Das düstere Geheimnis: Moonlight Romance 11 – Romantic Thriller
Von Carola Blackwood
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Über dieses E-Book
Moonlight Romance bietet wohlige Schaudergefühle mit Gänsehauteffekt, geeignet, begeisternd für alle, deren Herz für Spannung, Spuk und Liebe schlägt. Immer wieder stellt sich die bange Frage: Gibt es für diese Phänomene eine natürliche Erklärung? Oder haben wir es wirklich mit Geistern und Gespenstern zu tun? Die Antworten darauf sind von Roman zu Roman unterschiedlich, manchmal auch mehrdeutig. Eben das macht die Lektüre so fantastisch...
Es musste ihr gelingen, ihre schädlichen Kräfte erneut zum Einsatz zu bringen, sonst wäre alle ihre bisherige Mühe umsonst gewesen! Maja, von Natur aus kräftig – auch mental – machte Anstalten, sich jeden Tag mehr zu erholen. Die Phasen des Wachseins verlängerten sich bereits dramatisch, und ihre Aufmerksamkeit verbesserte sich besorgniserregend. Die Besucherin erhob sich, machte zwei Schritte zum Bett, in dem Maja sich bereits wieder anschickte, aus ihren verrückten Träumen aufzuwachen, beugte sich über ihr Opfer und legte ihm ihre beiden Handflächen wie üblich seitlich ans Gesicht, dabei Schläfen, Ohren und einen Teil der Wangen bedeckend und begann ihren eigenartigen Singsang in einer Sprache, die vermutlich niemand außer ihr verstehen konnte. »Sie dürfen den Kopf nicht hängen lassen! Dazu besteht absolut kein Grund!« Der sympathische, noch junge Oberarzt – dem Aussehen nach hielt er ihn für einen Inder oder Pakistani – bemühte sich sehr, ein gewisses Maß an Optimismus zu verbreiten. Das war auch bitter nötig, denn er selbst schätzte die Lage für ziemlich schwierig ein. Den jämmerlichen Anblick, den jene Frau bot, die er in absehbarer Zeit zu heiraten gedachte, würde der erfolgreiche junge Ingenieur Bernd Hoferrichter nie mehr in seinem ganzen Leben vergessen können: Durch den Aufprall wie ein weggeworfenes Lumpenbündel am Rande der Fahrbahn, in einer Blutlache liegend, das Gesicht zwar unversehrt, aber die Arme wie abwehrend vom Oberkörper abgespreizt, ein Bein ausgestreckt, der Fuß in unnatürlicher Weise abgewinkelt, das andere gerade liegend, jedoch mit zertrümmertem Schienbein. In diesem Zustand hatte er Maja Steinmetz vorgefunden, als er am Abend nach Hause gefahren war, wo beide zusammen in einer schicken Wohnung in München-Großhadern lebten. Ihr Fahrrad war weiter weg geschleudert worden und lag verbogen und zerbeult im Straßengraben. Die Menge an Blut rund um ihren Kopf und in den schulterlangen blonden Haaren hatte ihn furchtbar erschreckt. Dass es von einer grässlich anzuschauenden Wunde am Hinterkopf stammte, erfuhr er erst von den Sanitätern, die er herbeigerufen hatte, nachdem der Unfallverursacher es offenbar vorgezogen hatte, feige das Weite zu suchen. Auch der Notarzt hatte wütend den Kopf geschüttelt. Es gehöre schon ein gewaltiges Ausmaß an Verantwortungslosigkeit dazu, eine Radfahrerin über den Haufen zu fahren – und dann einfach abzuhauen und die Schwerverletzte hilflos ihrem Schicksal zu überlassen, meinte er, nachdem er festgestellt hatte, dass sie zumindest noch Lebenszeichen aufwies. »Sie muss so schnell wie möglich in den OP. Ich denke, Sie möchten mitkommen?«, hatte er sich erkundigt. Das hatte Bernd Hoferrichter natürlich getan und etliche Stunden bangend vor dem Operationssaal verbracht. Er hoffte inständig, dass man sie am Leben erhalten konnte.
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Das düstere Geheimnis - Carola Blackwood
Moonlight Romance
– 11 –
Das düstere Geheimnis
Wird sie zum Opfer einer tödlichen Intrige?
Carola Blackwood
Es musste ihr gelingen, ihre schädlichen Kräfte erneut zum Einsatz zu bringen, sonst wäre alle ihre bisherige Mühe umsonst gewesen! Maja, von Natur aus kräftig – auch mental – machte Anstalten, sich jeden Tag mehr zu erholen. Die Phasen des Wachseins verlängerten sich bereits dramatisch, und ihre Aufmerksamkeit verbesserte sich besorgniserregend. Die Besucherin erhob sich, machte zwei Schritte zum Bett, in dem Maja sich bereits wieder anschickte, aus ihren verrückten Träumen aufzuwachen, beugte sich über ihr Opfer und legte ihm ihre beiden Handflächen wie üblich seitlich ans Gesicht, dabei Schläfen, Ohren und einen Teil der Wangen bedeckend und begann ihren eigenartigen Singsang in einer Sprache, die vermutlich niemand außer ihr verstehen konnte.
»Sie dürfen den Kopf nicht hängen lassen! Dazu besteht absolut kein Grund!«
Der sympathische, noch junge Oberarzt – dem Aussehen nach hielt er ihn für einen Inder oder Pakistani – bemühte sich sehr, ein gewisses Maß an Optimismus zu verbreiten. Das war auch bitter nötig, denn er selbst schätzte die Lage für ziemlich schwierig ein.
Den jämmerlichen Anblick, den jene Frau bot, die er in absehbarer Zeit zu heiraten gedachte, würde der erfolgreiche junge Ingenieur Bernd Hoferrichter nie mehr in seinem ganzen Leben vergessen können: Durch den Aufprall wie ein weggeworfenes Lumpenbündel am Rande der Fahrbahn, in einer Blutlache liegend, das Gesicht zwar unversehrt, aber die Arme wie abwehrend vom Oberkörper abgespreizt, ein Bein ausgestreckt, der Fuß in unnatürlicher Weise abgewinkelt, das andere gerade liegend, jedoch mit zertrümmertem Schienbein.
In diesem Zustand hatte er Maja Steinmetz vorgefunden, als er am Abend nach Hause gefahren war, wo beide zusammen in einer schicken Wohnung in München-Großhadern lebten. Ihr Fahrrad war weiter weg geschleudert worden und lag verbogen und zerbeult im Straßengraben. Die Menge an Blut rund um ihren Kopf und in den schulterlangen blonden Haaren hatte ihn furchtbar erschreckt. Dass es von einer grässlich anzuschauenden Wunde am Hinterkopf stammte, erfuhr er erst von den Sanitätern, die er herbeigerufen hatte, nachdem der Unfallverursacher es offenbar vorgezogen hatte, feige das Weite zu suchen.
Auch der Notarzt hatte wütend den Kopf geschüttelt. Es gehöre schon ein gewaltiges Ausmaß an Verantwortungslosigkeit dazu, eine Radfahrerin über den Haufen zu fahren – und dann einfach abzuhauen und die Schwerverletzte hilflos ihrem Schicksal zu überlassen, meinte er, nachdem er festgestellt hatte, dass sie zumindest noch Lebenszeichen aufwies.
»Sie muss so schnell wie möglich in den OP. Ich denke, Sie möchten mitkommen?«, hatte er sich erkundigt. Das hatte Bernd Hoferrichter natürlich getan und etliche Stunden bangend vor dem Operationssaal verbracht. Er hoffte inständig, dass man sie am Leben erhalten konnte.
»Die Brüche und Prellungen an Armen, Beinen und Rippen werden gut verheilen – so viel kann man jetzt schon sagen. Aber am meisten hat uns die Kopfverletzung Sorgen bereitet – und sie tut es immer noch!«, hatte ihn der Chefarzt anschließend noch persönlich instruiert. »Wenn auch nicht in der Weise, die Sie vermutlich befürchten!«
Er, ein anerkannter Spezialist für Hirnverletzungen, war vorsichtshalber von dem Ärzteteam hinzugezogen worden, als klar zu sein schien, dass es sich wohl um eine kompliziertere Sache und nicht nur um eine simple Gehirnerschütterung handelte.
»Die Patientin scheint von der Motorhaube des Wagens erfasst worden zu sein, wodurch sie zur Seite und an den Straßenrand geschleudert wurde. Daher stammen die Brüche und Verletzungen und auch das Trauma am Hinterkopf, als sie auf dem Asphalt aufschlug.
Dennoch musste ich feststellen«, erörterte der Chefarzt ein wenig umständlich, »dass die Kopfverletzungen der Patientin bei weitem nicht so gravierend sind, wie zuerst von den Kollegen und mir angenommen!
Ich gestehe, wir können bisher nicht erklären, woher die massiven Beeinträchtigungen der jungen Frau stammen! Ihr Gehirn wurde nämlich weit weniger in Mitleidenschaft gezogen, als von uns befürchtet! Für die Ausfälle haben daher bisher weder ich, noch meine Kollegen eine schlüssige Erklärung.
Wir müssen abwarten und hoffen, dass die an sich robuste Verfassung der Patientin sich durchsetzt und dass bald mit einer Besserung zu rechnen ist. Sobald sie aus ihrer Bewusstlosigkeit aufwacht, werden wir weiter sehen!«
Dass es demnach noch eine ganze Weile dauern könne, bis man ein endgültiges Urteil abgeben konnte, machte ihm schwer zu schaffen.
Die ersten Wochen war sie fast ständig bewusstlos. Seit kurzem hatte sich das zwar geändert, aber selbst während der kurzen Wachzustände sprach sie kaum ein Wort, reagierte auf nichts Gesprochenes – nur auf Musik oder das Pfeifen von Vögeln – und, was für ihn am schmerzlichsten zu verkraften war: Sie erkannte ihn offenbar nicht mehr!
Weder mit einem Augenzwinkern, noch mit der kleinsten Veränderung ihrer Mimik brachte sie zum Ausdruck, ihn auch nur ansatzweise wahrzunehmen.
»Ich könnte glatt ein Stuhl oder Tisch sein«, klagte Bernd seinen Freunden und Bekannten. »Maja behandelt mich wie irgendein Möbelstück!«
Arbeitskollegen, Verwandte, Freunde und die behandelnden Klinikärzte versuchten, ihn aufzumuntern. Letztere, indem sie ihn umgehend über winzigste Schrittchen einer angeblichen Besserung informierten, so oft er seine Liebste besuchte – was in aller Regel jeden Tag war.
»Egal, ob und wie sie darauf reagiert, Sie müssen ständig auf sie einreden, in ruhigem Ton und vor allem ganz gelassen! Am besten erzählen Sie ihr heitere Begebenheiten oder sprechen über Dinge, welche Sie mit ihr gemeinsam erlebt haben! Auch schöne Zukunftspläne, die Sie mit ihr möglicherweise geschmiedet haben, sind gut geeignet, die Erinnerung erneut wachzurufen.
Irgendwann wird Ihre Stimme gewiss zu ihr durchdringen und sie wird sich wieder an Sie erinnern!«
So ermahnte ihn insbesondere jedes Mal die Stationsschwester, eine Frau in mittleren Jahren, die große Erfahrung in der Pflege und Betreuung von Hirnverletzten besaß. Bernd nahm sich das durchaus zu Herzen, weil es ihm einleuchtete, dass dies zu Majas Gesundung beitragen konnte.
Die andere Sache, worüber ihm die Krankenschwester berichtete, nahm er hingegen nicht für wichtig. Dass jeden Vormittag – wenn er in seiner Firma an seinem Arbeitsplatz saß – eine junge attraktive Frau an seiner Statt an Majas Bett saß, interessierte ihn nicht besonders.
Obwohl er es natürlich nett von dieser Freundin fand, dass sie sich ebenfalls jeden Tag die Zeit nahm, um Maja zu besuchen. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Lehrerkollegin …
*
Maja Steinmetz, die junge Münchner Lehrerin, der die große Sorge ihres Verlobten Bernd Hoferrichters galt, lag wie leblos in ihrem Klinikbett in einem Einzelzimmer des Klinikums Großhadern, in das man sie nach ihrem Unfall verbracht hatte.
Die Augen geschlossen und vollkommen bewegungslos vermittelte sie den Eindruck von tiefer Bewusstlosigkeit. In Wahrheit war sie seit einiger Zeit wieder wach und ließ ihren Gedanken freien Lauf.
Von dem Mann, der ihr Verlobter war und der seit Stunden an ihrem Bett saß, nahm sie keinerlei Notiz. Für sie schien er ein Fremder zu sein, der zufällig neben ihr saß, aber nicht das Geringste mit ihr zu tun hatte.
In ihrer ganz eigenen Welt gefangen, befand sich Maja auch nicht im Krankenhaus, ja nicht einmal in ihrer Heimatstadt München, sondern in Österreich, und zwar in der Stadt Kufstein. Mit Sorge und zugleich Bedauern blickte Maja Steinmetz im Augenblick auf ihr Handy.
Die Besorgnis galt ihrer Tante und ihr Bedauern bezog sich einerseits auf ihren allem Anschein nach verpatzten Bergurlaub, sowie auf die Tatsache, dass ihr Verlobter Bernd Hoferrichter, Ingenieur bei einer der weltweit bekanntesten Elektrofirmen Deutschlands, vermutlich wenig Verständnis für ihre spontane Entscheidung zeigen würde. Aber sie hielt es nun einmal für ihre Pflicht …
Seufzend klappte die hübsche schlanke junge Frau mit dem blonden Pferdeschwanz und den großen blaugrünen Augen ihr Handy zu, kehrte in den Speisesaal des Kufsteiner Hotels zurück und informierte Bernd und das befreundete Paar, welche beim Abendessen saßen, über die Sachlage.
Tatsächlich war es noch schlimmer gewesen, als von Maja vermutet!
Ihr Verlobter, ein gut aussehender schwarzhaariger Hüne, Anfang dreißig,
