Festspiel Kurier #14: So haben Sie Wagner noch nie gelesen!
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Über dieses E-Book
Erfahrene Musikkritiker und Kulturjournalisten werfen darin einen Blick hinter die Kulissen sowie auf die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des weltberühmten Bayreuther Opernfestivals. Die Redaktion des Festspielkuriers verfügt zudem über eines der umfassendsten Bildarchive zu den Festspielen. Inklusive aller Premierenkritiken der Bayreuther Festspiele 2014
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Rezensionen für Festspiel Kurier #14
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Buchvorschau
Festspiel Kurier #14 - Nordbayerischer Kurier
EDITORIAL
Liebe Leser,
das Heft, das Sie in der Hand halten, ist eine Premiere: Zum ersten Mal bringt der „Nordbayerische Kurier" ein eigenes Magazin zu den Bayreuther Festspielen heraus. Die Legende, dass über keinen anderen Komponisten so viel publiziert wird wie über Richard Wagner, stimmt zwar nach wie vor – zumal nach der Bücherflut des Wagner-Jahrs 2013. Ein unabhängiges Magazin über die Bayreuther Festspiele aber, das inhaltlich fundierte Aufsätze und Analysen und Interviews bündelt mit opulenten, exklusiven Bilderstrecken: Das gab’s in dieser Form noch nie.
Und wir finden: Dieser Moment ist dafür genau der richtige. In einem Jahr, in dem es auf der Bühne des Festspielhauses sieben Premieren, aber keine Neuproduktion gibt. In einem Jahr, in dem Festspielleiterin Katharina Wagner ihre Intendanz bis 2020 verlängern wird, mit Christian Thielemann als Berater.
Im zweiten Jahr des Castorf-„Rings, ein Jahr vor Katharina Wagners Inszenierung von „Tristan und Isolde
mit Thielemann am Pult. Zwei Jahre vor Jonathan Meeses „Parsifal"-Deutung, dirigiert von Andris Nelsons. Es ist der richtige Moment, um ein paar grundsätzlichen Fragen Platz einzuräumen. Als Bayreuther Tageszeitung haben wir im vergangenen Jahr ausführlich über die Hintergründe der Festspiele berichtet (und dafür, worauf wir durchaus ein bisschen stolz sind, den Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung bekommen). Sie können unter www.nordbayerischer-kurier.de/bayreuther-festspiele all diese Beiträge nachlesen.
Jetzt ist es Zeit für eine inhaltliche Debatte. Für Grundsatzfragen, die über den Tag hinaus wichtig sind, und für die es keine schnellen Antworten geben kann. Zum Beispiel die Frage nach der Zukunft des Grünen Hügels. Sicher haben Sie sich das auch schon gefragt: Was ist das Besondere an den Bayreuther Festspielen? In der Redaktion diskutieren wir immer wieder darüber. Ist es die Art und Weise, wie das Festspielhaus Sänger und Orchester klingen lässt? Der Umstand, dass in diesem unter Richard Wagners Regie gebauten Theater auch 131 Jahre nach dessen Tod immer noch seine Werke aufgeführt werden, ein Kanon aus zehn Opern, während fünf Wochen im Sommer? Liegt es daran, dass hier so viele bedeutende Sänger, Regisseure und Dirigenten gearbeitet haben? Oder liegt es daran, dass auch heute noch ein geborener Wagner (aktuell sind es sogar zwei) das Festival leitet? Oder daran, dass alle Vorstellungen – immer noch – ausverkauft sind?
Das alles gehört dazu, zweifellos. Aber entscheidend ist etwas anderes. Die Bayreuther Festspiele leben von ihrer Geschichte. Und von den unzählbaren, Legende gewordenen Momenten: wie sich Frank Castorf nach der „Götterdämmerung 2013 zehn Minuten lang in den Trillerpfeifen-Sturm stellte, wie Christoph Schlingensief für seine Videoprojektionen im „Parsifal
kämpfte, wie Patrice Chéreau 1976 als Siegfried für den gipsbeintragenden René Kollo einspringen musste. Noch viel mehr aber leben die Bayreuther Festspiele von ihrer Zukunft. Sobald das, was auf dem Grünen Hügel passiert, künstlerisch nicht mehr vielversprechend erscheint, sind sie substanziell bedroht, egal wie solide da noch musiziert und inszeniert wird. Bayreuth muss besonders sein, sonst verliert es alles, was es hat: seinen Namen, der für mehr steht als für die Stadt. (Wie groß diese Gefahr ist – darüber gehen die Meinungen auseinander. Manche sagen, das kann nicht passieren, andere finden, es ist längst zu spät.)
Wir fragen in diesem Magazin nach dieser Zukunft, im Grunde auf jeder Seite. Manchmal zwischen den Zeilen, manchmal schon in der Überschrift.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!
Ihr Florian Zinnecker
Florian Zinnecker ist Kulturchef
des „Nordbayerischen Kuriers" in Bayreuth
Foto: Eric Waha
IMPRESSUM
Herausgeber: Nordbayerischer Kurier GmbH & Co. Zeitungsverlag KG, Theodor-Schmidt-Straße 17, 95448 Bayreuth V.i.S.d.P.: Joachim Braun
Konzeption & Produktion: Florian Zinnecker (Redaktion), Matthias Schäfer (Gestaltung)
Autoren: Monika Beer, Dr. Bernd Buchner, Anke Gröner, Dr. Eva Kröner, Marieluise Müller, Nora Niethammer, Dr. Frank Piontek, Dr. Jörg Riedlbauer, Elfi Vomberg
Mitarbeit: Andreas Dittmann, Dieter Schnabel, Dorothea Wagner Illustrationen: Susanne Seilkopf
Titelfoto: Tobias Köpplinger
Verantwortlich für Anzeigen: Alexander Süß
ISBN: 978-3-7375-0352-5
Foto: Tobias Köpplinger
FESTSPIELKURIER #14
Mein Fahrrad heißt Grane
„So was habe ich noch nie gehört, und ich frage mich, warum zum Teufel nicht?" Richard Wagner gehört zu den bedeutendsten Opernkomponisten überhaupt – aber was passiert, wenn man heute seinen Werken begegnet und beschließt, sie nicht mehr gehen zu lassen? Über ein Leben mit Wagner
Sie reisen nicht, sie pilgern
Das Festspielhaus, die Weihestätte. Wagner, der Meister. Solche Stereotype tauchen häufig auf, wenn es um die Anhänger von Wagners Werken – die sogenannten Wagnerianer – geht. Aber was ist eigentlich ein Wagnerianer? Eine Studie geht dieser Frage jetzt nach – und klärt dabei, warum die meisten Wagnerianer sich selbst nie so nennen würden
Geistige Granaten
Als der Erste Weltkrieg begann, hieß es auf dem Grünen Hügel zunächst: „Wir spielen weiter." Einer der wichtigsten Kriegs-Propagandisten war der Ideologe Houston Stewart Chamberlain – ein Wagnerianer, der bald von Bayreuth aus agierte. Über Chamberlain und den Beitrag des Hauses Wahnfried zum Ersten Weltkrieg
„Als in Bayreuth ein Theaterwunder passierte"
Marieluise Müller beobachtete die Festspiele 28 Jahre lang als Redakteurin der „Festspielnachrichten", Monika Beer als Opernkritikerin. Jetzt sprechen sie erstmals nicht mit Interviewpartnern, sondern miteinander über Bayreuth. Ein Rückblick auf zwei (Berufs-)Leben
„Ich kenne keinen Regisseur, der zukunftsweisend wäre"
Das Zeitgemäße ist das, was am schnellsten veraltet, sagt der Wagnerforscher Dieter Borchmeyer. Den Aktualisierungsdrang vieler Opernregisseure hält er für einen Fehler mit fatalen Folgen: „Das Musiktheater steckt in einer chaotischen Verwirrung der ästhetischen Maßstäbe."
Heimlich, still und leise
Der spannendste Tag auf dem Grünen Hügel ist nicht der Premierentag am 25. Juli. Sondern der Tag, an dem schon alles vorbereitet und zugleich noch alles möglich ist; wenn alles parat liegt, aber noch keiner da ist: der Tag vor Probenbeginn. Eine Fotoreportage
Zurück in die Zukunft
Wie kann der Grüne Hügel zukunftsfest werden? Wie steht es um den Festspielgedanken? Schon vor ihrer Premiere im Jahr 1876 waren die Bayreuther Festspiele fortwährendem Wandel unterworfen – umso schwieriger ist es heute, ihnen den Weg in die Zukunft zu weisen
Gegen den Kulturzynismus
Was ist uns die Musik noch wert? Klassische Musik ist nur noch in Nischen zu finden, sie gilt als nicht mehrheitsfähig, sagt der Kulturjournalist Alexander Dick – und plädiert dafür, dem Sog des Mainstreams zu widerstehen
„Wenn alles so bleiben soll, wie es ist, muss sich alles ändern"
Richard-Wagner-Verbände bieten die Chance, sich intensiv mit Wagners Werk und Widersprüchlichkeiten auseinanderzusetzen, sich zu streiten und sich zu begeistern. Doch diese Chance will genutzt sein – mit der Beschwörung einer fernen, guten Vergangenheit ist es nicht getan. Ein Essay
Der Blick von außen
Immer sind es die gleichen, die über die Bayreuther Festspiele reden. Hier kommen darum mit Absicht einmal andere zu Wort: Künstler, Schriftsteller und Musiker, die mit Richard Wagner und Bayreuth auf den ersten Blick nicht viel zu tun haben. Sie können etwas bieten, das selten und kostbar ist: den unvoreingenommenen Blick von außen
Überforderung als Prinzip
Frank Castorf, Regisseur des aktuellen Bayreuther „Rings", nutzt in seinen Arbeiten exzessiv das Medium Video. Übersichtlichkeit ist niederschmetternd, findet Castorf – aber warum tut er das? Eine Annäherung
„Es soll nicht aussehen, als wäre Wahnfried nie zerstört worden"
Im Sommer 2015 soll das neu gestaltete Richard-Wagner-Museum eröffnen. Museumsdirektor Sven Friedrich über Neu-Wahnfried, das richtige Wagner-Alter und die Herausforderung, Sponsoren für ein Museum über einen „schwierigen" Komponisten zu finden
Vollendet das ewige Werk
Die Werke Richard Wagners enden – mit Ausnahme der „Meistersinger" – alle in einem eigenartigen Leuchten aus Tragik und Zuversicht. Und dann? Dann ist’s geschafft – aber die Stimmung leuchtet meist länger als der letzte Ton. Ein Blick hinter den Schlussvorhang
Dichtung und Wahrheit in stürmischen Zeiten
Während sich Richard Wagner mit dem Nibelungen-Mythos beschäftigt, scheitert auf den Straßen eine Revolution. Das hatte Folgen – auch für das Ende von Wagners „Ring des Nibelungen"
Die Moderne wohnt in Nibelheim
Mit seiner Kompositionstechnik war Richard Wagner seiner Zeit weit voraus – im „Ring des Nibelungen „Tristan
und „Parsifal" verabschiedet er sich von den Regeln der Harmonielehre und löst musikalische Konturen auf. Eine Analyse
FESTSPIEL-KRITIKEN 2014
Tannhäuser:
Gehofft, gekämpft und doch verloren
Die Bayreuther Festspiele eröffneten ihre 103. Spielzeit mit „Tannhäuser". Die Premiere wird in die Geschichte eingehen, weil sie wegen einer Technik-Panne unterbrochen werden musste. Andere Gründe, sich an sie zu erinnern, gibt es nicht. Mit einer kleinen Ausnahme.
Der fliegende Holländer:
Schöner wird es nicht mehr
Erst mit der zweiten Premiere haben die Bayreuther Festspiele ihre Reiseflughöhe erreicht. „Der Fliegende Holländer" wird in seiner dritten Spielzeit zum Triumph für Sänger, Regie und Orchester – mit der guten Lösung aus der vorigen Saison wollte sich keiner zufriedengeben.
Rheingold:
Starkes Stück
Ach, es ist so einfach, dieses „Rheingold" nicht zu mögen. Weil Frank Castorf und Kirill Petrenko ungefähr alles in Frage stellen, was man von dieser Oper bisher hörte, sah und dachte. Am Ende bleibt als Gegenargument aber nicht viel mehr als die eigene Gewohnheit. Und was ist das schon.
Walküre:
Er war ja doch schon fertig
Mit allem war nach Frank Castorfs „Rheingold zu rechnen – aber nicht mit dieser „WALKÜRE
, in der sich der Regisseur beinahe an alle Regeln konventioneller Opernregie hält. Das bringt die Produktion eher an ihre Grenzen, als er es mit dem klassischen Castorf-Repertoire könnte. Zum Glück nutzen Kirill Petrenko und die Sänger diese Chance.
Siegfried:
Da habt ihr euren Siegfried
Das Krokodil, das Krokodil, das hat immer recht: In „SIEGFRIED" lässt Frank Castorf bereitwillige Sänger großes Bedeutungstheater spielen – und stellt dabei ein paar richtig gute Fragen. Warum nur macht das so unzufrieden? Eine Spurensuche.
Lohengrin:
Der Lohengrin der Herzen
Jubel für Edith Haller als Elsa, Musiker und Chor und – nach langer Zeit wieder – einzelne Buhs für die Regie: Mit der Wiederaufnahme von „Lohengrin" beginnt Andris Nelsons letzter Sommer am Pult der beliebten Produktion.
Götterdämmerung:
Da ist die Wende
So brutal, wie es ist: Im letzten Teil seiner „Ring"-Inszenierung findet Frank Castorf endlich wieder eine ideale Temperatur für seine Geschichte – und wird dafür am Ende aus vollen Hälsen gehasst und geliebt. Ungebrochen ist der Triumph für Catherine Foster, Lance Ryan verspottet das Publikum.
EIN BILD VON EINEM MANN
In dieser Ausgabe zeigen wir ausgewählte Arbeiten der Designerin Susanne Seilkopf. Die gebürtige Leipzigerin wuchs in Bayreuth auf und ist schon aufgrund dieses Lebenswegs prädestiniert, sich mit Richard Wagner zu befassen. Bis 30. August sind ihre Arbeiten in der Bayreuther Eysserhaus-Passage (Kanalstraße 5) ausgestellt.
WAGNER BT 2.01WAGNER UND ICH
Mein Fahrrad heißt Grane
„So was habe ich noch nie gehört, und ich frage mich, warum zum Teufel nicht?" Richard Wagner gehört zu den bedeutendsten Opernkomponisten überhaupt – aber was passiert, wenn man heute seinen Werken begegnet und beschließt, sie nicht mehr gehen zu lassen? Über ein Leben mit Wagner
Von Anke Gröner
Meine Eltern nahmen mich zum ersten Mal mit in die Oper, als ich ungefähr zehn Jahre alt war. Meine Schwester war acht und gelangweilt, mein Vater saß pflichtschuldig daneben, meine Mutter machte wie immer in der Oper gerne die Augen zu und genoss nur die Musik, aber ich sah fasziniert nach vorne, wo ein großer, blonder Mann nur für mich sang. Er stand vor einem durchsichtigen Vorhang, auf den gelbgrünes Flimmern projiziert wurde, und ich verstand erst viel später, dass das ein Wald sein sollte. Wie der Mann hieß, wusste ich – Siegfried –, denn die ganze Oper hieß so. Von da an war ich überzeugt, dass alle Siegfrieds groß und blond seien. Der Irrtum klärte sich schon in der zweiten „Siegfried"-Aufführung meines Lebens auf, wo ich einen kleinen, knubbeligen Siegfried vor mir hatte, was mich etwas enttäuschte. Aber etwas anderes enttäuschte mich nie: die Musik von Richard Wagner.
Wenn ich gefragt werde, was meine Lieblingsoper von Wagner ist, sage ich meistens: Die, aus der ich gerade rauskomme. Ich höre seit über 30 Jahren seine Musik und ich merke, dass sie sich immer wieder ändert, immer wieder neu für mich ist und ich mich immer wieder neu in sie verlieben kann. Als Jugendliche mochte ich den „Fliegenden Holländer" am liebsten
