Lennox im Reich der Fischmenschen: Das Zeitalter des Kometen #36
Von Jo Zybell
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Über dieses E-Book
Der Umfang dieses Buchs entspricht 107 Taschenbuchseiten.
Eine kosmische Katastrophe hat die Erde heimgesucht. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Die Überlebenden müssen um ihre Existenz kämpfen, bizarre Geschöpfe sind durch die Launen der Evolution entstanden oder von den Sternen gekommen, und das dunkle Zeitalter hat begonnen.
In dieser finsteren Zukunft bricht Timothy Lennox zu einer Odyssee auf …
Tim Lennox gelingt es mit dem Waldmann Vogler und Clarice Paxton durch den Zeitstrahl auf die Erde und in seine normale Zeit zurückzukehren. Gleichzeitig lösen sich einige Fragen um die Geschichte der Fischmenschen und ihrer Vorfahren. Als Lennox erfährt, dass Marrela noch lebt, ist ihm nichts wichtiger als ihr zu folgen, doch das ist nicht einfach, denn ihr Ziel ist unklar.
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Lennox im Reich der Fischmenschen - Jo Zybell
Lennox im Reich der Fischmenschen: Das Zeitalter des Kometen #36
von Jo Zybell
Der Umfang dieses Buchs entspricht 107 Taschenbuchseiten.
Eine kosmische Katastrophe hat die Erde heimgesucht. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Die Überlebenden müssen um ihre Existenz kämpfen, bizarre Geschöpfe sind durch die Launen der Evolution entstanden oder von den Sternen gekommen, und das dunkle Zeitalter hat begonnen.
In dieser finsteren Zukunft bricht Timothy Lennox zu einer Odyssee auf …
Tim Lennox gelingt es mit dem Waldmann Vogler und Clarice Paxton durch den Zeitstrahl auf die Erde und in seine normale Zeit zurückzukehren. Gleichzeitig lösen sich einige Fragen um die Geschichte der Fischmenschen und ihrer Vorfahren. Als Lennox erfährt, dass Marrela noch lebt, ist ihm nichts wichtiger als ihr zu folgen, doch das ist nicht einfach, denn ihr Ziel ist unklar.
Copyright
Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von
Alfred Bekker
© Roman by Author /COVER LUDGER OTTEN
© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.
Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.
Alle Rechte vorbehalten.
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Prolog
Das Wissen, allein zu sein, vollkommen allein, raubte ihm die letzte Kraft. Er sank hinter der Balustrade auf den Boden des Ganges.
Aus den Kiemen und den Augenmembranen drang ihm Tränensekret und trübte das Wasser um seinen Schädel. Zum Gefühl grenzenloser Einsamkeit nun auch noch das Gefühl grenzenloser Schwäche – demütigend, verwirrend, unerträglich für einen wie ihn. Wut und Hass stiegen in ihm hoch. Auf die Schöpfer, die sich vom Rotgrund abgewandt hatten?
Auf das Licht, das nicht mehr genug Wärme schickte?
Auf die Großköpfe, die Höhlenlabyrinthe wie dieses erschaffen hatten? Oder auf sich selbst, weil er schwach und traurig war? Er wusste es nicht.
»Ich bin Martok‘aros«, stöhnte er. »Ich bin gekommen, um zu sterben.«
Sein quastenschuppiger Körper straffte sich. Er saugte einen Schwall Wasser durch die Kiemen ein und stieß sich vom Boden ab. »Ich bin gekommen, um zu sterben, und ich werde so sterben, wie es eines Schrecklichen Kriegsmeisters der Patrydree würdig ist …« Alle Kraft nahm er zusammen, und tatsächlich gelangen ihm wieder ein paar Schwimmzüge. Über die Balustrade hinweg glitt er endlich in die Haupthöhle hinein.
Das Licht veränderte sich, wurde heller, klarer, blauer.
Martok‘aros hielt inne, um Kraft für die letzten Schwimmzüge zu schöpfen. Während er langsam dem Grund der gewaltigen Höhle entgegensank, fasste er die Quelle des bläulichen Lichts ins Auge: einen blau flimmernden Strahl, der das Zentrum der Höhle von ihrem Grund bis zur Öffnung in ihrem Deckengewölbe durchbohrte wie eine Säule aus flirrendem Licht.
Der verfluchte Strahl der Vernichtung.
Ganz ruhig wurde Martok‘aros angesichts des Strahls, ganz still und gelassen. Er hatte es geschafft, er war am Ziel. Keinen jämmerlichen Erstickungstod wie die anderen würde er sterben müssen, nein: Erhobenen Hauptes würde er in das unheimliche Flimmern eintauchen, das alle noch lebenden Patrydree in den Wassern des Rotgrundes fürchteten wie sonst nur eine Horde wild gewordener Lup‘haydros.
Martok‘aros fürchtete den verfluchten Vernichtungsstrahl nicht. Ihn nicht, und den Tod schon gar nicht. Martok‘aros fürchtete nichts, gar nichts. Außer seine eigene Schwäche. Und um ihr ein Ende zu setzen, war er gekommen.
Die Großköpfe hatten den verfluchten Vernichtungsstrahl erschaffen. Um vom Rotgrund in eine andere Welt zu fliehen, wie manche sagten; als Falle für die Sippen der tapferen Patrydree, wie andere behaupteten; um würdevoll in den Frieden der Schöpfer einzugehen, wie wieder andere zu wissen glaubten.
Damals war Martok‘aros noch ein Kleinpatrydree gewesen, uneingeweiht und mit weichen Quastenschuppen. Damals, als sie millionenfach in den verfluchten Vernichtungsstrahl schwammen, die Großköpfe, die Ditrydree. Damals, während der großen Schlacht im Nordmeer. Seitdem gab es keine Ditrydree mehr auf dem Rotgrund. Genau wie die Ikairydree waren sie verschwunden.
Das war praktisch, denn so brauchten die durch Krankheit geschwächten Rotten der Patrydree nicht um ihre Unterwasserstädte, ihre zahmen Reitfische und ihre Werkzeuge zu kämpfen. Martok‘aros‘ Volk nahm einfach in Besitz, was die anderen beiden Völker zurückgelassen hatten.
Das war zugleich schade und sogar ein wenig unheimlich. Schade, weil kein Fleisch in den Meeren des Rotgrundes so gut schmeckte wie das eines Ditrydrees oder gar eines Ikairydrees; unheimlich, weil beide Völker innerhalb weniger Lichter verschwunden waren.
Millionen von Patrydree waren in der großen Schlacht im Ostmeer getötet worden. Und noch mehr hatten inzwischen die schwindende Luft und das faulende Wasser des Rotgrunds dahin gerafft. Martok‘aros‘ Erzeuger und Lehrer hatten Wachen aufgestellt, denn sie rechneten damit, dass die Großköpfe aus dem Strahl zurückkehren würden.
Sie kehrten nicht zurück. Und viele der Wachen wagten sich zu dicht an den Strahl heran – und wurden von einem Atemzug zum anderen zu Greisen, bevor sie starben. Manche vermoderten bei lebendigem Leib.
Seitdem bewachte niemand mehr den Strahl. Die Großköpfe würden niemals zurückkommen. Sie waren vergreist, vermodert, vernichtet. Kaum ein Patrydree, der daran noch zweifelte.
Tief hatte Martok‘aros das Wasser durch die Kiemen gesaugt, wieder und wieder. Seine Zeit war gekommen.
Er stieß sich ab und glitt der blau flimmernden Säule entgegen. »Je näher du dem Strahl kommst, desto schneller musst du schwimmen«, sagte er sich. Er wollte der Vergreisung und der Vermoderung entrinnen, er wollte sofort ins Herz der Vernichtung eintauchen.
Aufhören zu leiden, aufhören nach Luft zu ringen, nicht mehr zu sein – das war sein Ziel. Sieben Umläufe lang hatte er sich darauf vorbereitet, jetzt war es so weit.
Martok‘aros stieg aufwärts bis zu den Balustraden der dritten Galerieebene, und von dort schwamm er horizontal dem verfluchten Vernichtungsstrahl entgegen.
Die Nähe des Ziels weckte in ihm ungeahnte, letzte Kräfte. Näher und näher rückte das blaue Geflimmer.
Ihm war auf einmal, als würde die blaue Vernichtung ihn einsaugen, und als nur noch blaues Leuchten ihn umgab, packte ihn eine jähe Kraft und riss ihn in ein Gestrüpp aus Lichtfasern und Farbwirbeln.
Vorbei, dachte Martok‘aros, vernichtet, vergangen, aus!
Doch es war nicht vorbei.
Die Kraft spuckte ihn in helles Licht und warmes Wasser, und unter einem gleißenden blauen Himmel fand er sich in den Wogen eines fremden Ozeans wieder.
Frische Luft blähte seine Lungen auf. Er tauchte und saugte seine Kiemen mit frischem Wasser voll. War das die Vernichtung? War das der Friede der Schöpfer?
Er tauchte. Unter Wasser blickte er um sich und stieß den Pfiff aus, mit dem er früher seinen Kampffisch zu rufen pflegte; früher, als es noch Kampffische gab in den faulenden Wassern des Rotgrundes. Und siehe, die Silhouetten großer Fische schälten sich aus der Dunkelheit der Meerestiefe unter Martok‘aros.
Thurainas, zahme Thurainas! Er packte die Rückenflosse des Leitbullen und schwang sich hinter sie auf den Rücken des Großfisches.
Ein ganzes Licht und eine ganze Finsternis lang glaubte Martok‘aros, der Schreckliche Kriegsmeister der Patrydree, der verfluchte Vernichtungsstrahl hätte ihn auf geradem Weg in den Frieden der Schöpfer geschleudert. Nach und nach erst begriff er, dass er noch am Leben war – in einer anderen Welt, in einer Welt mit guter Luft und frischem Wasser. Und Martok‘aros, der Schreckliche Kriegsmeister der Patrydree, fing ein zweites Mal zu leben an!
1
Dies sind weitere Aufzeichnungen des Großen Ramyd‘sam, die er im Auftrag des Hochrates von Ork‘huz (uns bekannt als »Erde«) im sechshundertvierundfünfzigsten Ork‘huz-Umlauf nach der großen Weltenwanderung dem Buch der Chroniken hinzufügte.
Möge Ork‘huz‘ Wärme euch erfreuen, die
