Ostfriesische Offenbarung. Ostfrieslandkrimi
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Über dieses E-Book
»Das ist der aufsehenerregendste Vermisstenfall der letzten Jahrzehnte in Norden und Umgebung!« Im ostfriesischen Norden überschlagen sich die Ereignisse. Jugendliche entdecken auf Hinnerk Lunds heruntergekommenem Hof die Leiche von Oberkommissarin Rosalie Rickmers. Als die Spurensicherung das Gelände weitläufiger unter die Lupe nimmt, findet sie in einer alten, vergessenen Klärgrube zwei weitere Tote. Gibt es eine Verbindung zwischen der ermordeten Kommissarin und den Klärschlammleichen, die konserviert schon mehrere Jahrzehnte dort lagen? Ist der Hofbesitzer Hinnerk Lund der Mörder oder nur eine Marionette in einem perfiden Spiel? Kommissarin Hilka Martens und ihr Team stehen vor einer Herausforderung – und müssen ohne Hauptkommissar Axel Groot auskommen, der sich freistellen ließ, um einen ganz persönlichen Fall endgültig abzuschließen. Als die Identität der Toten geklärt ist, wird klar: Die Ermittler haben es mit einem brisanten Vermisstenfall zu tun, der längst zu den Akten gelegt wurde. Im finalen Showdown laufen alle Fäden zusammen, und die schockierende Wahrheit wird offenbart …
Albertsen, Stefan
Der Ostfrieslandkrimi-Autor Stefan Albertsen ist Friese durch und durch. Seine Krimis und Romane, die in verschiedenen Verlagen erschienen sind, begeistern die Leser. Der Hobbyschauspieler aus Breklum liebt die frische Luft, den salzigen Duft der Nordsee und den kernigen Wind, der ihm durch das Gesicht fährt. Der Autor hat eine starke Affinität zum Meer und zu der Weite des Landes, die er immer schwer entbehrt, wenn es ihn einmal für längere Zeit von zu Hause fortführt. Und so kommen ihm die besten Ideen für seine Krimis immer dann, wenn er sich bei einem Spaziergang an der Küste so richtig den Kopf freipusten lässt.
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Buchvorschau
Ostfriesische Offenbarung. Ostfrieslandkrimi - Albertsen, Stefan
Prolog
»3-110-7-4-11-4.«
Rot umrandete Augen wanderten über die Zeilen, während blasse Hände eifrig in Buchseiten herumblätterten, innehielten, verharrten, um dann die entgegengesetzte Richtung einzuschlagen.
»Moment mal, vielleicht so.«
Ein einsamer Mann, scheinbar auf engstem Raum gefangen, von Düsternis fast erdrückt, atmete schwer ein und aus, als sein Nachdenken über die geflüsterte Zahlenkombination zu keinem befriedigenden Ergebnis führte.
»Scheiße, warum …«, fluchte er und schüttelte den Kopf. Die Bewegung kam nur abgehackt zustande, denn ein zorniges Stechen in der verhärteten Nackenmuskulatur erinnerte ihn daran, dass er viel zu lange auf dem harten Schemel hockte, der ihm als einzige Sitzgelegenheit zur Verfügung stand.
Er griff sich an den Hinterkopf und massierte die schmerzhafte Stelle. Das Gefühl der Entspannung, das sich einstellte, war nur eine Illusion. Sobald er die Hand zurückzog, würde der Schmerz zurückkehren und sich mit dem dumpfen Pochen hinter der Stirn zu einem erbarmungslosen Reigen vereinen.
»Was bedeutet dieser Mist?«, zischte er wütend und war drauf und dran, nach dem Buch zu greifen, das aufgeschlagen vor ihm lag, und es durch den Raum zu pfeffern.
Nein, ermahnte er sich. Zwei, drei tiefe Atemzüge folgten, und der Puls, der soeben in die Höhe geschnellt war, beruhigte sich, ohne den Normalwert von sechzig Schlägen zu erreichen. Die einzige Chance, um das Geheimnis zu lüften, liegt im Nachdenken. Denk nach und lass dich nicht ablenken.
Er schloss kurz die Augen, und als er sie wieder öffnete, war der Zorn in ihm zwar nicht verraucht, aber doch so weit gedämpft, dass er mit dem fortfuhr, was es hier zu Ende zu bringen galt.
»Also noch einmal von vorne«, brummte er. Er besah sich die Zahlenkombination, die mit vielen anderen auf einem DIN-A4-Blatt geschrieben stand. »3-110-7-4-11-4 … was bedeutet das?«
Er nahm das Buch zur Hand und suchte erneut nach einem Hinweis, der diese Zahlen miteinander in Verbindung brachte.
Er war sich sicher, wenn er nicht bald erfolgreich war, würde er seinen Verstand verlieren.
1. Kapitel
Hilka Martens hatte ein Déjà-vu-Erlebnis … und zwar eines der unangenehmen Art.
Denn das Bild, das sich ihr beim Aussteigen aus dem Dienstwagen bot, glich unzähligen Szenarien, die sie so oder in ähnlicher Form schon einmal erlebt hatte.
Mehrere Einsatzfahrzeuge, die nebeneinander geparkt waren, ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen … umhereilende Menschen in Schutzwesten, deren Reflektoren im gleichen Rhythmus aufleuchteten wie die blinkenden Warnleuchten … dahinter das fast gespenstische Bild eines spärlich beleuchteten Gebäudes, dessen Umrisse sich in der nächtlichen Dunkelheit aufzulösen schienen …
Geht das nur mir so, oder haben auch andere Menschen solche Gedächtnistäuschungen, wenn sie zu lange in ein und demselben Job feststecken?
Irritiert hielt die Kommissarin mitten in der Bewegung inne. Verlor sie etwa langsam die Lust an ihrer Arbeit? War sie bereits in einem Alter, in dem sich der Frust über die immer gleichen Abläufe in ihrem Beruf in ihr aufstaute? Hing ihr das Polizistinnen-Dasein schon zum Halse heraus?
Hilka verharrte und ignorierte den fragenden Blick von Ludger Vogt, der sie an den Ort des Geschehens geführt hatte – eines Mordes, wie sie der telefonischen Meldung entnommen hatte.
Hatte sie es satt, wieder mit Tod und Gewalt konfrontiert zu werden und die Aufgabe zu übernehmen, herauszufinden, was passiert war, wer für die Tat verantwortlich war und warum sie begangen worden war?
Sie schüttelte den Kopf. Vielleicht eine Spur zu heftig. Die Schwellung am Hals, das Überbleibsel eines heimtückischen Angriffs vor neun Tagen, begann wieder zu brennen, und die Schwellung unter ihrem linken Auge, die durch keinen Abdeckstift der Welt verborgen werden konnte, pochte zornig.
Die Verletzungen waren längst noch nicht abgeklungen. Unwillkürlich betastete sie die Stelle unterhalb des Kiefers. Vor ihrem geistigen Auge blitzten die Erinnerungen an den zurückliegenden Kampf auf. Es war ihr fast, als könne sie das Metall der Kette spüren und … »Nein«, flüsterte sie und riss sich vom Bild vor ihrem geistigen Auge los.
Vogt hatte ihr Flüstern gehört. Der Polizeihauptmeister hob die Augenbrauen und intensivierte die unausgesprochene Frage in seinem Blick. Er wusste, was an jenem Abend geschehen war.
»Schon gut«, erwiderte Hilka und winkte gleichzeitig ab. Der Fall, mit dem sie sich – im wahrsten Sinne des Wortes – hatte herumschlagen müssen, lag vorerst auf Eis. Es galt, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Sie schlug die Beifahrertür zu und wiederholte die Geste. »Ist schon gut …«
Sie umrundete den Wagen und sah in Richtung des heruntergekommenen Bauernhauses, das sie – leider – nur zu gut kannte.
Es war schon eine Weile her, dass sie – damals in Begleitung von Kommissaranwärter Rainer Dyssen – hierher gekommen war, um mehr über eine mysteriöse Tote in einem Wohnmobil herauszufinden.
Sie hatten den Besitzer des heruntergekommenen Gebäudes, Hinnerk Lund, eingehend befragt. Oder besser gesagt, sie hatte versucht, ihn gründlich zu befragen, denn ein richtiges Gespräch hatte sich nur langsam und mühsam entwickelt.
Leider war Lund nicht unbedingt ein Ausbund an Offenheit. Jede Frage hatte er mit deutlich sichtbarem Misstrauen auf sich wirken lassen, bevor er sie umständlich und einsilbig beantwortet hatte.
Hilka runzelte die Stirn. War Lund einem Verbrechen zum Opfer gefallen?
Eigentlich schwer vorstellbar. Er, der sich nicht gerade als geistiger Riese präsentiert hatte, war zumindest körperlich ein wahrer Koloss, bei dem man sich wunderte, dass nicht bei jedem seiner wuchtigen Schritte die Erde erbebte.
Polizeihauptmeisterin Okka Hirsebiegel löste sich aus der Menge der Anwesenden, die in respektvollem Abstand vor der Eingangstür von Lunds ärmlicher Behausung standen und dabei allesamt ratlos wirkten.
»Was ist geschehen?«, fragte Hilka. Ihr Blick glitt ein gutes Stück weiter. Ihre Augen verharrten bei der riesigen, aber nicht minder baufällig wirkenden Scheune, die sich zwei, vielleicht drei Dutzend Meter entfernt im Hintergrund erhob und vom gespenstischen Flackern der Blaulichter nur unzureichend beleuchtet wurde. Hier hatten sich ebenfalls Menschen versammelt. Sie trugen keine Uniformen oder Zivilkleidung, sondern weiße Overalls aus einem strapazierfähigen Mischgewebe aus Papier und Kunststoff, die sie als Mitarbeiter der Spurensicherung auswiesen.
Vergeblich suchte die Kommissarin nach einer ähnlich gekleideten Person, die durch ihre Baumlänge aus der Masse hätte hervorstechen müssen. Gernot Michaelis, der allseits geschätzte Leiter der Spusi, schien an diesem späten Abend nicht im Dienst zu sein.
»Na ja, ein paar Jugendliche, die sich immer wieder hier auf dem Hof herumtreiben, haben in der Scheune eine Tote gefunden«, erklärte Okka, ohne sich daran zu stören, dass Hilka sie nicht direkt ansah.
Doch das änderte sich schlagartig.
Fast erschrocken richtete sich ihr Blick auf die Polizeihauptmeisterin.
»Tote?«, wiederholte die Kommissarin. »Eine Frau? Also nicht Lund?«
Die Kollegin Hirsebiegel schüttelte den Kopf. »Nein. Der ist in seinem …« Sie zögerte und wies dann mit dem Daumen in Richtung des Hauptgebäudes. Das war nicht mehr als eine baufällige Ruine mit unzähligen Löchern im Dach, verrotteten Holzrahmenfenstern und von Frost und Wetter zerbröselten Ziegeln. Kein Wunder also, dass sie nach dem richtigen Wort suchte, um es angemessen zu beschreiben. »… Zuhause.«
»Er ist da drin?«, meldete sich Vogt zum ersten Mal. Seine Stimme klang bestürzt und Hilka verstand sehr gut, warum er so reagierte. »Ist denn niemand bei ihm? Es könnte doch sein, dass er …«
»Das glaube ich nicht«, unterbrach ihn die Kommissarin. »Er ist zwar ein brummiger Hüne, aber einen gefährlichen Eindruck hat er auf mich damals nicht gemacht.« Sie atmete tief durch. »Ich verstehe dennoch, worauf du hinauswillst. Jemand sollte bei ihm bleiben und ihn darauf vorbereiten, dass er mit uns zu kommen hat, für eine gründliche Befragung.«
»Das ist leichter gesagt als getan«, antwortete Okka. Sie klang unschlüssig. »Lund war schon sehr aufgeregt, wegen der beiden Jungs, die ihn in der Vergangenheit immer wieder mal genervt haben. Das wurde nicht besser, als wir zu viert hier ankamen, um einen ersten Blick in die Scheune zu werfen. Da ist er ausgerastet, ins Haus gerannt und hat uns, nachdem wir die Tote gefunden haben, mit verschiedenen Gegenständen beworfen.«
»Und? Habt ihr euch davon abschrecken lassen?«
Okka deutete auf die Kollegen vor dem Hauseingang. Einige von ihnen trugen die taktischen Anzüge mit Schutzwesten. »Nein, wir haben Verstärkung und mehr Ausrüstung angefordert. Aber Lund ist wohl ein Messi und hat sein Haus mit so viel Unrat vollgestopft, dass man erstens kaum die Tür aufbekommt und er zweitens aus diesem Grund ein schier unerschöpfliches Reservoir an Wurfgeschossen hat.« Sie zuckte mit den dürren Schultern. »Und dass er genug Kraft hat, um sie mit Wucht zu schleudern, wissen Sie selbst.«
Hilka nickte. »Aber das ändert nichts daran, dass er sich zu fügen hat und dass Sie und Ihre Männer dafür sorgen, dass er sich fügt.«
»Dürfen wir Betäubungsgewehre benutzen?«, fragte Okka brummend.
»Solche, wie man sie aus Zoos kennt? Mit denen Raubtiere betäubt werden, um sie medizinisch zu versorgen?«, entfuhr es Vogt ungläubig.
»Wie bitte?«, hakte die Kommissarin nach.
»Frau Martens«, nahm die Polizeihauptmeisterin den Faden wieder auf. »Ich habe nicht gescherzt. Lund hockt in seiner Bude wie in einer Festung. Wir kommen nicht an ihn heran, ohne dass er uns haufenweise mit Wurfgeschossen bewirft. Selbst mit Schutzkleidung ist es schwer, dagegen anzukommen.«
Hilka schnaufte. Sie schätzte ihre Kollegin Hirsebiegel, zumal sie in der Vergangenheit oft genug bewiesen hatte, dass sie etwas von Krisenmanagement verstand, aber in diesem Moment ging sie ihr mit ihrer fast hilflosen Art gehörig auf den Geist.
»Ist die Leiche in der Scheune?«, fragte Hilka.
Okka nickte irritiert. »Wenn man so einen Haufen aus Wellblech und Plastik so nennen kann, dann ja.«
»Ich sehe mir das mal an«, entschied die Kommissarin. Ihr Blick wanderte zur Polizeihauptmeisterin. »Und Sie und Ihre Leute klären das mit Lund, verstanden?« Bevor es zu einer Erwiderung kam, fuhr Hilka fort. »Und du hilfst den Kollegen, Ludger.«
Mit diesem Befehl auf den Lippen entfernte sie sich von den beiden, die ihr sprachlos nachblickten.
Die Beichte (1. Teil)
Es ist so schön, dass du gekommen bist. Auch wenn du es mir nicht glaubst, ich freue mich wirklich. Dass wir uns gegenübersitzen und ich dir alles erzählen kann – ganz offen und ehrlich –, erfüllt mich mit großer Genugtuung.
Gleichzeitig gebe ich zu, dass ich erstaunt bin, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass du mir zuvorkommst. Ich hatte mir vorgenommen, zu einem mir geeignet erscheinenden Zeitpunkt die Karten auf den Tisch zu legen und dich zu überraschen.
Ich brenne darauf, zu erfahren, wie du herausgefunden hast, dass ich es bin, aber ich denke, das hat Zeit. Das kann warten.
Jetzt bin ich erst mal an der Reihe, dir zu erzählen, was alles passiert ist und wie es sich entwickelt hat, damit wir hier zu einem gemeinsamen Endpunkt gelangen.
Ich hoffe, du wirst mich nicht unterbrechen, ein vollständiges Geständnis abzulegen. Ich drohe nicht gerne, aber die Konsequenzen, die sich aus einer Störung ergäben, könnten Leute betreffen, die dir nahestehen, oder auch solche, die du nicht einmal kennst.
Du weißt, dass ich im Moment am längeren Hebel sitze, und du weißt genug über mich … ich bluffe nicht und man sollte mich besser nicht herausfordern. Also, um es ganz klar zu sagen: Lass mich ausreden, unterbrich mich nicht und hör genau zu.
In Ordnung. Ich sehe, du hast verstanden.
Womit fange ich am besten an?
Diese Frage beantwortet sich für gewöhnlich von selbst. Man wendet sich dem Anfang einer Geschichte zu, aber ehrlich, das ist nicht so einfach, wie man glaubt.
Es ist völlig klar, dass ich den Bericht … oder besser die Beichte, nicht mit dem Tag der Geburt beginne. Die Kindheit, von der du ja schon einen großen Teil kennst, spare ich aus. Sie war nicht sehr erbaulich, doch das weißt du ebenfalls.
Auch fange ich nicht mit der Lüge an, dass ich als Sechsjähriger nicht zugeben wollte, einmal mitten in der Nacht einen Horrorfilm angeschaut zu haben, obwohl mein Vater es mir verboten hatte. Ich erwähne nur kurz, dass ich Frau Ollens bei einer Gelegenheit die Luft aus dem Hinterrad gelassen habe, als mich diese blöde Kuh angebrüllt hat, weil ich sie angeblich nie grüßte.
Ich fange nicht mit solchen Kleinigkeiten an, nein, ich fange mit der Sünde an, die der Stein des Anstoßes war. Sie war es, die alle weiteren Ereignisse in Gang setzte und mein Schicksal in Bahnen lenkte, die es mir ermöglichten, das Leben so vieler anderer zu beeinflussen. Ja, zu beeinflussen … und in einigen Fällen zu beenden …
Starten wir mit dem Mord an Björn Asbeek.
2. Kapitel
Mit jedem Schritt, den sich Hilka der Scheune näherte, wobei sie zunächst den rechtwinklig an das Hauptgebäude angebauten Stall passierte, wurde der Untergrund weicher und schlammiger. Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie angenommen, dass Lunds Boden alle Regentropfen der letzten Jahre aufgesogen und gespeichert hatte, um ihn in einen nachgiebigen Morast zu verwandeln.
Natürlich war das Unsinn. Aber der Gedanke drängte
