Die geheimnisvolle Patientin: Dr. Brinkmeier Classic 2 – Arztroman
Von Sissi Merz
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Über dieses E-Book
Max war damals nicht ganz im Frieden von zu Hause geschieden, und jetzt überlagern sich bei ihm verschiedene existentielle Gefühle.
In Afrika hat er eine wirkliche Lebensaufgabe gefunden. In der Heimat wird er dringend benötigt.
Die Ärztin, der seine große Liebe gilt, wirkt mit ihm gemeinsam auf der Missionsstation und ist inzwischen fest verwurzelt auf dem afrikanischen Kontinent.
Dr. Max Brinkmeier muß sich entscheiden – und Sie erwartet die spannendste, gefühlvollste Arztromanserie! Die beliebte Schriftstellerin Sissi Merz erreicht in diesen eindrucksvollen Romanen den Höhepunkt ihres Schaffens.
»Herr Doktor, warten Sie bitte einen Moment!« Dr. Max Brinkmeier, der gerade in seinen Wagen steigen wollte, wandte sich um und lächelte angedeutet, als Eva Brand ihm ein großes Kuchenpaket überreichte. »Das ist aber nett, vielen Dank! Aber Sie hätten sich net soviel Mühe machen brauchen.« »Schmarrn, wir sind Ihnen doch dankbar. Seit Sie die Mama behandeln, ist sie viel zugänglicher geworden. Ich weiß nicht, wie Sie's machen, Herr Doktor, aber Sie haben einen guten Einfluß auf Ihre Patienten.« Die junge Bäuerin errötete ein wenig, als der Landarzt sich noch einmal bedankte. »Wir haben zu danken. Und einen schönen Tag noch!« Max Brinkmeier deponierte das süße Paket auf dem Beifahrersitz und machte sich dann auf den Rückweg nach Wildenberg. Es war Dienstag, da machte er stets seine Hausbesuche. Und an diesem sonnigen Spätherbsttag war seine Runde länger gewesen als sonst. Dr. Martin Haselbeck, der Kollege aus dem Nachbarort Schlehbusch, lag mit einer Grippe danieder und Max hatte sich bereit erklärt, seine Hausbesuche zu übernehmen. Dazu zählte auch die Altbäuerin vom Brand-Hof in Schlehbusch. Sie litt unter fortgeschrittenem Weichteilrheuma und hatte ihrer Familie bislang große Sorgen gemacht, denn sie war durch die Schmerzen recht unleidlich geworden. Max hatte bei ihr durch eine Kombination von herkömmlichem Schmerzmittel und einer selbst hergestellten pflanzlichen Salbe einen guten Effekt erzielen können. Die Schmerzen waren abgemildert, die Beweglichkeit ein wenig verbessert.
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Rezensionen für Die geheimnisvolle Patientin
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Buchvorschau
Die geheimnisvolle Patientin - Sissi Merz
Dr. Brinkmeier Classic
– 2 –
Die geheimnisvolle Patientin
Sie war betörend schön – doch ohne Namen
Sissi Merz
»Herr Doktor, warten Sie bitte einen Moment!«
Dr. Max Brinkmeier, der gerade in seinen Wagen steigen wollte, wandte sich um und lächelte angedeutet, als Eva Brand ihm ein großes Kuchenpaket überreichte. »Das ist aber nett, vielen Dank! Aber Sie hätten sich net soviel Mühe machen brauchen.«
»Schmarrn, wir sind Ihnen doch dankbar. Seit Sie die Mama behandeln, ist sie viel zugänglicher geworden. Ich weiß nicht, wie Sie’s machen, Herr Doktor, aber Sie haben einen guten Einfluß auf Ihre Patienten.« Die junge Bäuerin errötete ein wenig, als der Landarzt sich noch einmal bedankte. »Wir haben zu danken. Und einen schönen Tag noch!«
Max Brinkmeier deponierte das süße Paket auf dem Beifahrersitz und machte sich dann auf den Rückweg nach Wildenberg. Es war Dienstag, da machte er stets seine Hausbesuche. Und an diesem sonnigen Spätherbsttag war seine Runde länger gewesen als sonst. Dr. Martin Haselbeck, der Kollege aus dem Nachbarort Schlehbusch, lag mit einer Grippe danieder und Max hatte sich bereit erklärt, seine Hausbesuche zu übernehmen. Dazu zählte auch die Altbäuerin vom Brand-Hof in Schlehbusch. Sie litt unter fortgeschrittenem Weichteilrheuma und hatte ihrer Familie bislang große Sorgen gemacht, denn sie war durch die Schmerzen recht unleidlich geworden. Max hatte bei ihr durch eine Kombination von herkömmlichem Schmerzmittel und einer selbst hergestellten pflanzlichen Salbe einen guten Effekt erzielen können. Die Schmerzen waren abgemildert, die Beweglichkeit ein wenig verbessert. Die Altbäuerin mußte nicht mehr ständig im Bett liegen, was ihre Laune natürlich verbessert hatte. Der junge Landarzt war mit dem Ergebnis, das er schon erzielt hatte, zufrieden. Wieder einmal zeigte sich, daß die klassische Medizin durchaus die eine oder andere Hilfestellung aus der Natur und dem althergebrachten Wissen gebrauchen konnte. Das Rezept für die Salbe hatte Max aus Afrika mitgebracht. Wie so vieles, was sein Leben nachhaltig geprägt hatte.
Während der hochgewachsene Landarzt mit dem sandblonden Haar und den klugen graublauen Augen die schmale Landstraße zwischen Schlehbusch und Wildenberg im schönen Berchtesgadener Land befuhr, kehrten seine Gedanken einmal mehr in die Vergangenheit zurück. Erst ein paar Monate lebte er nun wieder in seinem Heimattal, zuvor hatte er zehn Jahre im Ausland verbracht. Die Erinnerung an die Missionsstation im afrikanischen Ruanda kehrte sehr lebendig zurück und brachte auch die Sehnsucht in das Herz des jungen Mannes. Denn dort hatte Max nicht nur viele liebenswerte Menschen zurückgelassen, sondern auch den Menschen, dem sein Herz gehörte. Dr. Julia Bruckner, die zauberhafte Kollegin, die für ein Jahrzehnt zum Mittelpunkt seines Lebens geworden war. Sie hatten sich seinerzeit in München an der Uni kennengelernt und waren dann gemeinsam in die Entwicklungshilfe gegangen. Es war für Max ein besonderes Glück gewesen, Beruf und Privates auf so ideale Weise verknüpfen zu können. Julia war Medizinerin aus Leidenschaft wie er. Sie hatten sich oft auch ohne Worte verstanden, denn ihre Ziele und Auffassungen waren die gleichen gewesen. Ein leises, bekümmertes Seufzen kam über Max’ Lippen, während das Bild der schönen, geliebten Frau vor seinem geistigen Auge entstand. Daß sie ihn nicht begleitet hatte, als er nach Wildenberg zurückgekehrt war, um die väterliche Praxis zu übernehmen, war der einzige Wermutstropfen dieses neuen Lebensabschnitts. Doch er hatte noch immer die Hoffnung, daß sie ihm eines Tages folgen würde. Denn er wußte, daß sie ihn ebenso sehr vermißte wie er sie. Max verlangsamte das Tempo, als das Ortsschild von Wildenberg auftauchte. Er ließ seinen Blick über das liebliche Tal schweifen und fühlte sich dabei ganz glücklich und zufrieden. Daß er heimgekommen war, als sein Vater ihn gebraucht hatte, daß er
die Tradition der Brinkmeiers als Landärzte von Wildenberg fortführte, machte ihn froh. Ohne Julia war das Glück nicht perfekt. Doch hieß es nicht, daß man im Leben nicht alles haben konnte? Zumindest nicht auf einmal...
Max schaute auf seine Uhr und stellte fest, daß er noch eine gute Stunde Zeit hatte, bis die Sprechstunde anfing. Er würde in Ruhe essen können. Und er freute sich schon aufs Mittagessen, denn die Hauserin im Doktorhaus war eine ausgezeichnete Köchin.
Der Landarzt passierte die Rosenapotheke und bemerkte Anna
Stadler, die vor dem Haus stand und sich mit der Hauserin vom Pastor unterhielt. Als die junge Apothekerin Max erspähte, winkte sie kurz und trat dann neben seinen Wagen.
»Hallo, Max, schön, daß wir uns sehen. Das nimmt mir einen Weg ab, ich wollte dich nämlich für heut abend zu mir einladen. Wir könnten uns zusammen das Klavierkonzert im Fernsehen anschauen. Oder hast keine Zeit?« Sie lächelte ihm lieb zu, wie sie es immer tat, und Max erwiderte ihr Lächeln. Er mochte Anna, auch wenn er ahnte, daß sie heimlich in ihn verliebt war.
»Ich komme gern. Mein Vater ist im Moment im Reisefieber, er denkt ständig, daß er was vergessen hat und macht die Afra damit ganz narrisch.«
Anna mußte lachen. »Wann geht es denn los mit der Kur? Ich wundere mich immer noch ein bisserl, daß du es geschafft hast, ihn dazu zu überreden. Nicht mal nach seinem Herzkasperl hat er so richtig ausspannen mögen, oder?«
»Ja, das stimmt schon. Und in den letzten Monaten war ich auch froh, daß der Vater noch in der Praxis mitgearbeitet hat. Immerhin mußten die Leut’ sich ja erst mal an mich gewöhnen. Aber jetzt läuft alles rund, da hat er sich eine Kur redlich verdient. Und Meran im Herbst, das war schon immer sein heimlicher Traum, morgen geht’s los.«
»Hm, das könnte mir auch gefallen. Aber nur in netter Begleitung, versteht sich«, sinnierte sie.
»Eine Begleitung braucht mein alter Herr nicht, die würde ihn nur stören. Kennst ihn doch. Aber jetzt muß ich los. Also, dann bis heute abend. Soll ich was mitbringen? Vielleicht eine gute Flasche Wein?«
Die junge Frau nickte, und ihr Lächeln vertiefte sich. »Eine prima Idee. Ich freu mich schon!«
Wenig später hatte Max das Doktorhaus im Ortskern von Wildenberg erreicht. In der Diele roch es bereits sehr appetitlich, so daß dem jungen Mann das Wasser im Munde zusammenlief. Afra, die alte Köchin und Hauserin, die schon Josef Brinkmeier ein halbes Leben lang versorgt hatte, verdrehte die Augen, als Max erschien.
»Ist was angebrannt?« fragte der erschrocken.
»Bei mir net«, kam es spröde von der Alten. »Aber dein Vater bringt mich noch um den Verstand. Kannst net mal mit ihm reden, Doktor? Seine Koffer sind gepackt und alles ist drin, was er braucht. Ich mag das fei nimmer wiederholen.«
Max mußte schmunzeln. Als er die Küche wieder verließ, mahnte Afra ihn noch, daß es in fünf Minuten Essen gäbe. Er fand seinen Vater in der guten Stube, wo dieser in der Anrichte kramte.
»Wennst unseren ganzen Hausstand mitnimmst, wird noch der Zug entgleisen«, scherzte der junge Mann. »Die Afra beschwert sich schon über deine Packerei. Ich soll dir sagen, daß alles im Koffer drin ist, was rein gehört.«
Josef Brinkmeier winkte ab. Er sah seinem Sohn sehr ähnlich, war sozusagen die ältere Ausgabe mit dem leicht ergrauten Haar und den vielen Lachfältchen um die Augen. Seit er wegen einer Herzgeschichte nicht mehr allein praktizieren konnte, führten Vater und Sohn die Landarztpraxis gemeinsam.
»Ich will nur meinen alten Fotoapparat mitnehmen. Das wird ja noch erlaubt sein. Und was die Afra angeht, die hat es eh im Salz liegen. Sie hat meine Koffer so verquer gepackt, daß ich mich nimmer auskenne. Und wenn ich was suche, schimpft sie.«
Max mußte lachen, sein Vater kam schließlich um ein Schmunzeln nicht herum.
»Ach, Bub, ich laß dich gar net gern allein. Jetzt wo der Haselbeck krank ist und du die ganzen zusätzlichen Patienten hast, könntest doch gut Hilfe brauchen.«
»Das ist halb so wild, ich kriege schon die Kurve. Weißt, Vater,
