Über dieses E-Book
Wolfgang Pein
Wolfgang Pein ist mit über 30 Buchveröffentlichungen in vielerlei Hinsicht mit einer sehr großen Bandbreite vertreten, was die Verschiedenheit der Inhalte betrifft. Seine Tiergeschichten gehören meistens dem Tierschutz und dem friedlichen Zusammenleben von Mensch und Tier. Kinderbücher spielen dies ebenso wieder., indem auch Feinde in großer Not zu Helfern und Freunde werden können. Beteiligt war er z.B. an einem Projekt, in dem sehr viele Autoren das Buch "Der letzte Satz" zugunsten des Kinderhospizes "Löwenherz" aufgelegt haben. Schafgeschichten hatten den Anfang gemacht, von denen er auch selbst einige ins Englische übersetzt hat. Diese schickte er auch ins Englische Königshaus mit den Adressaten/innen Prince William und Princess Kate in den Kensington Palast, sowie auch der Queen nach Balmoral Castle. Antworten bekam er von beiden, und der Postmann sagte oft: "Was bekommst du eigentlich immer für besondere Post!", wenn wieder ein Brief mit dem Königlichen Poststempel z.B. aus dem Buckingham Palast eintraf. Eine Einladung ins Schloss Bellevue vom Bundespräsidenten brachte ihm sein Buch "Liebe in Zeiten des Todesstreifens" ein - zu einem Podiumsgespräch (von und mit dem BP) zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls. Viele und in mehreren Ländern spielende Kriminal-Romane runden sein Schaffen ab, wobei er Wert darauf legt, dass die Inhalte nicht von seinem beruflichen Schreibtisch kommen.
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Rezensionen für Vier letzte Tage im Februar
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Buchvorschau
Vier letzte Tage im Februar - Wolfgang Pein
Tag 1
Freitag – 26. Februar 2016
Es ist noch früh – 5.40 Uhr. Der Tag schläft noch; die Nacht hat noch das Sagen. Es ist Februar, und draußen fällt lautlos der Schnee. Der Wecker schlägt Alarm, reißt jedoch niemand aus dem Schlaf. Denn ER ist schon eine geraume Zeit wach, hat schon eine Stunde lang den Geräuschen der Straße gelauscht.
Die Geräusche draußen klingen gedämpft, liegt wohl am Schnee, der anscheinend zusätzlich zu gestern in der Nacht seine Höhe in der Natur vergrößert hat. Zu hören sind noch keine Vögel; ganz im Gegensatz zum Frühling oder Sommer, wo die vielfältigsten Arten den Garten vor seinem Schlafzimmerfenster aufsuchen. So viele Arten sind inzwischen heimisch, dass eine Seite Protokoll darüber schon nicht mehr ausreicht. Und jedes Jahr scheint es mehr zu werden.
In der Etage über ihm läuft die Wasserspülung. Der Nachbar wird sich wieder hinlegen, braucht nicht zur Arbeit – so wie ER. Eine weitere Nachbarin wird sich erst Stunden später bemerkbar machen, schaut sie doch „bis in die Puppen" fern.
ER frühstückt nicht zu Hause, bekommt so früh noch nichts hinunter – seit über 40 Jahren. Frühstück gibt`s erst um 8.30 Uhr, im Büro, alles geregelt, Beamter eben.
ER steht auf, geht ins Bad. Routine? ER ahnt in diesem Augenblick nicht, wie die nächsten Tage sein Leben verändern werden.
Es ist jetzt 6.30 Uhr. ER hat 18 Kilometer vor sich. Der Schneeräumdienst hat schon eine Spur in die weiße Pracht der Nacht geschlagen. Felder und Bäume erstrahlen weiß im Scheinwerferlicht. Inmitten der Felder dampft der Bach, bemerkt er. Anscheinend wärmen Abwässer vom nahen Bauernhof das kalte Wasser der Nacht auf. Nebelschwaden steigen auf – sehr idyllisch. Von den Bäumen fallen die ersten Minilawinen, Anzeichen von zu viel Schnee auf den Ästen. „Ist auch besser so, findet ER. „Bevor die Äste von zu großer Last abbrechen und vielleicht noch auf der Straße landen.
Jeden Meter kennt ER hier, weiß auch um die Gefahren, die zu jeder Zeit aus dem Wald oder den Gräben kommen können. Es gibt viel Wild in der Gegend. Die Wildwechselschilder stehen hier nicht umsonst an den Straßenrändern.
Schon mehrfach sind auch ihm bereits Rehe vor der Nase über die Straße gelaufen. Wie jeder weiß – wo eines ist, da folgen oftmals noch weitere. Und Wildschweine gibt es auch in Massen. Sie richten auf den umliegenden Feldern recht viel Schaden an.
Auch heute geht wieder alles gut – bis hierhin jedenfalls. Es ist 6.57 Uhr, als ER seine Behörde vor sich liegen sieht. Sekunden später setzt er den Blinker, um in die Abbiegespur einzubiegen – wie jeden Tag eigentlich.
Eine Minute später steht sein Wagen vor der Schranke, die den Weg in die Tiefgarage versperrt. Den passenden Schlüssel im System umgedreht, die Schranke gibt den Weg nach unten frei. Der Schlüssel hat ihr signalisiert, das Fahrzeug hat die Genehmigung, dort hinein zu fahren. Er fährt los, das große Tor öffnet sich jetzt vor ihm – der Weg ist frei.
Um diese frühe Zeit gibt es noch reichlich Plätze in den Etagen der Tiefgarage. Zwar reicht die Anzahl nicht für alle Bediensteten der dortigen Behörden aus, aber jetzt hat ER noch die Auswahl. Und ER trifft seine Wahl. Wie bei vielen anderen auch, so ist es zumeist ein Stammplatz, der angefahren wird - wenn dieser nicht gerade „fremd-gewildert" wird.
Hier gilt eben – wer zuerst kommt, der parkt zuerst. Routine hin oder her, ER kann sich immer noch so manches Mal freuen, hier einen Parkplatz zu haben, dem weder Eis und Schnee, noch sengende Sonne etwas anhaben kann.
Keiner wird sich wundern, dass es immer auch ein Kampf ist, einen der begehrten Schlüssel zu bekommen, um dies alles nutzen zu können. Eine Art der Überlegung der Verwaltung ist, wer am weitesten weg wohnt, der kann auch zuerst einen Zugang erhalten. „Ist einleuchtend", denkt ER. „Verwaltungen können
