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch REDE. Ein Hoch auf Deutsch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDenken wie ein Genie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Welt nicht mehr verbunden: Die wahren Ursachen von Depressionen - und unerwartete Lösungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHypnose lernen - Praxishandbuch: für tiefe Trance, Selbsthypnose, Blitzhypnose und die sichere Anwendung im Alltag Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die praktische Anwendung der 7 hermetischen Prinzipien im Alltag Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSexueller Missbrauch und DIS: Die Leugner überleben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenManipulationstechniken: Manipulation Erkennen, Abwehren und Gezielt Einsetzen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kunst des geistreichen Geplänkels: Clever, schnell & anziehend sein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHochbegabung bei Erwachsenen: Erkennen, akzeptieren, ausleben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFamilienstellen und karmische Verstrickungen: Ein spannendes Praxisbuch mit vielen Fallbeispielen. Mit neu entwickelten Methoden und Lösungssätzen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCoaching (er-)leben: Faszinierendes Systemisches Coaching - Leitfaden für Praxis und Ausbildung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNecronomicon Gnosis: Eine Praktische Einführung Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Engel und Devas Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRhythmus Atem Bewegung: Lehr- und Übungsweise nach H. L. Scharing Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Erfindung der Esoterik: okkult, spirituell und mysteriös Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen10 philosophische Wege zum Glück in 60 Minuten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Nila das Mädchen mit dem Loch im Bauch
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Nila das Mädchen mit dem Loch im Bauch - Achim Gast
Dieses Buch könnte Menschen mit Diagnosen (Essstörungen sind hier nur eine Form) Hoffnung machen, dass sich Verhalten auch mit Spaß und Leichtigkeit verändern lässt, ohne jemals an der Schwere zu zweifeln.
Spielerisch und humorvoll.
Wir hoffen, dass wir ein klein wenig von dieser Leichtigkeit vermitteln können.
Inhalt
Vorwort
Einleitung
Wechselwirkungshafte Entwicklung
Prolog
Der Anfang
Der Beginn
Die Vorgeschichte
Wien
Das Spiel der Lösungen
Die Metamorphose der Bulimie
Unterhalt
Gespräch am Tisch oder vier Mal Ich.
IRRLAND
Kommentar zu Irland
Der Schal
Die Metamorphose eines herzlosen Biestes
Ein Mann // Simon
Weihnachten in Dresden
Nila und Simon
Nila und ihre Wirkung auf Männer
Diebesgut
Das Aldikarussell- Lecker statt billig
Das Gehörte dringt in mich hinein
Der Filter
Verkehrte Welt
Bulimie und die Interaktion mit der sozialen Umgebung
Der Weg nach Hause
Heulen hilft
Einmal kalte Suppe – dreimal kalte Schulter
Es wird Zeit
Ich mit 25
Die Verwandlung
Übung macht den Meister
Nila und die Frauen
Nila und Kommunikation
Nila und das Lernen
Nila und ihre Bedürfnisse
Tränen der Erkenntnis
Es wird Zeit zu gehen
Nachwort
Vorwort
Dieses Buch ist entstanden aus dem Gefühl einer Leichtigkeit. Nila und ich sind zwei Jahre einen gemeinsamen Weg gegangen. Dieser Weg war immer gekennzeichnet durch eine Leichtigkeit in der Schwere.
Nila kam damals mit den Diagnosen Borderline, Depressionen und Bulimie.
Nila identifizierte mit den Diagnosen und verhielt sich dem entsprechend. Sie glaubte an ihre defizitäre Identität.
Nila kam mit Diagnosen............
…....... und ging mit Kompetenzen.
Schon während der Zusammenarbeit entstand die Idee, anderen Betroffenen und begleitenden Fachkräften von dieser berührenden Entwicklung zu berichten.
Ich glaube, einfach aus dem Gefühl heraus, das gerade etwas sehr Schönes geschieht.
Für wen wollen wir das Buch schreiben?
Dieses Buch kann Menschen mit Diagnosen (Essstörungen sind hier nur eine Form) Hoffnung machen, dass sich Verhalten auch mit Spaß und Leichtigkeit verändern lässt, ohne jemals an der Schwere zu zweifeln.
Spielerisch und humorvoll.
Wir hoffen, dass wir ein klein wenig von dieser Leichtigkeit vermitteln können.
Nila wurde am Ende der Begleitung gefragt, was sie als hilfreich empfunden hat?
Ihre erste Antwort war: Ich bin nie für mein Verhalten bewertet worden.
¹
Ich weiß, dass ich manchmal meine Haltung verlasse und statt einer fragenden, hypothetisierenden, nicht-wissenden Form, die Aussage setzen. Ich hoffe, der Leser verzeiht mir, wenn manchmal meine menschliche Begeisterung die Führung übernimmt. Achim Gast
¹Ihre zweite Antwort war: Mir wurden (fast) immer nur Angebote gemacht und ich durfte daraus wählen.
Einleitung
Können wir (Menschen, Helfer, Systemiker, Ärzte) viele Störungen und störende Verhaltensweisen bei Menschen mit einer Universaltheorie verändern? Nein!
Aber möglicherweise können wir in vielen Fällen durch eine Betrachtung einer zirkulären, interaktiven, wechselwirkungs-haften ENTWICKLUNG, die gebildeten Verhaltensweisen erweitern.
Was ist damit gemeint?
Zirkulär heißt in diesem Fall, die Betrachtung erst einmal vom Individuum zu lösen.
Betrachtet werden die Verhaltensweisen als Interaktion mit den entscheidenden Interaktionspartnern. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies die Eltern wären, ist sehr hoch. Diese Interaktionen sind häufig valide und nachvollziehbar.
Jeder kennt die Gespräche mit dem besten Freund und der besten Freundin, bei dem man alles gut versteht und die Verhaltensweisen nachvollziehen kann. Es scheint alles sinnhaft zu sein und das Verhalten, das beschrieben wird oder das gesehen wird, fühlt sich irgendwie richtig an.
Bis hierhin ist alles nichts Neues.
Bei der Betrachtung von Verhaltensweisen, die von anderen als abweichend bezeichnet werden², ist eben diese Zirkularität ebenfalls einzubeziehen. Welchen Anteil an dem Verhalten haben wir³? Wie wirkt sich unser Verhalten aus? Die Einladung an die entscheidenden Interaktionspartner, sich der Möglichkeit zu bemächtigen, die Interaktion mit dem Menschen, der die „Störung hat" aktiv gemeinsam die weitere Entwicklung zu gestalten, könnte ungeahnte Möglichkeiten bergen.
Ein Beispiel:
Eine Familie wendete sich an uns, weil ihr neunjähriger Sohn Jerome Schwierigkeiten in der Schule hat. Die Lehrer bezeichneten das Kind als aggressiv und nicht sozial. Seine Leistungen waren durchgehend schlecht. Jerome galt als nicht beschulbar.
Wir haben ein Jahr mit den Eltern die Interaktionen innerhalb der Familie betrachtet, geordnet, verändert und Kompetenzen erweitert.
In dieser ganzen Zeit haben wir das Kind nicht einmal gesehen.
Nach dem Jahr haben wir ein Gespräch mit seiner neuen Klassenlehrerin geführt. Das Kind sei aufmerksam, hilfsbereit und seine Leistungen seien befriedigend. Ein normales 10-jähriges Kind. Die Eltern fühlten sich jetzt wohler und viel sicherer im Umgang mit den familiären Herausforderungen.⁴
Was betrachte ich bei der interaktiven Entwicklung?
Hierzu möchte ich zu Beginn die Frage stellen, WER BIN ICH? Viele Autoren haben diese Frage gestellt und sie auch zahlreich beantwortet. Manche mit einer weiteren Frage, Wenn ja, wie viele?
Die Frage Wer bin ich?
, beantwortet sich auch in einem erheblichen Maße durch die Interaktion mit meinem Gegenüber. Wir können hier an dieser Stelle einen kleinen Ausflug in eine Theorie der Identitätsbildung wagen.
Ein passender Satz von George Herbert Mead, den er am 21.09.1929 vormittags (zwei Stunden nach seinem reichhaltigen Frühstück, .Es gab Toast mit Rührei, Obst und eine Kanne feinsten Darjeeling aus dem Anbaugebiet Nilgiri) formulierte:
„Wir müssen andere sein, um wir selbst sein zu können." ⁵
Diese Theorie der Identitätsbildung, der symbolische Interaktionismus, sieht die Bildung der Identität als die Summe der Erfahrungen von Rollenübernahmen in verschiedenen Stadien.
Es wird davon ausgegangen, dass die Menschen in der Lage sind, sich in andere hineinzuversetzen. Wenn dieser Lernprozess erfolgreich absolviert wurde, werden diese Menschen als emphatisch empfunden. Die erste Rollenübernahme und damit die erste „gespielte Erwartung von anderen an das eigene Verhalten findet in einer frühen Phase statt. Erst wird sich mit der Rolle, z.B. der Eltern vollständig identifiziert. Es ist eine konkrete Person, ein signifikanter Anderer. Es scheint so zu sein, dass die Kinder ihre Eltern sind, wenn sie ihre Eltern spielen. Eine Unterscheidung zwischen dem Ich und der übernommenen Rolle ist nicht deutlich. Diese Phase wird als „Play
bezeichnet. Die Kinder spielen die signifikanten Anderen.
Sie verhalten sich so, wie sie die (signifikanten) Anderen erleben. Im Spiel ist dies manchmal deutlich zu erkennen. Die Kinder spielen noch nicht in unserem erwachsenen Sinne mit einander, sondern eher jeder für sich. Das Aushandeln von Rollenübernahmen steht dabei im Zentrum des Spiels. „Ich möchte heute die Prinzessin sein. „Nein, du warst schon Prinzessin. Jetzt bin ich dran.
„Game ist die Bezeichnung für das organisierte und regelhafte Spiel mit Anderen. Hierbei werden die Rollen mit den schon angeeigneten Rollen des „Play
mit Anderen ausgehandelt.
Das Spiel wird mit Regeln erweitert, an die sich die Spieler für ein erfolgreiches Spiel halten sollten. Weiterhin werden jetzt die Erwartungen der Anderen⁶ für das eigene Handeln einbezogen.
Ein Kollege in der Jugendarbeit begleitet Kinder, die als unbeschulbar gelten, weil sie sich an keine Regeln halten.⁷
Er beschrieb die Entwicklung der Fähigkeiten eines Kindes vom PLAY zum GAME.
Zu Beginn spielte das Kind Fußball mit den anderen Kindern, indem es gerne den Ball haben wollte und als es ihn hatte, gab es den Ball nicht mehr von alleine her. Er spielte dann für sich alleine weiter.
Die Entwicklung des Kindes ließ sich erkennen an dem Maße, in der es in der Lage war, die Erwartungen der Anderen wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren.
Dieser Prozess der Identitätsbildung bleibt uns ein Leben lang erhalten. Ein sehr tröstlicher Gedanke für unsere Betrachtungsweise. Denn dann können wir ein Leben lang die Aushandlungsprozesse anbieten und neue Möglichkeiten dazu lernen.
Etwas dazu lernen ist schöner als eine gestörte Persönlichkeit bändigen zu müssen. Mit dem Konzept der
