Die schöne Lügnerin: Dr. Brinkmeier Classic 13 – Arztroman
Von Sissi Merz
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Über dieses E-Book
Max war damals nicht ganz im Frieden von zu Hause geschieden, und jetzt überlagern sich bei ihm verschiedene existentielle Gefühle.
In Afrika hat er eine wirkliche Lebensaufgabe gefunden. In der Heimat wird er dringend benötigt.
Die Ärztin, der seine große Liebe gilt, wirkt mit ihm gemeinsam auf der Missionsstation und ist inzwischen fest verwurzelt auf dem afrikanischen Kontinent.
Dr. Max Brinkmeier muß sich entscheiden – und Sie erwartet die spannendste, gefühlvollste Arztromanserie! Die beliebte Schriftstellerin Sissi Merz erreicht in diesen eindrucksvollen Romanen den Höhepunkt ihres Schaffens.
Christel Brenner reichte ihrem Chef Dr. Max Brinkmeier die Liste mit den Hausbesuchen. »Ist recht lang heut, hoffentlich wirst das alles schaffen, Doktor. Die Tina hab ich gar nicht aufgeschrieben, aber da sollst auch noch vorbeischauen.« Der Landarzt von Wildenberg machte ein verdutztes Gesicht. »Die Tina? Was soll denn der fehlen, glücklich verheiratet wie sie ist? Oder hat mein Bruderherz am Ende wieder mal einen Anfall von unsinniger Eifersucht nach dem anderen?« Die bewährte Sprechstundenhilfe mußte schmunzeln und versicherte: »Das gewiß net. Ich vermute eher, daß die beiden sich noch immer überaus gut verstehen. Jedenfalls nach den Beschwerden zu urteilen, die deine Schwägerin quälen...« Der hochgewachsene Mediziner mit dem sandblonden Haar lächelte fein. »So, so... Na, ich denke, das wird dann wohl eher ein angenehmer Besuch. Gute Neuigkeiten zu bringen ist meine Lieblingsbeschäftigung.« Max schnappte sich seine Tasche und wollte eben die Praxis verlassen, als sein Vater das Haus betrat. Sehr zur Überraschung seines Sohnes trug er einen flotten Sportanzug und Turnschuhe. »Was hat denn das zu bedeuten? Bist am End' unter die Jogger gegangen? Das finde ich aber recht unvernünftig«
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Buchvorschau
Die schöne Lügnerin - Sissi Merz
Dr. Brinkmeier Classic
– 13 –
Die schöne Lügnerin
Sissi Merz
Christel Brenner reichte ihrem Chef Dr. Max Brinkmeier die Liste mit den Hausbesuchen. »Ist recht lang heut, hoffentlich wirst das alles schaffen, Doktor. Die Tina hab ich gar nicht aufgeschrieben, aber da sollst auch noch vorbeischauen.«
Der Landarzt von Wildenberg machte ein verdutztes Gesicht. »Die Tina? Was soll denn der fehlen, glücklich verheiratet wie sie ist? Oder hat mein Bruderherz am Ende wieder mal einen Anfall von unsinniger Eifersucht nach dem anderen?«
Die bewährte Sprechstundenhilfe mußte schmunzeln und versicherte: »Das gewiß net. Ich vermute eher, daß die beiden sich noch immer überaus gut verstehen. Jedenfalls nach den Beschwerden zu urteilen, die deine Schwägerin quälen...«
Der hochgewachsene Mediziner mit dem sandblonden Haar lächelte fein. »So, so... Na, ich denke, das wird dann wohl eher ein angenehmer Besuch. Gute Neuigkeiten zu bringen ist meine Lieblingsbeschäftigung.« Max schnappte sich seine Tasche und wollte eben die Praxis verlassen, als sein Vater das Haus betrat. Sehr zur Überraschung seines Sohnes trug er einen flotten Sportanzug und Turnschuhe.
»Was hat denn das zu bedeuten? Bist am End’ unter die Jogger gegangen? Das finde ich aber recht unvernünftig«, merkte dieser gleich besorgt an. Seit der alte Brinkmeier einen leichten Infarkt erlitten und die Praxis an seinen Sohn abgegeben hatte, mußte er sich ein wenig schonen. Übertriebene Anstrengungen waren tabu. Allerdings »vergaß« Josef Brinkmeier das ab und an.
Diesmal schien er sich aber keiner Schuld bewußt zu sein, denn er erwiderte gelassen: »So ein bissel Unvernunft kann recht anregend sein. Doch keine Sorge, Max, ich war nur spazieren.« Er senkte ein wenig die Stimme, damit Christel nichts mitbekam, als er zugab: »Die Witwe Bichler ist um die Zeit auch unterwegs. Na ja, sie ist noch ein fesches Weib. Und da möchte ich halt einen guten Eindruck machen, wenn du verstehst, was ich meine.«
»Du gehst aufs Flirten aus? Vater, ich glaub’ es net!«
»Nicht so laut.« Josef zierte sich ein wenig. »Es muß ja nicht gleich ein jeder in Wildenberg wissen. Außerdem hab ich fast gar keine Absichten. Aber so ein nettes Gespräch unter Bekannten, das kann doch nix schaden, oder?«
»Die Bichlerin ist keinem Flirt abgeneigt«, ließ sich Christel Brenner da vernehmen. Sie schloß die Tür zur Praxis und lächelte dem Senior freundlich zu. »Und die Mannsbilder fallen reihenweise auf sie rein. Ja mei, sie hat halt das gewisse Etwas, das anderen anscheinend fehlt. Bis morgen!« Christel schwänzelte so betont ab, daß Max sich nur schwer ein herzhaftes Lachen verkneifen konnte. Josef schien das gar nicht lustig zu finden.
Er grollte: »Die Christel hält mich wohl für senil, was? So eine Frechheit! Als ob man im gesetzten Alter nimmer flirten dürfte. Sie ist ja schließlich auch kein junger Hüpfer mehr.«
»Reg’ dich nur net auf, Vater, das war gewiß nicht bös gemeint von der Christel. Aber ich muß jetzt los. Ach, übrigens, ich schaue nachher noch beim Lukas vorbei. Die Tina klagt über morgendliche Übelkeit, Schwindel und dergleichen. Na, läßt das vielleicht ein kleines Glöckerl in deinem Hinterkopf bimmeln?«
Der alte Landarzt machte ein betroffenes Gesicht. »Wenn du mir jetzt auch noch sagst, daß ich Großvater werde, dann vergeht mir die Lust am Flirten aber auf der Stelle.«
Max enthielt sich eines weiteren Kommentars und machte sich auf den Weg zu seinen Hausbesuchen. Es war ein sonniger und schon angenehm warmer Apriltag. Der Himmel spannte sich in makellosem Blau über das Tal von Wildenberg im schönen Berchtesgadener Land. Während Dr. Brinkmeier die schmale Landstraße befuhr, hatte er ein offenes Auge für die majestätische Bergwelt, die ihn umgab. Obwohl der junge Mediziner in Wildenberg geboren und aufgewachsen war, erfreute er sich doch immer wieder aufs Neue an der idyllischen Umgebung. Immerhin hatte Max zehn Jahre im Ausland gelebt und oft unter Heimweh gelitten. Der Landarzt war nach dem Studienabschluß in die Entwicklungshilfe gegangen. Zusammen mit Dr. Julia Bruckner, der Frau, die er von Herzen liebte, hatte er in Ruanda auf einer Missionsstation im Busch gearbeitet. Für Julia war dies zur Lebensaufgabe geworden, und auch Max hatte eine Zeitlang geglaubt, daß er in Holy Spirit bleiben würde. Aber dann war sein Vater erkrankt, und für den jungen Arzt war es eine Selbstverständlichkeit gewesen, die Praxis in Wildenberg zu übernehmen. Ganz leicht war ihm diese Entscheidung aber trotzdem nicht gefallen, hatte sie doch bedeutet, daß er und Julia sich auf unbestimmte Zeit trennen mußten.
Dachte Max an Julia, dann wurde ihm das Herz sehr schwer. Die tiefe Liebe, die sie miteinander verband, hatte ihnen beiden in letzter Zeit viel Kummer eingebracht. Denn die Tatsache, daß die engagierte Ärztin Afrika auf Dauer nicht verlassen, Max aber in Wildenberg bleiben wollte, sorgte dafür, daß sie von Sehnsucht geplagt nach einem Ausweg suchten, der sich nicht finden ließ.
Das hatte dazu geführt, daß Julia sich für eine Weile Funkstille auserbeten hatte. Sie litt so sehr unter der Trennung von Max, daß sie ihre Arbeit auf der Missionsstation kaum noch erledigen konnte. Obwohl es dem Landarzt sehr schwerfiel, der geliebten Frau weder zu schreiben, noch sie anzurufen, war er ihrer Bitte doch nachgekommen. Er wollte es Julia ein wenig leichter machen, auch wenn er doppelt zu leiden hatte.
Während Dr. Brinkmeier dann seine Hausbesuche erledigte, schob er die trüben Gedanken beiseite. Er war stets freundlich, arbeitete präzise, und die Menschen im Tal vertrauten ihm, wußten ihn zu schätzen. Das war nicht von Anfang an so gewesen, Max hatte sich erst mal das Vertrauen seiner Patienten erarbeiten müssen. Doch mittlerweile hatte er einen ebenso guten Ruf wie sein Vater und sorgte dafür, daß der Name Brinkmeier auch in der nächsten Generation einen positiven Klang in Wildenberg hatte.
Der Brinkmeier-Hof war die letzte Station an diesem Tag. Es dämmerte bereits, als der Landarzt seinen Jeep auf dem Wirtschaftshof abstellte. Lukas, sein Bruder, trat aus dem Stall, winkte und steuerte dann auf ihn zu. Die Brinkmeiers sahen einander überhaupt nicht ähnlich. Sie waren nur ungefähr gleich groß, aber damit endete die Übereinstimmung auch schon. Während Max mit dem sandblonden Haar und den grau-blauen Augen nach dem Vater kam, war Lukas ein Ebenbild der bereits verstorbenen Mutter. Er war dunkelhaarig und hatte samtbraune Augen. Leider konnte er das sanfte Wesen von Walburga Brinkmeier nicht sein eigen nennen; im Gegenteil. Bis zu seiner Heirat war Lukas ein rechter Streitnagel gewesen, der es immer darauf anlegte, seinen Bruder zu provozieren. Nun hatten die beiden sich zusammengerauft, was nicht nur daran lag, daß Max den ewigen Streit leid war. Tina, Lukas’ Frau, hatte einen guten Einfluß auf den Bauern und sorgte dafür, daß dieser sich ein wenig zugänglicher und freundlicher gab als früher.
»Grüß dich, Max, nett, daß du gleich vorbeikommst.«
Der Landarzt drückte seinem Bruder die Hand und lächelte ihm zu. »Scheint mir so, als ob es gute Neuigkeiten bei euch geben wird. Da bin ich immer zur Stelle, kennst mich doch.«
»Schon recht, ich weiß, worauf du anspielst. Und ich kann dir sagen, es würde mich restlos glücklich machen, wenn wir bald unser erstes Butzerl in der Wiege schaukeln könnten.«
»Lukas, wie hast dich verändert«, kam es da verwundert von seinem Bruder. »Bevor du die Tina getroffen hast, da warst ein rechter Einsiedler. Und von den Madeln hast nix wissen wollen. Aber mit einemmal, da träumst von einer Familie.«
»Ja, mei, das kommt schon von selbst, wenn man sich liebhat. Aber das muß ich dir wohl nicht sagen, oder?« Der Bauer maß seinen Bruder mit einem vielsagenden Blick. »Die
