Auf der Suche nach dem verlorenen Lachen
Von Bodo Pipping
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Über dieses E-Book
Für die Idee, einer sei zum Mann ohne Lachen geworden, wie einer ohne Schatten.
Weil er sich den Puls der pandemischen Zeit fühlt.
Mit der Schlüsselfrage:
Wohin entschwanden Lachen?
Freude? Gewissheiten?
Die Gelassenheit?
Bodo Pipping
Bodo Pipping war bei den Fernseh-Nachrichten. Bei Tagesschau/Tagesthemen, bei SAT1 in Bonn, beim WDR, bei Phoenix. Er regt sich noch einmal auf über das, was alles zu zerstören droht. Wer ihn sehne will: er ist im Netz auf www.bodopipping.de Einer, der nicht schweigen kann.
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Buchvorschau
Auf der Suche nach dem verlorenen Lachen - Bodo Pipping
Inhalt
Vorab für Feiglinge
Verlustanzeige
Spurensuche bei Robert
Der 4. Mann im Boot
Das innere Refugium
Todesstrafe für Plum
Anatomie eines Mordes
Kalenderspruch
Das größte Schlitzohr
Keine Mail zum Löschen
Am Tatort ohne FFP2
Ein Stadion als Trauma
Am Elbe-Seiten-Kanal
Die Spinne der Angst
Kommissare ohne Masken
Allergie-Schock bei Tagesschau
Tom und kein Happyend
Von R2D2 zu Tom
Kassandra und neue Töne
Das Kind und die Wissenden
Alles aus und vorbei
Weg zum Paradies
Das Sansibar meines Lebens
Drehung 1
Drehung 2
Gelotologie
Des Freundes Begeisterung
Zeit für einen Drink
Auch von diesem Planeten?
Das Gebet unserer Zeit
Vorab gesagt: Vorworte sind was für Feiglinge. Und Lügner (weil sie immer hinterher geschrieben werden). Ich schrieb dies, als die Pandemie im 3. Jahr aufloderte im hoffentlich letzten Aufbäumen der Flammen. Als es noch 16 Millionen Nicht-Geimpfter gab. Als ich einmal eine kleine Auszeit hatte von der Gemeinsamkeit. Oder ganz schlicht: als ich mal für kurze Zeit Strohwitwer war. Und schon begann das Unheil.
Wie konnte das passieren? Was hat mich zu einem Typen wie Peter Schlehmil gemacht? Das war der Mann ohne Schatten. Ich bin der ohne Lachen.
Weg ist es. Die Frage stellt sich: wer hat Schuld? Das ist nicht so einfach wie bei Adalbert Chamisso. Wer seinen Schatten verkauft an den Teufel gegen das Versprechen eines stets gut gefüllten Goldsäckels hat die Folgen auszubaden. Im Kunstmärchen lebt er dann dennoch glücklich bis ans Ende seiner Tage.
Mein Fall war komplizierter. Was macht man, wenn man so etwas verloren hat? Eine Anzeige.
Wann hatten Sie es denn zuletzt? Wann ging es denn, Ihrer Meinung nach, verlustig? So So. Sie meinen, es sei Ihr lebenslanger Begleiter gewesen und ohne die verlustige Sache, das Lachen, sei alles nichts mehr wert? Kommen Sie wieder, wenn Sie eine genaue Beschreibung machen können. Sonst sehen wir schwarz für Ihren Fall, für den es noch nicht einmal eine Rubrik gibt. Oder besser: Kommen Sie nicht wieder. Denn die Zeiten sind so hart, dass wir uns nur sehr schweren und konkreten Fällen zuwenden können.
Das machte mich wütend. Die Unterstellung, ich sei ein Querulant, der mit einer Klage belästigt, deren Sinn nicht einsichtig sei.
Was macht man in einer solchen Lage mit dem Etikett: hoffnungslos, aber nicht ernst? Man geht im Netz auf Spurensuche.
Wenn die Sache einen Namen hat, ein eingängiges Etikett, ist man der geforderten Rubrik schon ein Stück näher. Offensichtlich litt ich unter einem neuerdings weit verbreiteten Zusammenbruch der „Resilienz". Teufel auch. Es war jedenfalls ein Leiden an und mit den Zeitläuften, die sich gegen die Gesundheit im engeren und weiteren Sinn kehrten.
Das Wort ist ein feminines Substantiv. Man muss sie haben, die R., die Kraft zum Widerstand gegen alles, was niederdrückt. Man muss innere Türhüter haben. Die dürfen keineswegs wie bei Franz Kafka sein, wo eine Art KuK- Beamter für immer den Weg versperrt, in dieser Legende „Vor dem Gesetz".
Da ich nun das Etikett für meinen Fall hatte, konnte ich mich nun an die Beschreibung machen: was ging verlustig?
Da konnte ich mich an die Spuren eines lebenslangen Praktikers des Lachens heften: an Robert Gernhardt. Als guter Deutscher hat er nach den vielen Jahren praktischer Ausübung des Humor-Gewerbes eine 600 Seiten starke Abhandlung geschrieben mit den wuchtigen Titeln „Kritik der Komiker, „Kritik der Kritiker
und „Kritik der Komik". Kant lässt grüßen. Es ist nicht verbürgt, dass Immanuel jemals in seinem Leben gelacht hat.
Nichts hielt Robert Gernhardt davon ab, mit der Gabe der Lesbarkeit die Tiefen dessen auszuloten, was uns lachen macht. Wobei auf der einen Wippe das Anarchische ist, auf der anderen so etwas Wunderbares wie das Lachen als Lösung von aller Erdenschwere. Konnte man ja auch erwarten von einem Mann, der sich so an seinen Schöpfer wandte:
Lieber Gott, nimm es hin,
daß ich was Besond'res bin.
Und gib ruhig einmal zu,
daß ich klüger bin als du.
Preise künftig meinen Namen,
denn sonst setzt es was, Amen.
Komik, lese ich da, spielt mit den Möglichkeiten des Lebens. Ist grundsätzlich anarchisch, im Widerspruch zu Normen und Regeln. Als ich dann bei Robert las, wie er die Ursprünge erklärt, spürte ich eine erste Linderung. Ein Schmunzeln. Fast schon ein Lächeln.
Denn bei der anarchischen Komik steht ihm ein Urahn vor Augen, den er „Bobo
