Juan zwischen zwei Welten: Erinnerungen
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Über dieses E-Book
Juan Eduardo Rojas-Vásquez
Seit 50 Jahren lebt Juan Eduardo Rojas-Vásquez mit dem traumatischen Verlust von Vater und Bruder, die nach Pinochets gewaltsamer Machtübernahme im September 1973 in Chile verhaftet wurden und seitdem verschollen sind. Auch wenn er seit 1979 in Deutschland lebt, gibt er nicht auf mit seiner Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit, wendet sich an Politiker, demonstriert und fordert eine angemessene Aufarbeitung dieses dunklen historischen Kapitels. Sein Buch mit seiner Geschichte ist ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen leidvoller Erfahrungen unter einer Diktatur und ein dringlicher Appell an deutsche und chilenische Behörden, die Aufarbeitung der Verbrechen der Colonia Dignidad, die eng mit der Pinochet-Diktatur kooperierte, endlich umfassend anzugehen.
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Buchvorschau
Juan zwischen zwei Welten - Juan Eduardo Rojas-Vásquez
Inhalt
Zwischen zwei Welten
Meine Familie
Landleben
Unser Zuhause
„Den Kleinen darf man nicht schlagen!"
Fiesta de San Antonio
In der Dorfschule
Böse Gerüchte
Dann änderte sich alles
Der 13. Oktober 1973
Was tun?
Linares
Aktivitäten
Arpilleristas
Sergio
Von Catillo zur Colonia Dignidad?
Consulta nacional
Die Lage spitzt sich zu
Schwere Entscheidungen
Abreise
Deutschland
Asylant
Neuanfang
Besuch in der Heimat
Neue Herausforderungen
Cueca – ein Stück Heimat in Deutschland
Interkultureller Mediator
An meinen lieben Papa!
Zwischen zwei Welten
Es ist der 1. August 1979. Langsam steige ich die Gangway zum Flugzeug hinauf, wende mich noch einmal um. Adios Chile! Fast sechs Jahre Angst und Ungewissheit liegen hinter mir. Der 13. Oktober 1973 hat mein Leben so grundlegend verändert, dass ich nun gezwungen bin, das Land zu verlassen. Meine Familie glaubt, dass ich wegen einer Ohrenoperation nach Deutschland fliege und bald wieder zurückkehre. Sie kennen nicht den wahren Grund und ahnen nicht, dass ich wahrscheinlich für längere Zeit weg sein werde.
Ich bin erleichtert, in die Freiheit zu entkommen. Doch was wird mich in der anderen Welt, in Deutschland, erwarten? – ein Land, dessen Sprache ich nicht verstehe, dass ich kaum kenne. Wie wird meine Mutter auf das Verschwinden ihres Jüngsten reagieren? Wehmütig denke ich an meine unbeschwerte Kindheit zurück, an die üppige Landschaft meiner Heimat.
Meine Familie
Ich bin am 15. Oktober des Jahres 1958 in der Nähe von Parral in Chile geboren. Meine Mutter Margarita Felisa Vásquez Gatica (geb. 16.1.1917) war bei meiner Geburt bereits 41 Jahre alt. Ich war das jüngste von ihren sieben Kindern und wurde auf den Namen Juan Eduardo getauft. Meine älteste Schwester Ana Julia war bei meiner Geburt 16 Jahre alt, mein Bruder Gilberto Antonio 14 Jahre alt. Dann folgten Luis Antonio mit 12 Jahren, Sergio Antonio mit 10 Jahren. Meine Schwester Margarita Rosa war fünf Jahre und mein Bruder Miguel Enrique war nur eineinhalb Jahre älter als ich.
Unter den Vorfahren meiner Mutter sind Indios gewesen. Ihre Familie lebte in den Bergen. Mein Vater Miguel Rojas Rojas (geb. 16.11.1920) soll spanische Vorfahren gehabt haben. Er war unehelich geboren und kannte seinen Vater nicht. Meine Eltern waren beide Analphabeten, denn in den Bergen gab es damals keine Schule. Meine Mutter konnte nur ein wenig lesen und ihren Namen schreiben. Mein Vater musste mit dem Finger unterschreiben, er konnte gar nicht lesen und schreiben. Als die Beiden 1942 heirateten, war meine Mutter bereits schwanger. Da es als eine Schande galt, bereits vier Monate nach der Hochzeit ein Kind zu bekommen, wuchs meine älteste Schwester bei meinen Großeltern auf. Ich habe sie erst kennengelernt, als sie schon 19 Jahre alt war.
Unsere Eltern wurden von uns Kindern immer mit Sie angesprochen, das verlangte der Respekt.
Mein einziges noch erhaltenes Kinderbild
Landleben
Wir lebten auf dem Land etwa 15 Kilometer von Parral entfernt. Dort im Zentrum Chiles mit seinem mediterranen Klima gediehen die Weinberge, wuchsen Kirschen, Orangen und Quitten. Wir Kinder liebten vor allem die schmackhaften Maqui-Beeren, die auch chilenische Weinbeeren genannt werden. Die schwarzvioletten Beeren wachsen auf Sträuchern und Bäumen mit dunkelgrünen schmalen Blättern. Ursprünglich stammt der Baum aus den gemäßigt tropischen Regenwäldern Chiles und seine Beeren wurden bereits von den Indios als Medizin verwendet. Es gab auch Wald, in dem Lärchen, Kiefern, Zypressen und Araukarien wuchsen. Das flache Land war fruchtbar, es gab große Weideflächen für das Vieh. Es wurde Weizen, Bohnen und Mais angebaut, vor allem auch Zuckerrüben, die in der Zuckerrübenfabrik in der 40 Kilometer entfernten Stadt Linares verarbeitet wurden. Wie sehr habe ich es gehasst, wenn wir Kinder beim Rübenhacken mithelfen mussten!
Das Leben war hart für die kleinen Bauern im Zentrum des Landes. Die meisten besaßen wenig Land und viele Kinder und arbeiteten für die Großgrundbesitzer der Fundos, das waren riesige Landgüter
