Rote Beetehoven: Mein Leben als Musiker
Von Fritz Mensching und Lars Röper
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Über dieses E-Book
Fritz Mensching
Fritz Mensching, Musiker und Arrangeur, langjähriger Leiter der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach, Mitglied des Nürnberger Tanzorchesters, des Noris Swingtetts und zahlreicher weiterer Formationen.
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Buchvorschau
Rote Beetehoven - Fritz Mensching
Mit besonderem Dank an meinen Freund Michael,
ohne den dieses Buch nicht entstanden wäre.
Biografie meines Lebens
- Der Weg zu Ihrer Biografi e
www.biografie-meines-lebens.de
Email: info@biografie-meines-lebens.de
Fuchsweg 40a
14548 Schwielowsee bei Potsdam
© 2019 Fritz Mensching & Michael Zanzinger & Biografie meines
Lebens / Fotos: privat
"MUSIK IST DEINE EIGENE ERFAHRUNG,
DEINE GEDANKEN, DEINE WEISHEIT.
WENN DU ES NICHT LEBST,
KOMMT ES NICHT AUS DEINEM HORN."
CHARLIE PARKER
(SAXOPHONIST UND ERFINDER DES BEBOP)
Inhaltsverzeichnis
Prolog – Meine erste Erinnerung
Der Krieg & meine Schulzeit
Aus meiner Lehrzeit
Reisejahre als Musiker
Meine „Nürnberger-Jahre"
Die Stadtjugendkapelle Herzogenaurach
Prolog – Meine erste Erinnerung
Als er davon hörte, dass die Synagogen brannten, eilte mein Vater Heinrich in seinem Mantel aus dem Haus. Euphorisiert kam er nach Stunden heim und brachte ein Buch mit in unsere Wohnung in Hannover-Bothfeld. Wie eine Trophäe hielt er es uns Kindern unter die Nasen.
„Riecht, Kinder. Die jüdische Lehre. Sie stinkt nach Knoblauch."
Manfred, Heiner und ich betrachteten den Talmud. Sahen unseren Vater an. Wir waren Kinder. Mein Geburtstag ist der 31. Mai des Jahres 1933. Wir begriffen nicht, was Papa uns sagen wollte. Wussten nichts von dem Trecker, mit dem die Nazis den Davidstern vom Dach der großen Trauerhalle gerissen hatten. Nichts von dem Feuer, das sich zur Mittagszeit des 10. November 1938 durch das Gebäude und über den jüdischen Friedhof an der Oberststraße fraß. Kein Jahr später begann der Weltkrieg. Ich kam in die Schule und meine Mutter unterzog sich ihrer ersten Krebsoperation. Die zweite folgte nur Monate später. Doch die Ärzte waren im Krieg. Ein Veterinär beugte sich über meine Mama Agnes Emma Hildegard.
Der Krieg & meine Schulzeit
Der Tausch
Die Armeestiefel flogen durch die Luft und purzelten am Rande der Bahnstrecke nach Hannover ins Gras. Gelächter. Einige Gesichter amerikanischer Soldaten am Fenster des Zuges, der nun außer Sichtweite geriet. Es war das Jahr 1945. Wir Glückspilze waren die ersten, die sie entdeckten. Gleich nahm ich die Stiefel an mich und hielt sie meinem Freund Günther vor die Nase.
„Schau, das Leder ist noch prima."
Günther lachte nur. Die Schuhe sahen gewaltig aus in meiner Hand. „Kannst Sie ja mal anziehen", witzelte er, während ich einen Blick auf die Größe warf.
„44, da passen wir zusammen rein, erwiderte ich und bohrte meinen Zeigefinger durch eines der Löcher bis ins Innere der Soldatenstiefel. „Die Sohle ist allerdings hin.
Mein Freund Günther Zmuda und ich kannten das schon. Die Amerikaner trugen ihre Stiefel bis sie durchgelatscht waren, dann warfen sie die Schuhe einfach in die Landschaft.
„Die tauschen wir, jubilierte ich. Endlich hatten wir etwas gefunden, das wir in die „Tauschzentrale
von Northeim tragen konnten, jener Stadt beim Dorf Hohnstedt im südlichen Niedersachsen, in dem meine Familie und ich nach ständigen Evakuierungen gestrandet waren. Gleichsam hergetrieben hatten uns die Bomben der Alliierten, jetzt lebten wir in einem der Armenhäuser und waren in den Augen der Dorfbewohner nicht mehr als Flüchtlinge.
Glücklich drückte ich die Stiefel an mich, hoffte, sie gegen das Objekt meiner Begierde tauschen zu können. Seit einigen Tagen lag dieses wie aufgebahrt in einem Holzkasten im Fenster der „Tauschzentrale. Mehrmals hatte ich es betrachtet und gespürt, wie der Gegenstand mir Eingang in eine andere Welt zu sein schien; fern der Armut, der wässrigen Suppen und meines Vaters, der auch jetzt nach dem Krieg nichts lieber sein wollte als ein strammer Nazi. „Wir motzen sie auf
, schleuderte ich die Stiefel auf dem Heimweg fröhlich an den Schnürbändern herum. Kaum angekommen, suchten wir uns ein Messer und fanden noch einen alten Motorradreifen, aus dem wir zwei Gummirechtecke ritzten. Kurzerhand stellten wir die Stiefel darauf, passten das Gummi an, schmierten alles mit Kleber ein und nähten die neuen Sohlen zusätzlich und unter Flüchen fest.
„Erstklassig, befanden wir Jungs und steuerten die „Tauschzentrale
in Northeim an, eine Einrichtung, die seit dem August des Jahres 1945 vielerorts in Deutschland existierte. An was fehlte es den Menschen nicht alles. Feinstes Porzellan sah ich Frauen gegen Kleidung für den Winter tauschen, Hochzeitskleider wechselten gegen Bügeleisen, Sofas gegen Kinderwagen oder ein kleiner Herd gegen Herrenschuhe die Besitzer. Sicher war auch das von mir ausgeguckte Objekt auf diesem Wege ins Schaufenster gelangt. Ob ich es tatsächlich gegen die Stiefel eintauschen könnte?
Wir hatten sie noch einmal poliert, auch die Sohle war eine Freude und der Mann von der „Tauschzentrale" sah die Stiefel zufrieden an.
„Gut, Jungs, nickte er. „Was möchtet ihr, Winterjacken?
Ich schüttelte den Kopf. Sie war nicht schön, aber eine Jacke besaß ich ja.
„Die Klarinette aus dem Schaufenster", wusste ich genau, was ich wollte.
Der Mann nahm die Soldatenstiefel an sich, stellte sie hinter dem Tresen ab, ging zum Schaufenster und kam mit einem kleinen
