Sieben Gründe, warum wir nicht so gut sind, wie wir sein könnten
Von Peter Schmidt
()
Über dieses E-Book
Peter Schmidt
Peter Schmidt, f. 1964 Træner i snart 30 år on/off på alle niveauer, primært på kvindesiden og primært på seniorplan. Udpræget nysgerrigt autodidakt. At udforske spillets muligheder og præstere den gode, varierede træning er min motivation.
Mehr von Peter Schmidt lesen
Ein Kaktus zum Valentinstag: Ein Autist und die Liebe Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Augenschein: Agententhriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus dem Rahmen gefallen: Praktische Autismuskunde von einem, der es wissen muss Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer EMP-Effekt: Agententhriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMontag oder Die Reise nach innen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Studentin: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKein Anschluss unter diesem Kollegen: Ein Autist im Job Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Prinzip von Hell und Dunkel: Science-Fiction-Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Straßensammler: Die unglaublichen Erlebnisse eines autistischen Weltreisenden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Fall von großer Redlichkeit: Agententhriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Regeln der Gewalt: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErfindergeist: Agententhriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGEN CRASH: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kraft der positiven Gefühle: Mit neuen Mentaltechniken innerlich freiwerden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Agentenjäger Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWahre Schätze: Balsam für die Seele Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Zufallsgenerator: Kriminalstorys Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrojanische Pferde: Detektivroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRoulett: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Sieben Gründe, warum wir nicht so gut sind, wie wir sein könnten
Ähnliche E-Books
Das Experiment mit dem Planeten Erde: Durchaus kein Science Fiktion Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDen Menschen verstehen - Wege aus Leid und Gewalt: Trauma - Individuum - Gesellschaft - Werte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLass dich nicht verbiegen! Lass dich nicht brechen!: Ratschläge & Ermutigungen aus der praktischen Philosophie - Verbesserte Auflage Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kraft liegt im Augenblick: Mit Achtsamkeit Depressionen lindern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFühlen ist Leben: Mit schwierigen Gefühlen umgehen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas wir wirklich sind: Die Erkenntnis für ein glückliches und erfülltes Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZu Entscheidungen stehen: Tipps und Tricks für den Umgang mit beruflichen Entscheidungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAGGRESSION und DEPRESSION als ENTWICKLUNGSCHANCE: Auf dem Weg zu äußerem Frieden und innerer Zufriedenheit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDenke dich frei: Verdammt, du hast nur dieses eine Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeltsichtebenen bestimmen unsere "Bilder im Kopf": Wie kann daraus selbständiges Denken entstehen? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPositive Psychologie der Gedanken Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTraue Deinem Leiden nicht: Wandle Stress in Gelassenheit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSoziale Kompetenz erheblich verbessern mit einfachen Übungen: Nur gutwillig sein reicht nicht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStress, lass nach!: Praxisbuch für die Förderung von Resilienz und Stresskompetenz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sinn des Lebens: Vollständig überarbeitete Ausgabe mit aktualisierter Rechtschreibung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEvolutionäres Coaching: Wie Sie mit Werten menschliches Potential entfalten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStehen Sie drüber!: Sich sekundenschnell von negativen Gefühlen befreien Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWarum Kleinigkeiten mein Leben bestimmen und die Welt beherrschen: Reichtum als Wunsch - Mangel im Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGott glaubt an den Menschen: Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer souveräne Mensch: Wie wir ADHS, Depressionen und Kriege überwinden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVon den hellen Farben der Seele: Wie wir lernen, aus uns selbst heraus zu leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie hartnäckige Illusion des Ich's: Philosophie für Anfänger Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErfolgreich gegen Depression und Angst: Wirksame Selbsthilfe - Anleitungen Schritt für Schritt - konkrete Tipps Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenERKENNE DICH SELBST - Ein Essay über die eigene Wahrnehmung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPersönlichkeit führt: Sich selbst und Mitarbeiter wirksam coachen. Grundlagen der Psychosynergetik® Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Anshin Reiki: Der Erleuchtungsweg in die Freiheit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Weg entsteht unter deinen Füßen: Achtsamkeit und Mitgefühl in Übergängen und Lebenskrisen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDepressionen verstehen – mit Depressionen leben: Der Ratgeber für Betroffene und Angehörige Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNostalgie und Aufbruch: Von der Lust, die Welt zu gestalten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Politik für Sie
Die Welt der Commons: Muster gemeinsamen Handelns Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLexikon der Symbole und Archetypen für die Traumdeutung Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Der Krieg im Dunkeln: Die wahre Macht der Geheimdienste. Wie CIA, Mossad, MI6, BND und andere Nachrichtendienste die Welt regieren. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenThe Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Auf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung: Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Narrativ vom »großen Austausch«: Rassismus, Sexismus und Antifeminismus im neurechten Untergangsmythos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWiderworte: Gedanken über Deutschland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDiplomatie oder Desaster: Zeitenwende in den USA - ist Frieden möglich? Mit einem Gespräch zur politischen Lage mit Oskar Lafontaine Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEinbürgerungstest für Deutschland - Ausgabe 2023: Handbuch zur Integration Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchleichend an die Macht: Wie die Neue Rechte Geschichte instrumentalisiert, um Deutungshoheit über unsere Zukunft zu erlangen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlles, was Sie wissen sollten, Ihnen aber nie jemand erzählt hat Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Der Überfall - Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion: Ein SPIEGEL E-Book Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSloterdijk – Aristokratisches Mittelmaß & zynische Dekadenz: gestalten der faschisierung 1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Diktatur der Demokraten: Warum ohne Recht kein Staat zu machen ist Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDurchs irre Germanistan: Notizen aus der Ampel-Republik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAngst und Macht: Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGroßerzählungen des Extremen: Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kurden: Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPilnacek: Der Tod des Sektionschefs Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tugend des Egoismus: Eine neue Sicht auf den Eigennutz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUlrike Guérot über Halford J. Mackinders Heartland-Theorie: Der geografische Drehpunkt der Geschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBrennpunkte der »neuen« Rechten: Globale Entwicklungen und die Lage in Sachsen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDemokratie fehlt Begegnung: Über Alltagsorte des sozialen Zusammenhalts Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer nächste große Krieg: Hintergründe und Analysen zur medial-politischen Hetze gegen Russland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPostkoloniale Mythen: Auf den Spuren eines modischen Narrativs. Eine Reise nach Hamburg und Berlin, Leipzig, Wien und Venedig Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenComputergeschichte(n): Die ersten Jahre des PC Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPropaganda-Presse: Wie uns Medien und Lohnschreiber in Kriege treiben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFeindkontakt: Gefechtsberichte aus Afghanistan Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKognitive Kriegsführung: Neueste Manipulationstechniken als Waffengattung der NATO Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Sieben Gründe, warum wir nicht so gut sind, wie wir sein könnten
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Sieben Gründe, warum wir nicht so gut sind, wie wir sein könnten - Peter Schmidt
ZUM BUCH
Fragt man nicht Wissenschaftler, sondern Alltagsmenschen, was eigentlich so viel Leid und Unglück in der bisherigen Menschheitsgeschichte verursacht hat – geschätzte bis zu dreieinhalb Milliarden Tote, also etwa die halbe gegenwärtige Weltbevölkerung, allein in allen bisherigen Kriegen – dazu Folter, Hunger, Vergewaltigung, Unterdrückung, Mord durch Inquisition, Mord aus politischer Willkür, profaner Alltags-Mord, selbstherrliche Gerichte, Amokläufer, Psychopathen, Selbstmordattentäter und Sprengstoffanschläge – und dies bis in die jüngste Gegenwart …
... dann werden sie zu Recht auf unsere menschliche Habgier verweisen, auf Egoismus, Verachtung, Niedertracht, Gleichgültigkeit, Enttäuschung, Hass und Rache, Vergeltungsdenken, Aggressivität und Lust am Bösen …
… und übersehen dabei, dass sich darüber hinaus eine der menschlichen Spezies eigene Krankheit des Bewertens diagnostizieren lässt, die solchen Motiven wesentlich zugrunde liegt. Neben weiteren Defiziten wie analytischer Schwäche, fehlender Selbstkontrolle, zwanghafter Lagerbildung, unzureichendem Lebensverständnis, Motivationen aus – wenn man so sagen will –„dunklen Quellen" und der allseits bekannten Raubtiergesinnung des Homo sapiens.
Anhand von sieben Thesen und zahlreichen exemplarischen Fällen – darunter auch dem Holocaust als wohl grausamstem Verbrechen der Menschheitsgeschichte – wird gezeigt, dass dieser weltweite gesellschaftliche Zustand weitgehend stabil ist, sich bestenfalls graduell und in Wellenbewegungen zum Positiven verändert, aber ohne entscheidenden Phasen- oder Qualitätssprung – und warum die Prognose für wesentlichen und nachhaltigen Fortschritt negativ ist …
Trotzdem liegt in einem besseren Verständnis unserer allgemeinen Lebensziele ein großes Potential positiver Veränderung. Indem wir die klassischen Moralbegründungen an unseren tatsächlichen Wertentscheidungen messen, lässt sich der weltweite Level von Lebensqualität um ein Vielfaches steigern …
ÜBER DEN AUTOR
Peter Schmidt, geboren im westfälischen Gescher, Philosoph und Schriftsteller, studierte Literaturwissenschaft und sprachanalytische und phänomenologische Philosophie mit Schwerpunkt psychologische Grundlagentheorie an der Ruhr-Universität Bochum und hat neben zahlreichen Romanen mehrere Bücher zum Thema Gefühlstheorie, Werttheorie, Stressabbau, Umgang mit belastenden Emotionen und Bewertungen, Burnout und mentale Leistungssteigerung veröffentlicht.
INHALT
Analytische Defizite
Die Raubtiergesinnung des Homo sapiens
Die Krankheit des Bewertens
Zwanghafte Lagerbildung
Unzureichendes Lebensverständnis
Fehlende Selbstkontrolle
Motivation aus dunklen Quellen
Ist der Holocaust Ansichtssache?
THESE 1 „Analytische Defizite"
Das Schafherden-Modell
THESE 2 „Die Raubtiergesinnung des Homo sapiens"
Das Wolfsrudel-Prinzip
Geldstrafen für Kartellsünder
Millionäre als Herrscher der Welt
Spionage – schamloses Ausforschen der Opfer
Der gegenwärtige Zustand der Welt und das verführerische Bild moderaten Fortschritts
Das Ich-bombe-dich-weg-Prinzip
Ist die Aufklärung steckengeblieben?
THESE 3 „Die Krankheit des Bewertens"
Das Schweißfuß-Käse-Modell
Das Ich-liebe-meine-Mutter-Modell
Haben wir Bewertungen oder „haben uns" die Bewertungen?
Bloßes Wertmeinen
„Meinung" statt Bewertung
Die fehlende Definition des Positiven und Negativen im Leben als analytisches Defizit
Beliebigkeitsbewertungen
Haben Bewertungen Zwangscharakter? Können Bewertungen wahnhaft sein?
Das Vier-Apfelstücke-Modell
Wertkämpfe und geistiger Dornröschenschlaf
THESE 4 „Zwanghafte Lagerbildung"
Die Blau-Rot-Grün-Hypothese
Lagerbildung zwischen Staaten
THESE 5 „Unzureichendes Lebensverständnis"
Zehn Gebote, Goldene Regel, Kategorischer Imperativ
Subjektiver Wertpluralismus statt Wertobjektivismus
Das Kistenmodell der Gesellschaft
Das (auf der Hand liegende) Nichtbeteiligungs-Modell
Das Beteiligungsprinzip
THESE 6 „Fehlende Selbstkontrolle"
Willensfreiheit
Hitler auf dem Obersalzberg
THESE 7 „Motivation aus dunklen Quellen"
Man soll öfters dasjenige untersuchen,
was von den Menschen meist vergessen wird,
wo sie nicht hinsehen und was so sehr als
bekannt angenommen wird, dass es keiner
Untersuchung mehr wert erachtet wird.
Georg Christoph Lichtenberg
Anhand von sieben Thesen lässt sich zeigen, warum wir (wohl) nicht mehr damit rechnen können, jemals weltweit jenes Maß an Positivität zu verwirklichen, das eigentlich möglich wäre, weil es, zumindest potentiell, in der Natur der Sache liegt.
Genauere Analysen als bisher belegen, dass wir weit unter unseren Möglichkeiten bleiben, den Level an Lebensqualität so weit anzuheben, wie es mit mehr Einsicht in die Zusammenhänge des gesellschaftlichen Ganzen, in unsere emotionale und mentale Verfassung und die Hindernisse, die wir uns selbst in den Weg legen, realisierbar erscheint.
Das Ergebnis dieser – nennen wir es Desorientiertheit – sind, von unserem alltäglichen zwischenmenschlichen Desaster abgesehen, allein in den bisherigen Kriegen der Menschheitsgeschichte Legionen sinnlose Tote, ist unendlich viel Leiden, Angst und Schmerz. Hochrechnungen und Schätzungen reichen von 455 Millionen (Matthew White: „Atrocitology: Humanity's 100 Deadliest Achievements) bis 3,5 Milliarden (Michael Sheehan:
The Changing Character of War).
Durch Mao starben bis zu 70 Millionen Menschen. Unter Pol Pot kam jeder dritte Kambodschaner ums Leben. Hitler wird für bis zu 6 Millionen Tote allein während des Holocaust verantwortlich gemacht, bei insgesamt 60 Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs. Schätzungen von Opfern der „Stalinschen Säuberungen" gehen ebenfalls in die Millionen. Namen, die gewissermaßen nur stellvertretend stehen für unseren immerwährenden Hang, zu töten, zu zerstören, zu quälen, destruktiv zu sein, auf Kosten anderer zu raffen, auszubeuten, zu versklaven, herabzusetzen und zu unterdrücken.
Die exorbitante Negativität des Homo sapiens scheint eine feste Größe zu sein.
Was uns fehlt, sind offenbar genauere Einsichten in den Charakter unserer Destruktivität – und damit auch unserer verpassten Möglichkeiten. Doch nur von einem Mangel zu wissen, bedeutet nicht auch schon, daraus für unser Handeln Konsequenzen zu ziehen. Erkenntnis allein reicht nicht aus …
Hier bietet sich unter anderem die Analyse des womöglich größten Verbrechens der Menschheitsgeschichte an, um die Tragweite und tragische Dimension unserer befremdlichen Selbstvergessenheit hinsichtlich der Ziele des Lebens zu verdeutlichen.
Ist der Holocaust Ansichtssache?
Die Liste der Holocaust-Leugner weltweit ist viele Seiten lang – von Deutschland über zahlreiche europäische Staaten, die arabische Welt bis hin zu Australien, Japan und den USA –, obwohl der Holocaust unter den meisten Historikern als gut gesicherte Tatsache gilt.
„Sechs Millionen kann nicht stimmen. Es können maximal 340.000 in Auschwitz umgekommen sein", so ein NPD-Mitglied.
Al-Ahram, Kairo, älteste ägyptische Zeitung: „Es gab überhaupt kein Chelmno, kein Dachau, kein Auschwitz! An diesen Orten standen lediglich Desinfektionsanlagen."
Der ehemalige iranische Präsident Ahmadinedschad relativierte den Holocaust und sah ihn zumindest als nicht erwiesen an. Unter dem Titel International Conference on «Review of the Holocaust: Global Vision», berief er in Teheran eine Konferenz ein, an der zahlreiche internationale Holocaustleugner teilnahmen.
Angesichts derart unterschiedlicher Auffassungen stellt sich die Frage:
Wie war es möglich, dass so viele Menschen, obwohl sie schon während des Nationalsozialismus durch Kriegsheimkehrer und Insider davon erfahren hatten, das Thema mehr oder weniger negierten? Lediglich aus Angst vor Strafe und Repressalien der nationalsozialistischen Diktatur, wie oft angenommen wird? Oder weil man am Ausmaß der Verbrechen zweifelte („Davon haben wir nichts gewusst")? Und warum wurde das Thema in Deutschland nach dem Krieg so lange tabuisiert? Vor allem aber, wieso ist es selbst heutzutage in gewissen Kreisen noch umstritten? Selbst ein ehemaliger italienischer Regierungschef unterstellte den Deutschen unlängst, wenn auch zweifellos demagogisch verallgemeinernd:
Berlusconi-Tirade: 'Für Deutsche haben die KZs nie existiert'. Silvio Berlusconi hat die Deutschen indirekt als Holocaust-Leugner bezeichnet.
(SPIEGEL 4/2014)
Ist der Holocaust womöglich doch in irgendeiner Weise Ansichtssache? Oder, noch gewagter gefragt, sogar so etwas wie „Geschmackssache"?
Die Antwort auf diese provokative Frage, die jeden Menschen, der hinsichtlich seines Selbstverständnisses nicht längst das Handtuch geworfen hat, nach so unfassbar viel Leid in den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus befremden muss, wirft zugleich Licht auf eines unserer wohl größten intellektuellen Defizite:
die Analyse jener Motivationen und Gründe, die uns in der Menschheitsgeschichte immer wieder zu Schlächtern haben werden lassen, zu Mördern, Ausbeutern, Sadisten und schweigenden gesellschaftlichen Mitläufern.
Bewertungen können subjektiv sein, Geschmacksurteile sind bekanntlich per definitionem subjektiv, stellen also keine Beschreibung rein objektiver und allgemeingültiger Daten unser Erfahrungsrealität dar, wenn auch objektive Erfahrungsdaten daran beteiligt sein mögen. Sondern ihr wesentlicher Grund liegt im Subjekt, das seinen ganz persönlichen, relativen Anteil, z. B. durch subjektives Fühlen, beisteuert.
„Objektive und allgemeingültige Daten der Erfahrungsrealität" – was ist damit gemeint?
Beispiel für eine subjektive Veränderung in Wahrnehmungen:
Im Alltag wie auch in der Erkenntnistheorie gehen wir davon aus, dass ein weiter entfernter Gegenstand nicht kleiner ist als ein naher. Er erscheint nur kleiner, eben bedingt durch seine Entfernung.
Wir messen ihm aber „an sich, d.h. unabhängig vom Bewusstsein, eine gleichbleibende Größe bei. „Kleiner
und „größer sind offenbar subjektive Faktoren, hinzugefügt durch unseren Wahrnehmungsapparat, aber nicht am Objekt selbst befindlich. Es gibt also subjektive „Verfälschungen
des Objekts, die allerdings im praktischen Erkennen und Handeln, hier z. B. bei der Einschätzung der Entfernung, ihren Sinn haben.
Ähnlich – dann allerdings nicht mehr subjektiv verstanden – sind wohl die meisten Menschen, auch Physiker und Erkenntnistheoretiker, z.B. im Sinne des sogenannten „Kritischen Realismus" anstelle von naivem Realismus, davon überzeugt, dass die Strecke, die ein Körper im Raum zurücklegt, eine tatsächliche Bewegung ist und nicht einfach bloß wahrgenommen, also nur so erscheinend.
Selbst wenn es kein menschliches Bewusstsein gäbe, nehmen wir gemeinhin noch an, dass ein Gegenstand sich durch den Raum bewegen kann, es sei denn, wir halten wie die erkenntnistheoretischen Idealisten alles nur für einen „Bewusstseins-Traum", und unabhängig vom Bewusstsein existiert überhaupt keine Welt.
Eigenschaften, Bestimmungen dagegen, die abhängig vom Subjekt sind, werden nicht als „objektiv, „ansichseiend
, also unabhängig vom Subjekt angesehen. So verstanden sind Geschmacksurteile offensichtlich subjektiv.
In dieser Analyse wird es weniger um strittige historische Tatsachen, um Opferzahlen, um Leugner des Holocaust, um politische Motive oder wissenschaftliche Gründe oder Beweise für historische Richtigkeit gehen, als vielmehr um die auf der „Metaebene unseres Bewusstseins" zu findenden Gründe unseres Umgangs mit ähnlich exemplarischen Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Solche Gründe werden gemeinhin z. B. in bequemem Mitläufertum gesehen, in mangelnder Empathie, in Angst vor Repressalien und Nachteilen.
Unsere Meta-Analyse wird dagegen zeigen, dass es eine Reihe weitgehend unbemerkter zusätzlicher Faktoren hoher Wirksamkeit gibt, die die bedauerliche Prognose rechtfertigen, dass wir kaum Chancen haben, unsere gewohnten Verhaltensweisen zu ändern.
