Über dieses E-Book
Diana Wolfbach
Die Autorin war fast 40 Jahre im Schuldienst tätig. Sie hat bisher einen Ratgeber, fünf Bücher für Erwachsene und sieben interaktive Märchen veröffentlicht.
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Buchvorschau
Marie II - Diana Wolfbach
Inhaltsverzeichnis
Was bisher geschah
Nachwort
Was bisher geschah
Die 73-jährige Diana lernt per Zufall die 12 ½jährige Marie kennen. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen alt und jung. Diana merkt bald, dass Marie geschlagen wird; diese gibt es aber zunächst nicht zu. Erst nach einigen Versuchen gesteht das Mädchen, dass sie von ihrem Onkel misshandelt und sexuell missbraucht wird. Nach einigen Wirren kommt Marie bei ihrer Lehrerin, Frau Oberwald, unter, die auch das Sorgerecht bekommt.
Diana forscht in Archiven nach Informationen über den mysteriösen Tod von Maries Mutter. Unterstützung bekommt sie von einem Kommissar im Ruhestand, der den Fall bearbeitet hatte. Der tatverdächtige Onkel von Marie musste seinerzeit aufgrund eines Alibis, dass ein Bekannter ihm verschaffte, frei gelassen werden.
In einem Prozess wird Maries Onkel zu neun Monaten auf Bewährung wegen Misshandlung verurteilt, vom Verdacht des Missbrauchs wird er frei gesprochen, nicht zuletzt wegen eines Gutachtens eines Psychologen.
Bevor sich das Leben von Marie und Diana normalisieren kann, geschieht das Unfassbare: Frau Oberwald wird das Sorgerecht auf Anraten des Jugendamtes entzogen, weil sie in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt. Marie wird fast mit Gewalt in ein Heim gebracht, während Diana bei einem zufälligen Zusammentreffen mit ihren Onkel diesen in Notwehr eine Treppe hinunter stößt und ihn vermutlich tötet.
Als Marie im Heim vom neuen Vormund ebenfalls sexuell belästigt wird, läuft sie davon. Diana holt sie ab; die beiden fliehen, weil sie es für sinnlos halten, sich der Polizei anzuvertrauen.
*
Wohin sollten wir fahren? Wo könnten wir sicher unter kommen?
Zu Frau Oberwald, Maries bisherigem Vormund, könnten wir sicher nicht, denn dort würden sie uns zuerst suchen. Zu mir - das ging aus dem gleichen Grund nicht.
Aber ich sollte Frau Oberwald informieren, denn sie würde sich Sorgen machen, wenn sie Maries Verschwinden bemerkte. Es war kurz vor ein Uhr - noch etwas früh, sie anzurufen.
Schwester Christine zog zurück nach Berlin, außerdem war ihre Wohnung sehr klein.
In den Nachrichten um 13 Uhr wurde seltsamerweise noch nicht nach uns gefahndet.
Ich blickte meine Beifahrerin an. Zusammen schaffen wir es, hatte sie gesagt. Auf jeden Fall musste ich sie jetzt vor dem Heim und ihrem neuen Vormund beschützen.
Marie, ich hab die Sachen aus deiner Wohnung geholt. Sie liegen auf der Rückbank.
Danke, Diana, das ist sehr nett von dir,
sagte sie. Hast du es gleich gefunden?
Ich nickte. Sollte ich ihr von dem Zusammentreffen mit ihrem Onkel erzählen?
Ich beschloss, sie diesmal sofort einzuweihen.
Marie, als ich aus deiner alten Wohnung ging, lief mir dein Onkel über den Weg.
Oh, das ist aber blöd!
bemerkte sie.
Hat er was gesagt?
Ich zögerte. Ja, nichts Erfreuliches. Er wollte mich schlagen. Dabei gerieten wir in ein Handgemenge, und er stürzte die Treppe hinunter.
Ist er…
begann Marie ihre Frage.
Er bewegte sich nicht mehr, ich denke, ich habe ihn umgebracht,
sagte ich tonlos.
Aber das war doch Notwehr, Diana!
erklärte Marie mit Nachdruck.
Ich zuckte mit den Schultern. Ja, das meine ich auch, aber wird das auch die Polizei glauben?
Marie legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel.
Das müssen die,
sagte sie.
Jedenfalls ist meine Flucht nicht gerade günstig,
entgegnete ich.
Ich biss mir wieder mal auf die Lippen. Aber es war zu spät.
Ich mache dir nichts als Ärger, Diana,
flüsterte Marie.
Nein, das machst du nicht. Den Ärger machen andere. Wir haben jetzt keine Wahl, wir müssen uns erst mal verstecken.
Ich drückte ihre Hand. Ich hab’ deiner Mama versprochen, dass ich auf dich aufpasse, und das werde ich tun!
sagte ich mit fester Stimme.
Ich hielt an einem Rastplatz, um Claudia anzurufen. Marie reichte ich den Umschlag, den ich aus ihrer Wohnung geholt hatte.
Marie ist bei mir, sie ist in Sicherheit, Claudia, mach dir deswegen keine Sorgen,
beruhigte ich Frau Oberwald.
Ich informierte sie über die unverfrorene Aktion der Mitarbeiter des Heimes und Maries Flucht. Ich zögerte, ob ich ihr von der Begegnung Maries mir dem neuen Vormund erzählen sollte. Fragend blickte ich Marie an.
Sie ahnte wohl, was ich dachte.
Lass mich mal mit ihr reden, bitte,
sagte sie.
Ich reichte ihr das Handy. Marie erklärte noch mal, dass es ihr gut gehe und sie sicher sei.
Das mit der Sicherheit war so eine Sache, wie oft hatte ich das jetzt schon gedacht.
Marie berichtete ihrer Lehrerin von dem unerfreulichen Zusammentreffen mit dem Herrn Peter Schmidt. Dann gab sie mir wieder das Telefon.
Claudia rang ganz offensichtlich um Fassung.
Bitte schalte einen Anwalt ein,
bat ich sie.
Wir müssen gegen den Beschluss des Familiengerichts dir das Sorgerecht für Marie zu entziehen vorgehen.
Meine Gesprächspartnerin stimmte dem zu.
Ich mach’ mal besser Schluss, sonst können die noch mein Handy orten. Ich melde mich wieder!
Claudia war darüber nicht erfreut. Aber sie wünschte uns alles Gute. Passt auf euch auf!
sagte sie bevor ich auflegte.
Ich schloss erst mal die Augen und seufzte.
Marie hatte ihre Mappe im Handschuhfach verstaut und drückte meine Hand.
*
Eine ganze Weile saßen wir stumm neben einander. Urplötzlich fiel mir wieder ein, was Marie vorhin gesagt hatte. Ich wandte mich an sie: „Du hast gesagt, du hast das Gespräch mir diesem ... Schmidt aufgenommen?"
Sie nickte. „Ja, hab’ ich. Schwester Christine hat mir damals ein ganz kleines Aufnahmegerät gegeben. Sie sagte, wenn ich mal was Wichtiges aufnehmen will, brauch ich nur auf den kleinen Schalter zu drücken. Ich hab’ das mit ihr ausprobiert, es hat geklappt."
„Und wo hattest du das Gerät?" fragte ich.
„Ich habe es an das Band neben dem Hausschlüssel festgemacht, nachdem ich mich angezogen hatte, heute morgen, als die mich abgeholt haben. Im Heim habe ich es dann eingeschaltet. Es war unter meinem T-Shirt."
„Sie haben es nicht bemerkt?" wollte ich wissen.
„Nein, zum Glück nicht, es ist noch hier." Sie holte das kleine Gerät an der Schnur hervor.
„Möchtest du es anhören, Marie? Oder..." fragte ich.
„Ja, ich probier mal aus, ob was drauf ist."
Sie drückte eine kleine Taste. Zuerst kamen die Versuche mit Schwester Christine. Dann hörten wir, nicht sehr deutlich, aber verständlich die Gespräche in dem Zimmer im Heim. Eine weibliche Stimme forderte Marie auf eine Tablette zu nehmen. Danach Stille.
Die Tür wurde aufgeschlossen. Der folgende Dialog mit dem „neuen" Vormund, Peter Schmidt, war zu hören.
Schmidt: ‚Hallo Marie, da bist du ja. Jetzt wird gut für dich gesorgt, darum werde ich mich selbst kümmern.’
Marie: ‚Wer sind Sie? Ich will hier raus, zurück nach Hause!’
Schmidt: ‚Das ist nicht gut für dich, hier bist du viel besser aufgehoben. Du wirst sehen, es wird dir hier gefallen.’
Marie: ‚Nein, ich will nicht hier bleiben, ich will zu Frau Oberwald!’
Schmidt: ‚Daraus wird nichts, das Gericht hat entschieden, dass du bei den Lesben nicht gut aufgehoben bist.’
Marie: (schreit) ‚Lassen Sie mich gehen, sofort!’
Schmidt: ‚Beruhige dich, ich werde für dich sorgen, Marie.’
Marie: ‚Fassen Sie mich nicht an!’
Schmidt: ‚Wenn du ein wenig nett zu mir bist, dann kann ich viel für dich tun, sonst...’
Marie: ‚Ich werde erzählen was Sie von mir wollen!’
Schmidt: (lachend) ‚Du glaubst, es wird dir jemand abnehmen, was du fantasierst? Deinen Onkel wolltest du auch schlecht machen, aber er wurde frei gesprochen. Also vergiss das. Dir gefällt das doch auch, wenn ich lieb zu dir bin ... Komm...’
Marie: (schreit) ‚Nein!’
Es folgte Gepolter und ein Schmerzensschrei von Schmidt.
„Das ist ja furchtbar, Marie!" sagte ich leise. Ich drückte ihre Hand.
„Aber es ist gut, dass du das aufgenommen hast, dann können wir beweisen, was dieses Scheusal dir antun wollte."
Natürlich war mir überhaupt nicht klar, ob die Aufnahme als Beweismittel zugelassen werden würde. Aber man sollte es wenigstens versuchen. „Wir sollten eine Kopie machen und Frau Oberwald schicken, die kann es einem Anwalt vorspielen."
Freddie wäre der Richtige dafür, aber es schien mir zu gefährlich dorthin zu fahren.
Ich startete mein Auto. Wir brauchen was zu essen und zu trinken, dachte ich. Ob die uns schon suchen?
An einer Tankstelle hielt ich. Marie bat ich, im Auto zu bleiben. Ich kaufte Getränke, belegte Brötchen und ein paar Schokoriegel.
Während wir uns stärkten, überlegte ich, wohin wir fahren sollten.
*
Ob sie uns schon suchen? dachte ich wieder. In den Nachrichten kam immer noch nichts über unsere Flucht und den Tod von Kossewitz.
Ich könnte Kommissar Winterberg fragen, ob er eine Bleibe für uns hätte. Zumindest wüsste er aber vielleicht einen Rat.
Ich wählte seine Nummer. Erstaunlich schnell war er am Apparat.
„Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie schon wieder störe, Herr Kommissar," begann ich.
Marie zuckte zusammen; ich hätte ihr vorher Bescheid geben sollen.
Ich erklärte ihm kurz von der Notwehr-Aktion gegenüber Kossewitz und der Flucht Maries vor den Zudringlichkeiten ihres neuen Vormunds. Ich fragte, ob wir bei ihm vorbei kommen könnten.
Zu meiner Verwunderung sagte er ohne Umschweife zu. Ich bedankte mich und legte auf.
„Marie, der Kommissar kann uns vielleicht helfen, dem können wir absolut vertrauen, hab’ keine Angst!"
Marie nickte. „Du wirst schon das Richtige machen, Diana."
Wir mussten doch eine ganze Strecke fahren, denn wir hatten uns ziemlich weit aus der Stadt entfernt. Obwohl wir anscheinend noch nicht gesucht wurden, vermied ich es, auf der Autobahn zu fahren, denn dort könnte man uns vielleicht schneller orten, vermutete ich.
Vor dem Haus angekommen klingelten wir an der Pforte. Kommissar Winterberg trat auf einen Stock gestützt aus der Haustür. Er öffnete das Gartentor und die Garage mit einer Fernbedienung.
„Sie fahren ihren Wagen besser von der Strasse weg. Die Garage ist sowieso leer, ich habe kein Auto mehr."
Ich bedankte mich und folgte seinem Vorschlag.
Im Haus gingen wir wie bei meinem ersten Besuch in den Wintergarten. Ich stellte ihm Marie vor, die er freundlich begrüßte.
„Sie können erst mal hier bleiben, die obere Etage ist völlig frei, ich lebe ja alleine hier. Das Treppensteigen fällt mir schwer, ich werde nicht mit nach oben kommen. Aber schauen Sie sich ruhig um, es sind zwei Gästezimmer vorhanden."
„Ich denke, wir brauchen nur eins. Vielen Dank, Herr Winterberg," sagte ich.
Mit Marie ging ich die Treppe hinauf in den ersten Stock. Wir entschieden uns für das Zimmer mit einem Doppelbett, denn Marie wollte nicht alleine schlafen. Ich erzählte Marie von meinem ersten Treffen mit dem Kommissar im Ruhestand. Notgedrungen musste ich ihr den Grund sagen, warum ich mit dem Polizisten in Kontakt getreten war. Ich hatte beschlossen, ihr die Wahrheit zu sagen, denn die letzten Ereignisse hatten mir gezeigt, dass es schlecht war ihr etwas zu verheimlichen. Natürlich würde sie die Erinnerung an den Tod ihrer Mutter belasten. Ich begann so behutsam wie möglich.
„Marie, du weißt doch sicher, dass der Tod deiner Mama viele Fragen offen gelassen hat. Dein Onkel und deine Tante haben dir vermutlich nicht viel erzählt, denke ich."
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, sie sagten nur, dass ein Einbrecher Mama erschlagen hätte. Stimmt das?"
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, vermutlich hat ..." Ich zögerte.
„Wer war es? Ich will es wissen!" drängte Marie.
„Dein Onkel hat mit großer Sicherheit deine Mutter erschlagen!"
Ich war froh, dass es heraus war, aber ich war auch in Sorge, wie es Marie aufnehmen würde.
Sie wirkte sehr gefasst.
„Danke, dass du mir das sagst, Diana!" Sie drückte meine Hand.
„Ich habe mir manchmal so was ähnliches gedacht. Er brüllte mich mal an: ‚Wenn du nicht spurst, dann bringe ich dich auch um!’ Ich merkte, dass er selbst darüber erschrocken war."
„Marie, ich habe deiner Mama am Grab versprochen, dass ich ihren Mörder überführen werde. Deshalb war ich auch hier bei Kommissar Winterberg, denn der hat damals den Fall bearbeitet."
Ich seufzte. „Jetzt ist der selber tot, der Mörder."
„Aber es ist trotzdem wichtig, die Wahrheit heraus zu finden, sagte das Mädchen. „Ich werde dir dabei helfen!
Immer wieder verblüffte mich Marie.
Ich nahm sie in meine Arme. Wir warteten ein Weile bevor wir nach unten gingen.
*
Kommissar Winterberg empfing uns mit finsterer Miene. Ich wusste sofort, dass etwas nicht in Ordnung war. Ohne Umschweife stellte er mich zur Rede.
„Liebe Frau Wolfbach, ich will Ihnen ja gerne behilflich sein soweit ich dazu in der Lage bin. Aber dafür ist eine absolut unabdingbare Vorraussetzung, dass Sie mir die Wahrheit sagen!" begann er kühl.
Ich schaute ihn ratlos an. „Aber ich sage Ihnen doch die Wahrheit!"
Wortlos forderte er mich mit einer Handbewegung auf Platz zu nehmen. Marie setzte sich neben mich. Immer noch ohne einen Laut von sich zu geben schaltete er den Fernseher ein.
„Das wird Sie interessieren, das kam vorhin in den Lokal-Nachrichten; ich habe es aufgezeichnet!"
Ich starrte auf den Bildschirm.
„.. wurde gegen Mittag der 39-jährige Ansfred K. im Flur seines Hauses tot aufgefunden. Die Leiche wies erhebliche Kopfverletzungen auf, die von einem stumpfen Gegenstand stammten und zum Tode führten. Die Tatwaffe lag neben dem Erschlagenen und wurde sicher gestellt. Sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen..."
Winterberg schaltete das Gerät aus.
„Soweit zu Ihrer Notwehr!" zischte er.
Mit aschfahlem Gesicht hatte ich die Nachrichten verfolgt.
Mühsam stammelte ich: „Ich habe ihn nicht erschlagen, er stürzte die Treppe hinunter. Ich dachte, er wäre tot."
Kommissar Winterberg hob die Augenbrauen.
„Und wer hat ihn dann erschlagen?" fragte er.
„Das weiß ich doch nicht," antwortete ich mit zitternder Stimme. „Es hat sich alles genau abgespielt wie ich es Ihnen
