Über dieses E-Book
Max war damals nicht ganz im Frieden von zu Hause geschieden, und jetzt überlagern sich bei ihm verschiedene existentielle Gefühle.
In Afrika hat er eine wirkliche Lebensaufgabe gefunden. In der Heimat wird er dringend benötigt.
Die Ärztin, der seine große Liebe gilt, wirkt mit ihm gemeinsam auf der Missionsstation und ist inzwischen fest verwurzelt auf dem afrikanischen Kontinent.
Dr. Max Brinkmeier muß sich entscheiden – und Sie erwartet die spannendste, gefühlvollste Arztromanserie! Die beliebte Schriftstellerin Sissi Merz erreicht in diesen eindrucksvollen Romanen den Höhepunkt ihres Schaffens.
Dr. Max Brinkmeier warf Christel Brenner, der altgedienten Sprechstundenhilfe, einen fragenden Blick zu. »Heut' nimmt die Sprechstunde ja gar kein Ende. Wer wartet noch?« »Nur die Tina, sie bringt den kleinen Maxl. Und der Bauer vom Pöltinger-Hof.« Christel verdrehte die Augen. »Ich hab' mir gedacht, das Schwerste immer am Schluss, gelt?« Der junge Landarzt musste schmunzeln. Er konnte seiner Angestellten nicht widersprechen, denn der Großbauer war wirklich alles andere als ein einfacher Patient. Seit ein paar Wochen war er in Behandlung des jungen Brinkmeiers, ohne sich so recht daran gewöhnt zu haben. Noch immer reagierte er sehr misstrauisch und meist ablehnend auf alles, was Max ihm riet. Viel lieber hätte er sich von Josef Brinkmeier behandeln lassen, dass dieser im Ruhestand war, schmeckte ihm gar nicht. »Der Pöltinger hält mich immer noch für einen medizinischen Lehrling«, scherzte er nachsichtig. »Ich wünschte, er würde mal auf meine Ratschläge hören, statt immer nur zu behaupten, dass mein Vater das ganz sicher anders gemacht hätte.« »Gräme dich net, Chef«, riet Christel ihm. »Der Bauer ist ein Choleriker und herrschsüchtig noch dazu. Seine Kinder haben daheim nix zu lachen.
Ähnlich wie Schöne Magd
Titel in dieser Serie (16)
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Buchvorschau
Schöne Magd - Sissi Merz
Dr. Brinkmeier Classic
– 23 –
Schöne Magd
Valerie will fortgehen für immer
Sissi Merz
Dr. Max Brinkmeier warf Christel Brenner, der altgedienten Sprechstundenhilfe, einen fragenden Blick zu. »Heut’ nimmt die Sprechstunde ja gar kein Ende. Wer wartet noch?«
»Nur die Tina, sie bringt den kleinen Maxl. Und der Bauer vom Pöltinger-Hof.« Christel verdrehte die Augen. »Ich hab’ mir gedacht, das Schwerste immer am Schluss, gelt?«
Der junge Landarzt musste schmunzeln. Er konnte seiner Angestellten nicht widersprechen, denn der Großbauer war wirklich alles andere als ein einfacher Patient. Seit ein paar Wochen war er in Behandlung des jungen Brinkmeiers, ohne sich so recht daran gewöhnt zu haben. Noch immer reagierte er sehr misstrauisch und meist ablehnend auf alles, was Max ihm riet. Viel lieber hätte er sich von Josef Brinkmeier behandeln lassen, dass dieser im Ruhestand war, schmeckte ihm gar nicht.
»Der Pöltinger hält mich immer noch für einen medizinischen Lehrling«, scherzte er nachsichtig. »Ich wünschte, er würde mal auf meine Ratschläge hören, statt immer nur zu behaupten, dass mein Vater das ganz sicher anders gemacht hätte.«
»Gräme dich net, Chef«, riet Christel ihm. »Der Bauer ist ein Choleriker und herrschsüchtig noch dazu. Seine Kinder haben daheim nix zu lachen. Man hört so allerlei. Dagegen ist sein Verhalten hier in der Praxis eher harmlos.«
Dr. Brinkmeier hob die Schultern. »Na, ich danke. Wenn alle Patienten sich so aufführen täten, würde ich daran denken, meinen Beruf an den Nagel zu hängen.
»Zum Glück ist der Pöltinger die Ausnahme«, entgegnete sie wohlwollend. »Zum Glück für uns alle, net wahr?« Christel verließ das Behandlungszimmer und schickte Tina Brinkmeier, Max’ Schwägerin, samt Nachwuchs herein. Der kleine Max-Josef war ein rechter Sonnenschein, und der Landarzt freute sich jedes Mal, wenn er das Baby zu Gesicht bekam. In letzter Zeit hatte der Bub aber mit Milchschorf zu tun und war deshalb bei seinem Onkel in Behandlung. Tina, die hübsche Bäuerin vom Brinkmeier-Hof, begrüßte ihren Schwager mit einem Küsschen auf die Wange und gab ihm dann seinen kleinen Neffen auf den Arm. Reagierten Kinder sonst in der Regel mit ängstlichem Weinen, wenn der Mann im weißen Kittel kam, blieb Maxl bei seinem Onkel seelenruhig und still vergnügt. Das war schon ein Phänomen, wie auch Tina immer wieder feststellen konnte.
»Mei, Max, den ganzen Morgen hat der Kleine gegreint, der zweite Zahn kommt langsam durch. Und kaum hast du ihn auf dem Arm, ist er lieb«, meinte sie verblüfft. »Hast net Lust, bei uns als ›Kinderfrau‹ einzustehen?«
Er lachte und knuddelte seinen kleinen Neffen, während er wie spielerisch den Ausschlag auf dessen Stirn betrachtete. »Das wäre allerdings eine Stellung, die mich reizen könnte«, ging er auf Tinas Worte ein. »Ich fürchte nur, der Lukas wäre da anderer Meinung. Ich bin froh, dass wir mittlerweile leidlich miteinander auskommen. Aber wenn wir immer aufeinander hocken würde, auweh!«
Der kleine Maxl machte bei diesem letzten Wort große Augen, dann krähte er fröhlich. Max lachte. »Du bist schon ein kleiner Schatz. So, und jetzt wollen wir dich mal gründlich untersuchen.« Er legte das Baby auf die Liege, während er seine Schwägerin wissen ließ: »Auf der Stirn hat sich der Schorf ja net verschlimmert, ganz abgeheilt ist er allerdings auch noch nicht. Ich will einmal nachschauen, ob wir sonst noch Herde haben. Hilfst mir ein bissel?«
»Freilich.« Die junge Frau stellte sich geschickt an, denn sie war gelernte Krankenschwester und hatte vor ihrer Heirat mit Lukas Brinkmeier in Berchtesgaden im Spital gearbeitet. »Hinter den Ohren und in Arm- und Kniebeugen habe ich schon selbst kontrolliert. Ich glaube, da ist nix. Aber es gibt wohl auch noch andere Möglichkeiten, gelt?«
Dr. Brinkmeier nickte. »Jede Hautfalte bietet dem Ausschlag Raum. So viel ich sehen kann, ist da aber nichts. Gut. Ich schreibe dir dann noch mal die Salbe auf, die die Anna schon einmal für dich angerührt hat. Diesmal erhöhen wir die Dosis geringfügig, denn unser Patient ist ja auch größer geworden. Jetzt zweimal am Tag anwenden, dann kommst am Ende der Woche und führst mir den kleinen Mann noch mal vor.«
»Ist recht. Ich muss mir also keine Gedanken machen? Als wir das erste Mal die Salbe angewendet haben, da dachte ich, er ist den Schorf los. Dass er wiederkommt, hat mich doch ein bissel erschreckt.«
»Muss es net. Wir haben das Ganze ja im Griff.« Max schrieb das Rezept aus, dann wollte er wissen: »Wie geht’s denn dem Lukas, dem alten Bärbeiß? In letzter Zeit habt ihr euch ein bissel rar gemacht. Ich weiß, die große Ernte liegt noch net lange zurück. Aber wir könnten trotzdem mal wieder einen Sonntagnachmittag miteinander verbringen, finde ich. Außerdem geht dem Vater der Max ab. Immerhin ist er sein einziger Enkel.«
»Dabei muss es ja net bleiben«, deutete Tina an. »Der Lukas wünscht sich noch mehr Kinder, und ich hab’ nix dagegen. Aber der Vater hat schließlich zwei Söhne...«
»Tina, du begibst dich auf gefährliches Terrain«, warnte Max sie nicht ganz ernst. »Und außerdem rennst bei mir offene Türen ein. Sobald die Julia sich entschließen kann, nach Wildenberg zurückzukehren, werde ich sie umgehend überreden, eine Familie zu gründen. Allmählich wird es ja auch Zeit.«
»Meinst, es ist realistisch, darauf zu warten?«
»Ach, Tina, darüber möchte ich lieber net nachdenken. Denn mir bleibt ja keine andere Wahl. Es ist nicht lange her, da hab’ ich geglaubt, ich hätte es geschafft. Leider hat die Julia sich dann aber doch anders entschieden. Und daran kann ich nix ändern.«
Dr. Julia Bruckner war die große Liebe des Landarztes von Wildenberg. Sie hatten zusammen studiert und dann zehn Jahre in der Entwicklungshilfe in Afrika gearbeitet. Als Josef wegen einer Herzerkrankung seine Praxis nicht mehr hatte führen können, war Max heimgekehrt, während Julia sich nicht entscheiden konnte, Afrika zu verlassen. Zweimal hatten sie sich in der Zwischenzeit wiedergesehen, doch am Ende dieser Begegnungen stand immer die Trennung, weil die engagierte Ärztin ihre selbst gewählte Aufgabe auf der Missionsstation Holy Spirit im ruandischen Hochland nicht hatte aufgeben können.
»Das ist doch aber net recht«, hielt Tina ihm entgegen. »Ich weiß, wie du zur Julia stehst. Als sie das letzte Mal hier gewesen ist, da war ja schon von Heirat die Rede. Aber sie ist wieder fortgegangen. Und ich finde, du solltest dich endlich mit der Wahrheit anfreunden, Max.«
»Wie meinst jetzt das?«, fragte er unbehaglich, obwohl er die Antwort natürlich kannte.
»Dass die Julia nicht auf Dauer nach Wildenberg kommt, du aber hier dein Leben lebst. Verstehst, was ich meine?«
Er schaute sie nachdenklich an. »Das klingt ganz logisch, aber du vergisst dabei eine Kleinigkeit, Tina. Man kann ein Herz net zwingen, es wendet sich immer wieder dem Menschen zu, dem es gehört. Und das ist in meinem Fall nun mal die Julia.«
»Und wo soll das enden?« Tina nahm das Rezept und erhob sich. »Ich meine es gut mit dir, Max. Freilich will ich mich net einmischen und dir schon gar keine Vorschriften machen. Aber irgendwann musst da mal eine Entscheidung treffen. Mit dem Zustand wie er jetzt ist, werdet ihr zwei auf die Dauer doch nur unglücklich. Oder liege ich falsch?«
Max seufzte leise und gestand ihr zu: »Wohl kaum. Trotzdem wüsste ich net, was ich tun könnte. In gewisser Weise liegt es ja nun mal an der Julia. Sie ist schließlich wieder fortgegangen. Und ich finde, es wäre auch an ihr, den nächsten Schritt zu tun. Dass ich da in Wildenberg bleibe, weiß sie doch.«
»Und dass sie in Afrika bleibt, das weißt du.« Tina lächelte ihrem Schwager verständnisvoll zu. »Füat di, Max. Denk mal darüber nach, wie sich da eine Lösung
