Verständnis von Täterschaft im Kontext von Krieg und Flucht: Zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und individueller Schuld
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Sladjana Kosijer-Kappenberg
Sladjana Kosijer-Kappenberg, Diplom-Psychologin, arbeitet als niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin, Traumatherapeutin und Supervisorin in Berlin und Leipzig.
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Rezensionen für Verständnis von Täterschaft im Kontext von Krieg und Flucht
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Buchvorschau
Verständnis von Täterschaft im Kontext von Krieg und Flucht - Sladjana Kosijer-Kappenberg
Geleitwort der Reihenherausgeberinnen
Als Hannah Arendt 1963 ihre Überlegungen zu »Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen« publizierte, löste sie damit Entsetzen und Empörung aus. Ihre Beobachtung, dass der vielfache Massenmörder als psychisch normal anzusehen ist, jedoch sein Gewissen an Vorgesetzte abgegeben hatte und es sich bei ihm keineswegs um ein erkennbares Ungeheuer handelt, bis hin zu Überlegungen abgestufter Verantwortlichkeiten in verschiedenen Opfer- und Täterkonstellationen, sprengte eindeutig den Rahmen des damaligen kollektiven Bewusstseins. Die Aufforderung Hannah Arendts, dass auch unter der totalitären Herrschaft die Machtverhältnisse genau zu analysieren sind, wurde als gefühlskalt, anmaßend und arrogant angegriffen.
Sladjana Kosijer-Kappenberg nimmt diesen Faden in ihrem Buch auf. »Das Interesse an den bösen Seiten menschlichen Daseins und daran, wie vor allem aus ganz normalen Menschen unter spezifischen gesellschaftlichen Umständen leicht Täter werden können« (S. 20) führt sie zu einer komplexen Betrachtung »über die psychologischen Kosten des Tötens« (S. 24). Die Betrachtungen helfen uns zu verstehen, welche Wege es in die Gewalttaten gibt und dass die Ursachen der Gewalt sowohl individuell als auch strukturell geprägt sind.
Vor allem aber eröffnet Sladjana Kosijer-Kappenberg einen Weg in das Verstehen: Z. B. wie es sich anfühlen kann, »an der vordersten Linie zu kämpfen, über die Minenfelder zu gehen, die Überlebenden zu töten und verschiedene andere Grausamkeiten durchzuführen« (S. 24). Die Beteiligung an Gewalttaten führt zu einer, wie sie sagt, geschichteten inneren Topografie von Schuld und daraus resultierender Scham (S. 74). Die Fähigkeit und Bereitschaft psychosozialer Fachkräfte, sich mit diesen Themen zu befassen, für sie offen zu sein, sie aufzunehmen und zu vertiefen prägt die Möglichkeiten und Chancen für Zurückgekehrte, wieder zurück ins Leben und ein konstruktives Dasein zu finden, das sich jenseits der vergangenen Erfahrungen befindet. Dadurch können sie selbst, die Gesellschaft und die folgende Generationen Entlastung finden.
Silke Birgitta Gahleitner
Dorothea Zimmermann
Barbara Bräutigam
Maximiliane Brandmaier
Einleitung
»[T]he root of our failure to deal with violence lies in our refusal to face up to it. We deny our fascination with the ›dark beauty of violence‹, and we condemn aggression and repress it rather than look at it squarely and try to understand and control it.« (Bruno Bettelheim zit. nach Grossman, 2009, S. xxxiii)
Der Krieg ist ein bitteres Macht- und Tötungsgeschäft, dessen Hinterlassenschaft in einem langen und aufreibenden Ringen gegen die Tabuisierung der Täterschaft und gegen die Ohnmacht der Opfer besteht. Die Suche nach den psychologischen und gesellschaftlichen Ursachen von Täterschaft gestaltete sich weltweit mühsam, wie bei jedem anderen Kampf, der ein Tabu zum Gegner hat. Da aber kein anderer Weg abzusehen ist, um die Zahl der Opfer je zu mindern, als durch die furchtlose Begegnung mit der bösen Seite des Menschen, bleibt nur die fortwährende Suche nach einer Erklärung dafür, wie das Erwachen des kriegerischen Leviathan in einer Gesellschaft und in einer Person erkannt und verhindert werden kann.
Die meisten Menschen möchten keinesfalls in einen gewalttätigen Konflikt hineingezogen werden, in dem sie töten müssen, ohne dies moralisch sich selbst und der Umgebung gegenüber vertreten zu können. Anfangs werden sie, ohne zu ahnen, was auf sie zukommt, durch Kämpfen und Töten unwiderruflich und grundlegend verändert. Ihr Zerrbild des Selbst wird kontinuierlich umgeformt und der eigenen Motivation zum Töten angepasst. Diese wird zunehmend davon abhängen, auf welcher Seite des Konfliktes sich die Kriegsbeteiligten und Täter selbst sehen. Und so verzerrt sich – schon vom ersten Aufscheinen des gewaltsamen Konfliktes am jeweiligen historischen Horizont an – schleichend die Realität bei allen Beteiligten. Allmählich entsteht daraus die eigene Binnenwelt, mit eigenen Regeln und eigenem Wertesystem. Bei dem Versuch, die psychologischen Hintergründe des Geschehens zu verstehen, rückt unausweichlich die Tatsache in den Vordergrund, dass die meisten Menschen nie ohne extremen und konstruierten sozialen und politischen Kontext Kriegstäter geworden wären und nie außerhalb dieses Rahmens je Täter sein würden. Dennoch ist die individuelle Verschuldung immer das, wofür sie sich verantworten müssten und verantworten sollten.
Die Kämpfer und Täter treffen in den eigenen oder in anderen Ländern auf Professionelle in Beratung und Therapie und auf all jene Anderen, die die Kriegsbeteiligungsgeschichten hören, bezeugen oder verfolgen und die sie auch – zunächst stark – nach eigener moralischer Einschätzung des Konfliktes wahrnehmen und beurteilen. Zeitweilig benebelt von dem, was das jeweilige Gegenüber emotional und moralisch individuell ertragen kann, können sich beide Seiten dieser Begegnungen gegenseitig blenden und die Wahrheit, positiv wie negativ, verfälschen. Unabhängig davon, ob der Kriegsbeteiligte ein Held oder Abenteurer, Dieb, Krimineller, Warlord, Soldat, eine martialische Tötungsmaschine, ein Vergewaltiger oder nur der Verteidiger seines Ortes, seines Volkes, seines Landes oder seiner politischen Überzeugung, ein Mitläufer oder ein ideologisch geprägter Fanatiker war oder einer, der fremde Kriege geführt hat, stehen unzählige intime Geschichten dahinter. Geschichten, die sie sich selbst und den Anderen meist kaum eingestehen wollen oder überhaupt können. Hinter der Fassade massiver Rationalisierungen der Verantwortung für die eigenen Taten finden wir nicht selten ein breites Geflecht von Scham, Schuld, Schmerz, Hass oder Selbsthass und -vorwürfen, die so abgründig tief die Grundlage der eigenen Menschlichkeit infrage stellen, dass sich viele nicht trauen, es anzusehen. Und falls doch, dann nur in kleinen Schritten, wenn sie sich bereit genug dafür fühlen, den eigenen inneren emotionalen Druck auszuhalten. Und die Umgebung ihnen den Raum dafür ermöglicht.
Es gibt keine einfachen Antworten auf die Frage, wie ganz normale Menschen in äußerst prekären sozialen, gewaltförmigen und widersprüchlichen gesellschaftlichen Kontexten selbst zum Täter oder zur Täterin werden. Beschäftigt man sich mit diesem Thema, so entstehen eher viel mehr neue Fragen, als auf Basis des derzeitigen Wissensstandes Antworten gefunden werden. Und so ist dieser Band ein Kompositum sowohl von wissenschaftlichen Bemühungen, dieses Phänomen zu enträtseln, als auch von eigenen Überlegungen darüber, von Eindrücken und Beobachtungen der Patienten, die ich früher behandelt habe oder die mir von Supervisandinnen bzw. Supervisanden und Kolleginnen bzw. Kollegen vorgestellt wurden, oder jener, die ich in Fachbüchern beschrieben fand.
Von 1994 bis 2006 war ich überwiegend als Psycho-therapeutin und Gutachterin von Geflüchteten aus dem ehemaligen Jugoslawien tätig, später auch als Therapeutin von Soldaten, die in anderen Ländern gedient haben, sowie als Supervisorin verschiedener psychosozialer Zentren, die mit nach Deutschland Geflüchteten aus allen Teilen der Welt arbeiten. Muttersprachlich bedingt, wechselten sich damals in meiner Praxis und während der Beratungsstunden alle damals verfeindeten Nationalitäten und Minderheiten aus dem ehemaligen Jugoslawien ab, die sich etwas mehr als tausend Kilometer entfernt im Süden bekämpft und gegenseitig traumatisiert hatten. Die Frauen aller Nationalitäten berichteten über ihre erlebten Vergewaltigungen. Muslime erzählten von ihrer Gefangenschaft und erlittenen Folterungen in serbischen oder kroatischen Lagern. Kroaten, die von Muslimen und Serben schwerst traumatisiert waren, sprachen von ihren Erlebnissen, ebenso Serben, Albaner und Roma, die ebenfalls durch die Anderen enormes Leid erfahren mussten. Alle hatten in den verschiedenen Phasen des Krieges irgendwann Angst voreinander gehabt, alle verfluchten und bekämpften die je Anderen, und am Ende flüchteten alle, die konnten, voreinander. Zunächst auf die Opfer des Krieges fokussiert und überwältigt von den Grausamkeiten, die ich regelmäßig zu hören bekam, war ich ebenso wie die anderen Kolleginnen bzw. Kollegen, mit denen ich damals eng zusammenarbeitete, weit entfernt von einer Aufmerksamkeit für die Täter – bis die ersten Soldaten und anderen Kämpfer ihre Scham, darüber zu sprechen, überwunden hatten und sich allmählich trauten, nicht nur ihre Opfererfahrungen, sondern auch ihre Teilnahme am Krieg aus der anderen Perspektive zu betrachten. Da ich buchstäblich von allen Nationalitäten, mit denen ich im Kontakt war, die jeweilige individuelle Täterseite zu hören bekam, werden alle in diesem Buch wiedergegebenen persönlichen Geschichten konsequent anonymisiert, sowohl namentlich als auch bezüglich ihrer Nationalität oder der Orte und Länder, in denen sie gekämpft haben, abgesehen von den Fällen, bei denen das Nennen von deren Volkszugehörigkeit eine bessere Einsicht in die Dynamik des Konfliktes bietet und es eine Identifizierung der Person dennoch nicht ermöglicht.
Die Perspektiven von Tätern und Opfern auf die Geschehnisse sind oft in ihren Parallelwelten gefangen. Aus der Perspektive der Kriegsopfer stellten die Täter meist das »reine Böse« dar, das absolut unbegreiflich und monströs bleibt und keinesfalls zum Menschlichen gehört. Der Blick der Kriegsbeteiligten und der Täter auf sich selbst enthielt andererseits viele eigene abgespaltene und oft paradoxe Anteile. In nicht wenigen Fällen aber war auch ein deutlich differenziertes Bild über sich selbst zu finden, das unter der Oberfläche lauerte und den eigenen Raum suchte. Wenn wir die beiden Perspektiven nebeneinander betrachten und uns dabei von dem Druck der schreienden Ungerechtigkeit weder lähmen noch
