Und was wird jetzt aus uns?: Für alle, denen die Worte fehlen.
Von Jutta Reimer
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Über dieses E-Book
Wann ist man bereit, sein Kind los zulassen?
Wann ist der richtige Moment?
Ich war nicht darauf vorbereitet. Ich hätte am wenigsten damit gerechnet, dass ich von 14 Chancen ein Kind zu behalten am Ende wieder alleine bin.
Der Tod traf mich im Dezember 2016 wie ein Schlag aus heiterem Himmel; mein Leben blieb ruckartig stehen. Damals wünschte ich, ich wäre tot und nicht Du, John. Aber mit dem Wünschen ist das so eine Sache; manche Wünsche werden sofort erhört, andere stehen hinten in der Schlange an, so wie mein Wunsch eben.
Reichtum, was ist das eigentlich? Würden Sie es erkennen, wenn es vor Ihnen steht, Sie anschaut und sagt ich hab Euch lieb, Mama und Papa.
Reichtum hat nichts mit Geld zu tun.
Mein Leben ist weitergegangen, 1 Jahr, 8 Monate und 2 Tage ohne John. Was für mich eigentlich nicht vorstellbar war, ist doch passiert. Ich lebe noch, und mit mir beide Hunde von John und seine Fische. Wer hätte das gedacht, ich auf gar keinen Fall.
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Buchvorschau
Und was wird jetzt aus uns? - Jutta Reimer
Vorwort
Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit der Spiritualität; sie fasziniert mich immer wieder. Ich habe mich ganz oft dagegen entschieden, aber immer wieder holte sie mich ein und fesselte mich aufs Neue, bis heute. Schon als Kind hatte ich, ohne es zu wissen, damit zu tun. Nur damals wusste ich noch nichts damit anzufangen. Bei uns in der Familie wurde nie über den Tod gesprochen. Die Menschen sind gestorben und kommen nicht mehr wieder, so wurde es uns Kindern erzählt. Was bedeutet Tod? Wieso kommt man nicht wieder? Wie geht das? Wohin geht man? Keiner hat es uns je erklärt oder darüber gesprochen; es ist wie es ist. Ich habe als Kind und bis heute noch Angst vor dem Tod. Warum habe ich solche Angst? Ich bin ja schließlich noch nie gestorben.
Oder?
Und dennoch glaube ich ganz fest daran, dass es etwas zwischen Himmel und Erde gibt, das man nicht beschreiben kann. Dass die Erde uns für einen Moment den Aufenthalt erlaubt etwas zu leben, wozu wir im Himmel nie die Möglichkeit haben, wenn wir uns denn nicht dafür entschieden hätten. Im Himmel sind wir Licht und Liebe; daran glaube ich. Und wenn wir uns entscheiden, auf die Erde zu kommen, haben wir das besondere Glück etwas zu lernen und dürfen dieses wieder mitnehmen, wenn wir gehen. Wir dürfen uns so oft fallen lassen, bis wir alles gelernt haben, was für uns wichtig ist; daran glaube ich. Ich nenne es:
Gottesgefallene Engel und dazu
gehöre auch ich.
Kapitel 1
Dieses Buch widme ich meinen 4 Kindern, die ich sehr liebe und schmerzlich vermisse, sowie allen Eltern, alleinerziehenden Müttern und Vätern, Adoptiveltern, Pflegeeltern sowie allen dazugekommenen neuen Partnern, die plötzlich eine Elternfunktion übernehmen müssen und allen denen, die noch Eltern werden möchten. Ebenso allen Familienmitgliedern, Nachbarn, engsten Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen, allen mitfühlenden, nicht wissenden, und überforderten Menschen. Also allen Menschen, die plötzlich und unerwartet mit der Situation konfrontiert werden, dass das größte Glück auf Erden der Betroffenen mit dem Tod des Kindes endet.
Ich möchte alle einmal mitnehmen in mein ganz privates Leben. Nur ein kleines Stück lege ich offen, das mehrere Male mein Leben tief einschneidend verändert hat. Dieser Moment, der einem von einer Sekunde auf die andere die Luft zum Atmen nimmt, in dem man sich nicht mehr bewegen kann, in dem man Raum und Zeit verliert. Die Zeit, wenn ein Kind sich entscheidet zu sterben.
Was heißt es,
- 3 eigene Kinder zu verlieren?
- einen besonderen Krankenhausaufenthalt zu erleben?
- Kurse zu machen, um ein Pflegekind in Obhut zu nehmen?
- zwei Kinder aufzunehmen, dessen Mutter erschossen wurde?
- auf eine Warteliste für ein Adoptionskind zu kommen?
- ein 30 - Min. - Kind zu haben?
- ein Kind nur einige Tag aufzunehmen?
- über eine Leihmutterschaft nachzudenken?
- sich wegen eines Kindes bei einer Zeitung zu melden?
- wenn man versucht, in Russland oder Indien ein Kind zu adoptieren?
- eventuell eine Gebärmutter transplantiert zu bekommen?
- endlich ein Kind aufzunehmen, das am Ende wieder gehen muss?
- nach fast 10 Jahren des Wartens, einen 8 Wochen alten Jungen ein Jahr in Pflege aufzunehmen. Ihn dann zu adoptieren und der mit 17 Jahren aus dem Haus geht und nie wiederkommt.
Wer soll das verstehen?
Ein Kind aus Liebe zu adoptieren, um es dann großzuziehen, ist eine besondere Aufgabe und Herausforderung. Das für die leiblichen Eltern zu übernehmen, die am Ende, sollten sie je auf ihr eigenes Kind treffen (wenn sie und das Kind es denn möchten) stolz darauf sind, was aus ihm geworden ist. Und dass die Entscheidung, das Kind zur Adoption freizugeben für beide Seiten eine gute war.
Dieses Buch soll allen helfen, vielleicht etwas besser zu verstehen, was es heißt, wenn ein Kind stirbt. Wie man sich fühlt, was es mit einem macht, was für Gedanken, Erinnerungen und Probleme man hat.
Dann gibt es Menschen, die einen auf einmal meiden, wegschauen, die Straße wechseln, die ratlos sind, was sie tun, was sie machen, was sie sagen, wie sie helfen sollen, die nicht verstehen, nicht anrufen, die einfach überfordert sind und die, die nicht damit umgehen können.
Glauben Sie mir, ich als Mutter habe es auch nicht gelernt damit umzugehen. Ich habe am wenigsten damit gerechnet, dass ich von 4 Kindern nicht eines behalten durfte; ich wurde nicht gefragt.
ODER?
Diese Menschen möchte ich mitnehmen. Vielleicht kann dieses Buch Ihnen einen guten Einblick gewähren, wie es mir als Mutter ergangen ist. Ich wünsche mir, dass Ihnen dieses Buch für die Zukunft helfen wird, mit solchen Schicksalsschlägen vielleicht ein kleines bisschen besser umzugehen.
Keines meiner Kinder ist je vergessen.
Viermal lebenslänglich, das vergisst man NIE.
Ich erwähne in diesem Buch einige Namen
und Dinge nicht, weil es zu persönlich ist.
Dieses Buch erzählt auch die Geschichte von meinem Sohn, der uns während seiner turbulenten Zeit immer wieder gezeigt hat, dass man auf sein Gefühl hören soll. Einfach das machen, was man meint und worauf man Lust hat, dass man sein Leben leben, und es nicht von anderen abhängig machen soll, egal, was sie sagen oder denken. Er hat so gelebt, wie er es für richtig gehalten hat, sofern man das mit 17 Jahren sagen kann. Ich denke, es ist jetzt an der Zeit, ihn beim Namen zu nennen, denn er hatte ja einen ganz tollen, sein Name war
John
Kapitel 2
Ich sitze in meinem Gästezimmer, das auch mein Büro ist. Die Sonne scheint; es hat vor ein paar Tagen so viel geschneit wie seit Jahren nicht mehr. Ich schaue aus dem Fenster und bin tief berührt von dieser Schönheit. Währenddessen laufen mir die Tränen unaufhaltsam die Wangen runter.
Seit Tagen, Wochen, ja Monaten habe ich das Gefühl, meine Geschichte aufschreiben zu müssen. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht, um mir alles einmal von der Seele zu schreiben, einen Weg zu finden, DAS zu verstehen. Um mir gut zuzureden, das alles so kommen sollte, wie es mir passiert ist. Dass alles im Leben seine Zeit hat. Zeit, welche Zeit? Sie ist immer zu kurz, wenn jemand sich entscheidet zu sterben. Oder das alles seinen Sinn hat. Wenn ich das schon höre. Sinn; welchen Sinn hat es, 4 Kinder zu beerdigen? Macht das Sinn? Dass jedes Negative auch etwas Positives nach sich zieht. Welches Positive? Kann man je so etwas verstehen und überleben? JA ; man MUSS einfach damit leben, ob man will oder nicht. Zu meiner Freundin sage ich immer, es gibt nur Option A oder B. Leben oder es beenden. Natürlich kann man sich selbst das Leben nehmen, wenn man denn nicht zu feige dazu ist (wie ich eben). Ich hänge noch zu sehr an meinem Leben. Warum? Keine Ahnung. Natürlich möchte ich nicht, dass Sie es sich so einfach machen und sagen, ich mache das jetzt. Nein, vielmehr möchte ich Sie bitten, sich die Zeit zu nehmen, dieses Buch durchzulesen. Sie werden am Ende staunen, wozu wir Eltern fähig sind. Ich kann heute sagen, wie dankbar ich bin, dass ich dieses besondere Glück hatte, eine von den Müttern zu sein, die ihre Kinder begleitet hat. Diese besondere Zeit kann mir keiner mehr nehmen. Immer voller Liebe und keinerlei Erwartung, ohne zu wissen, was wird. Hätte ich heute die Chance, es anders zu machen, würde ich denselben Weg wählen.
Wieder schaue ich aus dem Fenster, mir laufen die Tränen runter bei dem Gedanken, was John wohl gesagt hätte zu so viel Schnee. Als Kind hat John den Schnee geliebt, wie andere Kinder auch, besonders wenn er die Schneemaschine benutzen durfte. Ich stehe erstmal auf und mache mir einen Kaffee, da es mich gedanklich und gefühlsmäßig mitreißt.
Nach einigen Stunden bin ich wieder zurück am Computer. Ich schaue raus und lasse meine Gedanken schweifen. Es kommt ein ganz bestimmter Moment, in dem ich denke: Halt, wäre es mir eventuell möglich, mit diesem Buch anderen zu helfen einen Weg aufzuzeigen, damit Sie vielleicht etwas besser damit umgehen können? Damit Sie nicht völlig gelähmt dastehen. Kann ich diese Menschen auf so einen Schicksalsschlag vorbereiten, Tipps geben, helfen uns zu verstehen, wenn wir sagen, ich bin froh, wenn ich endlich Tod bin, ich will nicht mehr? Dass Sie ein Gefühl dafür bekommen, uns nicht böse zu sein oder uns übelzunehmen, wenn wir immer wieder darüber sprechen müssen, weil wir eine Antwort brauchen oder suchen. Weil wir nicht verstehen, dass andere 6 Kinder haben und alle behalten durften, andere sie prügeln, wieder andere sie verhungern lassen, andere sich nicht kümmern oder nicht haben wollen. Wenn wir Wutausbrüche haben, mit keinem reden wollen, nicht ans Telefon gehen, selbst überfordert sind, andere vor den Kopf stoßen oder einfach im Bett bleiben möchten, weil wir darauf warten, dass wir sterben. Wir können nicht glauben, dass es wirklich wahr ist. Der Kopf und das Herz können und wollen es nicht verstehen. Ist das eventuell der Sinn? Ist das das Positive dahinter? Wenn ich darüber nachdenke, fühlt es sich für mich gut an; so schlimm die Situation auch für mich zurzeit ist. Soll ich mich noch einmal in diese schwere Zeit zurückversetzen? Noch einmal alles durchmachen? Ich weiß, es wird mit vielen tausend Tränen zu tun haben, die jetzt schon seit Minuten über meine Wangen laufen und mir die Sicht zum Schreiben nehmen. Hunderttausend vollgeweinte Taschentücher, Erinnerungen, Schmerzen, Trauer, Wut, lachen, aber auch so viel unendliche Dankbarkeit. Kann ich das? Ja, ich glaube, das kann ich. Und ich weiß, nicht allen Eltern ist es so ergangen wie mir, es
