Dieser Mann ist nicht gut für dich!: Der neue Landdoktor 24 – Arztroman
Von Tessa Hofreiter
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Über dieses E-Book
Die Serie zeichnet sich gegenüber dem Vorgänger durch ein völlig neues Konzept aus. Es wird noch größerer Wert auf Romantik, Spannung und sich weiterdichtende, zum Leben erwachende Romanfiguren, Charaktere und Typen gelegt.
Eines darf verraten werden: Betörend schöne Frauen machen dem attraktiven Landdoktor schon bald den Hof. Und eine wirkliche Romanze beginnt...
»Grüß Gott! Hier ist die Praxis Doktor Seefeld, was können wir für Sie tun?«, meldete sich Gerti Fechner, die langjährige Helferin des Landdoktors, freundlich am Telefon. »Hallo? Hallo? Es geht hier um meine …« Die Verbindung wurde kurzzeitig unterbrochen und war dann undeutlich wieder da. Gerti musste sehr konzentriert zuhören, denn der Empfang war schlecht, aber trotzdem erkannte sie schnell, worum es sich handelte. »Natürlich, das ist kein Problem!«, antwortete sie laut und deutlich. »Ja, sowie der Bus hier ist, kann sie zum Doktor. Ja, das ist garantiert! Wann ungefähr rechnen Sie mit der Ankunft? Ja, gut, wir sind auf die junge Frau vorbereitet. Servus!« Leiser fuhr sie an ihre Kollegin Caro gewandt fort: »Offensichtlich ein Migränestatus. Und die Patientin sitzt in einem Reisebus, die Arme. In ungefähr einer halben Stunde werden sie hier sein. Ich kümmere mich jetzt um Afras Blutentnahme, sagst du dem Doktor Bescheid?« Caro, eine junge Frau mit dunklen Haaren und zwei feinen, kobaltblauen Strähnen, die ihr hübsches Gesicht umrahmten, nickte.
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Rezensionen für Dieser Mann ist nicht gut für dich!
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Buchvorschau
Dieser Mann ist nicht gut für dich! - Tessa Hofreiter
Der neue Landdoktor
– 24 –
Dieser Mann ist nicht gut für dich!
Hanna, du musst lernen, dich zu wehren
Tessa Hofreiter
»Grüß Gott! Hier ist die Praxis Doktor Seefeld, was können wir für Sie tun?«, meldete sich Gerti Fechner, die langjährige Helferin des Landdoktors, freundlich am Telefon.
»Hallo? Hallo? Es geht hier um meine …« Die Verbindung wurde kurzzeitig unterbrochen und war dann undeutlich wieder da.
Gerti musste sehr konzentriert zuhören, denn der Empfang war schlecht, aber trotzdem erkannte sie schnell, worum es sich handelte. »Natürlich, das ist kein Problem!«, antwortete sie laut und deutlich. »Ja, sowie der Bus hier ist, kann sie zum Doktor. Ja, das ist garantiert! Wann ungefähr rechnen Sie mit der Ankunft? Ja, gut, wir sind auf die junge Frau vorbereitet. Servus!«
Leiser fuhr sie an ihre Kollegin Caro gewandt fort: »Offensichtlich ein Migränestatus. Und die Patientin sitzt in einem Reisebus, die Arme. In ungefähr einer halben Stunde werden sie hier sein. Ich kümmere mich jetzt um Afras Blutentnahme, sagst du dem Doktor Bescheid?«
Caro, eine junge Frau mit dunklen Haaren und zwei feinen, kobaltblauen Strähnen, die ihr hübsches Gesicht umrahmten, nickte. Sie ging zum Behandlungszimmer hinüber, in dem der Landdoktor gerade einen Mann mit Asthma untersuchte. Sie half dem alten Bauern, wieder Hemd und Janker überzuziehen, und wartete, bis Doktor Seefeld ihn zur Tür begleitet hatte. Dann informierte sie den Arzt über den Notfall, den sie erwarteten.
»In einem Reisebus? Jetzt unterwegs zu sein, muss zusätzlich schlimm für die junge Frau sein. Halten Sie bitte Raum 2 frei und bereiten Sie ihn vor, damit die Patientin sich sofort hinlegen kann. Sowie sie hier ist, holen Sie mich; wenn es sein muss, auch aus einer Untersuchung!«, ordnete Doktor Seefeld an.
Caro nickte ihm zu, sie hatte von ihrem Chef nichts anderes erwartet. Sebastian Seefeld handelte rasch und gleichzeitig besonnen, auf ihn war immer Verlass. Seine Patienten schätzten ihn hoch, denn er war ein erfahrener, einfühlsamer Arzt, der immer auch die Seele seiner Besucher mit im Blick behielt.
Unabhängig davon schwärmten aber gerade seine Patientinnen auch von seiner Warmherzigkeit, seinem Charme und seinem guten Aussehen. Sebastian Seefeld war groß und schlank, mit breiten Schultern, an die sich so manche Dame Bergmoosbachs gern angelehnt hätte. Er hatte dichtes, dunkles Haar, und in seinem markanten Gesicht leuchteten auffallende graue Augen. Seine Stimme war angenehm tief und männlich.
»Danke, Caro«, sagte er jetzt. »Bis der Bus hier ist, machen wir in der normalen Reihenfolge weiter.«
Die junge Sprechstundenhilfe rief den nächsten Patienten auf und kümmerte sich dann um Raum 2.
Inzwischen hatte Gerti sich mit einer älteren Frau im grünen Dirndl beschäftigt, bei der sie eine Blutprobe nehmen wollte. Der Anruf war aus dem fahrenden Bus gekommen und das Handynetz schlecht gewesen, weshalb die Praxishelferin lauter als gewöhnlich sprechen musste. Die wartenden Patienten hatten das Telefonat mithören können. Was Afra, der Frau im grünen Dirndl, gerade recht kam!
»Ein Reisebus? Sag, hat’s da einen Unfall gegeben? Oder bekommt eine ihr Baby? Müsstet ihr dann nicht der Anna Bescheid sagen«, fragte sie neugierig.
Gerti unterdrückte einen ungeduldigen Seufzer. »Weder noch, und jetzt setz dich halt ins Labor und halt bitte den Mund, falls du das ausnahmsweise mal hinkriegst!« Energisch bugsierte sie die ältere Frau in einen anderen Teil der Praxis und schloss nachdrücklich die Tür hinter dieser nicht unsympathischen, aber sehr neugierigen Seele.
Im Wartezimmer tauschte ein junger Mann einen amüsierten Blick mit seiner Sitznachbarin. Sie grinste leicht und murmelte: »Ach ja, unsere gute Afra!«, ehe sie sich wieder in ihre Zeitschrift vertiefte. Der Mann griff nach seinem mitgebrachten Buch und begann zu lesen.
Dieser Mann war Raphael Weidenflechter, ein sehr begabter Instrumentenbauer aus Bergmoosbach. Er war mittelgroß und hatte einen feinen Knochenbau, ohne jedoch unmännlich zu wirken. Der Ausdruck seiner warmen, dunkelbraunen Augen konnte träumerisch wirken, weshalb ihn oberflächliche Menschen manchmal falsch einschätzten. Raphael war ein einfühlsamer Mensch, eher zurückhaltend als laut und immer darauf bedacht, im Mittelpunkt zu stehen. Er hatte eine empfindsame Künstlerseele, aber er war weder ein Weichei noch untauglich in den Dingen des alltäglichen Lebens. Raphael Weidenflechter war dabei, sich in Musikerkreisen mit seinen Holzblasinstrumenten einen Namen zu machen, und erhielt Aufträge aus ganz Europa.
Jetzt hatte ihm eine hartnäckige Mittelohrentzündung Probleme bereitet, die zum Glück vollständig ausgeheilt war. Heute sollte nur noch eine letzte Kontrolluntersuchung stattfinden.
Aber gerade in dem Augenblick, als er das Sprechzimmer des Landarztes betreten wollte, schob sich vorsichtig ein großer Reisebus die Einfahrt zum Doktorhaus hinauf und hielt neben der alten Ulme. Caro, die den Patienten eben aufgerufen hatte, zuckte bedauernd mit den Schultern. »Ich fürchte, du wirst warten müssen, Raphael. Bitte entschuldige!«, sagte sie freundlich, während sie die Tür im Auge behielt.
»Kein Problem, ich bin ja kein Notfall«, erwiderte er verständnisvoll und trat zur Seite.
Mit energischen und gleichzeitig vorsichtigen Schritten betrat ein großer, breitschultriger Mann mit einem hellen Haarschopf die Praxis. In seinen Armen trug er eine zierliche Frau, die sich schwach sträubte, aber kein Gehör bei ihm fand.
»Bitte, Fabian, ich möchte allein gehen!«, murmelte sie.
»Kommt gar nicht infrage, Herz!«, antwortete der blonde Hüne und ging unbeirrbar auf die Tür zu, die Caro für ihn offen hielt.
Im Vorbeigehen sah Raphael ein zartes, herzförmiges Gesicht, das so weiß aussah, dass es fast durchscheinend schien. Tiefschwarze Augen erzählten stumm von quälenden Schmerzen, rabenschwarzes, seidiges Haar wehte wie ein Schleier über die muskulösen Arme des Mannes, der sie trotz ihres leisen Protestes trug.
Für einen winzigen Moment, der nicht viel länger dauerte als ein Herzschlag, begegneten sich die Blicke Raphaels und der fremden Frau. Schneewittchen, dachte er atemlos, sie sieht genauso aus wie ein Schneewittchen!
Ihre zart geschwungenen Lippen öffneten sich, als wollte sie ihm etwas sagen, aber dann war der Augenblick auch schon vorüber, und Raphael hörte nur die tiefe Stimme des Mannes, der den Doktor begrüßte. »Endlich! Wir sind so froh, dass Sie …«, und damit schloss sich die Tür hinter dem breiten Männerrücken.
»Das ist aber mal ein ganz Netter! Kümmert sich so rührend um sein Herzblatt! Davon könnten sich viele Männer eine Scheibe abschneiden, gell?« Afras Stimme riss den jungen Instrumentenbauer aus seinen Gedanken.
»Hm? Wie? Ja …, ja«, murmelte er geistesabwesend. Er bekam das Bild der zierlichen Frau, die so verloren in den starken Armen des Mannes gewirkt hatte, nicht aus dem Kopf.
Schneewittchen, dachte er wieder, du bist einfach Schneewittchen –, aber ob das eben der richtige Prinz gewesen ist?
Still setzte Raphael sich in den Wartebereich zurück und starrte auf die geschlossene Tür, hinter der Doktor Seefeld diese Fremde hoffentlich von ihren Schmerzen befreien konnte.
Im Raum Nr.2 hatte Caro für frische Luft gesorgt und dann den Vorhang geschlossen, der sich sanft im Luftzug bauschte. Eine Liege war vorbereitet, ebenso alles, was der Arzt für die Untersuchung und zur Schmerzlinderung brauchen würde.
Auf der Liege hatte die umsichtige Helferin eine weiche Decke ausgebreitet und ein Kissen so gelegt, dass die Kranke ihren Nacken entspannen konnte.
Unwillkürlich seufzte die Frau vor Erleichterung auf, als sie auf der Liege zur Ruhe kam, und schloss die Augen. »Danke!«, murmelte sie schwach.
»Guten Tag, Herr Doktor! Mein Name ist Fabian Herzog, und das ist meine Verlobte, Frau Hanna Winter«, übernahm der Mann die Vorstellung. Er dämpfte zwar seine Stimme, sprach aber immer noch sehr eindringlich und raumgreifend.
Er ist es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen, dachte Sebastian Seefeld.
»Wir sind Mitglieder eines Symphonieorchesters und auf dem Weg nach Salzburg. Der ungeplante Zwischenstopp hier in Bergmoosbach kommt sehr ungelegen, aber er ließ sich nicht umgehen. Hanna ist mir wichtig, und sie hat wirklich große Schmerzen, gegen die Sie unbedingt etwas unternehmen müssen, Herr Doktor!« Vielleicht war es gar nicht so gemeint, aber das alles klang ziemlich herrisch.
Sebastian Seefeld hatte beobachtete, wie die junge Frau bei den Worten des Mannes leicht zusammengezuckt war. Sie hatte die Hand gehoben, als wollte sie ihn im Reden stoppen, aber der Mann schaute nicht in ihre Richtung und hatte das kleine Zeichen nicht bemerkt.
»Ich werde gleich mit der Untersuchung beginnen. Bitte, nehmen Sie doch so lange im Wartebereich Platz, Herr Herzog«, sagte Sebastian freundlich, aber sehr bestimmt.
»Wie bitte?« Der Hüne schaute ihn erstaunt an. »Das kommt natürlich nicht infrage, ich bleibe bei meiner
