Die Expedition zur Rettung von Schröder-Stranz und seinen Begleitern
Von Arve Staxrud und Kurt Wegener
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Arve Staxrud
Arve Staxtrud leitete die offizielle deutsche Entsatzexpedition zur Rettung der verunglückten Mitglieder der Schröder-Stranz-Expedition
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Buchvorschau
Die Expedition zur Rettung von Schröder-Stranz und seinen Begleitern - Arve Staxrud
INHALT
Die Spitzbergen-Expedition des Leutnant Schröder-Stranz von Dr. Wedemeyer
Vorbereitungen zum Entsatz der Schröder-Stranz-Expedition von A. Miethe
Die Staxrudsche Hilfs-Expedition für Schröder-Stranz von Hauptmann Arve Staxrud
Plan und Ausreise. Ankunft in Spitzbergen
Der Marsch von Greenharbour nach Treurenbergbai
Der Aufenthalt in der Treurenbergbai vom 21. April bis 1. Mai
Die Heimreise mit Rüdiger und Rave nach der Adventbai
Die Reise von der Adventbai über das Inlandeis hinweg nach Treurenberg (Tagebuchauszug)
Der zweite Aufenthalt in der Treurenbergbai; die Märsche nach Süden an der Hinlopenstraße entlang sowie nach der Mosselbai und nach Bangenhook land vom 16. Juni bis 25. Juli
Die Resultate unserer Entsatzexpedition
Die Hilfs-Expedition von Cross- und Kingsbai von Dr. Kurt Wegener
Sommernacht an der Nordküste Spitzbergens (nach einem Pastell von A. Miethe)
DIE SPITZBERGEN-EXPEDITION
DES LEUTNANT SCHRÖDER-STRANZ
von
Dr. Wedemeyer
Leutnant Herbert Schröder faßte, ermutigt durch Erfolge früherer Reisen, den Plan, die Nordostdurchfahrt zwischen Asien und Amerika zu erforschen, nachdem es kurz vorher Amundsen gelungen war, die Nordwestdurchfahrt aufzufinden. Als willkommenes Muster für die auszusendende Epedition diente ihm die Südpolarexpedition Filchners, die erst vor kurzem Europa verlassen hatte. Da Filchner eine Vorexpedition nach Spitzbergen sehr nützlich gewesen war, versprach sich auch Schröder von einer solchen Reise Vorteile. Vor allem glaubte er zeigen zu müssen, daß er und sein Stab befähigt wären, etwas zu leisten, zumal ihm eine wissenschaftliche Autorität, auf deren Unterstützung er nicht verzichten zu dürfen glaubte, geraten hatte, erst eine kleinere Reise durchzuführen, ehe er mit der Millionen verschlingenden großen Expedition vor die Öffentlichkeit träte. Bei Dr. Detmers fiel der Plan einer Reise nach Spitzbergen auf fruchtbaren Boden. Eifrig verfocht er ihn gegenüber den übrigen Teilnehmern an der Hauptexpedition, die dem Plane aus verschiedenen Gründen nicht zustimmten.
Schröder verhielt sich bei diesen Diskussionen meist als stummer Zuhörer. Erst als die Firma Brockhaus in Leipzig von dem Kontrakte, die zur Herbeischaffung der Mittel für die Hauptexpedition nötigen Ansichtskarten zu drucken, zurücktrat, hielt er eine Vorexpedition für geboten. Er hatte der Firma Brockhaus den Auftrag erteilt, obgleich andere Firmen günstigere Offerten gemacht hatten. Eine Firma hatte sich bereit erklärt 200.000 Mk. für die Hauptexpedition zu garantieren; ihr Angebot wurde im Vertrauen auf den Ruf der Firma Brockhaus ausgeschlagen.
Nach diesem unerwarteten Fehlschlage betrieb man mit Eifer die Ausrüstung der Vorexpedition, da die Jahreszeit schon weit vorgerückt war. Das Ziel der Reise ließ man vorerst unbestimmt, da man sich den zur Verfügung stehenden Mitteln entsprechend einrichten mußte. Eine günstige Gelegenheit schien die Entsendung eines deutschen Dampfers nach Nowaja Semlja zu bieten; allein die Unterhandlungen mit den Dampferreedereien verliefen ergebnislos, da Schröder die gestellten Ansprüche nicht befriedigen konnte.
Lebensmittel und Kleider für die Vorexpedition wurden von Berliner und Hamburger Firmen geliefert. Alfred Ritscher, der für die Hauptexpedition als 1. Offizier gewonnen war, hatte erst vor kurzem seine Lehrzeit als Flugschüler in Johannisthal angetreten. Er mußte sich nun mit verdoppeltem Eifer den Übungen widmen, um zu der bevorstehenden Reise noch das Pilotenzeugnis erwerben zu können. Auf Fahrten im Packeise ist immer beklagt worden, daß man des beschränkten Horizontes wegen eisfreie Wasserflächen überhaupt nicht oder erst spät gesichtet habe. Durch Verwendung von Flugapparaten hätte man diesen Übelstand beseitigen können. Da Ritscher außer diesen Flugübungen noch Privatarbeiten zum Erwerb seines Lebensunterhalts ausführen mußte, blieb ihm nur wenig Zeit, sich um die Ausrüstung der Vorexpedition zu kümmern. Ende Juni setzte ein Sturz mit dem Flugapparat seinen Arbeiten ein Ende, da er an Schultern und Rücken schwer verletzt war und im Krankenhause zu Britz seine Genesung abwarten mußte.
Gleich nach seiner Genesung fuhren die Teilnehmer an der Vorexpedition nach Tromsö, wo nach Auskunft des Konsuls trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit noch brauchbare Fahrzeuge zu haben wären. Von den in Tromsö liegenden Schiffen erwies sich jedoch keins als brauchbar. Zufällig kehrte im letzten Augenblick der Motorschuner »Ster ling« von einer Nordlandsreise zurück. Das Schiff war allen Schiffen im Hafen weit überlegen und wurde deshalb zum Expeditionsschiff ausgewählt. Die Hoffnungen, die man dar auf setzte, hat es jedoch nur zum Teil erfüllt. Schon bei der in Eile vorgenommenen Probefahrt zeigte sich, daß der Motor nicht immer gehorchte. Auf diesen Übelstand darf wohl ein Teil des Fehlschlages der Expedition zurückzuführen sein. Durch das Versagen des Motors ist Zeit verlorengegan gen, und gerade der Zeitverlust sollte zum Verhängnis werden. Nach der Übernahme von Proviant und Ausrüstung wurde dem Schiffe vom deutschen Konsul das Flaggenattest ausgestellt. Unter begeisternden Reden wurde es in »Herzog Ernst« umgetauft und die deutsche Flagge gehißt.
Über Zweck und Ziel der Reise hatte sich der Expeditionsleiter in einem Briefe vom 3. Juli folgendermaßen geäußert:
»Die Studienreise wird unternommen, um die Wissenschaftler der Expedition ineinander einzuarbeiten und das Material an Fahrzeugen, wissenschaftlichen Instrumenten, ebenso wie den Proviant auf seine Güte für die Hauptexpedition im nächsten Jahre auszuprobieren. Es soll unter jeder Bedingung eine Einschließung während des Winters vermieden werden, da ich als Leiter der Expedition ebenso wie die Herren der wissenschaftlichen Abteilungen hier in Berlin bei den Vorbereitungen unbedingt notwendig bin.
Wenn die Gelegenheiten zu einer längeren Schlittenexpedition günstig sind, so wird eine besondere Schlittenabteilung versuchen, vom Osten Spitzbergens bis zur Nordwestspitze vorzudringen, das ist, schlecht gerechnet, ein Weg von ungefähr 400 km. Wenn ich eine Höchstleistung von 10 km pro Tag für die Schlittenexpedition rechne, so kann bei guter wissenschaftlicher Ausnutzung in vierzig Tagen diese Schlittenreise beendet sein.
Das Schiff geht jedoch an die meist bis Januar offene Nordwestküste Spitzbergens und geht unter keiner Bedingung, auch bei den günstigsten Eisverhältnissen an der Nordküste Spitzbergens entlang, um die Expedition früher aufzunehmen. Dies ordne ich an, da die Nordküste auch bei den günstigsten Eisverhältnissen innerhalb eines halben Tages vom Eise blockiert werden kann, wenn der Wind nach Norden herumspringt.«
Da nach diesen Ausführungen die Teilnahme an der Reise nicht mit großen Gefahren verknüpft war, begab ich mich auf dem Seewege nach Tromsö. Dr. Kohl, der als Arzt an der Filchner’schen Expedition teilgenommen hatte, traf kurz vor dem Expeditionsleiter ebenfalls in Tromsö ein.
Am 1. August nachmittags eröffnete Leutnant Schröder Dr. Kohl, Ritscher, Sandleben und mir seine endgültigen Absichten. Er handelte darin genau nach dem Vorbilde Amundsens, der seine Leute für eine Nordpolexpedition angeworben hatte, ihnen aber erst in Madeira erklärte, daß die Reise nach dem Südpol gehen sollte. Da die Spenden für die Expedition bislang nicht viel gebracht hatten, was hauptsächlich auf den Einfluß einer wissenschaftlichen Autorität zurückzuführen sein sollte, wollte Schröder etwas Außerordentliches leisten, wodurch er den Widerstand dieser Autorität zu bezwingen hoffte. Außerdem gab er uns zu bedenken, daß durch eine Durchquerung Spitzbergens für die wissenschaftliche Forschung wenig gewonnen werden könnte, während eine Durchquerung von Nordostland von Süden nach Norden wichtige Aufschlüsse über das noch jungfräuliche Nordostland bringen könnte. Die Reise sei zwar gefährlich, aber nicht unmöglich. In vierzig Tagen ließe sie sich erledigen. Das Schiff sollte die Schlittenpartie bis an den Rand des Packeises bringen, dann Spitzbergen von Süden aus umschiffen und die Schlittenpartie endlich an der Hinlopenstraße oder einem noch näher zu bestimmenden Punkte der Nordküste Spitzbergens wieder aufnehmen. Mitgeteilt wurde uns noch, daß ein Immediatgesuch um Genehmigung einer Lotterie für die Hauptexpedition Erfolg haben dürfte.
Ritscher und mich überraschte dieser neue Plan nicht besonders, da wir wußten, daß Schröder bereits schwierigere Unternehmungen geplant hatte, die sich aber der vorgerückten Jahreszeit wegen nicht ausführen ließen. Außerdem war gerade eine österreichische Jagdgesellschaft in Tromsö eingetroffen, die unter Gisberts Führung auf Kaiser-Franz-Josephs-Land jagen wollte. Diese Jagdreise schien jedenfalls gefährlicher zu sein. Bei Schröder waren alle Gegenvorstellungen ergebnislos; mit der ihm eigenen Energie verfocht er seinen einmal gefaßten Plan. Dr. Kohl mußte im November wieder in Deutschland sein und trat, da er fürchtete, länger auf Nordostland bleiben zu müssen, von der
