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Verschollen im Taurus-Strom (Verfemung der Sterne 3)
Verschollen im Taurus-Strom (Verfemung der Sterne 3)
Verschollen im Taurus-Strom (Verfemung der Sterne 3)
eBook362 Seiten4 Stunden

Verschollen im Taurus-Strom (Verfemung der Sterne 3)

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Über dieses E-Book

Commander Tarik Connars Freund Sahl’and vom Volk der Talik ist verschollen. Zusammen mit Scarlett vanDyke, seiner neuen Lebensgefährtin und Telios, dem Homunkulus-Hybriden, einer Schöpfung des Robot-Herrschers Tart-prio, begibt er sich auf die Suche nach ihm. Ein kleines Sonnensystem am Rande des Taurus- Stroms, einem offenen Sternenhaufen im Sternbild des Stiers, ist sein ursprüngliches Ziel. Dort ist die Hemisphäre der Sitz der Götter.
SpracheDeutsch
HerausgeberS. Verlag JG
Erscheinungsdatum21. Jan. 2024
ISBN9783966742429
Verschollen im Taurus-Strom (Verfemung der Sterne 3)
Autor

Jens Fitscher

Jens Fitscher war bereits als kleiner Junge begeisterter Leser von Science Fiction und Fantasy Büchern. Insbesondere liebte er die gängigen Taschenbücher der 70er und 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Ein starkes Interesse zeigte er dabei für die Protagonisten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Seine Geschichten handeln immer von starken Persönlichkeiten, die durch ungewöhnliche Umstände über sich selbst hinauswachsen und dafür mit übernatürlichen Fähigkeiten belohnt werden.

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    Buchvorschau

    Verschollen im Taurus-Strom (Verfemung der Sterne 3) - Jens Fitscher

    Veränderungen

    Unruhig wälzte er sich in seinem Bett. Immer wieder kamen Fieberschübe und marterten seinen geschundenen Körper.

    Noch schlief Connar und bemerkte davon nicht viel. Sein Geist aber fiel von einem Albtraum in den nächsten. Sein Körper war in Aufruhr.

    Das lymphatische System als Teil des Immunsystems, das Krankheitserreger, Fremdpartikel und krankhaft veränderte Körperbestandteile wie entartete Zellen abwehrt, war in Aufruhr.

    Unter den Achseln, in der Leistengegend, in der Kniekehle, am Hals und entlang der Wirbelsäule bildeten sich bereits in Minutentakt Tumore und Abszesse.

    Die körperlichen Schmerzen nahmen rasant zu und ließen Connar mit einem lauten Aufstöhnen zu sich kommen.

    In seiner Kabine herrschte gedämpftes Licht. Er blinzelte und seine Augen begannen zu tränen. Connars Geist war immer noch gefangen von den Geschehnissen, die sich bereits vor fünf Tagen zugetragen hatten.

    Das KORRELAT hatte angegriffen. Das KORRELAT hatte eine Waffe benutzt, die sämtliche lebenden Zellen zu einem spontanen und explosionsartigen Wachstum anregten.

    Sie war direkt auf ihn und Zeno abgefeuert worden.

    > Selbst die Luft wurde zunehmend schwarz. Connars Geist versank in dunkler, nebelartiger Substanz und bekam Kontakt zur Dunklen Energie, den Grundbausteinen der Schöpfung. Instinktiv oder gerade so, wie es die Erhöhungsmaschine in ihm eingepflanzt hatte, griff sein Geist zu. Er spürte, wie sich diese Energie ihm willig hingab. Schon hatte sein Geist Kontakt zu der sich auflösenden Materie in unmittelbarer Umgebung. Es zischte, waberte und gab blubbernde Geräusche von sich. < 

    Connar stemmte sich mit aller Macht gegen die Zellexplosionen in seiner unmittelbaren Umgebung, schleuderte seinerseits gewaltige mentale Energien in Richtung des Angreifers.

    >Der von Connars Geist generierte Energieschwall schoss auf das KORRELAT zu. Seine Vernichtungskraft hielt zumindest der des Weichstrahlemittors stand und war damit eine wirkliche Gefahr. Das KORRELAT floh. < 

    Tarik Connar blieb zurück und mit ihm ein kleiner Teil der Restenergie.

    In der darauffolgenden Nacht, als sein überanstrengter Geist ruhte, schlug diese Restenergie in ihn selbst ein.

    Connar hatte mittlerweile bereits zum vierten Mal dagegen angekämpft, hatte sich immer wieder selbst geheilt und die chaotischen Zellwucherungen an seinem Körper jedes Mal von Neuem eingedämmt und mit der Kraft seines Geistes seinen Körper regeneriert.

    Aber in jeder weiteren Nacht brachen die Symptome wieder aus, malträtierten seinen geschundenen Körper von Neuem.

    Die SORROW befand sich auf dem Rückweg nach Tartmos. Zeno und Dr. Weidenreich hofften, dass Tart-prio über mehr Möglichkeiten verfügte als die Medi- Station auf dem Schiff.

    Sie hatte die Zellwucherungen nicht behandeln noch unter Kontrolle bringen können.

    Wieder und wieder stemmte sich Connars Geist gegen die entartete Zellwucherung, die seinen Körper aufzufressen drohte.

    Schweißgebadet und mit hohem Fieber, versuchte er sich zum zehnten Mal zu konzentrieren.

    Die heilige Kraft von UTHA, wie Jet’ha, sein neuer Freund und Kampfgefährte, seine parapsychische Begabung nannte, wurde in seinem mechanisch veränderten Gehirn aktiv.

    Die Erhöhungsmaschine der Ellio’sh hatte bei Connar zusätzlich zu seinen telekinetischen Fähigkeiten eine weitere Veränderung seiner Hirnstruktur bewirkt, die bis tief hinein in die Sequenz der Körper-Geist Einheit reichte.

    > „Mit deinen neuen, geistigen Sinnesorganen wirst du auf die Grundstruktur der Lebensmatrix des Universums bedingt Zugriff haben. Du wirst fortan eine sehr starke Affinität zu hochentwickelten, selbstständig agierenden positronischen Hightech Geräten haben. Sobald du in Interaktion mit einem solchen Hightech Produkt kommst, wird sich dir, unabhängig von seinen Erbauern, die Funktionsweise sofort offenbaren. Aber sei immer auf der Hut. Mit der Dunklen Energie spielt man nicht. Sei vorsichtig, wenn du Eingriffe im atomaren und subatomaren Bereich vornimmst. Tue es niemals unbewusst, sondern nur bewusst und gesteuert durch deinen Willen."<

    Diese letzten Sätze der Erhöhungsmaschine gingen ihm immer wieder durch den Kopf, während er gegen die unkontrollierten Zellwucherungen seines Körpers anging.

    Sie hatte ihn als „Bevollmächtigten des Lebens" bezeichnet, bevor sie von den animalischen Kriegern vom Volk der Zisslies zerstört worden war.

    Tarik Connar setzte alles auf eine Karte. Entweder gelang es ihm hier und jetzt seinen Körper ein für alle Mal von den extremen Zellwucherungen zu befreien oder aber er würde sterben.

    Tief in seinem Inneren machte sich ein gewisser Gleichmut breit, aber auch eine neue, nie gekannte Aufsässigkeit.

    In seinem Kopf formten sich ganze Zellstrukturen um, ohne dass er es zunächst bemerkte, aber von seinem Unterbewusstsein ausgelöst.

    Ausgelöst durch die letztmögliche Anstrengung, die er aufbieten wollte. Seine metaphysische, geistige Potenz wurde an den Verbindungsstellen zu der organischen Komponente defragmentiert und neu geordnet, sodass ein Optimum an Effektivität entstand.

    Seine Fähigkeiten, die von der Erhöhungsmaschine bereits voreingestellt worden waren, bekamen sozusagen nunmehr den letzten Schliff.

    Tarik tauchte mit seinem Geist tief in die Zellkerne und das Makrouniversum seines Körpers ein.

    Er spürte mit einer neuen Leichtigkeit all die Regionen auf, die von einem kleinen Teil der entarteten Energie des Weichstrahlemittors erreicht worden waren.

    Mit Vehemenz und Akribie zerlegte er Zelle auf Zelle und erreichte die DNA-Polymerase, das Enzym, das sich in jeder Körperzelle befindet und bei jeder Zellteilung die DNA liest und kopiert.

    Lediglich eine kleine Änderung in der organischen Befehlskette war nötig und die Krebswucherungen und Abszessbildung wurden von Grund auf verhindert.

    Tariks geistige Reise durch einen Körper brachte ihn an genau dreizehn Stellen, die er so behandelte.

    Währenddessen hatte sein Unterbewusstsein weitere Veränderungen seines Geistes bis hinein in sein Ego veranlasst. Er fiel in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

    Wayne-Zeno Uelisch stand mit Tarja im Arm zusammen mit Doktor Markus Weidenreich und dem Zisslies Jet’ha am Krankenbett von Connar.

    Es war schon ein merkwürdiger Anblick, den Zeno und Tarja lieferten.

    Ihre Körper glänzten in einem tiefen Silber, dessen Schattierungen einen metallischen Grundton hatten. Ihre umgeformten Körper hatten zwar noch immer menschliche Formen und mit etwas Fantasie konnte man auch ihre früheren Merkmale erkennen, besonders im Gesicht, aber trotzdem bekam man eine Gänsehaut, wenn man sie so beobachtete.

    Doktor Weidenreich wandte den Blick von ihnen ab und zu Connar hin. Tariks Gesicht zeigte einen entspannten Ausdruck.

    Dies war das erste Mal, seitdem sie den Planeten ESTRAL im System Ecol verlassen hatten, dass Weidenreich wieder Hoffnung schöpfte. Hoffnung, dass Connar trotz aller Widrigkeiten bald wieder genesen würde.

    „Er wird wieder gesunden, daran habe ich keine Zweifel. Tarik ist stark und verfügt über die heilige Kraft von UTHA, der Urzeit allen Seins."

    Jet’ha hatte absolutes Vertrauen in Connars Kraft, schließlich hatte er sie mit eigenen Augen miterlebt.

    „Er wird auch sich heilen können."

    Weidenreich nickte Jet’ha zu.

    „Ich hoffe du hast recht!"

    Zeno verzog keine Miene. Er fixierte mit seinen künstlichen Augen Connars Gesicht, als könnte er ihm allein dadurch helfen.

    Connar hatte ihm das Leben gerettet, als er sich gegen den Weichstrahlemittor stellte. Er würde alles dafür geben, damit er überlebte. Aber selbst die hochentwickelte Technik der SORROW war hier mit ihrem Latein am Ende.

    Was sollte oder konnte er dann noch tun?

    Zeno hatte sich schon überlegt, mit dem Raumschiff die Chron-Bastion im Ecol-System anzufliegen.

    Als letzte Chance hätte er versucht, die Station dazu zu bewegen, auch Connars Körper umzuformen, so wie man es mit Tarja und ihm getan hatte. Das würde höchstwahrscheinlich sein Leben retten.

    Er atmete erleichtert auf, als die Medi-Station meldete, dass sich Connars Zustand nicht nur stabilisiert hatte, sondern überhaupt keine Wucherungen mehr festzustellen waren. Connar war lediglich noch stark erschöpft und benötigte Ruhe.

    „So, wie es aussieht, ist er außer Lebensgefahr. Lassen wir ihn schlafen."

    Weidenreich gab den anderen ein Handzeichen und ging zum Ausgang.

    „Wir werden den Planeten Tartmos in etwa einem Tag erreichen. Dann können wir weitere Pläne schmieden, wie es mit uns weitergehen soll."

    Sie verließen schweigend das Krankenzimmer.

    Tarja hatte die ganze Zeit geschwiegen. Ihr war Tarik Connar unheimlich. All das, was sie bisher von den Besatzungsmitgliedern über ihn gehört hatte, vermochte ihr Unbehagen nicht zu schlichten, obwohl es durchgehend nur Gutes gewesen war.

    Tarja war vor sehr langer Zeit auf einem archaischen Planeten geboren worden. Seitdem hatte sie viel erlebt, war sogar einmal gestorben.

    Es gab nur noch wenig, was sie hätte wirklich in Erstaunen versetzen können. Bei Tarik Connar jedoch fühlte sie eine Gänsehaut auf dem Rücken, obwohl dieser aus Metall bestand.

    Sie und Zeno waren an Bord der SORROW zunächst selbst wie Aussätzige behandelt worden, zumindest hatten sie sich so gefühlt.

    Natürlich hatte sie niemand direkt diskriminiert, aber im Verhalten eines jeden konnte man klar die Ablehnung erkennen.

    Ihr und Zenos Körper waren in Maschinen umgewandelt worden, von einer Maschinerie, die so unmenschlich war, dass sie es bis heute noch nicht wirklich verstanden hatte, warum sie es getan hatte.

    Die Körper waren zwar Hightech-Produkte, man konnte damit sogar fühlen und in gewisser Weise auch riechen. Außerdem waren sie viel leistungsfähiger als vorher die menschlichen Körper.

    Trotzdem hätte man sie vor die Wahl gestellte, würde sie sich immer wieder für ihren menschlichen Körper entscheiden.

    Aber das war vorbei. Es gab kein Zurück mehr. Zeno und sie versuchten sich immer noch, damit abzufinden.

    Besonders dann, wenn sie allein waren, kamen die alten Sehnsüchte immer wieder ans Tageslicht.

    Als Zeno und Tarja jetzt die Brücke der SORROW betraten, bemerkten sie wieder die heimlichen Blicke der Besatzung.

    Die Zentrale war voll besetzt. Da war Samuel Rastall, Wissenschaftsingenieur und begeisterter Gärtner; Albert Scheuning, Waffensteuerung und Kanonier; Abigot Temmson, Kommunikation und Raumüberwachung sowie Svenja Möhring, Melani Klein und das jüngste Besatzungsmitglied Marvin G. Nimmrat.

    Markus Weidenreich hatte mit Jet’ha vor ihnen die Zentrale betreten und setzte sich gerade in den Commander Sessel, während Jet’ha sich danebenstellte. Es war zunächst sehr still im Raum.

    „Ich darf Ihnen allen mitteilen, dass sich unser Commander auf dem Weg der Besserung befindet."

    „Das ist die erste gute Nachricht heute." Marvin konnte seinen Blick nicht von Zeno und Tarja nehmen.

    Sie sahen auch zu exotisch aus, in ihren metallisch glänzenden Körpern. Er hatte ihre Geschichte ebenso wie alle anderen Crewmitglieder mitbekommen. Immer wieder hatte er sich die Frage gestellte, wie die Umwandlung, die Zeno erwähnt hatte, eigentlich wirklich vonstattengegangen war.

    Zeno hatte keine Details erwähnt, vielmehr schien ihm selbst die Angelegenheit mehr als unangenehm zu sein. Es war aber tatsächlich ihr Wayne-Zeno Uelisch, der sich in dem Robotkörper befand.

    Das hatte die Hirnstrommessung durch die SORROW eindeutig ergeben.

    Die gemessenen Daten waren eindeutig identisch mit den hinterlegten Daten, die von jedem Crewmitglied in dem Robot Herrscher Tart-prio abgespeichert worden waren.

    „Hallo Marvin, alles in Ordnung mit dir, du siehst so nachdenklich aus."

    Erschrocken drehte sich Marvin G. Nimmrat um, als er die leise Stimme hinter sich hörte.

    Dort stand Marah, das Mädchen von der Raumstation LIGHTNING STAR II aus dem Solaren System. Sie war in etwa in seinem Alter.

    Er erinnerte sich daran, als sie mit Wayne-Zeno Uelisch von LIGHTNING STAR II geflohen war, und die Invasion des Erdsystems begann.

    Sie war danach Zenos Freundin geworden. Verdutzt schaute er zuerst sie an dann wanderte sein Blick hinüber zu Zeno und Tarja.

    Wie hatte sie es nur verkraftet, dass er jetzt kein richtiger Mensch mehr war? Dann blickt er Tarja an, deren Körper ebenfalls umgewandelt worden war.

    Die beiden schienen unzertrennbar geworden zu sein. Natürlich, das gleiche Schicksal verband sie jetzt ein Leben lang. 

    „Ich langweile mich. Begleitest du mich zum Holodeck?"

    Marvin lächelte Marah an und nickte.

    „Warum nicht. Hier ist sowieso nicht viel los."

    Svenja Möhring beobachtete beide, wie sie zusammen die Zentrale verließen. Sie machte dabei ein verkniffenes Gesicht.

    „Diesen kleinen Hügel mag ich am liebsten. Von hier kann man den gesamten See überblicken!" Marah und Marvin standen vor ihrem Zelt im Holodeck.

    Für Marvin war das Ganze lediglich eine programmierte Illusion. Er verstand nicht so recht, dass sie sich dafür so begeistern konnte.

    „Und du übernachtest tatsächlich hier in diesem Zelt?"

    Er konnte es nicht fassen. Marah hatte sich seit der Trennung von Zeno hierher zurückgezogen. Ihre Wohnkabine stand leer und sie lebte mehr oder weniger ausschließlich auf diesem Deck.

    „Der See ist echt, du kannst in ihm baden. Wollen wir?" Sie begann bereits, ohne auf Marvins Antwort zu warten, ihre Kleidung auszuziehen. Er wurde durch ihre Natürlichkeit total überrumpelt.

    Zeno und Tarja hatten sich wieder in ihre Kabine zurückgezogen. „Die SORROW fliegt den Planeten Tartmos an. Warum? Wenn Connar wieder auf dem Weg der Besserung ist, wird das medizinische Know-how der Ellio’sh Technologie dort doch nicht mehr benötigt?"

    Tarja hatte sich eigentlich darauf gefreut, dass das Schiff mit ihnen zurück zur Erde fliegen würde. Sie wolle unbedingt wissen, wie es dort aussah.

    Die Erde war der Planet, auf dem Zeno geboren war. Sie interessierte sich besonders für die verschiedenen Kulturen und Rassen, von denen er erzählt hatte.

    „Nur keine Angst. Ich werde dir meine Welt noch früh genug zeigen können. Obwohl, so ganz meine Welt ist die heutige Erde auch nicht mehr."

    Zeno war, wie die gesamte Besatzung, aus dem 21. Jahrhundert in das 23. Jahrhundert verschlagen worden. Das war auch der Grund gewesen, weswegen sie damals nach URSA MAJOR aufgebrochen waren. Es hatte sie im heimatlichen Sonnensystem, in der relativen Zukunft, nichts gehalten.

    Nicht einmal Albert Scheuning hätte zurückbleiben wollen, obwohl er sich so auf das Wiedersehen mit seiner Tochter gefreut hatte, damals, als sie auf dem alten Marsfrachter MERLIN geflogen waren und durch einen technischen Defekt in ein Schwarzes Loch gestürzt sind, das sie über 250 Jahre in die Zukunft geschleudert hatte.

    Damals, als er noch ein normaler Mensch gewesen war.

    Zeno hatte es immer noch nicht ganz verkraftet, dass er jetzt nur noch aus einer außerirdischen Technologie bestand.

    Er und Tarja hatten das Aussehen von Robotern, natürlich von weit fortgeschrittenen Robotern, die aus einer fließenden Metalllegierung bestanden. Lediglich sein Gehirn war noch das Alte geblieben, mit ihm, dem Intellekt Zeno. Tarja war auf ihn zugegangen und nahm ihn in den Arm.

    „Schau nicht so traurig. Ich weiß, was du jetzt denkst, glaube mir, mir geht es ähnlich."

    Er blickte in ihre künstlichen Augen und meinte tatsächlich, dahinter ihr wahres Ich zu erkennen.

    So war es immer, wenn er sie anschaute.

    Connar erwachte. Er wusste zunächst nicht, wo er sich befand. Immer noch war er zu sehr in seinem Traum gefangen.

    Er hatte von der Vergangenheit geträumt, von der Zeit vor seinem Strahlungsunfall. Benommen richtete er sich auf. Dann setzte auch schon die Erinnerung ein.

    Wie ein eiskalter Wasserfall, der von einer hohen Klippe auf ihn herabschoss, kamen all die Erinnerungen der letzten Wochen und Monate zurück.

    Das Schlimmste dabei war, dass er sich eben noch in den Armen seiner Frau befunden hatte und nun Tausende von Lichtjahren entfernt war in einer ebenfalls anderen Zeitepoche.

    Seine Gefühle befanden sich aber immer noch dort, weit weg von heute. Er vermisste sie.

    Mit einem wütenden Aufschrei sprang Connar aus dem Bett und auf die Beine. Er stand, ohne zu schwanken.

    Sein Körper schien wieder der alte zu sein. Prüfend blickte er an sich herunter. Es gab keine Ausbeulungen mehr, keine eitrigen und blutenden Abszesse oder Ähnliches.

    Connar atmete zweimal lautstark ein und aus und ging dann in die Hygienezelle.

    Dr. Markus Weidenreich, normalerweise Astronom von Beruf, saß auf dem Commander Sessel in der Schiffszentrale. Er vertrat Connar.

    Obwohl der Flug nach Tartmos reine Routine war, hatte er es sich angewöhnt, immer in der Zentrale anwesend zu sein, schließlich trug er die Verantwortung.

    Auch Albert Scheuning befand sich an dem Steuerpult der Waffenkontrolle und Abigot Temmson hatte seinen Platz pflichtbewusst eingenommen. Er zeichnete verantwortlich für Kommunikation und Raumüberwachung.

    Die SORROW befand sich zurzeit in Überlicht. Die Bildschirme waren deaktiviert.

    Weidenreich hatte genügend Zeit, um seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Eigentlich wäre er jetzt viel lieber auf der guten alten Erde gewesen.

    Obwohl er 250 Jahre an Entwicklung übersprungen und sich vieles dort verändert hatte, zog ihn eine gewisse Sehnsucht zu dem Planeten, auf dem er geboren war.

    Er hatte mit Scheuning und Temmson in der Kantine darüber gesprochen und er war nicht erstaunt, als er ähnliche Töne auch von ihnen vernahm.

    Sie alle hatten ihre Familien verloren, als sie damals in das Schwarze Loch gestürzt waren und einen ungewollten Zeitsprung von 250 Jahren erlebten.

    Nach dem ersten Schock hatten sie sich von der neuen Erde abgekehrt, wollten sich den neuen Gegebenheiten nicht anpassen.

    Aber die Alternative, wie sie sich durch Connars und Zenos Abenteuerlust eingestellt hatte, behagte vielen an Bord nicht wirklich.

    Er sehnte sich nach einem normalen Leben zurück. Vielleicht sogar nochmals eine Beziehung eingehen. Nachdem seine tödliche Krankheit durch die Technologie der Ellio’sh vollkommen geheilt worden war, konnte er sich gut vorstellen, sogar eine Familie zu gründen.

    General Zarla’cka

    Die Zeitburg war teilweise durch die STAhl-Bällen, faustgroße Bomben, die Connar und Jet’ha während ihrer Flucht von dem unwirklichen Planeten Koro, der Biosphäre und Lebensraum des wilden, animalischen Volkes der Zisslies, abgeworfen hatten, schwer beschädigt worden.

    Zarla’cka, General und Feldherr der Zisslies, war außer sich vor Wut gewesen.

    So etwas hätte niemals passieren dürfen. Die Sendefunktion der Zeitburg war außer Funktion, lediglich der Empfangsmodus aus den bereits geworfenen Zeitnetzen war noch intakt.

    General Zarla’cka blieb in diesem Moment nichts anderes übrig, als die Zweimann-Vernichter von ihrem Einsatz im Ecol System zurück zu ordern.

    Ohne weitere Verstärkung hatten die bereits dort eingetroffenen Kampfboote keine Chance mehr auf Erfolg.

    Dabei war die ganze Aktion so perfekt angelaufen. Die Computersimulation des Hergangs wies ohne Einschränkung auf einen Sabotageanschlag hin.

    Mehrere Zisslies Krieger wurden bereits verhört. Es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass zumindest ein animalischer Krieger daran beteiligt war. Ein unvorstellbares Ereignis war damit eingetreten.

    General Zarla’cka musste ein Exempel statuieren, damit so etwas nie wieder vorkam.

    Er hatte bereits die Unterführer aller Gruppen zu einer Zusammenkunft bestellt.

    Das Volk bestand aus normalerweise aus 15777 Krieger und Kämpferinnen, welche in 333 Gruppen eingeteilt waren. 47 Gruppenführer hatten sich in der Siegerhalle zu versammeln.

    Er würde eine Ansprache halten. Als er den Abflughangar betrat, schallte ihm bereits die Geschäftigkeit der Techniker entgegen, die versuchten, den Netzwerfer und die Abstrahlanlage wieder betriebsbereit zu machen.

    Der General der Zisslies erinnerte sich noch genau daran, als sie aus reinem Zufall auf einem Mond die Maschinerie der Zeitburg gefunden hatten.

    Dieser Fund war ein weiterer Meilenstein des glorreichen Siegeszuges gewesen, den das animalische Volk der Zisslies in den letzten 500 Jahren eingeschlagen hatte.

    Er hatte damals sofort erkannt, um was es sich bei dieser zunächst fremdartigen Technologie handelte. Zarla’cka ließ die Zeitburg, wie er sie nannte, mitsamt dem Teil des Mondes, auf dem sie sich befand, herausschälen und abtransportieren.

    Hier auf Koro wurde die Zeitburg auf den höchsten Berg der Biosphäre neu implementiert.

    Sie passte sich hervorragend schnell in die bestehenden Strukturen und Prozesse ein.

    Durch die Technik der Zeitburg entstand das Netz und damit erweiterten sich das Einzugsgebiet und der Bewegungsrahmen der Zisslies Krieger um ein Beträchtliches.

    General Zarla’cka begab sich zunächst in das provisorisch eingerichtete Arbeitscamp, um dort mit den anwesenden Wissenschaftlern und Technikern seines Volkes die schwere der Zerstörung und deren Beseitigung zu besprechen.

    Er hatte zwar bereits auf die Dringlichkeit hingewiesen, mit der an der Wiederherstellung der Funktionalität der Zeitburg gearbeitet werden sollte.

    Jedoch bedurfte es seiner Meinung nach, eines gewissen Drucks, um die Techniker zu Höchstleistungen anzuspornen.

    Dies ging am besten durch ein persönliches Gespräch. Zarla’cka betrat das Camp, das mitten im Hangar stand. Hier starteten normalerweise die Zweimann-Vernichter und wurden, sobald sie eine gewisse Höhe erreicht hatten, durch den Netztransmitter abgestrahlt.

    Nunmehr ruhte der Betrieb.

    Das Camp bestand aus losen zusammengestellten Zeltplanen mit Überdachung.

    Zisslies hatten generell ein Problem mit Räumen, die sehr hoch waren. Sie litten unter einer bestimmten Art der Agoraphobie. Besonders im Freien brachte diese psychische Störung immer wieder Problem auf, da die Krieger es generell mieden, sich dort aufzuhalten.

    Man hatte bereits begonnen, Ausbildung und Training fast nur noch innerhalb geschlossener Räume durchzuführen.

    Ein duzend Wissenschaftler und Techniker warteten bereits auf General Zarla’cka.

    „Jack’le, wie weit ist die Reparatur gediehen? Wann ist die Zeitburg wieder voll funktionsfähig?" Zarla’cka war direkt auf den verantwortlichen Wissenschaftler zugegangen.

    Jack’le war von ihm beauftragt worden, alle zur Verfügung stehenden Ressourcen zu mobilisieren.

    General Zarla’cka hatte ihm einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt und er erwartete nichts anderes als einen schnellen Erfolg.

    Leider hatte Jack’le sich seit über zwölf Zeiteinheiten nicht mehr bei ihm gemeldet, obwohl er Zarla’cka in regelmäßigen Zeitabständen Rapport hätte erstatten sollen.

    „Die Arbeiten laufen zufriedenstellend. Das einzige Problem liegt an den Mitarbeitern. Sie müssen in schwindelnder Höhe an den Abstrahlprojektoren arbeiten, die sich an den Außenwänden der Zeitburg befinden. Ich muss die Techniker immer wieder austauschen, da die der psychischen Belastung nicht gewachsen sind."

    General Zarla’cka wurde langsam zornig.

    Wieso ging man diese Arbeiten nicht von Innen an? Man hatte ihm berichtet, dass die Zeitburg mit Wartungsschächten nur so durchlöchert war.

    Immer wieder mussten irgendwelche Steuerkristalle ausgetauscht werden, mussten Energieführende Leitungen erneuert werden.

    Ständig waren mehr als 100 Techniker und Ingenieure in der Zeitburg unterwegs, um sie am Laufen zu halten.

    „Du hast meine Fragen nicht beantwortet. Wann ist die Zeitburg wieder einsatzbereit?"

    Jack’le blickte seine Kollegen Hilfe suchend an.

    „Das kann ich jetzt noch nicht mit Bestimmtheit sagen, General. Die Energieeinwirkung hat die Verbindungen zu dem Steuergehirn stark beschädigt und teilweise sogar zerstört. Die Abstrahlröhren sind teilweise geschmolzen und wir haben nicht das richtige Werkzeug, um die fremdartige Legierung der Zeitburg zu bearbeiten. Es gibt tausend Dinge, die zu berücksichtigen sind."

    Jack’le wollte noch weitersprechen, aber General Zarla’cka unterbrach in barsch mit einer herrischen Handbewegung.

    „Genug der Ausreden. Ich verlange einen schnellen Erfolg. Wenn du es nicht schaffst, wird ein anderer es übernehmen. Ich gebe dir noch ein letztes Mal einen Zeitaufschub. In genau fünf Zeiteinheiten will ich von dir erfahren, wann die Zeitburg wieder ihre Tätigkeit aufnehmen kann. Alles andere ist Nebensache!"

    Er blickte über die Gruppe der versammelten Techniker.

    „Es ist unbedingt erforderlich, dass unsere Zweimann-Vernichter erneut das Ecol System angreifen und die vereinten ecolanischen Raumstreitkräfte vernichtend schlagen."

    Mit einer ruckartigen Kehrtwende verließ General Zarla’cka die immer noch schweigsamen Techniker und den eingeschüchterten Wissenschaftler.

    Als er den Vorraum erreichte, kam ihm sein Adjutant entgegen.

    „General, die Krieger des animalischen Volks der Zisslies haben sich alle wie befohlen in der Siegerhalle versammelt."

    Er blickte Zarla’cka furchtsam an. In der letzten Sekunde hatte er gerade noch den Zusatz „und warten auf Ihre Ankunft" unterdrücken können.

    Der General schien in einer angespannten und aggressiven Verfassung zu sein, er würde jedwede Äußerung, die seine Person betraf, entsprechend bestrafen, auch wenn es sachlich der Tatsache entsprach. So machte er nur die Geste der Zustimmung und marschierte in Richtung Siegerhalle.

    Die Halle, ein riesiges überdachtes Areal, war ursprünglich dazu gedacht, die Zweimann-Vernichter mit ihrer Mannschaft aufzunehmen.

    Sie sollten den Technikern und dem sonstigen Bodenpersonal die Möglichkeit geben, die Maschinen nochmals durchzuchecken, ohne dass sie

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