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Der masochistische Mann
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eBook333 Seiten3 Stunden

Der masochistische Mann

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Über dieses E-Book

"In der Liebe gibt es keine Gleichberechtigung!", betont der Autor. "Die Liebe ist eine Tyrannin und schlägt tiefe Wunden, selbst wenn man nur mit ihr spielen möchte." Liebe und Erotik ist ein fortwährendes Wechselspiel von Dominanz und Unterwerfung. "Gäbe es aber diese Gleichberechtigung der Geschlechter, dieses Gleichgewicht der Liebes- und Lustgefühle, wie die modernen Fanatiker der Arbeit sie erträumen, so wäre Eros tot. Sicher würde die Welt allmählich ›gereinigt‹ von Lustrausch und allen jenen Leidenschaften, die schon viel Unheil über die Menschheit gebracht haben und bringen. Aber auch die Schönheit des Lebens wäre dahin. Es gäbe keinen Aufschwung der Gefühle mehr, keinen Höhepunkt des Daseins, keine Entwicklung der Kultur. Denn alles Sein und alles Werden ist abhängig von der Kraft des Eros." – Heymann erzählt die Geschichte der (eigentlich naturwidrigen) Unterwerfung des Mannes unter die Frau über die Jahrhunderte hinweg. Der mit vielen teils amüsanten, teils pikanten, teils heute geradezu ungeheuerlich anmutenden Anekdoten gepfefferte sowie reich und geschmackvoll bebilderte Band ist ein Muss für den Liebhaber opulenter Erotika aus dem frühen 20. Jahrhundert. Allen kultur- und soziologiehistorisch Interessierten bietet er darüber hinaus eine Fundgrube von geschlechtsgeschichtlichen Stereotypen, wie sie die Gesellschaft über Jahrhunderte dominiert haben, und eröffnet dadurch einen vielsagenden und unverstellten Einblick in das weite Kreise prägende männliche Denken und den chauvinistisch-männlichen Blick auf die Geschlechterbeziehungen vor rund hundert Jahren.Robert Heymann (1879–1946) war ein deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Redakteur, Drehbuchautor und Filmregisseur. Der in München geborene Autor veröffentlichte seit 1901 Dramen und Romane (u. a. "Istar, das ist die Liebe", "Tod", "Herrenrecht", "Das Bild von Sais" und "Gefallene Frauen"). Seit 1902 arbeitete er zudem als Dramaturg für das Kabarett Überbrettl, für das Zentraltheater in Zürich sowie für das Intime Theater in München. Zeitweise war er als Journalist für die "Basler Zeitung" tätig. Während des Ersten Weltkrieges gab ihm die Berliner "Luna Film" einen Vertrag als Drehbuchautor und Regisseur. Heymann blieb auch in seinen Filmen der dramatischen Akzentuierung treu und drehte mit Schauspielern wie Theodor Loos, Joseph Schildkraut, Ernst Hofmann und Friedrich Kühne. Ab 1918 beschränkte er sich auf das Schreiben von Drehbüchern, und bereits Mitte der zwanziger Jahre zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück und konzentrierte sich auf das Verfassen von Romanen. Er veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Robert Heymann-Dvorák, Max Ladenburg, Annemarie Land, Fred Roberts und Sir John Retcliffe der Jüngere.-
SpracheDeutsch
HerausgeberSAGA Egmont
Erscheinungsdatum26. Mai 2016
ISBN9788711503751
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    Buchvorschau

    Der masochistische Mann - Robert Heymann

    Die Tragödie der libido sexualis

    Es ist den Männern, zu ihrem Glück, noch nicht völlig klar geworden, in welches Hörigkeitsverhältnis sie sich durch die soziale Gleichstellung, durch diese gemachte „Kameradschaft gebracht haben. Diese Kameradschaft paart sich mit einer Erotomanie, wie wir sie kaum je in solcher Fülle, Freiheit und Krankhaftigkeit gesehen haben. Erotomanie ist sozusagen gesellschaftsfähig geworden und kommt in „den besten Familien vor.

    Die Rechnung bezahlt der Hörige, der Mann.

    In Holland erscheint ein offizielles Organ der „Union für Frauenfragen, in dem sich ein bemerkenswerter Aufsatz über das Thema: „Luxusweib und Wirtschaftsfrau befand. Das Blatt konnte zwar die Frage, ob und wie die Frau neben der Ehe sich wirtschaftlich betätigen soll, nicht endgültig lösen. Es polemisierte aber mit Recht gegen jene Kategorie von Frauen, die man in Rußland die „Nepdamen nennt, die „Gnädigen, die sich um ihre Ehe nicht kümmern und die Mütter, die mit Vorliebe ihre mütterlichen Pflichten auf Bedienstete abwälzen, gleichwohl aber die Wahnidee haben, durch die Tatsache ihrer Verheiratung keine andern Pflichten zu haben als eben die, verheiratet zu sein. „De Wig verurteilt die Einstellung, weil diese Damen wohl Arbeit außer dem Hause als eine Minderung des Familienlebens hinstellen, aber das Vergnügen außer dem Hause als durchaus erlaubt und berechtigt betrachten. Sie engagieren sich zu diesem Zweck Nurses und Kinderfräulein. „Aber, fragt die Zeitschrift, „wer bezahlt diese meist kostspielige Übung? Der Mann. — Wäre es da nicht richtiger, die Frau verdiente selber das Geld für das Kinderfräulein? Und würde sich nicht ein Gesetz empfehlen, das das Halten eines Kinderfräuleins nur in Familien mit mehr als vier Kindern gestattet?"

    Dies ist natürlich ein geschmackloser Vorschlag, der letzten Endes auf kommunistische Tendenzen hinausläuft. Denn in einem freien Staat — (angenommen, es würde einen solchen geben) — darf man dem Bürger nicht verbieten, zu leben, wie er es wünscht, auch wenn seine Handlungsweise nicht immer wirtschaftlich einwandfrei und ökonomisch ist. Denn der Bürger und die Frau und das Kind sind nicht nur Objekt für den Staat. Der Staat ist nicht Selbstzweck — wenn auch die unbegreifliche Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung schließlich dazu führen wird.

    Aber dem holländischen Blatt war es nicht darum zu tun, die Frau der öffentlichen Wirtschaft unterzuordnen, sondern jene Drohnen von Frauen auszuschalten, für die man den schönen Namen „Luxusweibchen" gefunden hat. Diese Frauen, die nur der Hörigkeit der Männer leben und den Sexualrausch als Mittel zum Zweck betrachten, diese Frauen müssen in der Tat auf den Aussterbeetat gesetzt werden. Es ist nicht notwendig, daß eine große Anzahl von Frauen existiert, die nur die Textilindustrie ernähren und die vornehmen Modehäuser bereichern; die Gesetze für die Mode aufstellen, die Zerrüttung und Lebensnöte in die Familie tragen; die fast das gesamte Leben der Gesellschaft mit ihrem Drohnendasein vergiften und ihr Nichtstun umsetzen in verlogene Literatur oder falsche Doktrinen von der Ehe und dem Geschlechtsproblem.

    Doch gegenwärtig ist diese Frage noch nirgends gelöst. Selbst in der Sowjetrepublik sieht man dieselbe verdammenswerte Erscheinung. Die russische Kaufmannsfrau bietet das gleiche betrübende Bild der ausgehaltenen Ehefrau wie die Westeuropäerin.

    „Nur Charakterbildung und längere wirtschaftliche Selbständigkeit können hier Abhilfe schaffen, meinte „De Wig. — Ein Irrtum! Wirtschaftliche Selbständigkeit erzieht die Frau nicht zur Vernunft! Noch weniger zur Herzensbildung. Frauen, die ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit ins Feld führen können, bieten fast immer ein Bild der Unduldsamkeit und Unbotmäßigkeit. Das Geschwätz von der Ehe mit den gleichmäßig verteilten Rechten ist sehr interessant für Zeitungsaufsätze und Bühnendialoge. In der Praxis erweist sich die Theorie als unmöglich und dumm.

    Nur die Erziehung zum Verantwortungsgefühl von frühester Jugend an kann helfen. Wie denn die gesamte Frauenfrage ebenso wie die soziale Frage weder durch robuste Experimente, noch durch politische Umgestaltungen zu lösen sind.

    Hippokrates, der große Mediziner des Altertums, sagt, das Leben der Frau sei eine ununterbrochene, niemals endende Krankheit. Wir dürfen hinzufügen: Es ist auch ein großes, niemals endendes Leid. In der Tat muß keine Kreatur so viel Leid erdulden wie das Weib. Das Tier, soweit es leidet, leidet nicht mit dem Intellekt. Die Frau aber kennt ihre Vorherbestimmung. Sie hat darüber hinaus die klare Erkenntnis von dem großen Drama, dem sie dient. Und dies ist die Tragödie des Weibes: Es dient, rein biologisch, ausschließlich der Fortpflanzung. Es ist beinahe willenloses Werkzeug der Natur. Diesen Zustand kann die Frau wissentlich nur dann ertragen, wenn sie sich einem höheren Zwecke dienstbar weiß, wenn sie imstande ist, den Akt der Geschlechtsvereinigung zu heiligen durch das Bewußtsein einer ethischen Liebe.

    Wenn sie die Zeit der Schwangerschaft und die Schrecken der Geburt über das rein Animalische hinausheben kann.

    Wir aber sind im Begriff, der Frau die reine Liebe zu nehmen. Armselig, wie wir mit unserer Zivilisationsspielerei geworden sind, bleiben wir außerstande, dem Weibe die primitive Form der Sklaverei, die ihr nun einmal von der Natur auferlegt ist, zu erleichtern. Denn welche gedrechselten Erklärungen wir auch immer für die physischen Vorgänge suchen, die Frau bleibt bestimmt, einfach Objekt zu sein bei Begattung und Gebären.

    Bei dieser Erwägung beginnt die Tragödie unseres Zeitalters. Hier liegen die Gründe für die Sinnlosigkeit unseres Sexuallebens. Wir leugnen die Natur und beten die Unnatur an, und die Natur rächt sich. Wir sagen, die Frau sei gleichberechtigt mit dem Manne. Wir wollen das Sexualleben loslösen von der Ethik. Wir wollen die Frau aus ihren lebensnatürlichen Fesseln befreien und spielen Schöpfer — mit dem denkbar unzulänglichsten Werkzeug ausgerüstet. Oder glauben die Gelehrten, mit Affendrüsen das ungeheure Problem lösen zu

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